21.03.2006 - 02:02 Uhr

20 7 Über Twitter weiterempfehlen

Echo

Text: haruki

Seine Stimme klingt wie durch ein Büchsentelefon. Er sitz direkt vor mir und ich blase ihm Rauch ins Gesicht. So kann ich mir einreden das er deshalb weint. „Möwe, es ist Ok. Glaub mir. Geh, du willst es. Mir ist auch egal wie er heißt, oder wie alt er ist. Natürlich hasse ich dich, was gibt s du mir auch für eine Möglichkeit aber ich habe es gewusst, aber verdammt, hätten länger als drei Monate dauern können? Ich wünschte der Winter hätte niemals ausgeatmet. Und du wirst auch ihn betrügen, du und dein scheiß Herz.“ Meine Zigarette ist so dünn wie sein Finger. Ich mochte das. Dieses schmale an ihm. Ich hatte immer das Gefühl, dass ich ihn knicken könnet wie eine Blume. Ich habe nichts mehr zu sagen. Gar nichts. Ich habe all meine Worte für ihn verbraucht. Mir fällt nichts mehr ein zu ihm. Ich könnte nur noch zitieren. Alte Worte abwaschen und trocken und sie ihm auf den Tisch schlagen. „Ich gehe jetzt, weißt du? Es ist besser so. Ich habe schon zu lang an dir genagt, wie an einem alten Knochen. Adieu, Geliebter.“ Ich stehe auf und verlasse das Café. Er ruft mir noch etwas nach, aber ich höre nicht hin. Wozu noch. Ich werde zu Max gehen. Es ist einfacher. An der Bushaltestelle wartet ein kahler Mann mit einem riesigem Hund. er reicht dem Mann fast an die Schultern. Der Bus ist leer. Vollkommen. Nur ich, der kahle Mann und sein Hund. Ich setzte mich nach ganz hinten und starre aus dem Fenster. Die Sonne steht tief und die Stadt wirft lange Schatten, dünn wie seine Finger. Der Bus stoppt und fährt weiter, an Ampeln und Haltestellen. „Hallo Möwe.“ Sagt sie. Ich drehe mich um und blicke sie an. Die Sonne fließt über ihr Gesicht, verjagt jeden Schatten. „Wie geht es dir? Ich sollte nicht fragen ich weiß, du gibt s keine Antworten. Wozu auch. Du fährst an allem nur vorbei, wozu bleiben.“ Sie trägt das selbe Kleid, dass sie auch bei ihrer Abreise aus New York getragen hat. Etwas leichtes umgibt sie, wie ein Duft. „Du siehst älter aus Pia, älter als ich dich in Erinnerung habe.“ „Die Erinnerung täuscht, sie sagt nicht wie Dinge waren, sondern nur wie wir sie uns erzählen wenn wir Nachts nicht schlafen können. In meiner Erinnerung gab es einen Moment in dem du mich geliebt hast. Aber ich weiß, dass das nicht wahr ist. Ich bin klüger geworden, vielleicht denkst du deshalb das ich älter bin.“ „Tust du das, erzählst du dir wie es war zwischen uns, wenn du nicht schlafen kannst?“ „Nein, nicht mehr. Das ist vorbei.“ Ihre günen Augen starren mich an, als ob sie etwas auf meiner Haut finden wollen. Ein Zeichen, einen Beweis. „Du bist ein Geist nicht wahr?“ Frage ich sie „Nicht ganz, eher ein Echo, es ist schwer zu begreifen für jemanden wie dich.“ „Jemanden wie mich?“ „Du weißt schon, jemand mit einer Möwe statt einem Herzen. Du stellst keine Fragen an die Welt oder an die Menschen die du liebst. Du schaust sie nur an bis du dich satt gesehen hast. Dann gehst du. Ich nicht einmal einsam bist du, nicht traurig, du hast kein Herz.“ Ihre Stimme wird kleiner mit jedem Wort aber dann wirft sie ärgerlich hinterher: “So einfach ist es. Nichts ist dir wichtig, nicht einmal du selbst.“ Schweigend sitzen wir nebeneinander. Jedesmal wenn ich blinzle verschwindet sie. Dann taucht sie wieder auf, als müssten meine Augen sie immer wieder neu focosieren. „Das hier ist meine Station. Ich muss jetzt gehen.“ Sagt sie und steht auf. Dann zögert sie, dreht sich nocheinmal und meint: „Du siehst gut aus, ich kann verstehen das er dich liebt. Deine Augen verklumpen einem das Blut bis es nicht mehr fließt. Man geht zugrunde neben dir und kann es doch nicht lassen. Ich habe dich nie geliebt, aber ich hätte es gekonnt. Jetzt bin ich tot und es hat keine Bedeutung mehr.“ Dann geht sie, sie hält sich an jeder der Stangen im Bus fest und schlüpft zwischen den sich schließenden Türen hindurch. Ich beobachte sie, wie sie an der Bushaltestelle steht. Aber sie blickt nicht in meine Richtung.


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7 Kommentare

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julian_galant
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Mag ich Mag ich nicht

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21.03.2006 - 09:36 Uhr
julian_galant

Irgendwie ist das komisch. Genau wie die letzte Geschichte, fängt auch diese phantastisch an, verliert aber im Laufe des Geschehens an Qualität - wird ein bißchen unbedeutend; dümpelt gar.

jane_lane
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Mag ich Mag ich nicht

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21.03.2006 - 09:37 Uhr
jane_lane

stimmt garnicht stimmt garnicht!

El_Brosiatschi
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Mag ich Mag ich nicht

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21.03.2006 - 12:49 Uhr
El_Brosiatschi

habe ich auch nicht so empfunden

annalangeoog
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Mag ich Mag ich nicht

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21.03.2006 - 18:04 Uhr
annalangeoog

Die Erinnerung täuscht...diesen satz bzw. diese Definition mag ich besonders gerne!
Grüße, anna;-)

fatman
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Mag ich Mag ich nicht

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21.03.2006 - 19:56 Uhr
fatman

Die Geschichte ist gut.
Stephan, könntest Du wenigstens einmal lesen, bevor Du es postest?

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Mag ich Mag ich nicht

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22.03.2006 - 12:06 Uhr
reload

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sternenmeadchen
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Mag ich Mag ich nicht

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06.08.2006 - 22:11 Uhr
sternenmeadchen

Die Geschichte ist wirklich gut!

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