„Als sei Kohl von unseren Schultern…“
Ein Sonntagabend im September. Der Papst war eine Frau. Der VfL Bochum Deutscher Meister.Plötzlich war das Unmögliche Realität. Gerhard Schröder trat vor das Ollenhauer-Haus in Bonn und sagte: „Die Ära Kohl ist zu Ende.“ Wir waren zwanzig Leute in einem kleinen Raum unserer WG. Wir waren sehr betrunken, sehr glücklich. Es fühlte sich an, als sei Helmut Kohl gerade von unseren Schulter gestiegen, auf denen er 16 Jahre lang dick und breit gesessen hatte. Und wir hatten das Gefühl, dass es Sinn macht, sich zu engagieren. Dass es Gerechtigkeit geben könnte. Dass wir dieses Land verändern werden. Wir träumten – gutgläubig, betrunken und naiv. Aber als wir kurz nicht aufpassten, saß auf einmal Gerhard Schröder auf unseren Schultern.
- 26. November 2011, ca. 18 Uhr 11.05.2012
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