Leben in Madrid oder: wie spanische Gelassenheit Schimmel beseitigt
Beliebtestes Ziel ist bei deutschen Teilnehmern des Erasmus-Programms immer noch Spanien, jeder fünfte schlägt seine Zelte im Land der Siestas und Fiestas auf. Philipp-Braun lebt seit Oktober 2005 in Madrid und schreibt, was ihm bisher in seinem Erasmus-Leben widerfuhr. In Folge fünf beobachtet er Prostituierte, lernt spanische Handwerker kennen und versteht ein bißchen was vom Glück.
Seit Sylvester habe ich kein Glück mehr. Damals, vor gut einem halben Jahr, war in meinem Leben noch alles in Ordnung – gerade hatte ich mich in Madrid eingelebt und der Jahreswechselabend stand bevor. Ich feierte mit Freunden an der Puerta del Sol, nur einen Raketenwurf von meiner Wohnung entfernt, wo uns eine feiernde Menschenmasse erwartete, die aus Betrunkenen, Touristen und betrunkenen Touristen bestand. Die einzigen Madrilenen schauten – que sofisticado – mit gefüllten Gläsern in der Hand von ihren Balkonen auf das einfache Touristenvolk herab und überließen das Zentrum lieber den „giris“ (Touristen), die alles dafür taten, sich gekonnt und gezielt daneben zu benehmen. Sie warfen (gekonnt) Gegenstände „in die Luft“ oder urinierten in die Blumentöpfe vor der Stadtverwaltung (und gezielt daneben). Um kurz vor zwölf starrten wir alle auf die große Uhr im Glockenturm der Casa de Correos und aßen bei jedem Glockenschlag eine Weintraube. Diese spanische Tradition soll Glück bringen fürs folgende Jahr. Nun, von Traditionen halte ich normalerweise sehr viel, aber diese ist mehr als gewöhnungsbedürftig. Die „Stiftung Traditionentest“ kommentierte kürzlich das hastige Traubenessen der Spanier mit den Worten: „Spitzenreiter unter den längst hinfälligen Sylvestertraditionen. Erhebliche Mängel in puncto Praxisbezug – jede Sekunde eine Traube verschlingen zu müssen ist eine Zumutung für jeden Jahreswechsler, das Schlucken wird zur Qual. Erheblich kleinere, weil vertrocknete Trauben (auch bekannt als Rosinen), lösen das Problem nur ansatzweise. Gravierende Mängel auch beim selbsternannten Anspruch, Glück bringen zu wollen. Gesamturteil: Mangelhaft.“ Ich kann mich dem Urteil anschließen, denn seit dem lustigen Traubenessen läuft es nicht mehr besonders rund in meinem Leben hier in Madrid: Als Nachhilfelehrer bin ich kaum noch gefragt, vor meinem Fenster wurde eine Großbaustelle eröffnet und in der Wohnung haben wir Wasser in der Wand. Seit die Eltern meinen Sprachvermittlungsdienst nur noch sporadisch in Anspruch nehmen, fehlt mir Geld für den Lebensunterhalt. Zur Zeit lebe und ernähre ich mich deshalb hauptsächlich von Bier, Feta und spanischen Tomaten – günstige Zutaten für einen „Tomaten-Feta-Salat an Bier-Vinaigrette“. Und während ich bei mittlerweile fast 38 Grad über neue, noch billigere Rezepte nachdenke („geschmolzener Feta“), höre ich durch mein geschlossenes Schlafzimmerfenster die Großbaustelle an der Puerta del Sol, im Zentrum Madrids, wo gerade ein unterirdischer Umsteigebahnhof für Langstreckenzüge gebaut wird. Wegen der Hitze gehen die Bauarbeiter nur noch in der Dunkelheit ans Werk. Wenn ich nun gegen drei Uhr nachts die Calle Montera, den benachbarten Straßenstrich, entlang schlendere, sehe ich all die Bauarbeiter, die mit den Prostituierten „Mittagspause“ machen: Sie sitzen auf dem Gehsteig, essen belegte Brote, trinken Bier. Nach der Mahlzeit verschwinden die Bauarbeiter mit den Damen in einem kleinen Hotel und investieren ihren Nachtzuschlag noch in der selben Nacht.
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27.06.2006 - 20:00 Uhr
natalika
Y natalika podrías dime que significa "Ni chicha, ni limoná" Satz? Merci.
Gente que opiona lo mismo.
uff... QUE PENA leer tus textos!
niño, POR FAVOR no vengas a barcelona!
mallorca tiene una playa que flipas! vete allí y reúnete con los tuyos.
salu2
29.06.2006 - 09:06 Uhr
pezquenina
Gente que opiona lo mismo.
uff... QUE PENA leer tus textos!
niño, POR FAVOR no vengas a barcelona!
mallorca tiene una playa que flipas! vete allí y reúnete con los tuyos.
salu2
01.07.2006 - 20:54 Uhr
y_tu_que
Yo te apoyo!
Saludos de Mexico!.








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27.06.2006 - 20:00 Uhr
natalika
2.- ¡... joder, macho, es que a ver a quién coño se le ocurre mudarse al Puerta del Sol!
3.- te lo juro, de verdad, mira que lo intento e intento e intento... pero no consigo acabar de leerme ninguna de tus columnitas de marras sin cabrearme (aunque sea sólo un poco, pero de todas todas me cabreo)... por que aparte de que están escritas hmm "flojillas" (gusto personal o manías que tiene una ya a estas edades) y sin demasiado sentido (ni principio, ni fin, ni por dónde cogerlas, ni ná...), es que además has debido proponerte en serio lo de ir utilizando uno a uno todos, pero absolutamente TODOS los tópicazos absurdos (eso a lo que vosotros por estas tierras llamáis "Klischees") sobre la vida en España y esos simpáticos, adorables y graciosos marcianitos por los pareces tomarte a cada español/a que se te cruza por delante...
(Lo cual aparte de aburrir, a la larga, considerablemente, está ya bastante visto y deja un poquito que desear).
Me temo que a esta columna le pasa, pues sí, eso, que no funciona... pero por lo menos eres consecuente en tu línea: "Funktionieren" hat mit (Erzähl??)"Glück" durchaus zu tun...
A lo mejor ésta te la has aprendido ya: "Ni chicha, ni limoná".