15.05.2006 - 19:00 Uhr

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Pete Doherty über Deutschland

Text: christoph-koch

„Skandalnudel“ (Die Zeit) und Rockmusiker Pete Doherty war in Deutschland – und alle Presseorgane waren dabei. Die alten Klatschbasen von der Doherty-Watch haben die schönsten Beobachtungen von den drei Konzerten in Köln, Berlin und Hamburg ausgesiebt.

Ein enttäuschter (aber in Sachen Gitarrensaiten versierter) Volontär der Berliner Zeitung begegnete dem ansonsten stets braungebrannten Pete Doherty im dortigen Feuilleton wie folgt: „Um halb zwei kam Doherty in einem blassmachenden lilafarbenen Hemd auf die Bühne und begann begrüßungslos, auf der hohen E-Seite seiner Gitarre herumzuplinkern und Gesangsfetzen neben das Mikrophon zu nuscheln. Der Auftritt war, wie zu erwarten war, totaler Mist.“ Von den musikalischen Darbietungen ebenfalls nicht überzeugt, aber weniger schülerhaft in der Formulierung, erlebte das Kulturressort des Tagesspiegel den Auftritt: „… chaotisch wie ein Bandworkshop der Volkshochschule, aber solch charmante Katzenmusik hört man in diesem Moment lieber als alles andere auf der Welt“.
Wartende Fans mit authentisch rebellischen Mittelfingern (Foto: ddp) Fünf Stunden hatte Doherty die Fans in Berlin warten lassen (siehe Foto), nachdem er am Tag zuvor den ersten Deutschland-Auftritt verpasst hatte – der jedoch am Ende der Minitour nachgeholt wurde. Der zweite Termin, den Doherty wahrnahm, war am Freitagabend das Konzert im Hamburger Grünspan. Umsichtiger Doherty Das Hamburger Abendblatt versteht gar nicht, wie alle Berliner Medien darauf kommen, Pete Doherty könne neben sich stehen, nuscheln und nichts auf die Reihe kriegen. Nach längerem, sorgfältigen Abwägen der Vor- und Nachteile zwischen Heraufregeln der Lüftung, Wasserzufuhr oder anderen Kühlungsmöglichkeiten entschied sich der Rockstar „umsichtig“ für Variante zwei: „Das Konzert wurde zu Sause. Das Grünspan zur Sauna. Und jeder Mensch vor der Bühne zu einem hüpfenden Heizstab. Umsichtig versorgte Doherty seine Fans mit etlichen Wasserflaschen“.
What Katie did next - Pete mit Secondhandkleid beim nachgeholten Auftritt in Köln (Foto: dpa) Vielleicht lag diese Besonnenheit aber daran, dass Doherty in Hamburg ausgeruhter auftrat als in Berlin, die Berliner Zeitung weiß zum Beispiel, dass Pete sich im Tourbus „mal so richtig ausschlafen“ konnte. Gestärkt durch deutsche Qualitätsprodukte, die an einer Tankstelle für ihn erworben wurden: „In Deutschland trinkt er Milch!“ krakeelt die Bild-Zeitung in beinahe anklagendem Tonfall. Beten auf Befehl Überhaupt lässt sich die Boulevardzeitung nicht lumpen, wenn es um hautnahe und kopfschüttelnde Gruselgeschichten mit Volksbibel-Subtext geht. Sabine P. (22) erzählt der Zeitung angeblich: „Er wollte erst selbst fahren. Fragte uns: ‚Habt ihr viele Bullen hier?‘ Wir sagten ja. Da hatte er Angst, und wir mussten fahren.“ Danach übernimmt dann der BILD-Reporter wieder die Beobachter-Rolle: „Ungeniert raucht Pete im Auto die Teufelsdroge Crack. […] Seine Fans beten ihn an. Sie sollten lieber für ihn beten.“
Mann mit Mütze (Foto: ddp) Die Reporter von MTV kamen indes ohne nennenswerter Footage zurück und stellten das kleinlaute Erklärungsschreiben an ihre Chef gleich auf die MTV-Homepage: „Pete, der sich gerade einen Schuss gegeben hat, setzt sich, holt eine Spritze hervor und spritzt direkt in unsere Kamera, trifft dabei auch den Kameramann und den Redakteur und verschwindet so schnell, wie er gekommen ist“.


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-wolkenkatze-
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Mag ich Mag ich nicht

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15.05.2006 - 19:06 Uhr
-wolkenkatze-

tz, nett, dass du das gerade heute schreibst, ich hab mich nämlich eh schon über die äußerst ambivalente berichterstattung "gewundert"...in der frankfurter rundschau ein sachlicher text, dass er immerhin mal zu einem konzert erschienen sei, und daneben ein gutaussehendes (naja, einigermaßen...) foto von pete mit frauenkleidung. als ich meinem vordermann beim an-der-kasse-schlangestehen im supermarkt dann über die schulter in die bildzeitung gekuckt hab, fand ich da einen crackrauchenden pete - und ebenfalls ein bild von ihm in frauenklamotten, auf dem er allerdings wirklich übelst fertig aussah.
und welche zeitung wird nun mehr gelesen? ich sehs schon kommen, dass ich irgendwann in einer normafiliale meiner stadt zwei übergewichtigen chipsundcolakäufern zuhören muss, wie sie über pete reden. meiomei.

fmorf
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Mag ich Mag ich nicht

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15.05.2006 - 19:11 Uhr
fmorf

ich frag mich, wann die frauenklamotten in hamburg getragen wurden. erinner mich nur an ringelshirt, bzw. nichts oben rum bei der zugabe. war ich etwa ein hüpfender heizstab, nicht fähig sowas mitzubekommen? ich glaube doch nicht.

fredkapinski
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Mag ich Mag ich nicht

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15.05.2006 - 19:19 Uhr
fredkapinski

das konzert in berlin war alles andere als mist.
es sei denn natürlich man springt auf den vom "nme-gott-status" vorgegebenen "anti-pete-hype" auf.
na ja.
mir soll es egal sein...
is eh alles nur subjektiv.

bonifaz_imbsweiler
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15.05.2006 - 20:22 Uhr
bonifaz_imbsweiler

das damenensemble trug er in köln.

fmorf
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15.05.2006 - 21:26 Uhr
fmorf

ich weiss, find ich aber schwach von der dpa.

christoph-koch
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15.05.2006 - 21:28 Uhr
christoph-koch

Die dpa ist unschuldig, der BND ists gewesen. Nein: Ich bin durcheinander gekommen, bei den vielen Kostümwechseln - und habs jetzt ausgebessert.

fmorf
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Mag ich Mag ich nicht

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15.05.2006 - 22:07 Uhr
fmorf

kostümwechsel haben auch schon michael jackson konzerte abwechslungsreicher gestaltet, warum sollten sich also die babyshambles da kein beispiel dran nehmen?

aber selbst hamburger radio sender haben mich heute morgen schon verwirrt, die diese meldung auch fröhlich ins land posaunt haben.
egal. hier ist ja wieder alles stimmig und sehr gelacht hat man auch noch: "dem ansonsten stets braungebrannten Pete Doherty" "in einem blassmachenden lilafarbenen Hemd". super!

freies_radikal
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Mag ich Mag ich nicht

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15.05.2006 - 22:38 Uhr
freies_radikal

wer ist das mädchen mit dem authentisch rebellischen Mittelfinger ?
die würde ich gerne heiraten.

bellnini
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15.05.2006 - 22:55 Uhr
bellnini

Also ich halts mit Sarah Kuttner:
Pete ist total überbewertet.

weltraumasi
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15.05.2006 - 23:06 Uhr
weltraumasi

wenn ich einen junkie sehen will, kuck ich aus dem fenster.

einknasten und ausnüchtern.

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