25.12.2005 - 03:48 Uhr

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(Emma & Jonas) Nicht von Straßen

Text: emosozialprodukt

Die große Revolution hat sie nicht in der Tasche. Und sie ist auch nicht die mit den Vorräten an Geduld. Emma bekommt einen dicken Bauch von dieser dicken Luft in diesem kleinen Raum und fragt sich, wann sie sich das letzte Mal so gefühlt hat. Den Hosenknopf hat sie aufgemacht, die Wände stehen noch, die Stimmen sind noch laut, die Namen bleiben dieselben. Es klammert sich eine Hand an ein Glas, die andere liegt nur herum. Und Emmas Blick macht es genauso. Liegt nur rum und krempelt sich derweil nach innen. Heute steckt ihr kein Mut im Schuh, sie lehnt sich nur zurück, irgendwas wird schon passieren. Das tut es ja immer. Und Jonas erzählt von der Begeisterung und wieder fühlt sie, wie sie zu einem Loch wird. Einem Loch in dem Leben des Mannes, das jemand anders füllen muss, weil sie zu klein geworden ist. Vielleicht von Anfang an zu klein war. Vielleicht ist es auch nur wie diese Sache mit den Bauklötzen. Das Eckige passt einfach nicht in das Runde, manchmal geht es umgekehrt, aber so rum geht es nicht. Jonas Augen werden dann immer groß, sie weiß, wie das heißt. Sie weiß, wie es sich anfühlt, aber sie kommt da nicht mit. Sie kann nicht dabei sein und weiß, wenn er auf dem Berg steht, läuft sie in der Stadt durch die Straßen, steht sie vielleicht irgendwo auf einer Tanzfläche und wackelt mit dem Kopf und knickt die Knie. Vielleicht wird es ihr gut gehen, weil sie ein Lachen von irgendwo an den Kopf geschmissen bekommt. Vielleicht tut es auch weh. Emma ist nicht die Frau mit dem Eisfach. Sie ist eher der Typ ausgelaufene Waschmaschine und Panikschrei. Emma ist der Typ Klartext und beim Mensch-Ärgere-Dich-Nicht hat sie als Kind die Figuren vom Brett gefegt, wenn sie verloren hat. Dann musste man noch mal ran und immer und immer wieder. Sie ist auch nicht die Frau mit dem koketten Blick, keine Anstandsdame. „Wie man sowas wohl nennt“, fragt sie sich, während Jonas noch immer spricht. Jonas macht immer Pläne und die klingen immer so plausibel, dass „sie am Ende einfach funktionieren müssen“. Sie murmelt. Und Jonas stockt, redet dann aber weiter. Seine Augen streifen sie nur kurz, er ist weit weit weg, wenn er von diesen Reisen spricht, von diesen Plänen, von all den Dingen, bei denen sie nicht dabei sein wird. Sie summt jetzt. Denn „es gibt niemanden, der gerne zuhört, wenn ein anderer ihm erzählt: Ich wäre an jedem Platz der Welt lieber als hier. Und nur vergisst zu sagen, bei dir“. Die große Revolution hat sie nicht in der Tasche, auch keine warmen Hände. Leise legt sie sich hin und neben ihn, denn jeder muss am Morgen aufstehen. Das ist der Plan. Jonas schläft schon längst. „Und wenn der Morgen dann da ist, dann ist es noch schlimmer. Weil es wahr ist“. - (Songtext von Tom Liwa)


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4 Kommentare

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einevonihnen
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Mag ich Mag ich nicht

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25.12.2005 - 16:42 Uhr
einevonihnen

heul* [du schreibst sooo gut!]

dasTier
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Mag ich Mag ich nicht

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26.12.2005 - 01:43 Uhr
dasTier

ja. bin überraschtm. hab sost immer über dich hinweggelesen.

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Mag ich Mag ich nicht

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26.12.2005 - 01:44 Uhr
dasTier

ups
(ich hasse diese winzigen laptop-tasten)

El_Brosiatschi
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Mag ich Mag ich nicht

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03.01.2006 - 11:19 Uhr
El_Brosiatschi

gefällt mir gut auch wenn es traurig ist


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