Der beste Weisswein der letzten vier Tage. Mit Abstand
4.45 Uhr klingelt der Wecker. Ich sitze eine Viertelstunde auf der Bettkante und muß mich erst mal sammeln.Um sechs geht der Flieger nach München. Robert erzählt mir alles Aufregende der letzten Nacht. Die Fahrt zum Flughafen mit dem Taxi ist wunderbar. Absolute Stille. Keiner sagt etwas. Draußen in der Dunkelheit ziehen die Lichter der Straßenlaternen wie Ufos an uns vorbei. Am Flughafen, im Flugzeug, im nächsten Taxi, ständig fallen mir die Augen zu. Plötzlich bin ich wieder wach: Robert spielt Szenen aus einem Theaterstück vor, ich bekomme Bauchschmerzen vor Lachen. Bei den Interviews ist ein Journalist frech – er will mich ausquetschen über Privates. Ich stelle auf stur und sage gar nichts – tja, Pech gehabt. Hätte er nicht gedrängelt, hätte ich vielleicht was erzählt. Während der Vorführung liefere ich mir mit Robert eine Vogelbeerenschlacht. Mit Hardy gerate ich fast in Streit, weil wir verschiedene Meinungen über Badehosen haben. Fiona lacht nur noch, sie ist wahrscheinlich schon betrunken. Der Weißwein ist in den vier Tagen mit Abstand der beste. Abschiedsgeschmuse. Fast bin ich ein wenig traurig. Abends bin ich in Bochum und sehe eine Premiere von »Dantons Tod«. Obwohl die Inszenierung und die Schauspieler phantastisch sind, schlafe ich zweimal kurz ein. Die Premierenfeier ist klasse! Viele Zigaretten, laute Musik und meine Mutter, die ich seit langem nicht mehr gesehen habe. Es gibt unglaublich viel zu erzählen. Um zwei Uhr fallen wir todmüde ins Bett. Meine Mutter räumt um und schläft auf dem Boden.
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