Reflexe
Alles wird kleiner. Aus der Nähe. Die Stadt scheint aufgegeben. Nur Blechdosen die ich über den Gehweg trete. Kahle Bäume und Hundehaufen. Alles im Licht der flackernden Laterne in seiner Straße. Aber er ist nicht da. Irgendwie kam er abhanden letzte Nacht, der Nacht vor dieser. Und Hamburg liegt heute im indischen Ozean. Unerreichbar, wenn man Segeln kann. Es war ein Reflex. „Ich bin nicht immer ehrlich. Verstehst du? Ich lüge oft. Ich dachte es würde nichts machen, aber verstehst du, es war keine Absicht. Es ist nicht wichtig. Das bin nur ich und ich habe keine Bedeutung.“ Und er sagte, dass er mich nicht teilen wird und dann schwieg er bis ich ging. Und schwieg bis er ging. Es war ein Reflex. Gehen eben, ganz einfach. Es keine Frage, ich kenne mich. Achtlos und oft einsam. Mir ist manchmal kalt in vollen Räumen. Ich wusste ich würde Kellner küssen und Männer die sich meinen Namen merken können. Ich wusste das ich Bulgaren nicht widerstehen kann. Und doch sagte ich ihm, dass es nur ihn geben würde. Es war ein Reflex. Eine Lüge. Und ich fragte mich wie Blut riecht. Mit einer kleinen Klinge schnitt ich mir in den Arm und roch, und roch nichts. Da fehlte etwas, etwas das nicht fehlen kann. Und die Stadt ist leer, und die Nacht gruselig. Ängstlich halte ich mich an meiner Zigarette fest und betrachte die schwarzen Fenster seiner Wohnung. Da war ein Kellner und er kannte meinen Namen, aber ich weiß nicht wo er wohnt. Und der indische Ozean ist heute auf dem Mond. Die Wunde auf meinem Arm schmerzt, sie hat noch geblutet als ich das Haus verließ. Nicht sehr stark, aber es macht keinen Unterschied. Alles wird kleiner, aus der Nähe. Verliert Bedeutung, wie Versprechen die nicht gehalten werden.
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- Echo 21.03.2006
Ich find's nicht schön. Wegen des Inhalts.
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12.02.2006 - 17:48 Uhr
spontaenious