DSL-Werbung: Maxi und Alice, die Breitbandschlampen
Maxi sagt, sie will zu mir nach Hause und Alice hat auch schon fast nichts mehr an. Nein, dieser Text handelt nicht von der Amour fou des letzten Wochenendes, sondern von eher alltäglichen Begegnungen. Es geht um Werbung für Breitbandinternetanschlüsse.
Hansenets Alice aus Hamburg und M-Nets Maxi in München, beide bebildern ihre Produkte mit nicht gerade schamhafter Weiblichkeit und entsprechenden Formen. Dabei scheint es sich um ein branchenimmanentes Phänomen zu handeln, an Beispielen mangelt es nicht. So verkündet Christoph Maria Herbst, besser bekannt als Pro7-Fernsehfigur Stromberg für die neue Tele 2 Kampagne, das DSL Angebot des Düsseldorfer Unternehmens sei „billiger zu haben als Frau Schmidt aus der Buchhaltung.“ So wirbt Arcor bereits seit seinen Anfängen mit zwei leichtbekleideten Krankenschwestern. Nur T-Online gibt sich seit jeher magentafarben-unschuldig. Hier gibt es nur bundesdeutsche Dreiviertelprominenz und Robert T-Online als Werbefigur - eher nicht sexy sondern peinlich.
An welche Zielgruppe haben die Agenturen von Hanse- und M-Net mit ihren Plakat-Hasen gedacht? Die meisten Mädchen-WGs dürften sich wohl kaum von den spärlich verhüllten Alice Models angesprochen fühlen. Und nur in schummrigen Internetforen würden sich die User, haha, „gerne mal eine Verbindung von sexy Maxi legen lassen.“ Auch die Gleichung: technisches Produkt gleich männlicher Käufer, kann wohl kaum der Erklärung dienen. Nein, andere Produkte, die ursprünglich explizit eine männliche Zielgruppe gerichtet waren, schnelle Autos und kraftvolle Laubgebläse, werden mittlerweile mit Neugeborenen und pastelligem Familienglück beworben.
Das war früher einfacher: Hintergedanke des „Sex sells“ war eine ebenso alte wie simple Strategie. Konsumenten sollen durch Lustgefühle erregt und erreicht werden. Und so griff der Kreative, wenn ihm nichts mehr einfiel, tief in die Erotik-Kiste. Sex passte schließlich immer und überall.

Aber sei es aufgrund der Übersexualisierung, der Neukalibrierung der Werte, der neuen Bürgerlichkeit oder eines anderen Medienselbstläufers. Laszives, Erotisches oder schlichtweg Billiges passt heute nimmermehr in die propere Warenwelt. Nicht einmal, um eine Versicherung zu verkaufen. Eine Studie des britischen Chartered Institute of Marketing sekundiert mit Zahlen. Demnach fühlen sich nur noch sechs Prozent der Konsumenten von sexuell aufgeladenen Motiven angesprochen. Unter jungen Zielgruppen ist diese Aversion besonders ausgeprägt. Und so melden selbst die Fachorgane der Branche, dass das Prinzip „Sex Sells“ ausgedient habe. Maxi aber meint weiterhin, dürftig bedeckt: „Ich mag, wie du mich anklickst.“ Alice dagegen sagt nichts und sondern macht sich einfach nackig. So präsentieren sich die vermeintlich modernen Internetprovider als die ewig Gestrigen. Warum beharren die schnellen Provider auf ihren lahmen Damen?
Eine hintergründigere Betrachtungsweise ist vielleicht, das Internet ohnehin nur als Versprechen für den leichten Zugang zu Pornographie zu verstehen. Demnach werben die Netzbetreiber nur mit den offensichtlichsten Vorzügen ihres Produkts. Denn Porno und Sex, das sagen sowohl Spaßvögel und Moralapostel schon seit Frühzeiten, seien die beiden Fixsterne im Netz. Dies belegt sehr anschaulich eine Umfrage des Netzmagazins The Register. Der leichtere Zugang zu pornographischen Inhalten war für ein Viertel aller männlichen Briten der Hauptbeweggrund, sich eine High-Speed Verbindung ins Haus zu holen.
Aber weder altbackenes „Sex sells“ noch unterschwelliges „Denk an die DSL-Pornofilmchen!“ war laut der Agentur d.pole, für ihre Realisierung der Alice Kampagne ein Argument. „Alice ist eine Freundin im Alltag“, sagt stattdessen Geschäftsführer Marc Feige. Der moderne Alltag – konsumieren, vielleicht noch Kaffee trinken und, klar, online sein. Und dabei begleitet uns künftig eben Alice. Warum sie dazu jedoch nackt sein muss, bleibt offen.
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ABer irgendwie ist das immer das gleiche, wenn auf jetzt.de über Werbung geschrieben wird, weil imme rin die gleiche Richtung vorargumentiert wird.
Ich schäme mich ja... wirklich... aber ich hatte keine andere Wahl!
23.05.2006 - 20:05 Uhr
stoffeldsb
Ich schäme mich ja... wirklich... aber ich hatte keine andere Wahl!
erklären ließe sich das höchstens durch das phänomen der zielgruppenwerbung, dass man versucht, eine kampagne auf eine bestimmte zielgruppe möglichst passgenau zuzuschneiden und geringe marktanteile in anderen zielgruppen billigenderweise in kauf nimmt. ob das auf dem sektor funktioniert, steht aber zu bezweifeln. ich wage zu behaupten, dass telefon-anschlüsse zu den produkten gehören, in denen der verbraucher nach rationalen kriterien vorgeht, d.h. hier läuft sehr viel über den preis.
interessant übrigens: in wuppertal ist alice auf pizzaschachteln nackig, auf den plakaten im herrenklo jedoch bekleidet. was soll uns das sagen? ich rätsele.
der perfekte kommentar dazu
Wie auch immer, so ein Mysterium ist es nicht.
und seinem beitrag, dass frl maxi besser aussieht, als alice.
wer guckt denn da bitte noch aufs gesicht? ;-)
so lange alice nicht aussieht wie emmas alice dürfte das nicht von belang sein. maximal die haarfarbe hat wirkung.
im übrigen gibt es inzwischen so viel nackte haut, dass doch sowieso die totale abstumpfung erfolgt. mir ist nichtmal aufgefallen, dass die beide kaum bekleidet sind, sondern habe mich bei auftreten auf dem markt eher über die seltsamen produktnamen gewundert.
zumal maxi für mich mit diesem früher total biederem frauenheftchen und alice mit emma belegt ist.
ich bleibe trotzdem bei arcor...
Nein, ich habe die Damen gecastet und ich kann es mir also erlauben, zu sagen, dass ihre Körper schon unterschiedlich sind, beide allerdings sehr gut. Da blieb nichts zu wünschen übrig.
Und würde es in Tübingen einen von beiden Anbietern auch geben, wäre ich auch dabei :) (Aber Alice gibts hier nur in Stuttgart...)
So bin ich halt doch bei Arcor gelandet - und bislang auch zufrieden.
Ciao, noseman
Die haben ja sogar alicedsl als webseite, nicht hansenet...
http://www.alice.it/alice//ep/channelVie...
da kommt sie ja her. auch das model. (übrigens noch minderjährig, also finger weg)
Außerdem ist es durchaus eine schlaue Idee, das an sich abstrakte Produkt DSL so "menschlich" zu verkaufen, das zieht auch und gerade bei Frauen. Und die Darstellung von Alice ist absichtlich immer gerade noch anständig, so erotisch sie manchmal auch erscheinen mag.
gibt jetzt auch bierwerbung mit frauen als sexobjekten, von wegen out, scheint ja zu ziehen die werbung
ergo ist eine emotionale kampagne (alice kommt) perfekt. den leuten wird so möglichst "lebensnah" klargemacht, dass es eben auch andere anbieter gibt. dazu kommt der hohe wiedererkennungswert.
technik und zahlen, das interessiert doch keine sau. je komplizierter das produkt, desto emotionaler die werbung.
herr_k
du hast den dreh raus.
denn:
die werbung ist ein augenschmaus.
heissa.
an. Wir leben in Deutschland viele meinen das nackte Modele das gehört sich nicht. Wenn ich in der nacht durch Städte gehe und sehe wo sich die Männer hinziehen. Dann frage ich mich was sich nich gehört ein hamloses Maxi Model das man auch im Freibad sieht oder Ehemänner oder Frauen die einen Sexuellen kick suchen. und dann noch zu schreiben nackte Frauen gehören sich nicht. da kann man nur sagen geht Ihr mal mit euren Frauen dahin wo die Männer nur alleine hingehen. Diese werbung maxi hat nichts mit Sexuellen Anspielungen zu tun, sie unterstützt den Verkauf wie eine Verpackung. wenns danach geht dürfte man auch nicht ins Freibad da laufen die gleichen rum.
aber maxi ist auch nicht schlecht...
bei breitband hätte man dann aber eher ne fette alte nehmen sollen die links und rechts über das poster hinaus quillt...
höhö... breitband
am besten noch im 16:9 format
24.05.2006 - 16:54 Uhr
JeanMarc
wenn nichts mehr geht müssen bräute aufs cover.
oder kann man die menschen nicht mehr anders erreichen?
ist das niveau so gesunken? oder ist der mensch werberesitent geworden?
24.05.2006 - 16:56 Uhr
JeanMarc
warum ist nivea noch nicht so tief gesunken?
und maxi is doch so n bayrischer name auch, oder? und der kuehlschrank sagte mir immer dass die tante "alitsche" heisst und nicht "ellis" wie ich immer sagte. an "aliehs" hab ich gar nicht gedacht gehabt. mehr an dieses "who the fuck is alice?", da in HAM die stadt erstmal nur mit dem maedel plakatiert war, ehe viel spaeter die aufloesung kam, worum es ueberhaupt geht.
wie schon zu dir gesagt verbinde ich alice eher mit dem altglascontainer bei mir umme ecke oder mit uns emma-alice.
aber ich bin eh kabel-internetnutzerin... denn billiger gehts definitiv nimmer.
24.05.2006 - 20:17 Uhr
hella_wahnsinn
diese maxi tante sieht aus wie diese eine ausm dschungel camp.
mariella dingsbums.
maxi...naja.
no coment.
Redet man im Alltag da mit Freunden drüber? Da sind doch kreative einfach viel lustiger!
Oder soll ich als Frau hier mal ne andere Frage stellen, woher Maxi nämlich ihre Unterwäsche hat, denn die sieht gut und bequem aus?!? (gibt es die zum DSL - Paket dazu??) *lol*
Ich kann von mir sagen, dass die Mädels der H&M Werbung an den Bushaltestellen einen Blick wert sind, aber die beiden?
Ich würde sagen, Erotik in der Werbung hat wie alles im Leben einen abnehmenden Grenznutzen.. die Mischung machts. Zuviel von dem einen macht auf Dauer nicht glücklich, sondern stumpft ab.
Munsay
Vielleicht dachten sich die Technik-Werber nach den ganzen motorsportveseuchten Datenturboautobahnen, dass die nächste Stufe, also Sex ran muss. Da wäre es nur konsequent, demnächst in ganzer D&W-Manier die Nackedeis auf heißen Kisten für das Biturbo-Netz mit hoher Saugrate (ein Brüller, haha!) zu sehen. Am Ende gewinnen immer die Prolls. Verdammt!
ich finde dadurch das mit sex in der werbung so ungeziehlt umgegangen wird haben die meisten einfach abgestumpft
fängt meine aufmerksamkeit
würden solche damen mich ansprechen ( gott lass es geschehen )
ich stehe zu meinen trieben
und werbung funzt eh unterbewusst
schon dass man hier darüber diskutiert
beweist das die beiden werbekampagnien wirksam sind
was will man mehr als produktvertreiber?








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23.05.2006 - 19:31 Uhr
kleinerRene