07.07.2005 - 13:42 Uhr

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Stagediving leicht gemacht

Text: christoph-koch

Illustration: heike-winter Die Sonne geht langsam hinter der Festivalbühne unter, es ist das sechste Konzert des Tages. Die Menge tobt und du mittendrin. Zeit, deiner Begeisterung richtig Ausdruck zu verleihen. Zeit, die Bühne zu erklimmen, den Sprung zu wagen und sich von 1000 Händen durch die Luft tragen zu lassen. 1. Auf die richtige Kleidung achten: Checkerboard Slip-Ons, Hängehose und Seidenbluse mögen modisch unangreifbar sein – für diesen Anlass bleiben sie aber Zuhause. 2. Nie während der ersten Songs loslegen. Erstens sind die Ordner jetzt noch besonders ehrgeizig, außerdem hast du dich noch nicht ausreichend warmgemacht. Also einen Fuß lässig auf nächstgelegene Bar oder Essenstand geschleudert und den ganzen Körper gestreckt und gedehnt. 3. Ohne Zerrungsgefahr und mit einem isotonischen Getränk in der Hand lässig Richtung Bühne schlendern, die Pulswärmer unterwegs unauffällig abstreifen. 4. Die Band hat sich inzwischen beim Publikum angebiedert und die eifrigen Ordner ein wenig gebremst („Hey, wir sind total locker drauf, lasst die Leute doch ihren Spaß haben, ihr Faschos“) und du kannst dir einen guten Platz ausspähen. 5. Exakt vor der Bühnenmitte ist es nicht so gut, da dort oft getanzt wird und Lücken entstehen. Du brauchst aber einen Fleck, wo viele Menschen dichtgedrängt rumstehen und doof gucken. Ein guter Ort dafür: halblinks. Sollte sich dort ein Merchandise-Stand, eine Bar oder ähnliche Tumultpunkte aufweisen – auf halbrechts ausweichen. 6. Jetzt muss alles schnell gehen: Heulende Fans aus der ersten Reihe drängen – sich am Bühnenrand hochstemmen – raufspringen – die Aufmerksamkeit des Publikums durch Winken, bescheuertes Grinsen und das sogenannte „Anhopsen“ auf dich ziehen, damit alle rechtzeitig ihre Fotohandys runternehmen können - und: loshüpfen. 7. Vorwärts oder rückwärts? Jesus-Christus-Pose oder Arme entspannt hängen lassen? Hey, das hier ist ein Scheißrockkonzert, braucht man denn für alles Regeln? 8. Wer auf der Bühne Monitorboxen und sonstiges Gerät unbehelligt lässt, wird in der Regel auch von den Ordnern in Ruhe gelassen. Wer Mikroständer umwirft, Kabel rausreißt oder anderweitig nervt, kann durchaus auch eine kurze Faustdusche abbekommen. 9. Nie gegen Ende eines Liedes die Bühne erklimmen. Sonst stehst du plötzlich dort oben, die Musik verstummt und der Sänger macht sich hinter dir über dich lustig, während der Bassist dir die Hose runterzieht und in den Hintern tritt. 10. Sollte die Bühne zu hoch, zu weit weg oder durch Glasscherben und Stacheldraht gesichert sein: Lass dich einfach von einem bärigen Rocker per Räuberleiter in die Höhe befördern. Funktioniert genauso und wenn du den Leuten nicht gerade mit Springerstiefeln voraus in die Hinterköpfe hineinsegelst, fangen sie dich meist auch bereitwillig auf. Du weißt noch nicht, wo du dein neugewonnenes Wissen auf die Probe stellen kannst? Die jetzt.de-Rausgeh-Hilfe sagt dir, auf welchen Festivals alle deine Lieblingsbands spielen.


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weltraumasi
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Mag ich Mag ich nicht

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08.07.2005 - 09:34 Uhr
weltraumasi

Stagediving leicht gemacht -

NEIN!!!!! Wer zu spät kommt, dem klaut der Jetzt-Redakteur die Idee. Das hier war das Thema meines zweiten ''Der Asi scheisst klug'' Textes. Egal, nächstes Jahr.

Weitere Tipps:

1. Der Zeitpunkt: Direkt nach dem Refrain. Alle haben sich durch Gröhlen und appeln verausgabt und müssen erstmal durchatmen. Alle Augen liegen auf dir.

2. Posen verboten: Anfänger setzen sich erstmal hin und winken fröhlich auf die Bühne oder sonstwohin. Dann halten einen die Leute nurnoch an einem Fuß und am Arsch fest. Folge: Absturz. Besser: Flach über den Leuten bleiben, mit den Händen freundlich Hinterköpfe tätscheln, dann bleibt man länger oben.

3. Vorsicht mit Füßen: Crowdsurfer haben so einen schlechten Ruf, weil sie gerne die ein oder andere Brille samt Gesicht zertreten. Muss nicht sein, wenn man sie seicht auf umstehende Köpfe absenkt. Siehe auch ''Köpfe tätscheln''.

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Mag ich Mag ich nicht

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08.07.2005 - 09:35 Uhr
weltraumasi

Stagediving leicht gemacht -

appeln? nein, zappeln.

the_little_santa
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Mag ich Mag ich nicht

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08.07.2005 - 09:36 Uhr
the_little_santa

Stagediving leicht gemacht -

schön beschrieben, allerdings für festivals völlig unbrauchbar. ich kenn jedenfalls keines ohne 3 meter bühne und 6 meter graben...

endmonster
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Mag ich Mag ich nicht

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08.07.2005 - 09:55 Uhr
endmonster

8.7.2005 09:36:41 -

wider erwarten nen sehr netter guter text

weltraumasi
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Mag ich Mag ich nicht

0

08.07.2005 - 10:09 Uhr
weltraumasi

8.7.2005 09:55:16 -

Werden vor der Szenenfläche Stehplätze für Besucherinnen und Besucher angeordnet, so sind die Besucherplätze von der Szenefläche durch Abschrankungen so abzutrennen, dass zwischen Szenefläche und der Abschrankung ein Gang von mindestens zwei Metern für Ordnungsdienst und Rettungskräfte vorhanden ist.

(Gültig nur für Veranstaltungsstätten über 5.00 Personen)

boerni
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Mag ich Mag ich nicht

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08.07.2005 - 13:56 Uhr
boerni

8.7.2005 10:09:26 -

über 5 Personen? wow.. das ist streng ;)
guter Text, aber ich finde Crowdsurfer kacke, die nerven. Und zwar richtig. Wenn ich noch einmal ihre kack Springer ins Gesicht bekomme, dann....
naja, wer sich beim 6. Konzert, wahrscheinlich das letzte und der Höhepunkt, aus dem heißergatterten Platz im Pit nach draußen befördern lässt, hat selbst Schuld. so!

weltraumasi
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Mag ich Mag ich nicht

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08.07.2005 - 18:16 Uhr
weltraumasi

8.7.2005 13:56:59 -

5.000

topnotch
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Mag ich Mag ich nicht

0

09.07.2005 - 12:07 Uhr
topnotch

8.7.2005 18:16:33 -

ha ha ha...soll ich mich jetzt irgendwie angsprochen fühlen? hmpf.
topjawbreakernotch

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Mag ich Mag ich nicht

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09.07.2005 - 12:10 Uhr
topnotch

9.7.2005 12:07:56 -

über 5 personen ist übrigens wirklich ne sehr gute idee...

leopoldbloom
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Mag ich Mag ich nicht

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11.07.2005 - 00:20 Uhr
leopoldbloom

9.7.2005 12:10:10 -

Ich lache immer noch über das Wort "Faustdusche". Ab jetzt in meinem Wortschatz zu finden.


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christoph-koch unbekannt

christoph-koch

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