28.12.2005 - 18:00 Uhr

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Text: roland-schulz

In den Schuhen von: Jutta Kleinschmidt Was sind das für Schuhe: Schwarze Sportschuhe der Marke „Diadora“. Die Firma ist vor allem bei Rad- und Mountainbikefahrern beliebt, stellt aber auch Fußballschuhe oder Motorradstiefel her. Diadoras gelten als bequem – ein Grund, warum sie die Rallyefahrerin Jutta Kleinschmidt oft für ihre Fahrten wählt. Die 43-Jährige, die sich die Schwalbe als Symbol gewählt hat, sitzt bei Rennen über Stunden und Stunden hinter dem Steuer. Wenn sie nicht gerade, wie hier während der Rallye Paris-Dakar im vergangenen Jahr, Reifen wechseln muss. Wo kommen diese Schuhe her? Viele Menschen denken: aus Emanzenhausen. Stimmt nicht. Jutta Kleinschmidt wirkt zwar auf den ersten Blick wie die Blaupause einer in jeder Hinsicht emanzipierten Powerfrau, ist aber nichts weiter als eine erstklassige Rennfahrerin, Ingenieurin und inzwischen auch Hubschrauberpilotin. Kleinschmidt kann nichts weniger leiden als Versuche, sie in die Emanzen-Ecke zu stellen. 2001, sie hatte gerade als erste Frau der Geschichte die legendäre Rallye Paris-Dakar gewonnen, sagte sie: „Natürlich freue ich mich, dass ich die erste Frau bin – aber der Titel ist mir wichtiger.“ Kommentare der Masche Die-erste-Frau-die „kann ich nicht mehr hören“, sagte sie kurze Zeit später. Die gebürtige Kölnerin, die in Berchtesgaden aufgewachsen ist, war 1987 ihre erste Rallye Paris-Dakar gefahren, mit einem einfachen Straßenmotorrad, das sie selbst umgebaut hatte. Kritik am Motorsport, den viele als alles mögliche, aber niemals als Sport sehen, tut sie ab: „Ich stelle mir nicht die Sinnfrage. Millionen Menschen sehen die Rallye, denen machen die Emotionen dabei Spaß. Wenn ich nur stricken würde, könnte ich solche Emotionen nicht erzeugen.“ Wo gehen diese Schuhe hin? Zu neuen Triumphen – jedenfalls sagt das Jutta Kleinschmidt selbst. Seit ihrem Rallyegewinn 2001 hat die Rennfahrerin kein großes Rennen mehr gewonnen, jetzt will sie aber bei der nächsten Rallye Paris-Dakar, die am Samstag beginnt, wieder den ersten Platz erringen. Dazu muss Kleinschmidt fahren wie ein Teufel: Bei manchen Etappen fahren die Fahrer von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Auf Toilette gehen ist dann nicht drin. Deswegen fahren Fahrer dann mit sogenannten Urinal-Kondomen, in die sie urinieren können. Jutta Kleinschmidt zieht es vor, so wenig wie möglich zu trinken. Für Notfälle hat sie eine spezielle Windel an. Diese unkomfortable Lösung, sagte sie einmal, sei aber das einzige, was Frauen gegenüber Männern beim Rallyesport benachteilige. (Foto: www.jutta-kleinschmidt.de)


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