Die Frau hinter der Wolke
Gudrun Pausewang warnt vor den Gefahren der Atomkraft
Ihr Antiatomkraft-Buch „Die Wolke“ (1987) verkaufte sich millionenfach und wurde in 13 Sprachen übersetzt. In Deutschland muss es fast jeder Schüler im Lauf der Mittelstufe lesen. Über die Autorin ist dagegen nur wenig bekannt. Gudrun Pausewang, Jahrgang 1928, hat insgesamt über 80 Bücher verfasst – eigentlich ist sie Grundschullehrerin. Zwölf Jahre lebte sie in Südamerika, heute wohnt sie in der Nähe von Fulda und schreibt immer noch jeden Tag. Am 16. März kommt „Die Wolke“ als Film in die Kinos. Zeit, mit der Autorin über Problemliteratur, junge Leser und den Atomausstieg zu sprechen. Frau Pausewang, wie waren Ihre Reaktionen, als Sie erfahren haben, dass Ihr Roman „Die Wolke“ verfilmt wird? Das ist ja schon der dritte Versuch, ihn zu verfilmen. Vor etwa zwölf Jahren ist ein Projekt gescheitert, darüber war ich froh. Denn davon war ich nicht so begeistert. Vor etwa vier Jahren scheiterte ein anderer Versuch angeblich am Geld. Jetzt habe ich mich gefreut und war gespannt auf das Drehbuch – mir kam es vor allem darauf an, dass meine Botschaft rüberkommt. Und? Sind Sie zufrieden? Ich weiß von vornherein, dass eine Verfilmung nie genau eins zu eins stattfinden kann. Die Handlung muss gestrafft werden, und man kann nicht so viele Figuren erscheinen lassen. Es stört mich auch nicht, dass nun eine Liebesgeschichte reinkommt – solange kein Kitsch wuchert und so die Botschaft im Vordergrund bleibt.
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26.02.2006 - 20:56 Uhr
demmin
26.02.2006 - 20:58 Uhr
demmin
Naja, war halt so damals, alle hatten Schiß und viel Hysterie.
geprägt hat mich die dame pausewang schon. "die letzten kinder von schewenborn" war ziemlich happig für mich damals als dreizehnjährige.
ich glaube nicht, dass mit ihren büchern angst und hysterie geschürt werden soll. sie hat eine botschaft und wie chrisjumper sagt, sie hat einfach die aktuellen ereignisse von damals auf unsere gesellschaft übertragen oder weitergesponnen. durchaus legitim und keine angstmacherei.
Die Kinder freuten sich immer am meisten über die einfachen, notgeretteten Lebensgemeinschaften, wenn man Äpfel oder Kartoffeln oder Decken oder ein Gebet zusammen zu organisieren hatte.
Für mich - als Vater, der den Kindern davon nichts "Betroffenes" verriet: waren die untergründig religiösen Motive von "Schewenborn" am eindringlichsten - Weihnachten mit einem Neugeborenen: verseucht, ohne Hoffnung, mißgestaltet, in den Genen gekreuzigt von der atomaren Verseuchung - kein Christkind mehr den Zukünftigen!
*
Aber wir haben alle (auch die Atomisten) bisher überlebt - mit dieser emotionalen Kritik und em Lebenswillen, mit diesem ästhetsichen Entsetzen im Bewusstsein, aber nicht in der Lebensfreude - eine der höchsten Leistungen von Dichter/innen - Katastrophen zu erkennen, sie zu vermeiden helfen oder sie so lange rauszuschreiben, bis sie nicht mehr eintreten können.
Grüße an die Dichterfrau der Nation - nach Schlitz:
Anton Stephan Reyntjes
anton@reyntjes.de
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26.02.2006 - 20:16 Uhr
resenbesen1