immer weiter Schulden machen? gute idee
Text: viva_la_bam
Auf die Frage von amigita hin, versuche ich mich jetzt mit einer kleinen und hoffentlich verständlichen Ausführung zu dem wahnsinnig weltbewegenden Thema: "Wer leiht Deutschland eigtl immer wieder Geld, um neue Schulden zu machen?" bzw "Ist das gut so?".
stark vereinfacht sollte man die Dinge wohl so verstehen:
Der Staat ist genauso ein Wirtschaftssektor wie die Unternehmen. Das heißt, es ist für die Wirtschaft im Grunde (abgesehen von der polit. Bedeutung) egal, ob ein Kommunikationssatellit von SIEMENS oder dem Staat in Auftrag gegeben wird. Der Effekt auf das BIP ist das gleiche.
NUn ist es so, dass für ein gesundes Unternehmen der Normalzustand folgender ist: Es gibt mehr Geld aus, als es erwirtschaftet! Ja, nochmal, denn das ist ganz wichtig: Unternehmen leisten sich regelmäßig Defizite! Nur nennt die niemand so, sonder sie heißen "Investitionen". Und wie können sie sich das leisten? Zum einen durch zur Verfügung gestelltes Privatkapital ( Aktien!) und zum andern durch das, was die liebe amigita spart. Das bringt sie brav zus Stadtsparkasse und diese verleiht es dann an SIEMENS.
Ganz ähnlich ist das beim Staat. Nur dass dieser sein Geld nicht erwirtschaften muss, sonder Steuern eine Zwangsabgabe darstellen.
Wenn also der Staat "sparen" würde und weniger Geld ausgibt als er durch Steuern einnimmt, dann entstünde eine Nachfragelücke und das BIP und die Konjunktur würden geschwächt werden.
Man kann jetzt einwenden: Aber wenn der Staat ein Sektor wie Haushalte und Unternehmen ist, dann kann er doch auch nicht einfach ewig Schulden machen...!!!
Jetzt kommt der springende Punkt, bei dem sich eigtl alle Ökonomen einig sind: Das stimmt so nicht ganz.
Denn auch Unternehmen machen immer wieder neue Schulden, um neue Investitionen tätigen zu können. Wird eine Anleihe fällig, gibt man einfach eine neue aus, in Höhe der alten. !)75 belief sich die langfristige Schuldenlast aller US Unternehmen auf 587 MIlliarden US Dollar. 2002 waren es dann schon 7,3 Billionen USD. Aber das iat auch nicht weiter schlimm, denn diese Schulden spiegeln nur die finanzielle Seite der wachsenden Ausstattung (Fabriken, Maschienen und Werkzeuge) der Unternehmen wider.
Beim Staat ist es genauso. Daher ist es im Grunde kein Thema, wenn er immer wieder Haushaltsdefizite erwirtschaftet (solange dies auf Investitionen beruhen und nicht auf Konsum!!!).
Und wer leiht dem Staat das Geld?
Jetzt kommt der wahnsinns Trick, der im Nachhinein so banal ist.
Die Antwort lautet: Er sich selbst.
Der Staat gibt Staatsausleihen aus. Wer kauft diese? Genau, die amigita. So, wenn der Staat jetzt 5 Jahre später diese Anleihe zurückzahlen muss, dann tut er das gerne, denn die amigita wird ja davon auch wieder Steuern zahlen. Das ist ungefähr so, wie wenn in einer Familie die Mutter dem Vater Geld schuldet. Oder emanzipiert korrekt: Natürlich könnte auch der Vater der Mutter Geld schulden :-)
Der entscheidende Unterschied zwischen Staat und Unternehmen ist eigtl, dass der Staat Geld drucken darf. Im wahrsten Sinne des wortes. Daher genießt er eine super Bonität und wird eigtl immer jemanden finden, der sein Geld bei ihm anlegen will.
Also liebe amigita, lange Rede kurzer Sinn: DU leihst dem Staat das Geld.
Ich hoffe ich konnte weiterhelfen. Leider habe ich selber noch vieles nicht genau verstanden, wie zum Beispiel der Anteil an Ausländern, die Staatsanleihen erwerben oder wenn Zins und Tilgung höher sind als Einnahmen.. Aber dazu dann im nächsten Jahr.
word out
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16.01.2006 - 14:03 Uhr
amigita
ich selbst also ermöglich das dem staat. interessante geschichte...
danke dir!