3,5-Stunden-Schnulzen
M. ist aus Indien zurück. Ausgiebiges Frühstück im „Berio“. Fünf Wochen alleine in Indien ...Ich würde das nicht aushalten! Aber sie war auch ganz schön aufgedreht. Konnte überhaupt nicht mehr aufhören zu reden. Sie hat erzählt, sie sei in fünf Wochen in Madras nur einem europäisch aussehenden Touristen in der Stadt begegnet. Sie wäre ihm am liebsten um den Hals gefallen. Das Filmteam, bei dem sie Praktikum gemacht hat, war wohl ganz okay, aber die Schauspieler in Indien sind wohl wirklich so was wie Heilige. Und sie haben sogar, wenn sie als Schauspieler berühmt genug sind, die Chance, in die Politik zu gehen und tatsächlich gewählt zu werden. Auch ein Weg! Als Schauspieler bewegen sie allerdings wenig, die Filme sind alles 3,5-Stunden-Schnulzen mit Tanzeinlagen, wo es nur um Liebe&Schmerz geht. M. hat mir einen wunderschönen Sari mitgebracht. Abends gab’s Nudeln, und wir guckten „Tanja“. Die Folge war leider nicht so richtig spannend. Also hat M. mir beigebracht, wie man den Sari bindet, und wir sind wie zwei indische Königinnen durch die Wohnung getanzt.
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