Gudile geht für die Rechte von Mädchen zu Fuß durch die pralle Sonne des Kongo
Vergangenen Sonntag fanden im Kongo die ersten freien Wahlen seit mehr als vierzig Jahren statt. Eine der registrierten Wählerinnen war Gudile Nasine Namariza aus der Provinz Süd-Kivu im Osten des riesigen Landes. Trotz der teilweise hasserfüllten Kampagnen und unklaren politischen Konzepte der Kandidaten hat sie sich auf die Stimmabgabe gefreut. Gudile ist Mitte 30, Witwe und Mutter von vier Kindern. Sie verließ ihr Heimatdorf in den Bergen und studierte - und ist damit etwas besonderes unter den Frauen ihrer Heimatregion. Heute arbeitet sie für UGEAFI, eine Partnerorganisation von Oxfam und setzt sich für die Rechte von Frauen ein. Wir haben ihr unseren Basishelden-Fragebogen überstellt. In den Antworten beschreibt sie ihre Arbeit.
Was ist das Problem? Ein großes Problem resultiert daraus, dass bei uns die Frauen und Mädchen oft sehr harte Arbeiten verrichten. Sie müssen stundenlang Brennholz sammeln und es anschließend auf dem Kopf nach Hause transportieren. Sie müssen trockene Maiskörner mit der Hand zerstoßen, um daraus Brotmehl zu machen, ein wichtiges Grundnahrungsmittel für die lokale Bevölkerung. Wir stellen ihnen Getreidemühlen zur Verfügung, um ihnen die Arbeit zu erleichtern. Generell leiden Mädchen bei uns häufig unter Diskriminierung, zum Beispiel im Bildungsbereich: Wenn eine Familie nur wenig Geld hat, werden nämlich bevorzugt die Jungen eingeschult. Wenn Mädchen in die Schule gehen, müssen sie nach dem Unterricht ihren Müttern im Haushalt helfen, während ihre Brüder lernen oder sich erholen und Fußball spielen können. Problematisch ist auch, dass eine Frau kein Recht auf das Erbe, zum Beispiel das Vieh hat, wenn ihr Mann stirbt, oder dass Mädchen oft im Alter zwischen 14 und 18 Jahren ohne ihre Zustimmung verheiratet werden. Wer sind die Bösen? Ich würde eher von Hindernissen sprechen. Dazu gehören die traditionellen Sitten, der Widerstand vieler Menschen gegen Veränderungen, ihr Misstrauen und ihre Komplexe. Viele sind in ihrer sozialen Umgebung ja geradezu gefangen. Hinderlich ist auch, dass viele Frauen Analphabetinnen sind. Und die unsicheren Verhältnisse in manchen Gegenden erschweren größere Fortschritte bei unseren Aktivitäten.

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03.08.2006 - 15:22 Uhr
OhDaeSu
das ist bestimmt ein harter job mit so vielen vorurteilen und so festen strukturen