Meins
Text: Megalomaniac
Es wäre übertrieben zu behaupten, ich würde mich zuhause fühlen. Diesem Gefühl muss man Zeit geben, es wächst wie man selbst mit der Stadt zusammen. Aber da ist zumindest Sympathie, während ich die erste Stadt, die ich mir selbst ausgesucht habe, betrachte. Wenn man gezwungenermaßen mit den Eltern (oder zumindest einem der beiden) mitzieht, fühlt man sich natürlicherweise fremd. Manchmal denke ich, ich tue Frankfurt damit unrecht, aber auch wenn ich die Stadt inzwischen wirklich mag, so richtig dicke werden wir wohl nie werden.
Stattdessen bin ich nun hier auf Wohnungssuche. Mir ist kalt. Trotzrem macht es Spaß durch diese Stadt zu laufen. Ich mag das lebendige Zentrum, bin jedesmal überrascht, wieviele Menschen in dieser kleinen Stadt unterwegs sind. Und alles wuselt zwischen den alten Bauten herum. Ich bin nicht zum ersten Mal hier, aber um mir die Stadt so zu erschliessen, musste ich allein herkommen, mit dem Wissen im Rucksack, zum Sommersemester ein Dach über dem Kopf haben zu müssen. Ich fühle mich nicht mehr fremd. Vielleicht glaube ich mit der Zulassung eine Art Eintrittskarte zu haben, besitze nun ein Recht hier zu sein.
Ich sitze am Bahnhof, und freunde mich mit dem Gedanken an, hier bald zu leben. Eine einbeinige Taube schaut mir beim Schreiben zu, und wir lassen uns die Sonne auf den Pelz scheinen. Ich mag sogar die lispelnde Bahnhofsansagerin.
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15.03.2006 - 13:17 Uhr
tobias-peter
tobias