08.06.2006 - 19:00 Uhr

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Was bedeutet der Tod von al-Qaidas Top-Terroristen?

Text: christoph-koch

Abu Musab al-Zarqawi, einer der meistgesuchten Terroristen der Welt und Osama Bin Ladens Stellvertreter im Irak, ist tot. Nach Angaben der irakischen Regierung kam er durch einen Angriff der US-Luftwaffe 60 Kilometer nördlich von Bagdad ums Leben. US-Präsident George W. Bush sprach von einem schweren Schlag gegen das Terrornetzwerk al-Qaida und einem «Sieg im weltweiten Krieg gegen den Terror». Mit dem «Mörder Al-Zarqawi» sei einer «der sichtbarsten und aggressivsten Terroristen» getötet worden, der persönlich für Enthauptungen von Geiseln, Autobomben und Selbstmordanschläge verantwortlich gewesen sei.

Der 26-jährige US-Amerikaner Evan Kohlmann kämpft im Internet gegen al-Qaida. Er berät CIA und Pentagon, sagt in Gerichtsverfahren gegen Terroristen aus und hat ein Buch über das al-Qaida-Netzwerk veröffentlicht, das als Standardwerk gilt: Evan Kohlmann ist mit seiner Firma Global Terror Alert einer der führenden Anti-Terrorexperten der USA. Dabei ist er erst 26 Jahre alt. Aus seinem Büro in New York hat Evan Kohlmann eine kurze Einschätzung zum Tod von al-Zarqawi in die jetzt.de-Redaktion gemailt:
Screenshot von globalterroalert.com "Ich bin sehr froh, dass Abu Musab al-Zarqawi aus dem Verkehr gezogen wurde und ich denke man kann die Relevanz seines Todes kaum überschätzen. Trotzdem möchte ich vorsichtig sein, denn viele meiner Kollegen, besonders in den USA, tun so, als bedeute sein Tod das Ende einer ganzen Bewegung oder sogar das Ende der Aufstände im Irak. Zarqawi wusste immer, dass er unter Lebensgefahr steht. Nachdem er im letzten Jahr in mehreren Kämpfen verwundet worden war, legte er großen Wert darauf, einen Stellvertreter zu ernennen sowie einen unabhängigen Kommandeur für al-Qaidas militärischen Flügel.
Kurz gesagt: er hat sich seit mindestens einem Jahr, wenn nicht länger, darauf vorbereitet, dass jemand anderes al-Qaida leiten können wird. Es gibt genug junge Männer im Netzwerk von al-Qaida, die hungrig sind und sich einen Namen machen wollen, wie al-Zarqawi es getan hat. Sogar während sie Zarqawis Tod bekannt gaben, hat seine Gruppe – das Mujahideen Shura Council – neue militärische Aktionen im gesamten Irak angekündigt. Dieses Hydra-köpfige Monstrum ist definitiv noch nicht am Ende. Abgesehen davon sind al-Zarqawi und al-Qaida auch nicht der einzige Bestandteil der Unruhen im Irak." Ein ausführliches Interview mit Evan Kohlmann, das wir vergangenen Dezember für die jetzt.de-Zeitungsseite geführt haben, kannst du hier nachlesen.

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4 Kommentare

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lewis0815
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Mag ich Mag ich nicht

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09.06.2006 - 09:14 Uhr
lewis0815

Noch dazu, hat sich Zarqawi Medienberichten zu Folge selbst dem al-Qaida "Netzwerk" angeschlossen, ob er mit dem Laden Bin wirklich was am Hut hat, wer weiss das schon.

Auf die Frage an Jack Snow, wo denn die Informationen herkommen, und ob sie nicht evtl doch von der zweiten Hand Zarqawis kommen, antwortete er mit einem lapidaren "Das wäre ein dummer Terrorits, der so etwas machen würde".

Und die Qaida feiert ihn als Held, viel Spass mit seinen 27 Jungfrauen. sagen sie.

Kann man denn Leute dir ihr Leben bereitwillig für eine (in ihren Augen ) gute Sache hergeben, wirklich mit dem Tod schocken?

CharlieBrown
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Mag ich Mag ich nicht

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09.06.2006 - 09:57 Uhr
CharlieBrown

Vielleicht kann man sie mit dem Tod nicht schocken, aber man kann dafür sorgen, dass sie niemanden mehr mitnehmen.

jensp
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Mag ich Mag ich nicht

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09.06.2006 - 11:39 Uhr
jensp

ich bin ja anhänger der verschwörungstheorie, dass sarkawi einfach ein wenig zuviel betont hat, er sei der neue osama, da hat der fürst ihm dann mal gezeigt, was einem dann zustösst. von alleine wären die amis doch gar nicht in der lage ihn auszumachen. was ja das beispiel osama bin laden hinreichend beweist...

aaaaaaaaaah
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Mag ich Mag ich nicht

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09.06.2006 - 12:40 Uhr
aaaaaaaaaah

macht es denn keinen unterschied, ob man sich im unwegigen grenzgebiet zwischen afgh und pakistan bewegt bzw. eben nciht bewegt oder ob man im irak den großen macker raushängen lässt, der an vorderster front kämpfe und unbesiegbar sei?

unterschätz doch die amis nicht. in afg sitzt osama im wohnzimmer irgendwelcher lokalfürsten, die ihn schon lange unterstützen. zarqawi hielt sich im irak auf, wo ihn keineswegs alle nachbarn gerne schützen und ihre hilfe anbieten. zur auffindung: letzte woche ging den amis ein hoher terrorist im irak ins netz. ob der nicht was geplaudert hat?


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