well it happened years ago... (1)
...april 2000. auf der kassette steht kein datum, sondern nur eine ausgeblichene schrift, aber als ich sie neulich fand und einlegte, wusste ich sofort wieder, wann ich sie aufgenommen hatte. es musste einfach dieser april vor 6 jahren gewesen sein. eigentlich ist es unglaublich, es fühlt sich an, wie ein realer traum oder das erwachen aus einem traum, ich blinzle und reibe mir die augen, und ich denke: 6 jahre meines lebens, wo sind sie nur hin? was habe ich damit gemacht? damals war ich 16 und die vorortfrustration hatte mich gerade voll erwischt. noch vor einigen monaten war ich ganz zufrieden gewesen mit meinem leben, das ordentlich eingeteilt war in schule und freizeit. montags in der letzten stunde mathe schwänzen und mit den anderen an der bushaltestelle komische geschichten erzählen (wie zb. die, dass die mutter eines mitschülers etwas mit dem bruder von einem seiner freunde angefamgen hatte.) fernsehen. lesen. songtexte und zitate in ein kleines blaues buch schreiben und darüber nachdenken. am wochenende billard spielen gehen. mit markus und ben die ersten ausschweifenden bacardi-erfahrungen machen und mit nadine in der disco die coolen jungs aus dem abijahrgang beobachten, bis wir um 12 rausgeworfen wurden, da wir noch nicht 18 waren. auf einmal änderte sich alles. eine merkwürdige ungeduld und rastlosigkeit ergriff mich. die schule, sie nervte mich nur noch und ich war froh, wenn stunden ausfielen oder ich gar nicht erst hinging, und wenn dann nur, um auf dem schulhof herum zu hängen und musik zu hören. ‚oasis und travis spielen bei rock am ring! ich werd mit sven und denen aus der 13. hinfahren. kommste auch mit?‘, fragte mich lena, als ich eines morgens antrödelte. ich war sofort total elektrisiert. ‚cool!‘, sagte ich lässig. mein herz klopfte allerdings recht schnell. ich war natürlich noch nie auf einem festival gewesen. und jetzt so etwas! seitdem die platte zu jahresbeginn rausgekommen war, hörte ich ‚the man who‘ von travis rauf und runter. sie war mein ständiger begleiter an all den regnerischen nachmittagen, wenn ich im bus saß und zur mathenachhilfe fuhr oder zur schule ging oder in meinem zimmer saß und von n. träumte, dessen anwesenheit in den pausen den ganzen schulhof in ein besonderes licht tauchte. mehr als alles andere jedoch, fühlte ich mich von diesem album verstanden: diese gewisse sehnsucht und melancholie zog sich durch sie hindurch, so wie sie selbst begann, sich durch mein leben zu ziehen. dasselbe galt für ‚standing on the shoulder of giants‘ von oasis. ein album, das ich damals mit einer wahren besessenheit hörte, schließlich hatte die band sich so lange zeit gelassen seit ‚be here now‘ und meine begeisterung für den britpop und englische bands, zumindest für die der letzten zeit, hatte eindeutig mit oasis begonnen. ich las den musikexpress und kam so oder indem ich radio1 hörte (was ich seltsamerweise damals auf meinem fernseher empfangen konnte) auf all die anderen großartigen bands, die zu meinem leidwesen zu dieser zeit fast niemand von meinen freunden kannte oder mochte. und so hörte ich sie oft nur in meinem zimmer und wünschte mich irgendwohin, an einen ort, an dem ich noch nie gewesen war. (heute ergibt das alles natürlich sinn, doch damals war ich mehr als desorientiert und verwirrt.) Konzerterfahrungen hatte ich bis dahin ebenfalls wenige. ich glaube, ich war anfang 2000 vielleicht auf 3 richtigen konzerten gewesen, darunter allerdings auf einem, das mich heute noch glücklich macht, wenn ich daran denke: muse, die als vorband von bush direkt in meinem kaff spielten. es war das einzige konzert, auf das ich je ausschließlich wegen der vorband gegangen bin. ansonsten trieb ich mich eher in runtergekommenen hallen herum, wo freunde von lena uns zu konzerten von drittklassigen lokalbands schleppten, was mich meistens entsetzlich langweilte. so stand ich dann da, süffelte an meinem becks herum und trug die alten fußballtrikots meines bruders (das war so richtig britpoppig, dachte ich. nunja, immerhin trug ich damals die selben schuhe wie graham coxon!) und fragte mich, ob das wirklich alles war. aber jetzt: ein richtiges festival, mit richtigen bands! eine karte für rock am ring kostete damals 140 DM. wahnsinnig viel, bei 50 DM taschengeld im monat. deshalb nahmen lena und ich einen nebenjob in einer gärtnerei an, wo wir 3mal die woche nachmittags pflanzen gossen, unkraut jäteten und rasen mähten, um das geld zusammen zu bekommen. Und hier kommt die kassette ins spiel: sie ist der soundtrack dieser zeit. sie symbolisiert all das, was sich in mir und um mich herum abspielte, all die träume und pläne und gefühle, die ich damals hatte. inzwischen leiert sie ein wenig, die songübergänge passen kein bisschen, an manchen stellen ist der ton viel zu laut, und dennoch hoffe ich so sehr, dass sie niemals kaputt gehen wird. folgende bands sind darauf zu finden: die beatles. oasis. blur. supergrass. travis. the verve. und ich erinnere mich.- die sterne meiner erinnerung 26.04.2006
- kindheitserinnerungen [tied to the 90's] 30.03.2006
- unendlich 20.03.2006
- die kassette (2) 01.03.2006
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trotzdem. lohnt sich nicht.
achja, bands verpasst man irgendwie trotzdem immer. man denkt mit dem plan ist das kein problem, aber dann sagt ja immer irgendwer ab und zeiten verschieben sich etc. doof. und das ist auch so ein fließandverfahren mit den auftritten..hach ich bin so herrlich in meckerstimmung gerade. nieder mit den festivals!
Und natürlich verpasst man immer Bands. Jedes einzelne Mal überschneidet sich irgendwas, man muss sich entscheiden usw., das ist doch alles kacke. Die meisten Bands spielen im Hellen, das ist total scheiße, und Stimmung kommt sowieso nur bei den Toten Hosen richtig auf.
Oder letztes jahr Haldern bei Mando Diao, die trotzdem so schlecht gespielt haben, dass ich fast geheult hätte, und dafür hab ich 1. meinen Hut im Gewimmel verloren (ich dachte immer "wie kann man nur kleidunsstücke verlieren auf Konzerten, hahaha"...) und 2. fast mein Leben verloren, und es hat sich nichtmal gelohnt. Wir wären besser schon vorher heimgefahren, im Ernst. 3. hab ich im Matsch fast meine Schuhe verloren aber wen wundert das.
Dafür gab es einen Secret Gig der Sportfreunde, den wir grandios fast verpasst hätten. "Da spielen doch die Sportfreunde, ich kenn doch die Stimme..." "... ne das ist doch ausm Radio" ... "nene quatsch hör doch mal"..."oh stimm"...
Und dieses jahr spielen in Haldern nichtmal gute Bands, bisher nichtmal EINE gute Band. Das ist doch alles langweilig.
Festivals sind Scheiße. Man streitet mit der Polizei, ob man auf dem Parkplatz auch zelten darf (es waren alle Zeltplätze belegt), kann nicht schlafen, versinkt im matsch, steigt über Betrunkene, muss die Toten Hosen ertragen... die liste ist endlos.
und die toten hosen sind ohnehin an allem schuld, behaupte ich jetzt mal. wenn die und all diese anderen asibands wie motörhead usw. nicht spielen würden, wäre das publikum vielleicht auch etwas angenehmer.
die band war mir schon immer ein graus...campino kann weder singen noch sonst irgendwas. letztens schaltete ich mtv ein (was ich derzeit wirklich selten tue) und da verschredderten die gerade schamlos 'guns of brixton' von the clash und kamen sich noch cool dabei vor. schlimm.
ha! wenn die babyshambles jetzt wirklich mal spielen, seh ich sie und die strokes und wenn dann auch noch der mozfather kommt wird ein traum wahr.
wo siehst du die Babyshambles wenn sie wirklich mal spielen :-) Die sind doch auch bei Rock am Ring "bestätigt", ich glaub ja nicht dran ehrlichgesagt. Hab erstmal gelacht, als ichs gelesen hab.
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27.03.2006 - 13:40 Uhr
ShesSoHigh
Festivals sind blöd. Der entschluss, zu keinem zu gehen dieses Jahr, steht immernoch. Und zum Haldern kommt eh niemand sehenswertes (bis jetzt).