(Emma und Jonas) Sand im Knie
Wir sangen mal ein Lied, da wurde alles wieder Farbe. Wir gingen mal durch die eine Straße da am Bahnhof und plötzlich war alles wieder gut. Und es gab diesen Moment, der nie mehr wiederkommt. Ich werde ihn nicht los und habe immer Beulen dort, wo Hosentaschen sind. Mit Momenten und Fäusten füllt sich der Stoff, mit Wartezeit und Haltegriff. Und jetzt ist es immer wie im Sommer, wenn alles zu warm und alles zu viel ist. Wenn man immer woanders sein will, weil man Angst hat sich aufzulösen, wenn die Luft so steht. Dies ist wieder ein Tag mit den Geräuschen. Mit dem kleinen und lauten Klopfen, das mit Jonas aufsteht und ihm die Hand auf den Kopf legt. Der Puls wird hochgedreht und dann sind die Töne da. Das ist wie mit Emma. Wie in den Tagen, als sie morgens ihre Hand auf seine Stirn legte in der Hoffnung, das mache ihn ruhig. Ihr Herz geriet immer aus dem Takt, wenn er morgens mit dem ersten Licht aufsprang, die Füße aus dem Bett und sofort auf die Schuhe der letzten Nacht. Jonas wusste das nicht. Jonas wusste nicht, dass sie so war. Dass ihr Herz das nicht aushielt mit dem Auf und Ab und dass es nie eine Vorwarnung gab. Hin und wieder hatte sie richtig Angst vor dem Morgen, weil sie wusste, wie es werden würde. Und dass sie wieder die Letzte im Bett sein würde, die Letzte im Bad, die Letzte in der Wohnung, die Letzte auf der Straße. Immer zwei, drei Schritte Jonas hinterher. Und er hatte den Blick nach vorne gerichtet ohne zu wissen, wer da noch rennt.
- Goodbye Spaniel 09.05.2012
- Altruismus 07.05.2012
- Die Prüfung 29.04.2012
- Einsamkeit _oder_ Zurück in der Zukunft 19.04.2012
- coursework, du blöde sau! 24.03.2012
**








0
06.04.2006 - 08:40 Uhr
Konfus