29 Jahre, mehrere Städte, noch mehr Impressionen
Wie sich die Städte in Deutschland unterscheiden. Bremerhaven, Hamburg, Frankfurt, Berlin. In dieser Folge: Berlinseit 2003, Berlin Wenn Hamburg die große elegante Dame ist, dann ist Berlin so was wie ihr pubertärer Bruder. Plötzlich sehr groß geworden, etwas ungelenk in den Bewegungen, laut und immer etwas beleidigt, wenn er nicht im Mittelpunkt steht. Das ist die eine Wahrheit über Berlin. Berlin ist laut, dreckig, hässlich, viel zu groß, bevölkert von unhöflichen Menschen, die sich nicht vernünftig anziehen können. Und an manchen Tagen stimmt das auch, in einigen Stadtteilen sogar immer. Halten wir es einfach wie Till Schweiger: Charlottenburg? Dahin geh' ich nicht! Auch Mitte ist eigentlich mehr Klischee als Stadtteil. Aber die andere Wahrheit! Die zeigt uns eine Taxifahrt vom Alexanderplatz nach Friedrichshain um 5 Uhr morgens, die Sonne geht am Ende der Straße auf, die Stalinbauten sind selbt in ihrer Pompösität wunderschön, Kino International und Kosmos locken mit der großen weiten Welt, rechts nach Kreuzberg, links nach Prenzlauer Berg. Intermezzo: Die BVG und die deutsche Sprache! Zug NACH Alexanderplatz; Zug NACH Bülowstraße Flughafen Tempelhof und der Viktoriapark, Kollwitzplatz und Helmholtzplatz, der Suppenladen in der Grünberger Straße, M. Vuong, die Baustelle des Lehrter Bahnhofs. Das sind die Orte, die uns mit Berlin versöhnen. Der Brunnen am Strausberger Platz wurde mittlerweile wohl häufiger abgefilmt als der Trevibrunnen. Überhaupt läuft man ständig Gefahr in irgendwelche Dreharbeiten zu platzen. Nichts Ahnend geht man eine Straße entlang, und dann findet man sich 3 Wochen später auf MTV wieder. Vor ein paar Wochen haben Mia ihr neues Video bei uns vor der Tür gedreht. Das kann nerven. Apropos gehen: Sollte man sich abgewöhnen. Nicht nur wegen der Hundescheisse. Ist einfach alles viel zu weit weg. Einmal bin ich vom Planufer zum Mehringdamm gegangen, sah auf dem Stadtplan so nah aus, böser Fehler! Berlin kann ungemein nerven. Aber im nächsten Moment wieder versöhnen. Friedrichshain, da leben die, die gerne an den Prenzlberg gezogen wären, es sich aber nicht leisten konnten. Hat neulich jemand behauptet, und nach 3 Sekunden nachdenken habe ich zugestimmt. Alles etwa abgeranzter, billiger, mehr Alkis, dafür aber auch keine Kinder-Epidemie. Unter dem Frankfurt-Text schrieb jemand, der Text sei unentschieden, dabei war er es gar nicht. Dieser ist es! Ich kann Berlin nicht so lieben wie vorher Hamburg. Dafür bin ich zu klassisch norddeutsch, zu sehr verachte ich jede Protzerei, alles Laute. Andererseits ist Berlin lebenswert, spannend und jeden Tag anders. Nicht erstarrt, sondern in Bewegung. Das steckt an. Und der Antrieb, etwas durch und durch unvollkommenes zu verbessern, ist faszinierend. Das macht diese Stadt aus. Wir sprechen uns in 10 Jahren, mit Glück ist Berlin dann nicht mehr in der Pubertät.
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manchmal ergeben das, gepaart mit dem berliner idiom, fantasieorte - wenn ich mal ganz viel zeit hab, werd ich mich ganz lange in die u7 setzen und mir mal "narudo" angucken.)
danke, dass das mal zur sprache kam!
Ich weiss, dass "Humboldt Universität _zu_ Berlin" einen anderen Ursprung hat. An den doofen Aldi Witz mit dem "Was? Schon zu? Scheiße!" muss ich trotzdem jedesmal denken...
das "nach" überhöre ich inzwischen. doof nur, wenn das BVG-deutsch in den eigenen sprachgebrauch einsickert.
ich ertappe mich desöfteren dabei.
und punkt
punkt
dafür den zweiten punkt, der nur ideel zu vergeben ist.
genau deshalb habe ich gerade das gefühl, dass der größte fehler meines lebens der war, nach eppendorf zu ziehen. der ganze stadtteil ist eine einzige kinderkrippe für besserverdienende bälger und ihre aus dem ei gepellten, blonden muttis.
ich werde mal vorsichtig in der schanze schauen.








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16.01.2005 - 01:07 Uhr
kikuju
Dafür einen Punkt!