19.06.2006 - 19:00 Uhr

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Handreichung: Wie man sich in WM-Städten verhält

Text: florian-lamp

Das gute an der WM ist, dass man auch als Inländer die amtlich verordnete Gastfreundschaft bis zum Gehtnichtmehr ausreizen kann. Hier einige Verhaltensregeln, wie man in übervollen WM-Ausrichter-Städten viel Freude hat.

1. Wenn man sich in WM-Städten befindet, dann prinzipiell nur bei Rot über die Ampel gehen. Wenn sich ein Gesetzestreuer über solches Verhalten aufregt, entweder a) ignorieren oder b) in einer Fremdsprache deiner Wahl beschimpfen. 2. Wenn du ein eher friedvoller Gesell bist, dann empfiehlt es sich, deinen Rundgang in der Stadt mit einer Beamtenbefragung auf Englisch zu beginnen. Der Schreiber dieser Zeilen beispielsweise ging in Frankfurt auf eine herbe Schönheit von Polizistin zu und sagte Folgendes: „Excuse me, Mrs. Officer! Fress Gas?“
3. Auf urdeutsche Antworten wie „Die Fressgass, die ist da grad aus dorsch und hinne runner!“ reagiere bitte mit einem völlig verständnislosen und verzweifelt fragenden Gesicht. So nötigst du deine Gastfreunde zum Gebrauch fremder Sprachen: „Sruuuuh sehr! Reid sehr sruh. Fress Gas!“ 4. Benutze eine Straßenbahn ohne Ticket - und zwar so lange, bis auch endlich ein Kontrolleur deine Fahrkarte sehen will. Jetzt hast du zwei Möglichkeiten: a) Englisch sprechen oder b) Spanisch, Finnisch, Hebräisch, Altgriechisch, am besten eine Kombination aus allen. 5. Wichtig hierbei: Du musst ernst bleiben! Selbst, wenn du keine Fremdsprache beherrschst. Improvisiere! Stell Dir vor, wie ein Steinzeitindianervolk im Amazonasbecken sprechen könnte und vermenge es mit dem Dialekt, der dort gesprochen wird, wo du groß geworden bist. Solltest du bei einem Steinzeitindianervolk im Amazonasbecken groß geworden sein, auch kein Problem: Sei einfach du selbst! 6. Betrete eine der Telekom-Filialen - und frage nach einem „Vertrag“. Blättere dabei in einem angeranzten Vokabelheft und sei zunächst freundlich wie die stumpfsinnig-geilen Paulanerbier-Inder zur Dirndl-Kellnerin. Lass dir alles erklären und sag immer wieder „Ja.“ oder „Ja!“ Wechsle dann ins nachdenkliche Fach: „Ja?“ In der dritten Stufe blättere erneut in deinem Vokabelheft und sage in starkem Akzent, dass du den Geschäftsführer sprechen willst. Sprich mit ihm dann unbedingt in einer anderen Fantasie-Sprache, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt, zum Beispiel in Französisch. 7. Verlasse den Laden kopfschüttelnd und mit verzweifeltem Blick, greife beim Herausgehen unbedingt nach einem Teil der Einrichtung und frage, bevor du ihn in deinen Rucksack steckst, in deiner Sprache, ob du das umsonst haben kannst. Wenn der Geschäftsführer und sein Mitarbeiter echte Gastgeber und Freunde sind, werden sie dich mit dem von dir gegriffenen Gegenstand – gerne etwas Absurdes wie ein riesiges rosa T – von Dannen ziehen lassen. Wenn nicht, werden sie dich stattdessen mit Werbegeschenken zuschütten. Foto: dpa


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6 Kommentare

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hurra
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Mag ich Mag ich nicht

0

19.06.2006 - 19:47 Uhr
hurra

aha...

Nelson_
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Mag ich Mag ich nicht

0

19.06.2006 - 23:02 Uhr
Nelson_

ich möchte diesen text nicht lesen.

gute reise.

barthes
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Mag ich Mag ich nicht

0

19.06.2006 - 23:40 Uhr
barthes

lieber florian-lamp,
das ist leider nicht sehr lustig.
weniger angestrengter buw. anstrengender humor mehr realexistierende ironie.
danke.

hooray
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Mag ich Mag ich nicht

0

20.06.2006 - 03:51 Uhr
hooray

hmm. naja.

der_onkel
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Mag ich Mag ich nicht

0

20.06.2006 - 10:08 Uhr
der_onkel

wenn dadurch wm-gäste als diebe, schwarzfahrer und querulanten rüberkommen, inwiefern ist dann irgendjemand geholfen?

Savoy
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Mag ich Mag ich nicht

0

20.06.2006 - 13:45 Uhr
Savoy

Ich find das auch nicht lustig und auch nicht in Ordnung. Wie kann man nur Tips geben, die nichts anderes beinhalten, als sich über die Hilflosigkeit anderer (zB der bemühten Polizistin) lustig zu machen?
Auch ist mir hier (in Hamburg) noch kein einziger Fan untergekommen, der sich ähnlich verhalten hätte, ganz im Gegenteil: Alle zahlen ihre U-Bahn Tickets, unterhalten sich super mit den Hamburgern und warten sogar bis die Ampel grün ist, was doppelt nett ist, wenn man bedenkt, dass man das außerhalb Deutschlands eigentlich nie tut.


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