was ich bin
Was ich bin. Nicht real. Wuchtig in Worten. Schwer zu begreifen im Zusammenhang. „Möwe ich mag deine Augen, weil es tausend Augen sind, eines für jeden Gedanken den du hast.“ Das ist nichts neues, aber was ich wirklich brauche ist Sommer. Seelensommer am Meerherzen. Dort wo es Wellen schlägt. Wo Ebbe nicht geflutet wird. „Ich habe alle betrogen, jeden.“ Sage ich ihm, weil ich will, dass er mich küsst. „Ich weiß.“ Antwortet er und küsst mich nicht. „Und wenn du mich betrügst, wenn du es nocheinmal wagst, dann werde ich dir die Flügel abschneiden. Jede deiner Federn werde ich verbrennen, deinen Schnabel werde ich dir zertrümmern.“ Sein Mund liegt im Dunkeln, seine Augen, seine Arme alles nicht zu sehen. Nur seine Stimme aus keiner Entfernung. Sie leuchtet in der Nacht, zwischen den Schornsteinen und in den Maschen der Stacheldrähte . Und der Rauch schweigt, steht still vor den Sternen. „Warum hast du mich hergebracht.“ Frage ich ihn und schlucke Jim. Es wird warm in der Brust. „Das hier ist schön, ich weiß, dass ich dich nicht da sein lassen darf wo du bist. Ich muss dich soweit in meine Welt führen, dass du den Weg zurück nicht mehr finden kannst. Du sollst meine Hand hallten, im Wald, hier bei der Fabrik und wissen, dass nur ich dich noch herausholen kann, dass du ohne mich verloren bist. Angst sollst du haben. Angst vor den Sachen ohne mich.“ „Und du denkst, dass du mich so halten kannst. Du weißt ich bin ein Vogel. Ich kann fliegen.“ „Aber das wirst du nicht. Weil du mich liebst und es von Anfang an wusstest.“ „Ich habe dich einmal verlassen, ich kann es wieder tun.“ „Nein, ich bin dein Geist Ich verfolge dich durch Wände und Telefonleitungen. Wenn du gehst, dann wirst du mein Gesicht überall sehen, in jedem Menschen den du triffst und in Pfützen und Ölflecken auf der Straße. Ich wusste nicht genau was ich mit dir tun musste, war mir nicht klar wie weit ich dich weg tragen muss. Jetzt bin ich klüger. Und ich kann sagen, dass du drei Monate bleiben musst. Weil du mir das schuldest und danach wirst du nicht mehr zurück finden.“ „Warum sollte ich dann bleiben, wenn ich danach nicht mehr gehen kann?“ „Weil es so besser ist. Weil du anders sein willst, weil du nicht wie Pia sein willst. Weil du schon jetzt große Angst hast. Es macht keinen Unterschied.“ Es ist die letzte Zigarette, ich werde sie nicht teilen. Sie schmeckt dumpf, hohl. Es wird noch eine Stunde dauern bis die Sonne aufgeht. Und ich weiß nicht in welche Richtung ich schauen muss. Überall ist es dunkel. Es wird noch eine Stunde dauern. Dann werde ich sein Gesicht wieder sehen könne. Es genau betrachten, mit den zwei Augen. Aber es soll anders sein. Näher dran, in Zeitlupe. Ähnlich wie in Filmen die ich nicht gesehen habe. Es wird neue Worte brauchen um zu bleiben. Bessere Beschreibungen von dem was seinen kann und vielleicht auch ist. Keine standard Antworten die keiner glaubt, weil es nicht mehr um Wahrheit ging sondern nur ums gehen. Ich könnte Sätze bilden, die schwierig zu denken sind, für mich. Von bleib über Nacht und ich vertraue dir. Oder in Zeiteinheiten denken die ich nicht mag. In zwei Wochen oder einem Jahr. Ich kann es versuchen, es wird so sein wie fliegen. Vielleicht. Und leise, glühen die Schornsteine. Im fast Morgen, weiter hinten. Und die Wolken verlieren ihr grau, und in jeder Minute werden sie die Farbe wechseln, bis sie weiß sind. Weiß wie die Federn einer Möwe.
- es ist nur 30.08.2006
- flugversuche 29.08.2006
- bodenhaftung 14.04.2006
- Echo 21.03.2006
- body count 14.03.2006
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ein lebenswert punkt an dich!!
ich auch.
und dieses tolle bild dazu, das ist ja großartig, phinchen
Eine Geschichte, die so spannend wie ein Stadtplan ist.
Wenn ich mal Einschlafschwierigkeiten haben, werde ich mir die noch einmal reinziehen.
Kritik ist ja kein Problem ( oder, lieber Schreiberling dieses Textes ? ), aber dann bitte produktive und nicht sowas à la "So n Müll!".
Ich persönlich find's mal wieder super.. dieser Stil ist einfach toll und es begeistert mich hier immer wieder, dass es durchaus noch Leute gibt, die sich die Zeit nehmen, ihre Gedanken in Worte zu fassen (und dann auch noch auf so eine Art und Weise! ) !!
Wieder mal einen Lesenswertpunkt wert.
Und ich find irgendwer muss mal dringen sunny´s Hirn durchschleudern. Kommt irgendwie nur Mist raus. so.
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02.05.2006 - 15:10 Uhr
valeri
danke für solche texte.