Das Jahr des Podcast-Marketing
Es rauscht und klackt in der Leitung, dann sagt aus der Ferne eine Männerstimme: „Ich bin in Steven verliebt,“ es rauscht wieder, „er aber nicht in mich.“ Klack. Eine Frau spricht, sie kündigt eine „riesiges Geständnis“ an: sie hat eine Affäre mit einem verheirateten Mann. Seit 11 Jahren. Es rauscht wieder.
Als die Hamburger Band Tocotronic im November ihr Bestof-Album veröffentlichte, wurde auch dies von einem Tocotronic-Podcast (hier bei iTunes anhören) begleitet. Kostenfrei erfuhren Fans und Hörer, zum Beispiel dass der Song „Du bist ganz schön bedient“ auf eine antiquierte Übersetzung des Wortes „cool“ in Jack Kerouacs Texten ins Deutsche anspielt und dass Arne Zank den besten Bart der Band hatte.
Aber nicht nur Musiker nutzen die Möglichkeiten der akustischen Werbung via Podcast. Zum Start des Films „Matchpoint“ von Woody Allen in der kommenden Woche schleppten die Marketing-Menschen alle Hauptdarsteller (Scarlett Johansson, Emily Mortimer und Matthew Goode) und auch Regisseur Allen vor die Videocast-Kamera und stellten die geführten Interviews auf einer eigenen Seite ins Netz.
Madonna, Tocotronic und auch die Macher von „Matchpoint“ beweisen damit, dass man abseits vom allgemeinen Hype um die Podcast-Technologie auch jede Menge schöne Dinge mit Audiodateien auf dem MP3-Player machen kann. Und alles, ohne dass man einen Pfennig dazu bezahlt.
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