17.03.2005 - 16:45 Uhr

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Das Leben – Im Wagen einer Achterbahn

Text: KleinOrangenmaedchen

Das Leben ist scheiße. Dachte ich heute in so manchen Momenten. Es blieb leider nicht nur bei einem Moment, nein, an solchen Tagen läuft grundsätzlich alles schief.

Aber es muss wohl so sein. Wie soll man das Gute erkennen, wenn man das Schlechte nicht kennen lernt und somit keinen Unterschied kennt. Das versuche ich mir dann immer einzureden, in diesen Momenten. Diese Augenblicke, in dem für einen persönlich die Welt untergeht und es einen noch mehr aufregt, wenn neben dir jemand sitzt und fröhlich vor sich hin grinst. Wenn man so schlecht drauf ist, dann sollen das auch alle anderen respektieren und mit ausbaden – wehe, sie haben ihren Spaß und genießen den Augenblick, den man sich doch so schnell ins Jenseits wünscht. Und wenn man den anderen dann sein Leid klagen möchte, haben sie die beste Chance, danach noch mit dir befreundet zu sein, wenn sie sich alles schön anhören und dir in jedem Punkt total recht geben – dir also zeigen, dass sie dich verstehen und schön betont wird, wie scheiße es dir doch geht. Ja, das tut gut, wenn man sich so ungerecht behandelt und unverstanden fühlt. Die richtige Portion Selbstmitleid ist da gar nicht falsch. Im Gegenteil, so lange man es damit nicht übertreibt, ist es eins der besten Mittel gegen die schlechte Laune. Irgendwann wird es einem nämlich zu blöd und man erinnert sich gar nicht mehr an diese gewissen Augenblicke, die zu der inneren Bedrücktheit führten. Das ist ein gutes Zeichen. Am besten sollte man dann gar nicht mehr so genau darüber nach grübeln, sondern es einfach richtig in die Schublade „Vergessenheit“ schieben. Solche Tage kommen immer wieder. Gerade dann, wenn man zu hohe Erwartungen von einem Tag hat. Wenn man sich auf etwas Konkretes freut, dann wird es meist am Schlimmsten. In den seltensten Fällen wird der Augenblick dann so schön, wie man es sich beim „Darauffreuen“ vorgestellt hat. Und das erscheint dann wiederum noch ungerechter. Darf man sich im Leben nie freuen?! Für was lebt man denn dann?! Wahrscheinlich ist es wirklich so, dass man die Vorfreude besser etwas dämpfen sollte. Dann ist man später nicht so enttäuscht. Man genießt ohne das Freuen viel eher die unerwarteten glücklichen Momente, die noch so kurz, und trotzdem herrlich sein können. Die sind klein und erscheinen vielen Menschen vielleicht als unwichtig, aber gerade die sind es, welche die andere Sorte Mensch unglaublich glücklich machen können. Zum Glück ist es auch umgedreht. Also, wenn man zu etwas überhaupt keine Lust hat, es einfach nur schnellstens erledigt haben möchte, dann wird diese Zeit, vor der man sich vorher graute, zu einer der schönsten. Natürlich, denn die Erwartungen an den Tag sind so niedrig, dass man umso erfreuter ist, wenn es in der Wirklichkeit anders – sprich besser – läuft, als in dem Alptraum der Tage davor. Eigentlich ganz einfach – der Spezi Mensch. Und doch wieder so kompliziert. Denn es läuft nicht alles nach diesen Regeln. Leider. Schade, denn wäre es nicht schön, wenn nach jedem schlechten Moment sofort ein guter folgen würde?! Das wäre doch dann die Hoffnung für die Zeit, wo man am liebsten „von der Brücke springen würde“. Also, nicht ernst gemeint. Denn wäre die Menschheit nicht schon längst ausgestorben, wenn wir das jedes Mal ernst meinen würden, wenn wir so etwas in die Gegend fluchen?! Man kann sagen, dass das Leben eine Achterbahnfahrt ist. Mit Höhen und Tiefen, Looping und Kurven, Anfang und Ende. Ja, so kann man es gut beschreiben. Zum Glück gibt es keine Achterbahn, bei der man nur abwärts fährt. Daraus lässt sich also schon schließen, dass es immer wieder vorwärts – in Richtung Zuversicht – geht, bei jedem Menschen. Auch wenn einem das Schicksal anderer oft viel erträglicher und somit das Ganze sehr ungerecht erscheint, in Wirklichkeit läuft es bei jedem Menschen so. Mal rauf, ´mal runter. Mal weiß man nicht, wie einem geschieht und alles dreht sich, wie beim Looping – der könnte wiederum die Liebe darstellen. Denn bei der Liebe spielen die Gefühle mit einem verrückt. Auf jeden Fall kann man sagen, dass das Leben wohl eigentlich gar nicht so ungerecht ist. Nur in diesen blöden Momenten, in denen man… Jaja. So ist das mit dem Leben. Aber man sollte dann einfach immer wieder an den Höhenflug denken, der immer näher rückt, sich aber blos nicht darauf freuen. Denn zu tief kann man nicht sinken, es geht immer wieder hoch. Und wenn die Fahrt zu Ende ist, kann man auf ein Leben zurückblicken, voller Höhen und Tiefen, Glück und Trauer, Liebe und Hass, Glücksgefühl und Schmerz. Ein Leben voller Loopings, Kurven, Aufstiegen und Abfahrten. Leben eben. Das darf auch einmal scheiße sein.


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