Schlechte Sänger sind sexy
Meine Theorie: Jungs müssen nicht singen können, um sexy zu sein. Hauptsache sie singen.
Wenn Popstars sexy sind, dann liegt das nicht daran, dass sie die Töne perfekt treffen. Zum Beispiel Robbie Williams. Ein guter Sänger, klar, aber auch und vor allem ein schöner Mann. Wenn er die Bühne betritt, wabert schon ein Sprühnebel aus Östrogenen durch die Konzerthalle, bevor er das Mikrofon auch nur in der Hand hat. Denn bei Männern wie Robbie Williams ist es eigentlich nur Nebensache, dass sie gut singen können. Entfernte man Robbie die Stimmbänder, er bliebe ein Mann mit großen Augen, kräftigen Oberarmen und putzigen Lachgrübchen. Egal ob er Parkwächter, Heizungsinstallateur oder Barkeeper wäre: Die Mädchen fänden ihn immer toll, jede Wette. Wir Jungs müssen nicht toll singen können, um Mädchen zu beeindrucken. Eine eiserne Jugendzentrums-Regel besagt ja, dass beim Konzert der Schülerband die erste Reihe immer mit weiblichen Fans gefüllt ist, strahlend, mitsingend und bekleidet mit selbstgemalten Band-T-Shirts – Selbst wenn der Sänger gerade erst in den Stimmbruch gekommen ist. Klar, man kann dieses Phänomen der weiblichen Begeisterungsphase in der Pubertät zuschreiben. Dagegen spricht aber, wie viele Bands mit wenig Gesangstalent richtig erfolgreich sind: Johnny Rotten von den Sex Pistols, Sportfreund Peter oder Eminem – sie alle sind berühmt, auf ihre Art sexy und doch: Gesangliche Dumpfbacken.
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