Eine Geschichte
Du bist eine Geschichte, die ich gerade erst begonnen habe zu schreiben. Und, dass einzige was du bis jetzt weißt, ist, das du einen Anfang hast, der weniger konventionell ist, als all die tausend Anfänge vor Deinem.Von deinem Ende hab noch nicht einmal ich eine Ahnung. Vielleicht gehst du gar nicht zu Ende, möglich wäre aber auch, dass ich es nicht einmal schaffe, mehr als ein paar dünne Seiten mit dir zu füllen. Noch gehen mir allerdings die Ideen nicht aus, weil du sie mir ohne es zu bemerken zuspielst wie Tennisbälle. Was ist der Anfang einer Geschichte, frage ich mich. Meine Augen fallen auf einen Buchumschlag. Der Titel, natürlich, der Titel, schießt es mir in den Kopf. Der Anfang einer Geschichte ist der Titel, und, obwohl er meistens erst ganz am Ende erfunden wird, ähnlich wie dem Schneemann erst zum Schluss der Kopf aufs Haupt gesetzt werden kann, möchte ich mich nun auf die Suche nach einem Titel machen, der dir ganz besonders gut steht. Der dich kleidet, dich vorstellt und dir lieb ist. Ich weiß nicht warum, aber mir kommt es vor, als sollte ich deinen Titel an einem dieser Tage suchen. Betrunken von der Zeit stolpern sie dahin und man kann gar kein Glechgewicht in ihnen finden. Sie hetzen dich durch Stürme und wärmen dich mit Gefühlen. Sie reißen die Straßen der Städte entzwei, lassen sie zu Schlangen werden. die sich um uns Menschen winden. Sie stellen dich auf den Kopf und lassen dich in der Luft Purzelbäume schlagen. Du breitest an solchen Tagen die Arme aus und lässt dich mitreißen. Dein Name ist Wind. Dein Lachen schreit, ruft mich durch den Sturm, der an uns und um uns vorbeizieht. Deine Hand greift nach meiner und will mit mir in eine ganz andere Richtung. Ich vertrau deinen Fingern, obwohl sie nie genau zu wissen scheinen, wohin es eigentlich geht. Ich bin ein Anker. Du bist der Meeresgrund. Und umgekehrt. Dein Name ist Melodie. Du bist ganz getragen von den Tönen des Herbstes. Weckst mich in den Liedern der Wälder. Schenkst mir die Klänge des Sommers und flüsterst mir Geheimnisse zu, wenn kleine Schneeflocken im Winter auf meiner Haut schmelzen. Ich fühle deine Fingerspitzen im Frühling, wie sie leise gen Himmel Kreise drehen. Dein Name ist Verrücktheit. Du bist eins mit dem selben übersprudelnden Wahn, der uns lachen lässt und eins mit dem wilden gefährlichen Glitzern in Augen, die nach Abenteuern suchen und nach immer neuen Herausforderungen, die gar nicht genug sein können. Und du bist eine von diesen kleinen Alltagsspinnereien, die bei Regen in unserem Mund anfangen und mit Feuergaukeln in Vollmonnnächten aufhören. Du bist, wie ich bin. Und das ist dein Titel.
- Goodbye Spaniel 09.05.2012
- Altruismus 07.05.2012
- Die Prüfung 29.04.2012
- Einsamkeit _oder_ Zurück in der Zukunft 19.04.2012
- coursework, du blöde sau! 24.03.2012






