23.05.2006 - 19:00 Uhr

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DSL-Werbung: Maxi und Alice, die Breitbandschlampen

Text: michael-moorstedt

Maxi sagt, sie will zu mir nach Hause und Alice hat auch schon fast nichts mehr an. Nein, dieser Text handelt nicht von der Amour fou des letzten Wochenendes, sondern von eher alltäglichen Begegnungen. Es geht um Werbung für Breitbandinternetanschlüsse.

Hansenets Alice aus Hamburg und M-Nets Maxi in München, beide bebildern ihre Produkte mit nicht gerade schamhafter Weiblichkeit und entsprechenden Formen. Dabei scheint es sich um ein branchenimmanentes Phänomen zu handeln, an Beispielen mangelt es nicht. So verkündet Christoph Maria Herbst, besser bekannt als Pro7-Fernsehfigur Stromberg für die neue Tele 2 Kampagne, das DSL Angebot des Düsseldorfer Unternehmens sei „billiger zu haben als Frau Schmidt aus der Buchhaltung.“ So wirbt Arcor bereits seit seinen Anfängen mit zwei leichtbekleideten Krankenschwestern. Nur T-Online gibt sich seit jeher magentafarben-unschuldig. Hier gibt es nur bundesdeutsche Dreiviertelprominenz und Robert T-Online als Werbefigur - eher nicht sexy sondern peinlich.

An welche Zielgruppe haben die Agenturen von Hanse- und M-Net mit ihren Plakat-Hasen gedacht? Die meisten Mädchen-WGs dürften sich wohl kaum von den spärlich verhüllten Alice Models angesprochen fühlen. Und nur in schummrigen Internetforen würden sich die User, haha, „gerne mal eine Verbindung von sexy Maxi legen lassen.“ Auch die Gleichung: technisches Produkt gleich männlicher Käufer, kann wohl kaum der Erklärung dienen. Nein, andere Produkte, die ursprünglich explizit eine männliche Zielgruppe gerichtet waren, schnelle Autos und kraftvolle Laubgebläse, werden mittlerweile mit Neugeborenen und pastelligem Familienglück beworben.

Das war früher einfacher: Hintergedanke des „Sex sells“ war eine ebenso alte wie simple Strategie. Konsumenten sollen durch Lustgefühle erregt und erreicht werden. Und so griff der Kreative, wenn ihm nichts mehr einfiel, tief in die Erotik-Kiste. Sex passte schließlich immer und überall.



Aber sei es aufgrund der Übersexualisierung, der Neukalibrierung der Werte, der neuen Bürgerlichkeit oder eines anderen Medienselbstläufers. Laszives, Erotisches oder schlichtweg Billiges passt heute nimmermehr in die propere Warenwelt. Nicht einmal, um eine Versicherung zu verkaufen. Eine Studie des britischen Chartered Institute of Marketing sekundiert mit Zahlen. Demnach fühlen sich nur noch sechs Prozent der Konsumenten von sexuell aufgeladenen Motiven angesprochen. Unter jungen Zielgruppen ist diese Aversion besonders ausgeprägt. Und so melden selbst die Fachorgane der Branche, dass das Prinzip „Sex Sells“ ausgedient habe. Maxi aber meint weiterhin, dürftig bedeckt: „Ich mag, wie du mich anklickst.“ Alice dagegen sagt nichts und sondern macht sich einfach nackig. So präsentieren sich die vermeintlich modernen Internetprovider als die ewig Gestrigen. Warum beharren die schnellen Provider auf ihren lahmen Damen?

Eine hintergründigere Betrachtungsweise ist vielleicht, das Internet ohnehin nur als Versprechen für den leichten Zugang zu Pornographie zu verstehen. Demnach werben die Netzbetreiber nur mit den offensichtlichsten Vorzügen ihres Produkts. Denn Porno und Sex, das sagen sowohl Spaßvögel und Moralapostel schon seit Frühzeiten, seien die beiden Fixsterne im Netz. Dies belegt sehr anschaulich eine Umfrage des Netzmagazins The Register. Der leichtere Zugang zu pornographischen Inhalten war für ein Viertel aller männlichen Briten der Hauptbeweggrund, sich eine High-Speed Verbindung ins Haus zu holen.

Aber weder altbackenes „Sex sells“ noch unterschwelliges „Denk an die DSL-Pornofilmchen!“ war laut der Agentur d.pole, für ihre Realisierung der Alice Kampagne ein Argument. „Alice ist eine Freundin im Alltag“, sagt stattdessen Geschäftsführer Marc Feige. Der moderne Alltag – konsumieren, vielleicht noch Kaffee trinken und, klar, online sein. Und dabei begleitet uns künftig eben Alice. Warum sie dazu jedoch nackt sein muss, bleibt offen.


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almostnearly
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Mag ich Mag ich nicht

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25.05.2006 - 10:55 Uhr
almostnearly

alice is not hot!
maxi...naja.
no coment.

barcelona88
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Mag ich Mag ich nicht

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25.05.2006 - 10:56 Uhr
barcelona88

hatte mal eine in der klasse die hieß "alitsche", hatte glaub nen italienischen vater oder so. aber ich schätz mal dass mans englisch halt "ellis" ausspricht.

GaensebluemchenImSonnenschein
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25.05.2006 - 13:06 Uhr
GaensebluemchenImSonn…

ich finde einfach mal, dass diese Werbung billig ist.
Redet man im Alltag da mit Freunden drüber? Da sind doch kreative einfach viel lustiger!
Oder soll ich als Frau hier mal ne andere Frage stellen, woher Maxi nämlich ihre Unterwäsche hat, denn die sieht gut und bequem aus?!? (gibt es die zum DSL - Paket dazu??) *lol*

CommanderSonic
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25.05.2006 - 15:06 Uhr
CommanderSonic

Habt ihr euch die beiden mal aus der Nähe angeguckt?
Ich kann von mir sagen, dass die Mädels der H&M Werbung an den Bushaltestellen einen Blick wert sind, aber die beiden?
Ich würde sagen, Erotik in der Werbung hat wie alles im Leben einen abnehmenden Grenznutzen.. die Mischung machts. Zuviel von dem einen macht auf Dauer nicht glücklich, sondern stumpft ab.

rocky_raccoon
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25.05.2006 - 15:36 Uhr
rocky_raccoon

ich meine, daß ich da keine meinung zu habe

Munsay
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25.05.2006 - 18:39 Uhr
Munsay

Warum beharren sie auf ihren Damen? Tja, weil Männer, wenn sie bei einer Frau 60% der Haut sehen, irrational handeln. Weiterhin beharren Kommunikationsunternehmen auf ihren Damen, weil sich mit nackten Männern sehr viel schlechter Werbung schalten lässt. Nämlich fast gar nicht, da diese fast nur für Frauen interessant sind und auf Männer teilweise sogar abstoßend wirken, wohingegen Frauen dem eigenen Geschlecht gegenüber neutral (oder zumindest anders als Männer einander gegenüber) eingestellt sind (das hat jetzt nix mit Lesbenphantasie zu tun, sondern ist banalste Psychologie). Weiterhin sind es in den meisten Haushalten in der westlichen Welt, Männer, die für die allgemeinen Finanzen zuständig sind. Dies gilt besonders bei Ausgaben, die für technische Geräte anfallen. Um den Gedanken aus dem Text aufzugreifen: Bei der Mädchen-WG gibt es entweder irgendwelche Väter oder halt Freunde, die sich um den Anschluss kümmern sollen oder etwas empfehlen sollen ("weil du da mehr Ahnung von hast!"). Dass die Leute sich einbilden, Sex im weitesten Sinne würde als Werbung nicht funktionieren, ist immer nur die nüchterne Aussage von Alkoholikern. Tatsächlich funktioniert Werbung nicht über das, was Menschen meinen, dass sie darauf reagieren, sondern sie funktioniert über das, wovon Menschen glauben, dass es unwichtig sei. Der Aspekt, dass es praktisch keinen Video-Clip gibt, in dem die Frauen nicht halb nackt herumlaufen, dass die Menge an Sex-Szenen in Kino und Fernsehfilmen immer weiter zugenommen hat, dass 14-, 15-, 16-jährige Mädels nur noch bauchfrei und mit einem breiteren Gürtel aus dem Haus gehen und sich so schlampig wie möglich anziehen, widerlegt hier sämtliche Studien, die auf den nüchternen Aussagen der Probanten erstellt worden sind. Seid nicht naiv: Sex sells! Und wir stehen gerade erst am Anfang. In einigen Jahren werden wird das, was wir Sex in der Werbung nennen, schon längst überholt sein. Auch wenn die kommenden Generation wieder mit stärkerem Wertebezug aufwachsen, diktieren hier doch andere die Gesetze. Wenn die ersten pornographischen Hardcore-Szene in einem Werbefilm für Pfannen (denn auch Single-Männer müssen kochen!) verbraten werden, dann wird man sehen, dass im Jahr 2006 die Grenzen der Werbung, was die Sexualität betrifft, noch längst nicht ausgelotet waren.

Munsay

Demeya
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Mag ich Mag ich nicht

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25.05.2006 - 21:00 Uhr
Demeya

Ich habe seit ca. 2 Jahren M"Net zu Hause. Das Produkt hiess von Anfang an MaxiDSL. Allerdings kam die Frau erst, als Alice massiv Werbung in München machte. Da das direkte Konkurrenz für M"Net war, sahen die sich wohl gezwungen, eine ähnliche Kampagne zu starten. Nun ja, mich stören beide nicht. Und ich zahl auch weniger, seit es hier Alice gibt - M"Net hat die Preise immer angepasst. Hab ich nix dagegen. ;)

zabaitzu
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26.05.2006 - 13:59 Uhr
zabaitzu

Wie wärs denn mit einem lesbischen Peitschen Inferno?

eon
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11.06.2006 - 15:47 Uhr
eon

wo ist das problem?

hooray
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Mag ich Mag ich nicht

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11.06.2006 - 16:43 Uhr
hooray

Seit geraumer Zeit werben bestimmte Anbieter für schnöde Mietserver in stink-nerdigen Zeitschriften mit schwach bedeckten Titten für die Vorzüge ihrer Gerätschaften.

Vielleicht dachten sich die Technik-Werber nach den ganzen motorsportveseuchten Datenturboautobahnen, dass die nächste Stufe, also Sex ran muss. Da wäre es nur konsequent, demnächst in ganzer D&W-Manier die Nackedeis auf heißen Kisten für das Biturbo-Netz mit hoher Saugrate (ein Brüller, haha!) zu sehen. Am Ende gewinnen immer die Prolls. Verdammt!

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michael-moorstedt

ist jetzt-Mitarbeiter und hat diesen Beitrag verfasst.