20.06.2006 - 19:00 Uhr

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Die Invasion der Lesben

Text: alexandra-distler

Während Schwule seit einigen Jahren ganz selbstverständlich und vor allem selbstverständlich gutaussehend in Fernsehserien ("Queer As Folk", "Six Feet Under") und in der Werbung (VW, Iglo) auftauchen, kamen Lesben in vergangenen Jahren eher selten in den Medien vor. Und wenn, dann als männlich aussehende Frau mit Kurzhaarschnitt.

Das scheint sich gerade zu ändern. Seit drei Wochen läuft auf Pro7 die erste Staffel von "The L-Word", der in Amerika mittlerweile zur Kultserie avancierten Soap über das Leben und Lieben einer Gruppe lesbischer Frauen in Los Angeles. Und jetzt wird auch noch Batwoman lesbisch, die der US-Comic-Verlag DC nach 27 Jahren diesen Juli wieder zum Leben erweckt. Sie steht nicht länger Handtäschchen-tragend und Batgirl-hütend im Schatten von Batman, sondern ist eine wohlhabende, gutaussehende und erfolgreiche Geschäftsfrau mit langen roten Haaren und einer Spitzenfigur in Lederkluft.

Okay, sind wir mal ehrlich, die sehen schon alle verdammt gut aus, so was von gut aber auch. Und so viele sind das, überall lauern sie: beim Bäcker, in der Autowerkstatt, beim Friseur, im Museum, da läuft frau nur über die Strasse und schon rumpelt sie mit einer zusammen… Die Rede ist von Lesben. Erfolgreichen, femininen Lesben mit einem Sexualleben, dass es nur so kracht und irgendwie passt da doch was nicht.
Ja klar, wir haben gelernt, dass homosexuelle Frauen so eben nicht sind, sondern eher männlich, ziemlich sozial, vielleicht bebirkenstockt und kurzhaarig. Das haben wir ja auch akzeptiert. Sogar geschätzt, denn sich einem oktroyierten Frauenbild zu widersetzen ist ja nicht ganz unspannend. Und was läuft da jetzt im Fernsehen? "The L-Word" mit oben beschriebenen Frauen, das kann doch nicht sein. Das ist doch die Quotenmacherei nach dem Schwulenhype. Das sind doch aufgehübschte Heten, die auf Lesbe machen - für Heten natürlich, vor allem für männliche! Tatsache aber ist: "The L-Word" bedient halt nicht unsere Vorurteile, sondern erzählt Geschichten von auf Frauen stehende Frauen - und das konsequent und mit einer Selbstverständlichkeit, die einfach nur Spass macht. Aber eben auch verstört. Und gerade deswegen ist es mal an der Zeit, vielleicht sogar ein wenig überfällig, am vorherrschenden Klischee der Lesbe zu rütteln. Und wenn’s mit Mitteln der Soap funktioniert, wen stört's? Die Lesben selbst anscheinend wenig. Die meisten haben eh schon bis zur dritten Staffel geschaut (im Original ist die Serie noch um Längen besser), und dass die Story komplett an der Realität vorbeischrammt, gibt es nur äußerst selten zu hören. Genauso wenig wie Kritik an der Serie aus Reihen der Emanzen und Feministinnen, und da wäre sie zu erwarten gewesen. Das könnte durchaus daran liegen, dass "The L-Word" ganz eindeutig frauenpolitische Themen aufgreift. Es hat sich nämlich einiges getan in der Szene. Zwar gibt es sie noch, die Lesben, so wie wir sie kennen und einordnen können, und das ist weder gut noch schlecht, aber die Szene ist komplexer geworden, sehr viel individueller und bunter. Auf Frauen zu stehen bedeutet seit ein paar Jahren nicht mehr, sich gleich anzuziehen, dieselbe, konsensmäßig nun einmal fürchterliche Musik zu hören und Männer doof zu finden. Es bedeutet eigentlich gar nichts mehr. Das stimmt natürlich so nicht ganz, sollte es aber vielleicht. Denn ein Coming-Out ist leider immer noch kein Zuckerschlecken, egal ob vor den Eltern, in der Schule oder im Job. Mit Anfeindungen und blöden Sprüchen muss jede Lesbe lernen umzugehen. Und dass ein feminines Aussehen für mehr Akzeptanz sorgen könnte, ist natürlich Quatsch. Gerne ist genau das Gegenteil der Fall. Womit wir wieder bei "The L-Word" wären, denn so locker die Serie daherkommt (zumindest die ersten paar Folgen) und so gut die geldigen Damen auch aussehen, so sehr schafft sie es dann doch, ein nicht ganz unproblematisches Bild vom Lesbendasein zu zeichnen: von Coming-Out übers Kinderkriegen bis zur Transsexualität, und das nicht etwa platt und oberflächlich, sondern ziemlich einleuchtend und realistisch. Heterosexuellen Männern scheint die Serie nur wenig zu gefallen. In vielen Blogs ist zu lesen, dass sie sich da echt was anderes versprochen haben, von wegen Lesbensex und so. Und dabei wimmelt es in "L-Word" nur so von Sexszenen und Tausendsassa Shane schleppt konsequent ein Mädel nach dem anderen ab. Aber genau diese Reaktion zeigt, dass es vielleicht noch um was andres geht, als gut aussehenden Frauen beim gleichgeschlechtlichen Sex zuzuschauen. Heterosexuelle Frauen hingegen scheinen durchaus begeistert, vielleicht weil "The L-Word" tatsächlich immer wieder eine Hommage ans Frausein ist - unabhängig davon, ob hetero oder homo, bi- oder transsexuell. Foto: AP


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bonifaz_imbsweiler
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Mag ich Mag ich nicht

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20.06.2006 - 20:00 Uhr
bonifaz_imbsweiler

was ist ein schwulen?

suey
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Mag ich Mag ich nicht

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20.06.2006 - 20:11 Uhr
suey

nur: the l-word ist so sterbenslangweilig, dass man nach 10 minuten abschalten will/ muss/ sollte.

mynewidentity
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20.06.2006 - 20:14 Uhr
mynewidentity

bist du die neue quotenredaktionslesbe?

und l-word ist immer noch müll, egal wieviele plakate pro7 auf die straße hängt... und dass sich auch nur ein quentchen irgendwas ändert glaub ich erst, wenn in ner frauenkneipe mal nicht der selbe krude schlager-gloria gaynor-bumbum-mix wie seit jahren läuft.

bachstelze
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20.06.2006 - 20:14 Uhr
bachstelze

the l-word ist sex and the city mit lesben.
und sex and the city haben wir damals auch nicht ernst genommen, oder?

mynewidentity
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20.06.2006 - 20:16 Uhr
mynewidentity

stümmt eigentlich - sex and the city hab ich auch nicht ertragen.

Azaki
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20.06.2006 - 20:44 Uhr
Azaki

Mann Stelze, der Spruch ist doch mittlerweile so alt. Klar, bei sex and the city ging's auch gerne mal richtig ernst her und nicht nur um oberflache Kleider-Kerle-Cocktail-Themen. Sicher.

Aza, the L-Word guckend, einfach, weil sich ja sonst kaum einer traut, das Thema mal zur Sprache zu bringen.

bachstelze
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20.06.2006 - 21:20 Uhr
bachstelze

und alles was ich sagen will ist: man sollte fernsehserien nicht zu ernst nehmen. es ist fernsehen. mehr nicht.

zabaitzu
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20.06.2006 - 21:29 Uhr
zabaitzu

hm im fernsehen sieht doch jeder gut aus. Würde jemand eine L-World Serie mit 120kg schweren frauen gefallen? hmm nöö....

barcelona88
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20.06.2006 - 21:40 Uhr
barcelona88

ich find allein das wort "lesbe" unschön..

das oben beschriebende vorurteil über das aussehen von lesbischen frauen is bei mir allerdings nicht vorhanden

OhDaeSu
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Mag ich Mag ich nicht

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20.06.2006 - 22:13 Uhr
OhDaeSu

ja scheiß serie, das sagt nix über die akzeptanz von "lesben" aus

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