29.12.2005 - 19:00 Uhr

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Die besten Comics 2005

Text: roland-schulz

"El Macho vs El Muerte" aus "Cinema Panopticum" Die besten Comics 2005
1. „Alberto“ von Daniel Bosshart Ein Comic ohne jede Worte, der sprachlos macht. Weil er Bilder hat, so satt an Farben und Ausdruck. Weil er eine Geschichte hat, die nur ein einziger Moment ist und doch ein ganzes Leben. Weil er eine Frage hat, die eine richtige und wichtige ist, die Frage nach dem Weg im Leben. Ein famoses Buch. "Alberto“ von Daniel Bosshart. 68 Seiten, 19 Euro 80. Erschienen im Verlag edition moderne.
2. „Tagebuch einer Reise“ von Craig Thompson Ein Reisetagebuch voller Momente und Augenblicke – und vor allem voll Wahrheit. Wahrheit darüber, wie es ist, weit weg von Zuhause ganz fremd und manchmal doch daheim zu sein, mit Freude an den Bäumen und Schwalben, mit Liebeskummer und Herzklopfen, mit Dünnschiss und seltsamem Essen. Bis es wieder nach Hause geht, mit Tränen im Flugzeug. Tagebuch einer Reise von Craig Thompson, 224 Seiten, 16 Euro. Erschienen bei Reprodukt.
3. „Das Komplott – Die wahre Geschichte der Protokolle der Weisen von Zion“ von Will Eisner Kein Comic, sondern das, was der amerikanische Comic-Meister Will Eisner groß gemacht hat: eine Graphic Novel. „Das Komplott“ ist Eisners letztes Werk. Der große alte Mann des amerikanisches Comics ist im Januar im Alter von 87 Jahren gestorben, er hatte „Das Komplott“ erst wenige Monate zuvor fertig gestellt. In diesem Band zeichnet Eisner die Geschichte der „Protokolle der Weisen von Zion“ nach, der wohl berüchtigtsten antisemitischen Hetzschrift, die eine komplette Fälschung ist – und dennoch bis heute gedruckt wird, um Hass gegen Juden zu verbreiten. Eisner sagt in seinem Vorwort, er habe das machtvolle Medium des Comic nutzen wollen, gegen dieses Lügenwerk vorzugehen. „Ich hoffe“, schreibt er, „das mein Werk vielleicht einen weiteren Nagel in den Sarg dieses schrecklichen, vampirähnlichen Betrugs schlagen wird.“ Das Komplott von Will Eisner, 150 Seiten, 19,90 Euro. Erschienen bei der Deutschen Verlags Anstalt.
4. „Cinema Panopticum“ von Thomas Ott Dunkel und finster ist es in diesem Buch, das ein paar Geschichten für einen Penny anbietet, auf einem Rummel, in einem wundersamen Zelt – die Geschichte des Ringers, der gegen den Tod kämpft, oder die von dem seltsam leeren Hotel, oder die des obdachlosen Propheten und dem Ende der Welt. Fünf Geschichten sind es, jeden ist grausig und großartig. The Horror. The Horror. Cinema Panopticum von Thomas Ott, 102 Seiten, 19,80 Euro. Erschienen im Verlag edition moderne.
5. „Struwwelhitler“ von Dr. Schrecklichkeit Ein altbekanntes Buch, in einer englischen Ausgabe von 1941. Struwwelhitler, der die Staatsverträge leicht wie seine Fingernägel bricht, und zu Weihnachten gibt es „all die wunderschönen Sachen, wie sie Krupp und Stinnes machen“. Das bitterböse Buch, eine Adaption des Engländer Robert und Philip Spence, kommt in deutscher Übersetzung wie auch in der originalen englischen Fassung: „Let me see if Adolf can / be a little gentleman / let me see if he is able / to sit still for once at table.“ Struwwelhitler von Robert und Philip Spence, 56 Seiten, 10 Euro. Erschienen im Autorenhaus Verlag. (Alle Abbildungen aus den besprochenen Bänden)


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