Die zehn populärsten Rechtschreib-Irrtümer - und ihre Klärung
Auf der am Donnerstag beginnenden Konferenz der Kultusminister (KMK) wird unter anderem über die Vorschläge zur Änderung der Rechtschreibreform entschieden, die der „Rat für deutsche Rechtschreibung“ in dieser Woche vorgelegt hat. Die Experten sprachen Empfehlungen aus, wie sich die Regelungen in den Bereichen Getrennt- und Zusammenschreibung, Groß- und Kleinschreibung, Zeichensetzung sowie Worttrennung verbessern lassen. Die amtierende KMK-Vorsitzende Ute Erdsiek-Rave (SPD) hofft, dass sich der "Rechtschreibfrieden" so wiederherstellen lässt und der Einführung der neuen Regeln in allen Bundesländern nichts mehr im Wege steht.
Als Hilfe durch den Orthographiedschungel haben wir die zehn häufigsten Irrtümer richtiggestellt, die durch Reform und Reform der Reform entstanden sind. 1. Richtiggestellt schreibt man doch auseinander. Stimmt. Noch. Die Empfehlungen des Rechtsschreiberats sagen aber, dass zusammengeschrieben wird, wenn Adjektiv und Verb miteinander eine neue Bedeutung ergeben, die sich nicht aus den Teilen erschließen lässt. Das Gleiche gilt auch für krankschreiben, schwerfallen und freisprechen. 2. Verbindungen aus einem Verb und einem Wort, das -einander oder -wärts enthält, werden immer auseinander geschrieben (z.B. auseinander schreiben). Hier gehen die neuen Vorschläge einen anderen Weg und setzen auf den Wortakzent als Kriterium: Wenn die Betonung auf dem Verb liegt, schreibt man in zwei Wörtern (aufeinander achten), wenn sie auf dem Partikel liegt, in einem (abwärtsfahren). 3. Vor und muss man doch nie ein Komma setzen. Die Konjunktion und erzwingt zwar kein Komma - aber es ist gut möglich, dass davor gerade ein Nebensatz aufgehört hat, und dann muss ein Komma gesetzt werden. Zum Beispiel hier: Es ist gut möglich, dass davor gerade ein Nebensatz aufgehört hat, und dann muss ein Komma gesetzt werden. 4. Vor Infinitiven muss auch kein Komma stehen. Hier heißt es ebenfalls: Manchmal schon. Nämlich dann, wenn der Infinitiv durch ein Wort angekündigt wird (Ich denke daran, dir ein Geschenk mitzubringen.) oder von einem Substantiv abhängt (Wir haben nur einen Versuch, ein Tor zu schießen.). Der Rechtschreibrat ergänzt jetzt: Das Komma soll auch verpflichtend werden, wenn der Infinitiv mit um, ohne, statt, anstatt, außer, oder als eingeleitet wird. 5. Ich schreib' einfach alles mit zwei s. Eszett gibt es nach den neuen Regeln doch gar nicht mehr. Gibt es wohl, auch wenn man es dem internationalisierten E-Mail-Verkehr nicht mehr anmerkt. Trotzdem ist es wichtig, ob du mit den Kumpels an der Theke über die Maße deiner Traumfrau redest oder über ihre Masse. Die Regel in der Kurzfassung: Ist der s-Laut stimmhaft, schreibt man einfaches s. Ist er stimmlos, schreibt man nach langen Vokalen und Doppelvokalen ß, nach kurzen Vokalen doppeltes s. Einzige Ausnahme, bei der das Buckel-s nie benutzt wird: Wenn man alles in Großbuchstaben schreibt. Dann sieht ein kleines ß dazwischen nämlich blöd aus. 6. Orthographie, Orthografie: Bei den meisten reformierten Wörtern sind doch sowieso mehrere Schreibweisen erlaubt. Manchmal wird man aber auch gezwungen: Stop heißt jetzt immer Stopp, Tip immer Tipp und das As aus Skat und Tennis heißt jetzt Ass. Auch Neuschreibungen aufgrund der Wortabstammung sind verpflichtend: Es muss Gräuel heißen und Stängel, der Plural von Gams ist Gämse. 7. Eingedeutschte Anglizismen schreibe ich klein und mit Bindestrich. Bei zusammengesetzten Wörtern wie High Society, Electronic Banking oder New Economy müssen beide Wortteile großgeschrieben werden. Die Frage der Zusammenschreibung legen die Experten jetzt über die Betonung fest: Liegt der Hauptakzent auf dem adjektivischen Bestandteil, darf man zusammenschreiben (Softdrink, Hightech). 8. Ich trenne Wörter sowieso nie, also sind mir die Regeln für Wortrennung egal. Problem nur: Wenn man doch mal möglichst viel Text auf wenig Platz unterbringen will, muss man trennen. Und dann hat man plötzlich keine Ahnung mehr, wo es erlaubt ist und wo nicht. Getrennt wird natürlich so, wie sich die Wörter bei langsamem Sprechen in Silben zerlegen lassen: eu-ro-pä-ische. Wenn zwischen zwei Silben, die man trennen möchte, mehrere Konsonanten stehen, kommt immer der letzte und nur der letzte Konsonant in die neue Zeile. Also nicht hüpf-en, sondern hüp-fen. Die Reformatoren der Reform ergänzen jetzt, dass keine einzelnen Vokale abgetrennt werden dürfen: E-sel und A-bend sind also wieder verboten. Außerdem soll im Regelwerk stärker betont werden, dass irreführende Trennungen nicht erwünscht sind: Lieblingsformulierungen Pubertierender wie Urin-stinkt und Anal-phabet sollen also aus dem Schriftbild ebenso verschwinden wie Spargel-der und Altbauer-haltung. 9. Adjektive vor Nomen muss man nach den neuen Regeln immer kleinschreiben, auch wenn es feste Wendungen sind. Nein, folgt man den neuen Empfehlungen, darf man bei Verbindungen mit ganz eigener Bedeutung das Adjektiv wieder großschreiben, zum Beispiel das Schwarze Brett, den Weißen Tod, die Rote Karte beim Fußball und die Erste Hilfe am Unfallort. Immer großgeschrieben werden mussten feste Wendungen wie der Regierende Bürgermeister oder der Technische Direktor. 10. Meine brieflichen Liebesbekundungen haben gar keinen Erfolg mehr, seit ich das du kleinschreiben muss: Ich liebe dich sieht einfach nicht schön aus. Deswegen wurde in den Empfehlungen zur Reform der Reform auch beschlossen, dass die Großschreibung von du, dich, dir und dein als Anrede in Briefen wieder erlaubt werden soll.- Die sieben goldenen Regeln fürs gute LipDub-Video 31.05.2011
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sehs immer wieder, auch in zeitungen, anders.. alptraum? albtraum? tendier ja zu letzterem.
im übrigen: ich weigere mich schlicht und einfach, die 'neue' rechtschreibung anzuwenden. bis jetzt hab ich noch keine wirkliche verbesserung gefunden. und daß die gesellschaft für deutsche sprache duch ihre 'empfehlungen' auch so langsam wieder zur alten regelung zurückkehrt - vor allem, was die getrenntschreibung angeht - halte ich für sehr bezeichnend.
Ist jetzt im übrigen auch für Fremdsprachler leichter, da die Schreibweise eindeutig hergeleitet werden kann.
eingebleut wurde eingebläut. Den Rest - nennt mich einen Ignoranten - halte ich für mehr oder minder schwachsinnig.
Sprache ist eine Evolution, man kann keine Regeln von oben aufoktroyieren. Es hat jahrelang fantastisch funktioniert, daß der Duden von Jahr zu Jahr geringfügige Änderungen der Sprache aufgenommen hat - jetzt ist absolutes Sprach-WirrWarr entstanden.
Non scompigliarti! Du siehst beide Versionen, weil beide richtig sind! Nach der alten Rechtschreibung war nur "Alptraum" richtig, jetzt darf man auch "Albtraum" schreiben. Und so wurde es von Befürwortern der neuen Rechtschreibung hämisch gefeiert, als die Frankfurter Allgemeine als Verfechterin der alten Rechtschreibung in einer Überschrift die neue Schreibweise verwendete ...
http://www.duden.de/index2.html?neue_rec...
Also jetzt schlafengehen [sic!], Diskussion ignorieren, glücklich sein...
Ich schreibe jeden Tag ca 5-6 Briefe oder Anschreiben und lege eigentlich dabei sehr viel Wert darauf dass alles Fehlerfrei ist, da macht mich sowas manchmal ganz kirre...
Wann wird das ganze Thema Rechtschreibreform von unserer Regierung denn bitte endgültig abgeschlossen, dass wir endlich wissen woran wir sind?
um himmelswillen ich kapier überhaupt nichts mehr...
und im frühjahr hab ich prüfung und es wird nach der neuen korrigiert... hilfe!!!
02.03.2006 - 16:01 Uhr
korinthenkackerle
wie sagte meine ehemalige deutschlehrerin so schön, als ich sie fragte, warum denn belemmert jetzt plötzlich belämmert geschrieben werden würde, es käme doch nicht von lamm: ja wieso, du sagst doch auch du dumme kuh!
treffer versenkt!
@ korinthenkackerle: Du hast schon Recht. Allerdings braucht man die Unterscheidung stimmlos/stimmhaft, um zu wissen, ob Eszett oder einfaches s kommt. Außerdem finde ich es schon logischer, dass es "Bewusstsein" heißt und nicht "Bewußtsein". Beispielsweise.
Lächerlichstes Argument der Diskussion hier: Einfache Schreibung, um Fremdsprachlern das Lernen zu erleichtern.
Haha. Wo sind wir denn. Sagt das mal den Franzosen.
Letztere finde ich übrigens für ihren sprachlichen Dirigismus und ihre strikt normative Sprachpolitik sehr gut.
Sprache ist kein Spielplatz für Deppenapostrophe oder ähnliches. Und nur weil die Schüler angeblich immer blöder werden, werden Schreibungen vereinfacht, gehts noch?
Bei Sprache und Spracherwerb gilt: Friß oder stirb. Lern es oder laß es. Wir setzen ja auch nicht die Promillegrenze rauf, weil immer mehr Leute besoffen fahren.
Sprache und ihr richtiger Gebrauch war mal ein Bildungskriterium. Ich verbringe einen nicht geringen Teil meiner Arbeitszeit damit, Bewerbungen zu sortieren - Rechtschreib-, Grammatik- oder Syntaxfehler führen zu Ablage P. Egal bei wem.
gott, wie nervt es mich, jeden tag gestandene redakteure das eszett ignorieren zu sehen nach langen vokalen.
fussball? ein "fuss" ist im rheinland ein rothaariger mensch.
sass? glass?
bescheuert.
genauso wie mußte (muh macht die kuh) oder "laß mich rein".
einfach nach der aussprache. und fertig. gute regelung.
aber alles neue macht ja immer angst.
scheiße, sprache geht eh ihren eigenen gang.
und ich jetzt auch.
ich habe gedacht, alptraum ist schlechte traum wie man z.b. in alpen verlaufen oder so...irgendwie immer mit alpen verbunden..
ist das nicht so?
für unmuttersprachler wieder neue komplication!!
aber mit eszett finde ich sinnvoll, denn man hatte ja schon vorher
besser
oder
müssen
oder so immer mit zwei s geschrieben nicht mit ß.
und leist weiter und weissja eigentlich auch schon aus der überschrift, ja, aber wahrnehmung hat nu mal seine eigenen gesetzlichkeiten), ah ne, aber dann ists eh schon zu spät.
ergo: diese weitere verwirrung hättet ihr uns ersparen können.
ja und? ich wiederhole: kein argument
noch was zum schreiben nach aussprache: es gibt bestimmt irgendeinen dialekt, in dem man halt fussball sagt, also mit kurzem vokal. abba egahl. nach aussprache schraiben is toll!








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01.03.2006 - 20:46 Uhr
delaydackel