27.12.2005 - 18:00 Uhr

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Dr. Sommers Tierleben

Text: roland-schulz

Heute: Die Gemeine Bettwanze Die Gemeine Bettwanze, in gut sortierten Haushalten gerne in den Bettstätten anzutreffen, pflegt eine besondere Art der Fortpflanzung – die sogenannte „traumatische Kopulation“. Dieser schöne Fachbegriff steht für: Das Männchen rammt seinen Penis wie einen Speer irgendwo in den Körper des Weibchens, ganz egal wohin. Seine Samenzellen werden dann einerseits verdaut, was die Biologie mit dem ebenfalls schönen Fachausdruck „Nährstoffspritze“ bezeichnet, andererseits lustwandeln sie so lange durch den Körper des Weibchens, bis diese wieder Eizellen produziert. Der Clou: Das ganze funktioniert unabhängig vom Geschlecht des Samenempfängers. Männchen können ihren Penis auch anderen Männchen reinrammen, worauf die Samen sich im Samenleiter des Begatteten einnisten – wenn er nun seinerseits zur Fortpflanzung schreitet, gibt er nicht allein seinen Samen weiter, sondern noch dazu den des Männchens, das ihn begattet hat. Sozusagen Sekundär-Sex. Der britische Insektenforscher Howard Evans, bekannt durch so tolle Bücher wie „Das Trillionen-Volk“ und berufsbedingt Fan von Bettwanzen, hat die Forschungen zur traumatischen Kopulation so zusammen gefasst: Bei der Untersuchung des Sexlebens der Bettwanzen, so Evans, „kommt einem Sodom vor wie der reinste Vatikan.“


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