<?xml version="1.0" encoding="iso-8859-1"?>
<rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom">
 
  <channel>
    <title>jetzt.de - Redaktionstexte</title>
    <link>http://jetzt.sueddeutsche.de</link>
    <description>Alle Texte der jetzt.de-Redaktion </description>
    <language>de-de</language>
    <atom:link href="http://jetzt.sueddeutsche.de/rssredaktion" rel="self" type="application/rss+xml" />
    <image>
      <url>http://jetzt.sueddeutsche.de/img/jetztxml/jetzt.gif</url>
      <title>jetzt.de - Redaktionstexte</title>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de</link>
    </image>

 
    <item>
      <title>Gefunden: das schlimmste Date aller Zeiten</title>
      <description>Wenn einer zu einer Verabredung geht, dann kann er viel erz&amp;#228;hlen. Sp&amp;#228;ter. Seinen Freunden. Vor allem, wenn das Date katastrophal verlaufen ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ch/christina-waechter/text/regular/903224.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Vor kurzem hat der Blogger Joel Watson das schlimmste aller anzunehmenden Dates belauscht. In einem Cafe sa&amp;#223; er neben einem Mann und einer Frau, die sich offensichtlich im Internet kennengelernt und nun ihre erste Verabredung hatten. Und weil Joel es gar nicht fassen konnte, welche wahnsinnigen Themen der Mann im Lauf der Stunde ansprach, berichtete er &lt;a href=&quot;http://hijinksensue.com/2012/05/10/you-dont-have-to-go-home-but-you-cant-stay-here/starbucks-datewreck-live-tweet&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;live via Twitter &lt;/a&gt;die H&amp;#246;hepunkte des Dates.&amp;#160;  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;F&amp;#252;r den geneigten Leser ist es selbstverst&amp;#228;ndlich enorm unterhaltsam, von diesem Typen zu lesen, der es schafft, w&amp;#228;hrend einer kurzen Nachmittags-Verabredung &amp;#252;ber Religion, die Asperger-Diagnose, die er von seinem Psychiater k&amp;#252;rzlich bekommen hat, seine acht gel&amp;#246;sten (!) Verlobungen, die Scheidung seiner Eltern und den Bombenanschlag von Oklahoma City zu sprechen. Aber selbst Teil eines solchen Katastrophen-Dates zu sein, findet man selbst h&amp;#246;chstens nach Ablauf von einem bis f&amp;#252;nf Jahren unterhaltsam.  &amp;#160;  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine katastrophalen Date-Geschichten beschr&amp;#228;nkten sich gl&amp;#252;cklicherweise nur auf komplett fehlende zwischenmenschliche Kompatibilit&amp;#228;t, versch&amp;#252;ttete Hei&amp;#223;getr&amp;#228;nke und zu viel Schnaps. Schlimm waren sie trotzdem alle sehr. Und deine? Gab es in deiner Dating-Vergangenheit Totalausf&amp;#228;lle, von denen du noch deinen Enkeln erz&amp;#228;hlen wirst? Hast du schon vorher geahnt, dass du mit dieser Verabredung ein gro&amp;#223;es Risiko eingehen w&amp;#252;rdest? Oder hast du den Bogen raus und verabredest dich immer nur mit hochintelligenten, sympathischen, erfolgreichen Models?   &amp;#160;&amp;#160;  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546952</link>
      <guid>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546952</guid>
      <pubDate>Wed, 16 May 2012 08:00:01 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Stillgestanden, Zeit!</title>
      <description>Wir leben in Zeiten, in denen sich alles &amp;#228;ndert. Echt? Unser Autor erz&amp;#228;hlt von Dingen, die ihm bleiben. Heute: Das Magazin mit Panzern drin.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einmal im Monat bekomme ich das Magazin &amp;#8222;Die Bundeswehr&quot; nach Hause geschickt. Es ist ein Relikt meiner Vergangenheit: In den neunziger Jahren verbrachte ich einige Jahre in der Armee und war sogar Offizier und Zugf&amp;#252;hrer einer Einheit Kampfpanzer Leopard 2. Das sind riesige, monstr&amp;#246;se, dick gepanzerte Hightech-Waffen mit einer gro&amp;#223;en Kanone, zwei Maschinengewehren und Laserentfernungsmessern. Der Leo2 hat 1500 PS, damit kann man circa 60 Stundenkilometer schnell durch die Pampa rasen. Durch sein Gewicht von 60 Tonnen knickt er gro&amp;#223;e B&amp;#228;ume wie Streichh&amp;#246;lzer. Einen Baum umfahren kostete zu meiner Zeit immer einen Kasten Bier. Wenn man beim R&amp;#252;ckw&amp;#228;rtsfahren nicht sehr konzentriert war, konnte das schnell passieren. Knack und weg war die Tanne und die Kiste Tannenz&amp;#228;pfle da.&lt;span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Magazin vom Deutschen Bundeswehrverband (kurz: DBwV &amp;#8211; in der Armee wird alles gek&amp;#252;rzt, nicht nur die Haare) besch&amp;#228;ftigt sich mit allem, was f&amp;#252;r unsere Streitkr&amp;#228;fte wichtig ist: Zum Beispiel bewirtschaftete Betreuung (&amp;#8222;unsere Soldaten wollen auch weiterhin ihre Curry-Wurst innerhalb der Kaserne verspeisen&quot;) oder das ein neuer Einsatzgruppenversorger&lt;/span&gt;&lt;span&gt; der Marine &lt;/span&gt;&lt;span&gt;(kurz: EGV)&lt;/span&gt;&lt;span&gt; &lt;/span&gt;&lt;span&gt;auf den sch&amp;#246;nen Namen &amp;#8222;Bonn&quot; getauft wird. F&amp;#252;r mich wirken diese Berichte vertraut und fremd zugleich. Vertraut, weil sich viele Aspekte des Soldatenlebens bis heute nicht ver&amp;#228;ndert haben: Gestern wie heute beklagen Armeevertreter fehlende Anerkennung in der Gesellschaft und f&amp;#252;r wirklich moderne Ausr&amp;#252;stung &amp;#8211; die viele Milliarden kostet &amp;#8211; ist komischerweise kein Geld da. Das war fr&amp;#252;her auch schon so. Heute ist neu, dass man von Gefallenen, Veteranen oder &amp;#252;berhaupt Krieg redet. Die Kern-Essenz des Soldatenberufs, die M&amp;#246;glichkeit, im Einsatz zu sterben, ist in diesen Tagen wieder ins Zentrum des Bewusstseins ger&amp;#252;ckt. Das war zu meiner Zeit noch nicht so.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span&gt;&lt;span&gt;&lt;span&gt;&lt;span&gt;&lt;span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/na/nadja-schlueter/text/regular/903226.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;span&gt;&lt;span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eigentlich habe ich mit meiner Zeit als Offizier abgeschlossen. Wenn ich es heute Kollegen, Bekannten oder auch Freunden erz&amp;#228;hle, dann wollen sie es erst nicht glauben: &amp;#8222;DU warst bei der Bundeswehr?&quot; Ja, war ich. Die neun Jahre waren im Grunde ein einziges Missverst&amp;#228;ndnis. Vom ersten Tag an wusste ich, dass ich nicht in die Armee geh&amp;#246;re. Trotzdem war ich sehr lange dort und die Zeit hat mich auch gepr&amp;#228;gt. Schlie&amp;#223;lich war ich Offizier und mir wurde eingetrichtert: &amp;#8222;Du bist ein milit&amp;#228;rischer F&amp;#252;hrer, du musst in jeder Lebenslage Vorbild sein.&quot; Das war anstrengend, denn wer will immer ein gutes Beispiel abgeben? Auf der Offizierschule gab es eine klare Ansage: Wer beim Kavaliersdelikt &amp;#8222;Schwarzfahren im &amp;#214;PNV&quot; erwischt wird, den entl&amp;#228;sst man sofort als &amp;#8222;moralisch ungeeignet&quot; aus der Armee &amp;#8211; was auch vorgekommen ist. Als Verteidigungsminister kann man hingegen  Doktorarbeiten kopieren und trotzdem stellt sich eine Kanzlerin vor beziehungsweise hinter einen. Glaube eben immer nur an die Moral, die du selbst vorgibst. Jedenfalls wurde ich st&amp;#228;ndig indoktriniert: Ein Offizier muss das sein und das nicht. Zwar hatte ich auch Verst&amp;#228;ndnis daf&amp;#252;r, aber ich wusste, dass ich diese Projektionen und Erwartungen nicht erf&amp;#252;llen konnte.&lt;span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Milit&amp;#228;r ist ein &amp;#8222;Institut f&amp;#252;r angewandte Sekund&amp;#228;rtugenden&quot;: P&amp;#252;nktlichkeit, Sauberkeit, Treue, Kameradschaft und vor allem Disziplin halten den ganzen Laden zusammen. Nat&amp;#252;rlich kann man auch sagen, dass dies &amp;#252;berwiegend die Werte sind, die Deutschlands Wirtschaftswunder am Laufen hielten und halten. Mit dem Prinzip &amp;#8222;Pflichterf&amp;#252;llung&quot; ist unser Land aber auch schnurstracks in die gr&amp;#246;&amp;#223;te Katastrophe seiner Geschichte marschiert. Heutzutage versuche ich die guten Aspekte der sekund&amp;#228;ren Tugenden zu behalten: Ich bin meistens p&amp;#252;nktlich und liefere meine Auftr&amp;#228;ge wie vereinbart ab. Man kann sich auf mich verlassen. Nun gut, mein Schreibtisch ist oft sehr chaotisch, aber man muss ja nicht alles so machen wie in der Armee. &amp;#220;berhaupt wird in Uniformkreisen ein Gruppendruck und Korpsgeist aufgebaut, der teilweise erdr&amp;#252;ckend wirkt. Wenn ich in der Zeitung lese, dass ein Demonstrant w&amp;#228;hrend einer Demo von Polizisten verpr&amp;#252;gelt wurde und keiner der Kollegen hat was gesehen, dann wei&amp;#223; ich, woher die tempor&amp;#228;re Blindheit kommt. Der Kasernenzaun symbolisiert das Denken: &amp;#8222;Ihr da drau&amp;#223;en, wir hier drinnen.&quot; Das macht sogar Sinn, weil man sich in sehr gef&amp;#228;hrlichen Situationen aufeinander verlassen muss. Da kann man nicht stundenlang alles totdiskutieren wie in &amp;#252;blichen Business-Meetings.&lt;span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meistens verdr&amp;#228;nge ich meine Zeit in der Armee einfach. Bis eben einmal im Monat das obligatorische Bundeswehr-Magazin in meinem Briefkasten liegt. Mit geheimnisvollen Bezeichnungen wie FjgEinsKp MES, DTA NTM-A oder OMLT 209. Mit Artilleriebataillonen oder dem zweiten Treffen der SKB-Community. Also einer seltsamen Parallel-Welt, die nichts mit meinem heutigen Leben zu tun hat. Au&amp;#223;er vielleicht dann, wenn ich einen Termin habe und mich an den Spruch erinnere: &amp;#8222;F&amp;#252;nf Minuten vor der Zeit ist des Soldaten P&amp;#252;nktlichkeit.&quot; Dann merke ich, dass ich immer noch wie ein Offizier denke. Zumindest bis zum Zapfenstreich. Oder so.&lt;span&gt;&amp;#160;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546978</link>
      <guid>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546978</guid>
      <pubDate>Tue, 15 May 2012 18:30:04 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Seehofer</title>
      <description>Horst Seehofers Satz &quot;Sie k&amp;#246;nnen das alles senden&quot; wird Einzug halten in die Sammlung politischer Floskeln, die noch nach Jahren zitiert werden. Mit seiner offenen Provokation im Interview mit heute journal-Moderator Claus Kleber sorgte er vielerorts f&amp;#252;r Verwunderung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt S&amp;#228;tze, die bleiben. Floskeln, die es auf ewig in den Setzkasten der Politik geschafft haben, weil sie jeder versteht, und sie f&amp;#252;r etwas stehen. &quot;Die Karawane zieht weiter&quot; (Kohl), &quot;Zwischen uns passt kein Blatt Papier&quot; (Lafontaine-Schr&amp;#246;der) oder &quot;Ich war einer der letzten Live-Rock&quot;n&quot;Roller&quot; (Fischer). Horst Seehofer hat den Kanon jetzt um eine Sentenz erweitert. &quot;Sie k&amp;#246;nnen das alles senden&quot;, feixte der CSU-Chef grinsend in die Kamera, nachdem er die CDU brutal in den Senkel gestellt hatte. In der Hauptstadt der reingewaschenen Statements und feinjustierten Erkl&amp;#228;rungen war der Auftritt eine kleine Sensation.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Seehofer, das ist sp&amp;#228;testens seit dem &quot;Sie k&amp;#246;nnen das alles senden&quot; klar, will keine R&amp;#252;cksicht mehr auf die Befindlichkeiten der Schwesterpartei nehmen. Zu gro&amp;#223; ist die Angst der CSU, in den Abw&amp;#228;rtsstrudel der CDU zu geraten. In f&amp;#252;nf Bundesl&amp;#228;ndern sind die Christdemokraten in den Umfragen bereits unter die 25-Prozent-Marke gesunken. In Nordrhein-Westfalen haben sie gerade die schlimmste Niederlage ihrer Geschichte kassiert. Das Fundament der Kanzlerinnen-Partei, es ist ins Rutschen geraten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; F&amp;#252;r CSU kommt die Erosion zum denkbar ung&amp;#252;nstigsten Zeitpunkt. N&amp;#228;chstes Jahr steht die Landtagswahl an. Wenn Seehofer die absolute Mehrheit zur&amp;#252;ckholt, wird er als Heiland in die Geschichtsb&amp;#252;cher der CSU eingehen. Wenn seine Partei aus der Regierung fliegt, wird er f&amp;#252;r immer als Totengr&amp;#228;ber der Christsozialen gelten. Wegen der speziellen Konstellation im Freistaat liegen zwischen totalem Erfolg und grenzenloser Niederlage nur ein, zwei Prozentpunkte. Kein Wunder, dass Seehofer und die seinen nerv&amp;#246;s sind. Gr&amp;#252;nen-Chefin Roth spricht bereits vom Angstschwei&amp;#223;, der dem CSU-Chef von der Stirn tropfe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/je/jetzt-redaktion/text/regular/903268.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;em&gt;&lt;span style=&quot;color:#999999;&quot;&gt;Sorgte mit seinen offenen Provokationen f&amp;#252;r Aufsehen: Horst Seehofer im Interview mit Claus Kleber.&lt;/span&gt;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Doch wer Seehofers Attacke als Angstbei&amp;#223;en abtut, macht es sich zu leicht. Die Form der Kritik des Parteichefs mag destruktiv sein - b&amp;#252;rgerliche W&amp;#228;hler goutieren offenen Streit nicht. Inhaltlich hat Seehofer aber nicht unrecht. Es ist erstaunlich, wie gelassen bis ignorant die CDU mit ihrem Abstieg umgeht. Debatten &amp;#252;ber die Gr&amp;#252;nde werden nicht zugelassen, offene Kritik am diffusen Kurs unterdr&amp;#252;ckt. Egal ob Mindestlohn, Betreuungsgeld, Hauptschule, Frauenquote, Solarf&amp;#246;rderung oder Finanztransaktionssteuer: Wer wissen will, ob die CDU daf&amp;#252;r oder dagegen ist, h&amp;#246;rt nie ein klares Ja oder Nein. Nun ist die Welt in Zeiten der Globalisierung und Entideologisierung grauer geworden. Als ewige Jein-Partei kann aber niemand auf Dauer re&amp;#252;ssieren. Kein Wunder, dass Seehofer jetzt von der CDU einen klareren Kurs verlangt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Bisher profitiert die CDU noch von der Zersplitterung des gegnerischen Lagers und der Beliebtheit Angela Merkels. Auf beides gibt es aber keine Garantie. In D&amp;#252;sseldorf und Kiel haben bereits die ersten Ampeln geblinkt. Und mit den Wahlen in Frankreich und Griechenland ist auch Merkels europ&amp;#228;isches Renommee gef&amp;#228;hrdet. Die CDU t&amp;#228;te gut daran, endlich auf das zu h&amp;#246;ren, was Seehofer sendet.&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546990</link>
      <guid>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546990</guid>
      <pubDate>Tue, 15 May 2012 18:30:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Untergetaucht</title>
      <description>Mehrere Religionsh&amp;#252;ter haben bereits Fatwas gegen den regimekritischen iranischen S&amp;#228;nger Shahin Najafi ausgesprochen. Nun soll dieser sich in der Obhut des Schriftstellers G&amp;#252;nter Wallraff befinden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;M&amp;#252;nchen - In die Aufregung um den zuletzt in K&amp;#246;ln lebenden und seit vergangener Woche untergetauchten iranischen S&amp;#228;nger Shahin Najafi, 31, hat sich nun auch der Undercover-Journalist und Schriftsteller G&amp;#252;nter Wallraff (&quot;Der Mann, der bei Bild Hans Esser war&quot;) eingeschaltet. Wie die Zeit am Dienstag mitteilte, befinde sich der von Fatwas mehrerer iranischer Religionsh&amp;#252;ter bedrohte regimekritische Musiker &quot;in der Obhut des Schriftstellers G&amp;#252;nter Wallraff&quot;. Das Blatt zitierte vorab aus einem Interview mit Wallraff, in dem dieser zur Solidarit&amp;#228;t mit Najafi aufruft: &quot;Shahin ist nicht so ber&amp;#252;hmt wie Salman Rushdie, der 1989 in einer Fatwa mit dem Tod bedroht wurde. Ich habe damals Rushdie bei mir aufgenommen. Ich w&amp;#252;nsche mir jetzt, dass wir eine breite Solidarit&amp;#228;t mit Shahin organisieren k&amp;#246;nnen.&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/je/jetzt-redaktion/text/regular/903256.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;em&gt;&lt;span style=&quot;color:#999999;&quot;&gt;Der iranische S&amp;#228;nger Shahin Najafi ist seit vergangener Woche untergetaucht.&lt;/span&gt;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Shahryar Ahadi, der Manager des S&amp;#228;ngers, sagte der SZ hingegen, dass es nicht wahr sei, dass sich Najafi in Wallraffs &quot;Obhut&quot; befinde. Man habe mit dem Schriftsteller, der oft verdeckt arbeitet, nur Kontakt aufgenommen und sich dann am Montag mit ihm getroffen. Wallraff sei &quot;sehr hilfsbereit&quot; gewesen und habe Najafi angeboten, er k&amp;#246;nne kurzfristig bei wohnen. Dar&amp;#252;ber, ob er das Angebot annehme, habe dieser aber noch nicht entschieden. Manager Ahadi, der gerade von einem weiteren Termin bei der Polizei kam, wollte sich zur aktuellen Sicherheitslage nicht &amp;#228;u&amp;#223;ern: &quot;Das darf ich nicht.&quot; Najafi selbst setze die Aufregung sehr zu: &quot;Es geht ihm nicht gut heute, er ruht sich aus.&quot; Der S&amp;#228;nger hatte einen schiitischen Imam aus dem neunten Jahrhundert in einem Anfang Mai ver&amp;#246;ffentlichten Lied &amp;#252;ber die Missst&amp;#228;nde in seiner Heimat aufgefordert, zur&amp;#252;ckzukehren, um in Iran aufzur&amp;#228;umen. Daf&amp;#252;r ist er als Ketzer attackiert worden, zuletzt von dem einflussreichen Ayatollah Naser Makarem Shirazi. Ein Vorwurf, der in Iran gleichbedeutend ist mit einem Todesurteil.&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546986</link>
      <guid>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546986</guid>
      <pubDate>Tue, 15 May 2012 18:30:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Fehlfarben</title>
      <description>Die Band Fehlfarben ver&amp;#246;ffentlicht mit &quot;Xenophonie&quot; (Tapete) ihr mittlerweile 13. Studioalbum. An die Gr&amp;#246;&amp;#223;e fr&amp;#252;herer Alben reicht es allerdings nicht heran.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seit 2001 ist jedes neue Fehlfarben-Album mindestens ein Grund, J&amp;#252;rgen Teipels gro&amp;#223;artigen Doku-Roman &amp;#252;ber den deutschen Punk und New Wave wieder einmal aufzuschlagen. Allein die Namen der Bands sind schon toll: S.Y.P.H., Materialschlacht, Mittagspause. Und wie die Punks am Anfang zum Beispiel in D&amp;#252;sseldorf alle Saft tranken, also wirklich &amp;#252;berhaupt nie Alkohol, weil sie einen klaren Kopf haben und zeigen wollten, dass ihr Punk eben genau das Gegenteil der &quot;bedr&amp;#246;hnten Hippieschei&amp;#223;e&quot; sei, die es endlich zu &amp;#252;berwinden galt. Es sei darum gegangen, erz&amp;#228;hlt Peter Hein, der S&amp;#228;nger der Fehlfarben im Buch, deutlich zu machen: &quot;Wir sind gegen die Drogenbands. Gegen die Dudelbands.&quot; Das einzige, was sie exzessiv getan h&amp;#228;tten, sei das Flippern gewesen. Rumh&amp;#228;ngen und Flippern. &quot;Das war auch eine klare Sache: ,A Game of Skill - Played for Fun&quot; - das stand sogar drauf. Das musste man nur lesen. Und dann stimmte das auch.&quot; Und beim ersten Auftritt der Fehlfarben in Dortmund ging es auch sofort zur Sache. Das Publikum bestand vor allem aus Engl&amp;#228;ndern der Rheinarmee, die mehr oder weniger grundlos, aber fest entschlossen waren, die Band zu verpr&amp;#252;geln. Nach drei Songs flog eine rauchende Granate auf die B&amp;#252;hne, die zwar nur &amp;#220;bungsger&amp;#228;t war, aber f&amp;#252;r den Rest des Auftritts f&amp;#252;r ausreichend Todesangst sorgte. Solche Geschichten stehen in dem Buch. Und dann erschien auch noch das Album &quot;Monarchie &amp;amp; Alltag&quot; und Hits wie &quot;Ein Jahr (Es geht voran)&quot;. Alles war so richtig. Jetzt ist irgendwie alles falsch. Jetzt gibt es nur noch das 13. Album &quot;Xenophonie&quot; (Tapete). Man h&amp;#246;rt sehr uninspirierte, gewollt l&amp;#228;rmige Rockmusik und Peter Hein schreit blo&amp;#223; Sachen wie: &quot;Bundesagentur - Ihr seid arge Schei&amp;#223;e.&quot;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546984</link>
      <guid>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546984</guid>
      <pubDate>Tue, 15 May 2012 18:30:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Der Frühlings-Psychotest: Welcher Balkon-Typ bist du?</title>
      <description>Sp&amp;#228;testens wenn mit der kalten Sophie die Eisheiligen vorbei sind, hat die Balkon-Saison angefangen. Doch so ein Balkon bedeutet nicht f&amp;#252;r jeden das Gleiche: zus&amp;#228;tzlicher Stauraum f&amp;#252;r Leergut, wichtiges Party-Utensil oder gehegter Kleinstgarten - mache schnell den Psychotest, um herauszufinden, welcher Balkon zu dir passt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;&lt;span&gt;Was glaubst du, ist ein Perlator?&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;&lt;span&gt;Du denkst dar&amp;#252;ber nach, ein Auto zu kaufen. Welches kommt in die engere Auswahl?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Du liest gerade die Immobilienanzeigen. Die Wohnung, die du dir ausgesucht hast, hat einen Balkon. Du denkst:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;&lt;span&gt;Die Fu&amp;#223;matte vor deiner Wohnungst&amp;#252;r...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;&lt;span&gt;Abends klingelt es pl&amp;#246;tzlich an der T&amp;#252;r. Was machst Du?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;&lt;span&gt;Dein Geburtstag steht an. Wo feierst du?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Zum Geburtstag w&amp;#252;nschst du dir ...&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Deine Wohnung soll f&amp;#252;r eine Homestory in einer Zeitschrift fotografiert werden. Welche Zeitschrift w&amp;#228;re das?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Das wichtigste Utensil in deiner K&amp;#252;che ist &amp;#160;...&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Das Test-Ergebnis:&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546976</link>
      <guid>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546976</guid>
      <pubDate>Tue, 15 May 2012 18:30:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Die Zukunft des Horst Seehofer</title>
      <description>Erst die Facebook-Party, dann das &quot;Wut-Interview&quot; mit Claus Kleber: Horst Seehofer ist auf dem Weg zum Titel &quot;Unterhaltsamster Politiker des zweiten Quartals 2012&quot;. Damit er den auch wirklich abstauben kann, fehlen in seinem Portfolio allerdings noch ein paar Aktionen und Anekdoten. Wir haben f&amp;#252;nf m&amp;#246;gliche Szenarien der kommenden Wochen und unsere horstigen Wunschreaktionen darauf gesammelt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ch/christina-waechter/text/regular/903236.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;&lt;br /&gt;Das Szenario:&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;Der Briefkasten der Staatskanzlei quillt mal wieder &amp;#252;ber. Zwischen den &amp;#252;blichen B&amp;#252;rgerpetitionen und dem Bayernkurier fischt Horst ein pink glitzerndes Kuvert heraus - Post vom P1! Mei, die Herrn vom Einser wissens eben, dass net nur a Party a stilvolle Optik braucht, sondern auch a Rechnung. Horsts Freude ist nicht mehr ganz so gro&amp;#223;, als er sich die veranschlagten Summen anschaut: Die Banana Fishbones haben zwar schon f&amp;#252;r a gro&amp;#223;e Gaudi gesorgt, waren aber doch irgendwie teurer als erwartet, die versammelte Journaille hat sich mehrere Hundert Aperol Sprizz auf CSU-Rechnung ertrickst. Au&amp;#223;erdem wird ein Aufschlag f&amp;#252;r die Reinigungskr&amp;#228;fte f&amp;#228;llig,&amp;#160;weil ein paar Damen von der JU Helles und Bubble Tea wild durcheinander&amp;#8230;&amp;#160; und dann neben die Toilettensch&amp;#252;sseln&amp;#8230; Zefix, wer soll das alles bezahlen?&lt;br /&gt;&amp;#160;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Horsts Reaktion:&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;Laptop und Lederhosen! Chips and bits, klick und klack! Horst ist zwar nicht gerade&amp;#160;digital native, aber auch nicht digital naiv: Hey, wer a Facebook-Party managen kann, dem stehen im Web 2.0 alle T&amp;#252;ren offen: I moch Crowdfunding!&lt;br /&gt;&amp;#160;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Horsts Facebook-Statusmitteilung: &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&quot;Politiker sind f&amp;#252;r die Menschen da. Doch heute m&amp;#252;sst ihr Menschen einmal f&amp;#252;r den Politiker da sein! Euer HS.&quot; &lt;br /&gt;&lt;b&gt;&lt;br /&gt;Das Szenario:&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;Eigentlich wollte Angela Merkel den R&amp;#246;ttgen ja behalten &amp;#8211; aber nach zunehmender Kritik von allen Seiten bez&amp;#252;glich seiner skeptisch be&amp;#228;ugten Hintert&amp;#252;rchen-Taktik in NRW und der anschlie&amp;#223;enden Wahlniederlage tritt Norbert R&amp;#246;ttgen schlie&amp;#223;lich doch von seinem Amt als Umweltminister zur&amp;#252;ck. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Horsts Reaktion:&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;Seehofer wei&amp;#223; nat&amp;#252;rlich, dass er - sp&amp;#228;testens seit seinem &lt;a href=&quot;http://www.sueddeutsche.de/politik/seehofer-im-zdf-heute-journal-das-koennen-sie-alles-senden-1.1357569&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Interview mit Claus Kleber&lt;/a&gt; - an R&amp;#246;ttgens R&amp;#252;cktritt nicht ganz unschuldig ist. Um seiner Fangemeinde seine private, menschliche Seite zu zeigen, beschlie&amp;#223;t er, Norbert R&amp;#246;ttgen in dessen Heimatort K&amp;#246;nigswinter am Rhein zu besuchen, sich zu entschuldigen und das ganze Land daran teilhaben zu lassen. Auch R&amp;#246;ttgen will seinen Ruf aufbessern und sagt das Treffen zu. Die beiden finden zu einer Art &amp;#8222;Sommerinterview&amp;#8220; bei sch&amp;#246;nstem Wetter in einem Caf&amp;#233; zusammen. Als Seehofer dann allerdings zwei Eisbecher bestellt, f&amp;#252;hlt R&amp;#246;ttgen sich vorgef&amp;#252;hrt und macht den Rest des Gespr&amp;#228;chs b&amp;#246;se Miene zum b&amp;#246;sen Spiel, w&amp;#228;hrend Horst Sachen wie &amp;#8222;Ja mei, Norbert, so machen mir&amp;#8217;s in Bayern, da hackelt mer sich, danach trifft mer sich zum Eis und dann is wieder ois easy&amp;#8220; und &amp;#8222;Jetzt bist halt doch wieder in NRW&amp;#8220; sagt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Horsts Facebook-Statusmeldung:&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;Seehofer postet ein Foto: Er und R&amp;#246;ttgen vor Eisbechern am Tisch. Seehofer grinst Z&amp;#228;hne zeigend, R&amp;#246;ttgen wirkt zerknirscht und sein Kinngr&amp;#252;bchen zeichnet sich als dunkler Abgrund ab. Unterzeile: &amp;#8222;Wir trafen uns in K&amp;#246;nigswinter &amp;#8211; nicht davor und nicht dahinter. HS&amp;#8220;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Das Szenario:&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;Er hat&amp;#8217;s ja gleich gewusst: die Griechen werden sich bei der Regierungsbildung nicht einig. Neuwahlen scheinen damit unausweichlich, es drohen der Staatsbankrott und der Abschied aus der Euro-Zone. So richtig schmecken tut das dem Horst nicht, schlie&amp;#223;lich zahlen wir am Ende auch mit drauf. Doch schon l&amp;#228;nger g&amp;#228;rt in ihm ein Plan, den zu verwirklichen er nun endg&amp;#252;ltig entschlossen ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Horsts Reaktion:&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;Die Vorstellung, K&amp;#246;nig eines Landes zu sein, hat ihm immer schon gefallen. Nur ist man in Bayern ung&amp;#252;nstigerweise nicht so gut auf den Adel zu sprechen. Deshalb nutzt Seehofer die (Un-)Gunst der Stunde und beschlie&amp;#223;t, in Griechenland per Volksentscheid die Monarchie wieder einzuf&amp;#252;hren und sich selbst als k&amp;#252;nftigen Throninhaber zur Verf&amp;#252;gung zu stellen. Schlie&amp;#223;lich hat Bayern schon einmal einen K&amp;#246;nig nach Griechenland entsandt, au&amp;#223;erdem klingt &amp;#8222;Horst I. von Griechenland&amp;#8220; durchaus gro&amp;#223;artig. An der &amp;#196;g&amp;#228;is angekommen, r&amp;#252;hrt Seehofer ordentlich die PR-Trommel f&amp;#252;r sein Vorhaben: Um den direkten Draht zum einfachen B&amp;#252;rger herzustellen, gibt&amp;#8217;s Wei&amp;#223;w&amp;#252;rste umsonst, au&amp;#223;erdem findet in jeder zweiten Kneipe ein Hoagascht statt. Mit Wurstkoch Alexander Dobrindt im Schlepptau zieht er durch die Gassen. Wo bislang der Euro-Blues t&amp;#246;nte, verspricht Horst nun, sich f&amp;#252;r den Verbleib in der W&amp;#228;hrungsunion einzusetzen. Um K&amp;#246;nig zu werden, ist ihm nix zu schade! Um in der Zwischenzeit die Regierungsgesch&amp;#228;fte in seiner bayerischen Heimat nicht g&amp;#228;nzlich zu vernachl&amp;#228;ssigen, l&amp;#228;sst er sich w&amp;#228;hrend Landtagssitzungen bis auf weiteres per Skype zuschalten. &lt;b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Horsts Facebook-Statusmeldung:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Horst steht vor der Akropolis. Das Wurstwasser kocht bereits, weshalb nur Zeit f&amp;#252;r einen schnellen Gru&amp;#223; nach M&amp;#252;nchen reicht: &amp;#8222;Do schaut&amp;#8217;s aus wia am K&amp;#246;nigsplatz. HS&amp;#8220; Au&amp;#223;erdem steht in seinem Profil: &quot;Horst Seehofer ist jetzt mit Otto Rehagel befreundet.&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Das Szenario:&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;Wie jedes Jahr im holden Mai, schickt auch diesmal wieder irgendein nicht weiter erw&amp;#228;hnenswerter JU-Ortsvorsitzender aus der bayerischen Provinz per Fax ein Pamphlet in die Welt, in dem er behauptet, das eigentliche Drama der Union sei, dass die Entscheider viel zu alt seien f&amp;#252;r diese neue Welt mit dem Internet und den sozialen Netzwerken und so, dass also die Union j&amp;#252;nger werden m&amp;#252;sse, wolle sie sich ihre W&amp;#228;hler nicht komplett von der Piratenpartei wegnehmen lassen. &amp;#160; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Horsts Reaktion:&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;Als Horst von diesem mutigen Statement erf&amp;#228;hrt, l&amp;#228;dt er den Verfasser sofort zu einer F&amp;#252;hrung durch die Staatskanzlei ein und zeigt ihm h&amp;#246;chstpers&amp;#246;nlich die Zirbelkiefer-Stube, wo er sich bei einer Flasche Enzian genauer erz&amp;#228;hlen l&amp;#228;sst, was das &amp;#8222;wahre Problem der Union&amp;#8220; sei. Nach dieser ausf&amp;#252;hrlichen Beratung, beschlie&amp;#223;t er, die Verj&amp;#252;ngung der Union bei sich selbst zu beginnen und sein Aussehen etwas weniger konservativ zu gestalten. Als modisches Vorbild w&amp;#228;hlt er den &amp;#8222;Look&amp;#8220; des neuen Bundesgesch&amp;#228;ftsf&amp;#252;hrers der Piratenpartei, Johannes Ponader. Und weil Horst Seehofer davon &amp;#252;berzeugt ist, mit Hornbrille, Sandalen und Sommerschal zu einer &amp;#228;hnlich kontrovers diskutierten Kultfigur wie der Piraten-Ponader zu werden, startet er zeitgleich einen Webshop, in dem sich seine Anh&amp;#228;nger mit original Horst-Sandalen, Horst-Brillen und Horst-Frisurschablonen ausstatten k&amp;#246;nnen. &amp;#160; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Horsts Facebook-Statusmeldung:&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;&amp;#8222;Leute, gerade ist mein neuer Webshop online gegangen, in dem ihr euch den neuen CSU-Schal f&amp;#252;r 29,90 Euro kaufen k&amp;#246;nnt, f&amp;#252;r wenn es regnet. Schaut mal vorbei und liked den Shop auch auf Facebook, w&amp;#252;rd&amp;#8217; mich total freuen!&amp;#8220;&lt;strong&gt;&lt;/strong&gt;&lt;b&gt;Das Szenario: &lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Der FC Bayern gewinnt das Championsleague-Finale mit einem deutlichen 4:0. Mario Gomez schie&amp;#223;t alle Tore, stolpert aber bei seinem Jubellauf in die Fankurve &amp;#252;ber Philipp Lahm (&amp;#252;bersehen) und verknackst sich den Kn&amp;#246;chel, sodass er die komplette n&amp;#228;chste Saison ausf&amp;#228;llt.&lt;b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Horsts Reaktion:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Horst erinnert sich an die Auswertung seiner Facebook-Seite, die seine Social-Media-Berater ihm neulich auf den Schreibtisch gelegt haben. Statuszeilen &amp;#252;ber die Klausurtagung im Kloster Andechs brachten kaum Likes, sobald FC-Bayern vorkam, gingen die Daumen aber in Hundertschaften nach oben. Au&amp;#223;erdem erinnert sich Horst an die Merkel-&amp;#214;zil-Kabinenbilder und die vielen tollen Schlagzeilen, die Ex-Bayern-Trainer van Gaal bekam, als er sich selbst als Feierbiest bezeichnete. Also l&amp;#228;sst er sich aus dem &amp;#8222;L&amp;#246;we und Raute&amp;#8220;, der Wirtschaft neben der M&amp;#252;nchner CSU-Parteizentrale, schnell ein Riesen-Wei&amp;#223;bierglas geben und macht sich auf Richtung Fanfeier auf Rathausbalkon und Marienplatz. Ribery &amp;#252;berredet ihn zu einem Wetttrinken mit Wahlkampfgegner Christian Ude. Horst gewinnt, die Massen jubeln. In all der Euphorie verk&amp;#252;ndet er, dem FC Bayern einen neuen St&amp;#252;rmer zu kaufen, und zwar den Lewandowski von Dortmund, weil der ja so gemein war eine Woche vorher.&lt;b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Horsts Facebook-Statusmeldung: &lt;br /&gt;&lt;/b&gt;&amp;#8222;Mia san mia. Und ich bin ein #Feierhorst. Danke, FC Bayern, Obacht Borussia! HS&amp;#8220;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546972</link>
      <guid>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546972</guid>
      <pubDate>Tue, 15 May 2012 18:30:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Auge in Auge</title>
      <description>Das erste Treffen zwischen Pr&amp;#228;sident und Kanzlerin: Bei der Wachstumspolitik zeichnet sich ein Kompromiss ab, strittig ist die Besteuerung der Finanzm&amp;#228;rkte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Tradition blieb erhalten. Noch am Tag seiner Amtseinf&amp;#252;hrung kam der neue franz&amp;#246;sische Pr&amp;#228;sident Fran&amp;#231;ois Hollande nach Berlin. So hatte es sein Vorg&amp;#228;nger Nicolas Sarkozy gehalten, so hatte es umgekehrt auch Angela Merkel nach ihrer Wahl zur Bundeskanzlerin getan. Das deutsch-franz&amp;#246;sische Verh&amp;#228;ltnis besteht nun nicht mehr nur aus einer Kanzlerin und einem Pr&amp;#228;sidenten, &amp;#252;ber die geredet, spekuliert und von denen manches behauptet wird, sondern aus Angela Merkel und Fran&amp;#231;ois Hollande, die nun endlich miteinander sprechen, Aug&quot; in Aug&quot;, und nicht mehr nur am Telefon wie am 6. Mai, dem franz&amp;#246;sischen Wahlabend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/je/jetzt-redaktion/text/regular/903246.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;em&gt;&lt;span style=&quot;color:#999999;&quot;&gt;Am Dienstag traf Fran&amp;#231;ois Hollande erstmals seit der gewonnenen Pr&amp;#228;sidentschaftswahl auf Angela Merkel&lt;/span&gt;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Merkel hatte bereits angek&amp;#252;ndigt, Hollande &quot;mit offenen Armen&quot; zu empfangen. Im Ehrenhof des Kanzleramtes wurde Hollande am sp&amp;#228;ten Dienstagnachmittag mit milit&amp;#228;rischen Ehren begr&amp;#252;&amp;#223;t und von einer freundlich l&amp;#228;chelnden Hausherrin begleitet. Das folgende Gespr&amp;#228;ch wurde vorab als ein Kennenlernen gewertet, die Erwartungen an erste Entscheidungen wurden eher ged&amp;#228;mpft. W&amp;#228;hrend Merkel den Kollegen Sarkozy bei dessen Amtsantritt 2007 bereits aus gegenseitigen Besuchen bei den konservativen Schwesterparteien in Deutschland und Frankreich schon kannte, ist sie Hollande bislang noch nicht begegnet - auch weil sie selbst eine Visite des sozialistischen Kandidaten im Pr&amp;#228;sidentschaftswahlkampf verweigert hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Merkel, so durfte man erwarten, w&amp;#252;rde mit Hollande vor allem &amp;#252;ber den Euro reden. Hollande hatte immer wieder davon gesprochen, den europ&amp;#228;ischen Fiskalpakt, in dem sich fast alle EU-Staaten zu Haushaltsdisziplin verpflichten, neu verhandeln zu wollen, vielleicht auch nur zu erg&amp;#228;nzen, so ganz eindeutig erkennbar war dies nicht. Nun konnte die Kanzlerin ihren neuen Partner mal selbst fragen. Merkel wiederum hatte in den vergangenen Tagen wiederholt darauf verwiesen, dass auch ihr eine F&amp;#246;rderung des Wachstums in Europa ein Anliegen sei, dass sie daf&amp;#252;r aber kein neues Geld aufbringen werde. Ein schon vor dem Antrittsbesuch ziemlich deutlich absehbarer Kompromiss d&amp;#252;rfte nun darin bestehen, dass Hollande eine irgendwie geartete Erweiterung des Fiskalpakts erh&amp;#228;lt, daf&amp;#252;r aber kein neues Geld verwendet wird, sondern nur altes, wie zum Beispiel viele Milliarden in europ&amp;#228;ischen Strukturfonds, die bislang zwar zur Verf&amp;#252;gung standen, aber nicht abgerufen wurden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Weniger absehbar ist, ob sich Deutschland und Frankreich auf ein Vorgehen bei der Besteuerung der Finanzm&amp;#228;rkte verst&amp;#228;ndigen k&amp;#246;nnen. Merkel und ihr Koalitionspartner FDP wollen hier eigentlich keinen deutsch-franz&amp;#246;sischen Alleingang; die SPD fordert ihn inzwischen mehr oder weniger und kn&amp;#252;pft daran auch ihre Zustimmung zum Fiskalpakt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Neben den Fragen des Geldes war auch ein kleiner Exkurs zum Thema Afghanistan zu erwarten. Frankreich will seine Truppen noch in diesem Jahr abziehen, was in der Nato allgemein und auch in Deutschland im Besonderen auf wenig Zustimmung st&amp;#246;&amp;#223;t. Der Abzug der Bundeswehr soll erst 2014 abgeschlossen sein. In Berlin betont man gerne die Devise &quot;Gemeinsam rein, gemeinsam raus&quot;. Andererseits ist der franz&amp;#246;sische Beitrag in Afghanistan weit weniger relevant als der amerikanische.&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546980</link>
      <guid>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546980</guid>
      <pubDate>Tue, 15 May 2012 18:30:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Was muss ein Spitzenkandidat können?</title>
      <description>Super-Kraft, Verlierer-R&amp;#246;ttgen, Rettungslindner. Die Diskussionen nach der NRW-Wahl drehen sich vor allem um die Spitzenkandidaten, ihre F&amp;#228;higkeiten und Fehler. Wenn man sich die Debatten ein bisschen ansieht, ger&amp;#228;t man ein bisschen ins Gr&amp;#252;beln dar&amp;#252;ber, was eigentlich ausschlaggebend f&amp;#252;r Wahlentscheidungen ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nehmen wir zum Beispiel Hannelore Kraft, die von allen Beliebte. Sie ist alte und neue Ministerpr&amp;#228;sidentin in Nordrhein-Westfalen, hat mit ihrer SPD einen gro&amp;#223;en und wichtigen Wahlsieg errungen, und es gibt jetzt viele Leute, die sagen, dass dieser Wahlsieg vor allem was mit ihrer Person zu tun hat und nicht so sehr mit der SPD. Kraft holte in ihrem &lt;a href=&quot;http://www.election.de/cgi-bin/showcandres_nw12_sz.pl?land=nw12&amp;amp;wahlkreis=64%20M%FClheim%20I&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Wahlkreis&lt;/a&gt; das beste Erststimmenergebnis (59,1 Prozent). In den Umfragen vor der Wahl h&amp;#228;ngte sie R&amp;#246;ttgen bei den Sympathiewerten um L&amp;#228;ngen ab. Kraft ist sehr gut in der Rolle der Landesmutter, die mit den B&amp;#252;rgern in der Fu&amp;#223;g&amp;#228;ngerzone hervorragend zurecht kommt und Verst&amp;#228;ndnis f&amp;#252;r ihre Probleme mitbringt (oder zumindest suggeriert) macht. Klar, dass es nicht lange dauerte, bis die Frage der SPD-Kanzlerkandidatur aufkam.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ch/christian-helten/text/regular/902998.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;CDU-Kandidat Norbert R&amp;#246;ttgen hingegen brachte es nicht fertig, bei den W&amp;#228;hlern so etwas wie Emotionen zu wecken und ihnen das Gef&amp;#252;hl zu vermitteln, er sei voll und ganz f&amp;#252;r sie und das Land NRW. Er ist kein gro&amp;#223;er Redner, bei seinen Kontakten mit dem Wahlvolk wirkte er manchmal, als w&amp;#228;re er gerade viel lieber ganz woanders. Und obwohl schon Renate K&amp;#252;nast vergangenen Herbst in diese Falle getappt war, legte auch R&amp;#246;ttgen sich nicht darauf fest, ob er auch im Falle einer Wahlniederlage im Parlament in D&amp;#252;sseldorf Platz nehmen w&amp;#252;rde oder doch lieber in seinem Sessel im Umweltministerium in Berlin. Nach dem NRW-Debakel ist aber selbst der ein bisschen wacklig geworden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ob Kraft, R&amp;#246;ttgen oder Christian Lindner, der mit dem Slogan &amp;#8222;Das ist meine FDP&amp;#8220; in einen sehr auf seine Person ausgerichteten Wahlkampf zog und jetzt als Retter seiner Partei dasteht &amp;#8211; in NRW scheinen die Spitzenkandidaten und ihr Image ziemlich ausschlaggebend f&amp;#252;r das Ergebnis gewesen zu sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie relevant ist f&amp;#252;r dich bei Wahlen die Person auf dem ersten Listenplatz einer Partei? Und welche Eigenschaften findest du bei einem Kandidaten am wichtigsten? Entscheidest du dich ganz n&amp;#252;chtern nach der Kompetenz in Sachfragen und den formulierten politischen Zielen? Spielt Regierungserfahrung eine Rolle? Oder bist du eher ein emotionaler W&amp;#228;hler, der sich von seinen Sympathien f&amp;#252;r den Kandidaten leiten l&amp;#228;sst? Vergibst du Minuspunkte f&amp;#252;r jemanden, der sich wie R&amp;#246;ttgen oder K&amp;#252;nast nicht konkret festlegen will?&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546876</link>
      <guid>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546876</guid>
      <pubDate>Tue, 15 May 2012 08:00:02 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Der Copyfight</title>
      <description>Der Kampf geht in eine neue Runde - Hacker der Grupe Anonymous haben pers&amp;#246;nliche Daten von Urheberrechtsvertretern lanciert unter der &amp;#220;berschrift &quot;fuck your copyright blah blah blah&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Zwei Welten sind da aufeinandergeprallt, die sich fremd und feindselig gegen&amp;#252;berstehen. Sie sprechen nicht dieselbe Sprache, sie verstehen einander nicht. Unvers&amp;#246;hnlich stehen sie sich gegen&amp;#252;ber und pochen darauf, jeweils auf der richtigen Seite zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/je/jetzt-redaktion/text/regular/903258.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Da gibt es zum einen die namentlich aufgef&amp;#252;hrten Unterzeichner des Appells 'Wir sind die Urheber'. Es sind K&amp;#252;nstler, Autoren, Journalisten, Vertreter von Verwertungsgesellschaften. Und zum anderen einen nicht n&amp;#228;her zu definierenden, losen Verbund von Namenlosen, die sich mal 'Anonymous', mal 'Filesharer', mal 'B&amp;#252;rger' nennen. Erstere - nennen wir sie: die Kreativen - haben eine Initiative zum Schutz des geltenden Urheberrechts gestartet und ein Manifest mit ihrem Anliegen ins Internet gestellt. Darin finden sich S&amp;#228;tze, die den anderen - nennen wir sie: die Anonymen - wie eine Kriegserkl&amp;#228;rung vorgekommen sein m&amp;#252;ssen: 'Die neuen Realit&amp;#228;ten der Digitalisierung', so die Kreativen, 'sind kein Grund, den profanen Diebstahl geistigen Eigentums zu rechtfertigen oder gar seine Legalisierung zu fordern.' Und: 'Die allt&amp;#228;gliche Pr&amp;#228;senz und der Nutzen des Internets kann keinen Diebstahl rechtfertigen und ist keine Entschuldigung f&amp;#252;r Gier oder Geiz.' Das lie&amp;#223;en Anonyme nicht auf sich sitzen und attackierten einige der Unterzeichner dieser Schrift in der Form, in der sie es eben tun: auf infamste Weise. Sie ver&amp;#246;ffentlichten auf der Dokumentenplattform Pastebin.com unter der &amp;#220;berschrift: 'fuck your copyright blah blah blah' die Adressen, Geburtsdaten, Telefonnummern und E-Mail-Daten von etwa hundert Kreativen, die den Aufruf unterschrieben haben. Etwa die von Charlotte Roche, Till Lindemann, Sven Regener, Michael Mittermeier. 'Doxxing' hei&amp;#223;t diese Form des Prangers, die, da &amp;#252;bertreibt man nicht, auch Bedrohungen au&amp;#223;erhalb des Netzes billigend in Kauf nimmt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Offenbar haben die Anons, wie sie sich selber nennen, nach ein paar Tagen aber kalte F&amp;#252;&amp;#223;e bekommen. Sie entfernten die Schm&amp;#228;hliste wieder, tilgten auch die dazu aufgelaufenen Kommentare und legten einen Twitter-Account still, &amp;#252;ber den diese 'Aktion' kommuniziert wurde. Die Besonneneren unter ihnen stellten dazu eine Art Rechtfertigungsschrift ins Netz, die Sinn und Zweck des von ihnen gew&amp;#228;hlten 'Druckmittels' erkl&amp;#228;ren soll. Niemand sei bedroht worden, hei&amp;#223;t es da: 'Anonymous wird auch niemals dazu aufrufen, jemanden zu bedrohen.' Vielleicht wirke es auf den ersten Blick so. Doch seien diese Daten im Netz frei zug&amp;#228;nglich, und 'jeder k&amp;#246;nnte ohne Weiteres so oder so an diese Daten kommen'. Als Grund f&amp;#252;r den hinterh&amp;#228;ltig-aggressiven Akt der Ver&amp;#246;ffentlichung wird, man mag es kaum glauben, der Wunsch genannt aufzukl&amp;#228;ren. 'Diese Leute', gemeint sind die Kreativen, 'lassen sich von der Lobby vor den Karren spannen und merken es noch nicht mal. Gerade in Zeiten, wo hitzige Debatten anstehen, macht man sich mit dieser Art von Kampagne nicht viele Freunde. So haben wir uns mit unserer Aktion Geh&amp;#246;r verschafft, und die Medien erledigen den Rest.'&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Die Aktivisten h&amp;#228;tten darum alle Eintr&amp;#228;ge und die Hinweise darauf gel&amp;#246;scht, 'um zu zeigen, dass es hier nicht um die mutwillige Ver&amp;#246;ffentlichung von Daten ging, sondern um Aufkl&amp;#228;rung'. Als weiterf&amp;#252;hrende Information wird dann noch ein Link zur Initiative 'Wir sind B&amp;#252;rger' angeboten. Die tritt f&amp;#252;r eine Reform des Urheberrechts ein und explizit nicht f&amp;#252;r dessen Abschaffung. Doch mittelbar findet sich eben auch ein Link auf die Seite des 'Filesharer'-Manifests. Darin hei&amp;#223;t es munter weiter: 'Wir scheissen auf euer Urheberrecht. Wir scheissen auf eure Gesetze. Wir sind Filesharer! Wir gehen nicht mehr weg. Wir k&amp;#228;mpfen einen Copyfight. Und wir gewinnen.' &lt;br /&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546988</link>
      <guid>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546988</guid>
      <pubDate>Tue, 15 May 2012 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Neuwahlen in Griechenland</title>
      <description>Auch der letzte Versuch, Neuwahlen zu vermeiden, ist am Dienstag gescheitert. Laut Staatspr&amp;#228;sident Papoulias wird der Juni ein Monat der Trag&amp;#246;die. GriechenlandsBanken sollen nur noch f&amp;#252;r drei Wochen Geld haben&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Der 82-J&amp;#228;hrige Staatspr&amp;#228;sident Papoulias hatte am Mittag die Vorsitzenden aller im Parlament vertretenden Parteien - mit Ausnahme der Faschisten - erneut zusammengerufen, um einen letzten Versuch zu unternehmen, die Neuwahl zu vermeiden. Bereits am Abend zuvor hatte Staatspr&amp;#228;sident Papoulias vergeblich auf die Parteichefs eingeredet, wenigstens einer Expertenregierung zuzustimmen, die f&amp;#252;r eine begrenzte Zeit amtiert. Papoulias hatte die Parteivertreter geradezu angefleht, sich zusammenzuraufen. Die Unterredungen im Pr&amp;#228;sidentenpalais verliefen dramatisch, wie ein Protokoll der verschiedenen Gespr&amp;#228;che vom Sonntag zeigt. Laut dieser Notizen sagte der Pr&amp;#228;sident auch, dass er den Griechen schonungslos ihre Lage darlegen und sagen werde, warum seine Bem&amp;#252;hungen um eine Regierung gescheitert seien. Er werde dabei auch vom 'Egoismus' der Parteien sprechen. 'Oft sehen wir die Katastrophe nicht kommen, die Lawine, die sich ein paar Meter entfernt von uns bewegt', sagte der verzweifelte Papoulias in der Sitzung, deren Protokoll das Pr&amp;#228;sidentenamt am Dienstag selbst ver&amp;#246;ffentlichte.&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/je/jetzt-redaktion/text/regular/903254.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Von Ex-Premier Lukas Papadimos soll die Information an die Krisenrunde weitergegeben worden sein, dass Griechenlands Banken nur noch f&amp;#252;r etwa drei Wochen fl&amp;#252;ssig seien. Die Rekapitalisierung der Kreditinstitute ist Teil des Hilfspakets von EU, Europ&amp;#228;ischer Zentralbank und Internationalem W&amp;#228;hrungsfonds. Die Geldgeber haben bereits mit einem Stopp der Milliardenhilfe gedroht, falls sich Athen von dem festgelegten Spar- und Reformkurs verabschiedet. Die n&amp;#228;chste Milliardentranche ist im Juni f&amp;#228;llig. Als Termine f&amp;#252;r eine Neuwahl gelten der 10.oder der 17.Juni. Bis dahin soll ein &amp;#220;bergangspremier amtieren, den Papoulias einsetzen kann. Vorgesehen daf&amp;#252;r ist offenbar der Pr&amp;#228;sident des H&amp;#246;chsten Verwaltungsgerichts, Panajotis Pikramenos. &amp;#220;ber die Formalit&amp;#228;ten der &amp;#220;bergangsregierung soll am Mittwoch beraten werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Sozialistenchef Evangelos Venizelos sprach nach dem Krisentreffen von 'schlimmen Bedingungen' f&amp;#252;r Neuwahlen. Die Chancen f&amp;#252;r eine Einigung erschienen schon vor der etwa zweist&amp;#252;ndigen Sitzung am Dienstag gering. Fotis Kouvelis, der Chef der kleinen Partei Demokratische Linke, die Z&amp;#252;nglein an der Waage h&amp;#228;tte spielen k&amp;#246;nnen, sprach sich gegen eine Technokratenregierung aus, weil sie das Eingest&amp;#228;ndnis w&amp;#228;re, dass die Politik versagt habe. F&amp;#252;r diese Haltung musste sich Kouvelis harte Kritik des Pr&amp;#228;sidenten anh&amp;#246;ren. Alexis Tsipras, der Chef der Radikalen Linken Syriza, strebte auch am Dienstag eine Neuwahl an, bei denen seine Partei nach Umfragen damit rechnen kann, st&amp;#228;rkste Kraft zu werden. Gelingt ihr dies, erh&amp;#228;lt sie nach dem griechischen Wahlrecht einen Zuschlag von 50 Sitzen. Um sicher zu sein, diesen Bonus zu bekommen, will Tsipras sein linkes Parteienb&amp;#252;ndnis in eine richtige Partei verwandeln. Tsipras lehnt das Sparprogramm vehement ab, er m&amp;#246;chte aber Griechenland trotzdem in der Euro-Zone halten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Der Dienstag war in Athen ganz von politischem Tumult gepr&amp;#228;gt. Am Morgen bestritt der Chef der Rechtspartei der Unabh&amp;#228;ngigen Griechen, Panos Kammenos, dass er jemals einen Brief an Papoulias geschickt habe, in dem er sich f&amp;#252;r eine Allparteienregierung ausgesprochen hatte. Kammenos, dessen Partei Platz vier bei den Wahlen am 6. Mai erobert hatte, sprach im Sender Skai von einer 'Provokation' und forderte ein Einschreiten des Staatsanwalts. Der Chef der faschistischen Partei Chrysi Avgi (Goldene Morgenr&amp;#246;te), leugnete in einem Interview, dessen Video im Internet abrufbar war, die Existenz der Gaskammern im Dritten Reich. Regierungssprecher Pantelis Kapsis reagierte scharf und sprach von einer Verunglimpfung von Millionen Holocaust-Opfern, zu denen auch Zehntausende griechische Juden geh&amp;#246;rten. Das Schicksal griechischer Juden in der Nazizeit wird erst seit kurzem in den Schulb&amp;#252;chern des Landes beschrieben. &lt;br /&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546982</link>
      <guid>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546982</guid>
      <pubDate>Tue, 15 May 2012 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Mit der Achterbahn nach NRW</title>
      <description>Hast Du Lust, dich ein bisschen berieseln zu lassen? Dann tritt ein und schau dir unsere f&amp;#252;nf Filmh&amp;#228;ppchen der Woche an! Ob Achterbahnfahren in Buenos Aires, ein Plan f&amp;#252;r das Leben nach dem Tod oder Hannelore Krafts Siegergesang - f&amp;#252;r jeden ist was dabei.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine Stadt, vor allem die, in der man lebt, sollte am besten irgendwie mehr sein als eine Ansammlung von H&amp;#228;usern und Stra&amp;#223;en mit ein bisschen Gr&amp;#252;n drin. Darum macht manch einer die Stadt zur Hindernisstrecke (Wortalarm: Parcouring) oder zum Garten (noch mal Wortalarm: Urban Gardening). Fernando Livschitz hat Gl&amp;#252;ck, dass er Filmemacher ist und so die argentinische Hauptstadt Buenos Aires einfach in einen (surrealen) Vergn&amp;#252;gungspark verwandeln kann. Genauer gesagt in den &amp;#8222;Inception Park&quot; &amp;#8211; in Anspielung auf Christopher Nolans Film. Einsteigen bitte!&lt;span&gt;&amp;#160;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;http://vimeo.com/36874836&lt;span&gt; &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aussteigen bitte! Nach einer kleinen Verschnaufpause geht es aber gleich weiter mit Geschichten aus  dem Bereich des &amp;#220;bernat&amp;#252;rlichen. Denn im folgenden Animationsfilm mit dem sch&amp;#246;nen Namen &amp;#8222;Royal Pain&quot; muss sich eine britische Palastwache von einer kleinen, frisch aus dem Friedhofsboden geschl&amp;#252;pften Plage &amp;#228;rgern lassen. Die hat das niedlichste Totenkopfgesicht, das man sich vorstellen kann, macht Ger&amp;#228;usche wie ein kleines K&amp;#228;tzchen und h&amp;#228;tte sie ein Herz, w&amp;#228;re es wohl ein gutes. Das Mr. Bean-m&amp;#228;&amp;#223;ige Gebrabbel der Personen nervt zwar ein bisschen, aber trotzdem verdient der Film das Pr&amp;#228;dikat &amp;#8222;sehr nett&quot;.&lt;span&gt; &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://vimeo.com/41827408&quot;&gt;http://vimeo.com/41827408&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sehr nett gestaltete sich auch das Internet am vergangenen Sonntag: Zum Muttertag gab es zahlreiche Sag-ihr-wie-gern-du-sie-hast-Aktionen und Mitt Romney und Barack Obama nutzten r&amp;#252;hrende Clips &amp;#252;ber ihr Familienleben f&amp;#252;r den Wahlkampf. Aber nichts davon reichte an einen Film heran, der zwar schon etwas &amp;#228;lter ist, aus gegebenem Anlass aber wieder die Runde machte. Er bricht einem das Herz. Genauer gesagt bricht Jason einem das Herz. Denn er hat seine Mutter verloren und erz&amp;#228;hlt davon. Und dann diese eine Tr&amp;#228;ne!&lt;span&gt;&amp;#160;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://vimeo.com/17576843&quot;&gt;http://vimeo.com/17576843&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es w&amp;#228;re so gut zu wissen, was nach dem Tod kommt, dann br&amp;#228;uchte man sich darum schon mal keine Sorgen mehr zu machen. Wie w&amp;#228;re es, wenn meditative Hintergrundmusik spielte, eine warme Stimme zu einem spr&amp;#228;che und man Schritt f&amp;#252;r Schritt die Konditionen f&amp;#252;r die Digitalisierung des eigenen Bewusstseins festlegen k&amp;#246;nnte? Klingt ja ganz annehmbar, oder? Der junge Webexperte Tom Scott hat ein Video produziert, in dem sich das Ableben im Jahre 2052 ungef&amp;#228;hr so gestaltet. Doch dann gibt es seltsame &amp;#8222;Life Plans&quot;, aus denen zu w&amp;#228;hlen ist, und mit &amp;#8222;illegal mental patterns&quot; und Erinnerungen an &amp;#8222;copyrightet works&quot; kommt man auch nicht so einfach davon. Dann vielleicht doch lieber die Nummer mit dem Licht am Ende des Tunnels.&lt;span&gt;&amp;#160;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=IFe9wiDfb0E&quot;&gt;http://www.youtube.com/watch?v=IFe9wiDfb0E&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So sehen Sieger aus! Zumindest Sieger in Nordrhein-Westfalen. Hannelore Kraft, die jetzt statt Ministerpr&amp;#228;sidentin mit Minderheitenregierung Ministerpr&amp;#228;sidentin mit absoluter Mehrheit sein darf, hat gestern Abend vor den Genossen gut gelaunt &amp;#8222;New York New York&quot; gesungen. Nun ist D&amp;#252;sseldorf zwar nicht gerade New York, aber wahrscheinlich ging es ihr auch eher um die Zeile &amp;#8222;King of the Hill&quot;. Und ansonsten gilt nat&amp;#252;rlich f&amp;#252;r Hannelore wie f&amp;#252;r alle anderen: NRW &amp;#8211; if you can make it there, you can make it anywhere.&lt;span&gt;&amp;#160;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;http://www.youtube.com/watch?v=t71jD9obtlk&amp;amp;feature=youtu.be&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546880</link>
      <guid>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546880</guid>
      <pubDate>Mon, 14 May 2012 18:30:05 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Rostbratwürstchen und Klöße mit Pesto-Feta-Füllung</title>
      <description>Gegessen wird immer, aber jeder macht es anders. In der neuen Kolumne Kosmoskoch widmen wir uns diesem Thema. Ab heute dokumentieren jetzt-User und jetzt-Redakteure jeweils eine Woche lang, was am Abend bei ihnen auf den Tisch kommt und warum.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Woche hat jetzt-Userin &lt;a href=&quot;/jetztpage/paulscousine&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;paulscousine &lt;/a&gt;sich die M&amp;#252;tze des Kosmoskochs aufgesetzt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Montag: &lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/me/mercedes-lauenstein/text/regular/901104.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Unser Internet ist ausgefallen und ich br&amp;#252;lle den halben Tag in Callcentern sitzende Telefonanbietermenschen an. Nat&amp;#252;rlich bringt das nichts. Meine Mitbewohnerin kommt nach einem Monster-Uni-Tag nach Hause und ist genauso schlecht gelaunt wie ich.  Damit alles wieder gut wird, mache ich uns mein Standardcurry. Kokosmilch kochen, Gem&amp;#252;se reinschneiden, unversch&amp;#228;mt viel Curry dazu und mit Reis verputzen. Dazu gibt es Apfelsaftschorle und Chikoreesalat. Weil wir Hunger haben, mache ich nur ein Bild, das ist leider beschlagen. Pardon.     &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Dienstag:&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/me/mercedes-lauenstein/text/regular/901106.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Das Mensa-Essen ist meistens in Ordnung. Heute leider nicht. Es gibt geschmacksneutralen Backfisch mit in Remoulade ertr&amp;#228;nktem Kartoffelsalat. Schmeckt genauso wie's aussieht. Zuhause mache ich darum nochmal Nudeln mit rotem Pesto und Parmesan und ja! Der K&amp;#252;hlschrank gibt noch Schwippschwapp her. F&amp;#252;r das ultimative Geschmackserlebnis nat&amp;#252;rlich aus der Dose.     &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Mittwoch:&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/me/mercedes-lauenstein/text/regular/901108.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Der Tag war lang, es muss schnell gehen. Auf dem Heimweg laufe ich bei meinem Lieblingsasiaten vorbei, der die besten gebratenen Nudeln der Stadt hat. Dort sind aber schon alle beim Saubermachen. &amp;#8222;Um 9 ist Schluss.&quot;, sagt einer durch das Takeout-Fenster. &amp;#8222;Es ist zw&amp;#246;lf vor neun.&quot;, sage ich. Er wieder: &amp;#8222;Um neun ist Schluss.&quot; Und ich: &amp;#8222;Aber es ist doch zw&amp;#246;lf vo-hor!&quot; Er schaut mich betreten an. Dann schiebt er das Fenster zu. Frustriert beschlie&amp;#223;e ich erst gar nichts zu essen, dann google ich Pizzadienste. Egal was ich aussuche, immer liege ich 45 Cent unter dem Mindestbestellwert. Es wird viel geflucht, dann werfe ich einen Blick in den K&amp;#252;hlschrank. Kurz vor Mitternacht steht dann endlich das Abendessen auf dem Tisch: R&amp;#252;hrei und Tomate Mozarella Salat mit frischem Basilikum. Dazu Apfelschorle. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Donnerstag&lt;/strong&gt;:  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/me/mercedes-lauenstein/text/regular/901110.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Es gibt Rostbratw&amp;#252;rstchen mit Sauerkraut. Dazu Bier. Und Fernsehen. Guter Tag.        &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Freitag:&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/me/mercedes-lauenstein/text/regular/901112.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Ich esse gerne Obst, aber schmei&amp;#223;e viel zu viel weg, weil ich es im Obstkorb vergesse. Damit das nicht schon wieder passiert, mache ich heute Obstsalat. Dazu gibt es Grie&amp;#223;brei mit Zimt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Samstag:&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/me/mercedes-lauenstein/text/regular/901114.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/me/mercedes-lauenstein/text/regular/901116.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Mama schickt selbstgemachte Marmelade. Heute: Johannisbeere. Die ist himmlisch und so gibt es nachmittags Blutorangentee und Marmeladenwaffeln. Die Waffeln sind leider aus dem Toaster. Zum Geburtstag w&amp;#252;nsche ich mir ein Waffeleisen.     Abends gibt es Kl&amp;#246;&amp;#223;e mit Pesto-Feta-F&amp;#252;llung und Gem&amp;#252;se in Tomatenso&amp;#223;e. Macht viel her, ist aber eigentlich ganz simpel.      &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Sonntag: &lt;br /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/me/mercedes-lauenstein/text/regular/901118.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/me/mercedes-lauenstein/text/regular/901120.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;Nachdem wir ein paar Wochen lang keinen Herd in der WG hatten, gibt es jetzt gro&amp;#223;en Nachholbedarf im Backofenressort, das hei&amp;#223;t: Pizza. Die gibt es bei uns st&amp;#228;ndig. Heute ein Drittel Tomate Mozzarella Basilikum und zwei Drittel Salami Paprika K&amp;#228;se.  Wegen akutem Hunger gibt es ein paar Radieschen zur Vorspeise. Au&amp;#223;erdem war schon alles aufgegessen, als mir eingefallen ist, dass ich ein Foto h&amp;#228;tte machen sollen. Deshalb gibt es nur das Vorherbild. Man m&amp;#246;ge das entschuldigen. Wir waren wohl delirisch.                 &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Auf der n&amp;#228;chsten Seite liest du den ausgef&amp;#252;llten Fragebogen von paulscousine.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Welchen Stellenwert hat Essen in deinem Leben? &lt;br /&gt;&lt;/strong&gt; Essen macht Spa&amp;#223;. Mal ehrlich, man kann richtig furchtbare Tage mit einem leckeren Essen in gro&amp;#223;artige verwandeln. Wenn ich viel zu tun habe, ist Essen aber immer das erste, was ich vernachl&amp;#228;ssige. Ein leerer K&amp;#252;hlschrank und Fastfoodmist ist dann keine Seltenheit. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Was ist dir beim Essen oder Essen-einkaufen besonders wichtig?&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;Hauptsache es schmeckt. Gesund ist von Vorteil, aber nicht immer Kriterium Nummer eins.        &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Erinnerst du dich, wann du zum ersten Mal f&amp;#252;r dich selbst gekocht hast und wer dir das Kochen beigebracht hat? &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Wenn meine Eltern aus waren, musste ich mir manchmal selbst Abendessen machen. Begonnen habe ich mit Tortellini und So&amp;#223;e. Die So&amp;#223;e habe ich selbst gemacht. Sahne und Tomatenmark verr&amp;#252;hren, warm machen. Mann, war ich stolz.  Beigebracht hat mir das Kochen eigentlich niemand. Meine Mutter gibt Tipps, aus Kochb&amp;#252;chern kommt der Rest, aber richtig kochen kann ich sowieso nicht. Im Bekochtwerden seh ich allerdings mein gro&amp;#223;es Talent. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Was war dein Lieblingsessen als Kind? &lt;br /&gt;&lt;/strong&gt; Pfannkuchen mit Mamas Marmelade. Gab es nicht so h&amp;#228;ufig, aber wenn doch, roch es schon im Treppenhaus danach. Schulranzen in die Ecke pfeffern und Pfannkuchenwettessen mit dem Bruder machen. Er hat meistens gewonnen.     &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Was ist dein aktuelles Lieblingsessen? &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Ich liebe Avocado. Auf K&amp;#252;rbiskernbrot mit Tomate. Oder einfach salzen und pfeffern und aus der Schale l&amp;#246;ffeln.        &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Was magst du gar nicht? &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Ente. Bei dem Geruch nehme ich Rei&amp;#223;aus. Und alles mit Merrettich kann ich partout nicht runterschlucken.     &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Mittags warm und abends kalt, oder andersherum?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Ich esse mittags meistens gar nichts. Eher nur ein Brot zwischendurch. Darum muss es abends schon etwas Warmes sein.        &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Wo isst du am liebsten - am Tisch oder auf dem Sofa?&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt; Eigentlich esse ich gerne im Bett. Da ich das Kr&amp;#252;melproblem aber noch nicht gel&amp;#246;st habe, wird es meistens die K&amp;#252;che. Viel zu oft esse ich am Schreibtisch vor dem Computer.     &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Was trinkst du zum Essen&lt;/strong&gt;?  &lt;br /&gt;Saftschorlen, Wasser, manchmal auch Bier. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Wie oft gehst du ausw&amp;#228;rts essen und: hast du ein Lieblingsrestaurant? &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Selten, weil es f&amp;#252;r mich einfach zu teuer ist. Wenn es aber doch mal sein darf, gehe ich gern ins Nage und Sauge.        &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Was isst du, wenn es schnell gehen muss? &lt;br /&gt;&lt;/strong&gt; Nudeln mit Pesto. Wenn es ganz schnell gehen muss, reicht auch eine Banane. Am besten mit Nutella.        &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Was war das aufwendigste Gericht deines Lebens? &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt; Ich kann zwar nicht kochen, aber im Backen bin ich richtig gut. Das Aufwendigste war also wahrscheinlich eine Torte. Mit F&amp;#252;llung und Schokoladen&amp;#252;berzug und Verzierungen. Daf&amp;#252;r steht man zeimlich lang in der K&amp;#252;che. Aber es lohnt sich.        &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Hast du ein Standard-Vorf&amp;#252;hrgericht, wenn Freunde oder deine Eltern zu Besuch kommen?&lt;/strong&gt; &lt;br /&gt;Sahne mit Zwiebelsuppe verr&amp;#252;hren, &amp;#252;ber Putenschnitzel geben und &amp;#252;berbacken. Dazu Reis und Salat. Das einfachste Gericht der Welt. Kommt aber immer gut.     &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Welchen jetzt-User oder jetzt-Redakteur m&amp;#246;chtest du als Kosmoskoch sehen? &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Aenschela. Ich meine mich zu erinnern, dass sie mal ihr Essen fotografierte. Und bei ihr sind die Bilder bestimmt sch&amp;#246;n anzusehen.&lt;span&gt;&amp;#160;&lt;/span&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546120</link>
      <guid>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546120</guid>
      <pubDate>Mon, 14 May 2012 18:30:03 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Union der Ängstlichen</title>
      <description>Aus Furcht vor Iran und Revolten wollen die arabischen Golfstaaten enger zusammenarbeiten&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Kairo - Das Fr&amp;#252;hjahr 2011 hat die K&amp;#246;nige und Emire am Persischen Golf aufgeschreckt. Die Aufst&amp;#228;nde in der Arabischen Welt und das Ende von Machthabern wie Hosni Mubarak, Zine El-Abidine Ben Ali oder Muammar al- Gaddafi haben den Monarchen und F&amp;#252;rsten klar gemacht, wie schnell auch ihre oft nur von den &amp;#214;l-Milliarden getragene Herrschaft in sich zusammenst&amp;#252;rzen k&amp;#246;nnte. Nun wollen die Golf-Staaten Saudi-Arabien, Oman, Kuwait, Katar, Bahrain und Vereinigte Arabische Emirate sich fester zusammenschlie&amp;#223;en: Die Rede ist von einer engeren politischen Union der im Golf-Kooperationsrat GCC zusammen geschlossenen L&amp;#228;nder. Von einem starken regionalen Block am Golf und einer Art 'Arabischer EU' also. Dabei warnen die Monarchen vor Gefahren, die sie durch den aufstrebenden Nachbarn Iran ausgehen sehen. Aber daneben geht es den Monarchen darum, Revolten ihrer Untertanen vorzubeugen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/je/jetzt-redaktion/text/regular/903066.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Im Mittelpunkt des Treffens der arabischen Herrscher am Montag im saudischen Riad stand eine Teil-Union zwischen dem &amp;#214;l-Giganten Saudi-Arabien und dem Winzling Bahrain. Der kleine Inselstaat wird seit einem Jahr von einem Aufstand ersch&amp;#252;ttert. Ohne das milit&amp;#228;rische Eingreifen der Saudis h&amp;#228;tte das sunnitische K&amp;#246;nigshaus al-Khalifa die Revolte seiner schiitischen Bev&amp;#246;lkerungsmehrheit m&amp;#246;glicherweise nicht &amp;#252;berlebt. De facto war Bahrain schon vorher fast eine Provinz des gro&amp;#223;en Nachbarn: Riad l&amp;#228;sst den Inselstaat Teile eines seiner &amp;#214;lfelder ausbeuten und f&amp;#252;llt die Kassen Bahrains auf, dass sich mangels eigenem &amp;#214;l als Bank- und Dienstleistungszentrum am Golf pr&amp;#228;sentiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Riads Milit&amp;#228;rhilfe gegen die aufst&amp;#228;ndischen Schiiten hat die Abh&amp;#228;ngigkeit Bahrains weiter verst&amp;#228;rkt. 'Die Herausforderungen, die sich stellen - sei es Sicherheit oder anderes - k&amp;#246;nnen am Besten in einer verst&amp;#228;rkten Union gemeistert werden', redete ein Regierungssprecher Bahrains das Dilemma klein. Saudi-Arabiens K&amp;#246;nig Abdullah hatte Ende vergangenen Jahres gefordert, die sechs Golfstaaten sollten sich politisch und wirtschaftlich weit enger zusammenschlie&amp;#223;en als es im GCC bisher der Fall ist. 'Alle wissen, dass unsere Sicherheit und Stabilit&amp;#228;t bedroht sind', sagte der greise Monarch zu den Regenten. Abdullah zielt mit seiner Unions-Idee einerseits auf den Iran ab, dessen Hegemonial-Ambitionen er f&amp;#252;rchtet. Andererseits stellte der Saudi mit dem Ruf nach einer integrierten Golf-Union klar, dass die GCC-Staaten sich auf Revolten vorbereiten m&amp;#252;ssten: 'Wer nicht handelt, findet sich am Ende der Karawane wieder und ist verloren.'&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Mit dem Vorschlag verfolgen der GCC und seine die wirtschaftliche und milit&amp;#228;rische Vormacht Saudi-Arabien also eine Doppelstrategie. Das Aufstreben des Irans soll gestoppt werden. Die Saudis h&amp;#228;ngen der rigorosen sunnitischen Wahabi-Theologie an und sehen in den schiitischen Persern Ketzer. Das Religi&amp;#246;se ist aber Deckmantel: Iran mit seinen fast 80 Millionen Einwohner - das sind mehr als doppelt so viele , wie in Saudi-Arabiens leben - r&amp;#252;stet auf. Er bleibt trotz internationaler Sanktionen wegen seiner &amp;#214;lvorkommen wirtschaftlich stark, erhebt Anspr&amp;#252;che auf den Persischen Golf. Durch die Wasserstra&amp;#223;e werden weite Teile des arabischen &amp;#214;ls auf die Weltm&amp;#228;rkte verschifft. Wie tief der Streit geht, zeigt sich am Gezerre um den Namen: Was f&amp;#252;r Teheran der Persische Golf ist, nennen Araber lieber 'Arabischer Golf'.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Die Revolte der Schiiten in Bahrain und der durch einen wenig tragf&amp;#228;higen GCC-Kompromiss f&amp;#252;rs Erste beendete Aufstand im Jemen haben den Golf-F&amp;#252;hrern aber auch gezeigt, dass die arabische Halbinsel nicht immun ist gegen Revolten, wie sie andere Staaten der Gro&amp;#223;region ersch&amp;#252;ttern. Besonders die Schiiten-Rebellion in Bahrain wird von den Saudis als Gefahr empfunden. Im Osten Saudi-Arabiens, wo die &amp;#214;lfelder liegen, leben ebenfalls Schiiten: Die Minderheit f&amp;#252;hlt sich an den Rand gedr&amp;#228;ngt und rebelliert ebenso regelm&amp;#228;&amp;#223;ig wie erfolglos gegen den Wahabi-Staat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Die Idee einer Golf-Union selbst ist nicht neu: Wirtschaftlich hat sich die Zusammenarbeit der sechs GCC-Staaten aber nur langsam entwickelt. Die Idee einer gemeinsamen W&amp;#228;hrung kommt nicht voran. Politisch und milit&amp;#228;risch aber haben sich die Monarchien schon lange zusammen getan. Unter dem Eindruck der iranischen Revolution schlossen sie sich 1981 zum GCC zusammen. Ziel war, den von Teheran angedrohten 'Export' der schiitisch-islamischen Revolution abzuwehren. Aber auch wenn sie sich im GCC um eine enge milit&amp;#228;rische Zusammenarbeit bem&amp;#252;hen, sind die bilateralen Verteidigungsanstrengungen einzelner GCC- Mitglieder - vor allem mit den USA - bis heute wichtiger als die gemeinsame R&amp;#252;stungspolitik. Bahrain ist die Basis der 5. US-Flotte, Katar beherbergt das US- Regional-Hauptquartier.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Bisher fehlt den K&amp;#246;nigen und Emiren aber auch die Zustimmung ihrer V&amp;#246;lker: 'Wir bitten die F&amp;#252;hrer Saudi-Arabiens und Bahrains, diesen Schritt zu &amp;#252;berdenken', erkl&amp;#228;rte das 'Golf-Forum f&amp;#252;r die Zivilgesellschaft'. Bahrains wichtigste Oppositionspartei Al-Wefaq wurde deutlicher: Die Union diene nur dazu, den Ruf nach Reformen zu unterdr&amp;#252;cken. Ohne Referendum sei jede 'Union von GCC-Staaten inakzeptabel'.</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546908</link>
      <guid>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546908</guid>
      <pubDate>Mon, 14 May 2012 18:30:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Jeder für sich</title>
      <description>Die EU-L&amp;#228;nder sollen selbst entscheiden, ob sie die Fu&amp;#223;ball-EM in der Ukraine boykottieren. Dennoch muss sich die Ukraine auf eine h&amp;#228;rtere Gangart seitens der EU einstellen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Br&amp;#252;ssel - Die Europ&amp;#228;ische Union wird nicht zu einem Boykott jener Spiele der Fu&amp;#223;balleuropameisterschaft aufrufen, die in der Ukraine stattfinden. Das ergab sich am Montag aus Beratungen der Au&amp;#223;enminister der EU. Vor allem er polnische Amtschef Radek Sikorski riet dem Vernehmen nach zu Vorsicht. Man d&amp;#252;rfe, sagte er unter Zustimmung fast aller osteurop&amp;#228;ischen Mitgliedsl&amp;#228;nder, die Ukraine &quot;nicht den Russen in die Arme&quot; treiben. Ohne die EU-Kommission beim Namen zu nennen, die demonstrativ nicht zu den Spielen reisen will, forderte er seine Kollegen auf, in die Ukraine zu reisen und dort Erkl&amp;#228;rungen abzugeben. Das bewirke mehr. Polen ist mit der Ukraine Gastgeber der Fu&amp;#223;ball-EM.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Unter an den anderen EU-L&amp;#228;ndern ist die Haltung unterschiedlich. W&amp;#228;hrend &amp;#214;sterreich stark f&amp;#252;r einen Boykott pl&amp;#228;dierte, war etwa Spanien sehr zur&amp;#252;ckhaltend. Man wolle sich noch nicht festlegen, weil man noch nicht sagen k&amp;#246;nne, ob der K&amp;#246;nig oder der Ministerpr&amp;#228;sident ein Endspiel in Kiew boykottieren, in dem die spanische Mannschaft steht - womit Madrid offenbar rechnet. So soll es, wie Diplomaten berichten, jedem &amp;#252;berlassen bleiben und national entschieden werden, ob man teilnimmt oder wegbleibt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/je/jetzt-redaktion/text/regular/903068.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;em&gt;&lt;span style=&quot;color:#999999;&quot;&gt;Die EU erwartet von Viktor Janukowitsch eine umgehende Besserung der Lage Julia Timoschenkos.&amp;#160;&lt;/span&gt;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Dennoch muss die Ukraine sich auf eine leicht h&amp;#228;rtere Gangart der EU einstellen. Die Minister einigten sich darauf, dass das l&amp;#228;ngst ausgehandelte Assoziierungsabkommen mit der Ukraine nicht vor den dortigen Wahlen im Oktober unterzeichnet wird. Dann &quot;wird es sich zeigen, ob wir es mit einer Regierung zu tun haben, die die europ&amp;#228;ischen Werte respektiert&quot;, sagte der luxemburgische Au&amp;#223;enminister Jean Asselborn der SZ. Zugleich will die EU weiter im politischen Gespr&amp;#228;ch mit der Ukraine bleiben. Am heutigen Dienstag findet einer der regelm&amp;#228;&amp;#223;igen Assoziationsr&amp;#228;te der EU mit der Ukraine statt. Dem Vernehmen nach aber auf protokollarisch niedrigerem Niveau als geplant, da der ukrainische Staatspr&amp;#228;sident Viktor Janukowitsch eine Zusage &amp;#252;ber eine bestimmte Gesetzes&amp;#228;nderung nicht eingehalten habe, die er Kommissionschef Jos&amp;#233; Manuel Barroso und dem Pr&amp;#228;sidenten des Europ&amp;#228;ischen Rates Herman Van Rompuy nach Auskunft von Diplomaten gegeben hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Was die EU umgehend von Janukowitsch erwarte, sei eine &quot;sichtbare Verbesserung der Lage von Frau Timoschenko&quot;, sagte Schwedens Au&amp;#223;enminister Carl Bildt. Und die Staatssekret&amp;#228;rin im Ausw&amp;#228;rtigen Amt, Emilie Haber, die Au&amp;#223;enminister Guido Westerwelle vertrat, nannte drei Kriterien, an denen die Ukraine gemessen werde: rechtsstaatliche Verh&amp;#228;ltnisse, freie Wahlen und Fortf&amp;#252;hrung der inneren Reformen. Die Minister beklagten auch die Korruption und die Unsicherheiten f&amp;#252;r Investoren. Janukowitsch scheinen europ&amp;#228;ische Drohungen derweil nicht sehr zu beeindrucken. Einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa zufolge sagte er am Montag: &quot;Wenn jemand nicht in die Ukraine reisen will, dann ist das seine Sache.&quot;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546906</link>
      <guid>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546906</guid>
      <pubDate>Mon, 14 May 2012 18:30:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Später Einfall</title>
      <description>Zum ersten Mal k&amp;#246;nnen Tatort-Fans im Internet selbst die T&amp;#228;ter ermitteln. Dazu haben sie Zugang zu Vernehmungsprotokollen und Beweismaterial aus der Sendung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erstmals in mehr als 40 Jahren Tatort wurde das Fernsehpublikum aufgerufen, den T&amp;#228;ter im Internet selbst aufzusp&amp;#252;ren. Das habe, wie der S&amp;#252;dwestrundfunk (SWR) an diesem Montag vermeldete, am Sonntagabend zeitweilig den Server der &amp;#246;ffentlich-rechtlichen Anstalt &amp;#252;berlastet. In der Episode &quot;Der Wald steht schwarz und schweiget&quot; wurde Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) von f&amp;#252;nf jungen M&amp;#228;nnern entf&amp;#252;hrt, die zuvor ihre Erzieherin umgebracht hatten. Am Ende wird Odenthal befreit, aber man wei&amp;#223; nicht, wer der M&amp;#246;rder ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/je/jetzt-redaktion/text/regular/903064.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;em&gt;&lt;span style=&quot;color:#999999;&quot;&gt;30000 Zuschauer beteilgten sich bislang an den Ermittlungen im Internet.&lt;/span&gt;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Durchschnittlich 8,37 Millionen Zuschauer (Marktanteil; 24,7 Prozent) sahen den Krimi im Ersten, bis zum Nachmittag dieses Montags beteiligten sich nach SWR-Angaben 30000 Menschen am Point-and-Click-Adventure auf der SWR- oder ARD-Homepage. Jeder Internet-Ermittler kann auf Vernehmungsprotokolle und Berichte der Spurensicherung zugreifen, Beweise sammeln. Mancher habe, so eine SWR-Sprecherin, den M&amp;#246;rder auch schon &amp;#252;berf&amp;#252;hrt. Sp&amp;#228;testens am kommenden Wochenende, bevor die ARD den n&amp;#228;chsten Polizeiruf (aus Halle) ausstrahlt, soll eine Audiodatei die Aufkl&amp;#228;rung liefern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Geplant wurde &quot;Der Wald steht schwarz und schweiget&quot; allerdings nicht als multimediales Ereignis. Das Drehbuch, l&amp;#228;sst der SWR auf SZ-Anfrage mitteilen, &quot;wurde von Dorothee Sch&amp;#246;n nicht mit Blick auf das Internetspiel geschrieben&quot;. Die Idee dazu sei erst sp&amp;#228;ter in der Fernsehfilmredaktion des SWR entwickelt worden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Geschichten, die nicht auf dem M&amp;#246;rder-Prinzip beruhen, wurden in der Tatort-Reihe immer wieder erz&amp;#228;hlt. 2009 zum Beispiel fahndeten die M&amp;#252;nchner Kommissare Batic (Miroslav Nemec) und Leitmayr (Udo Wachtveitl) im Gewerkschaftsmilieu. Am Ende kam heraus, dass sich der Tote, ein Journalist, selbst das Leben genommen hatte. Auch im Herbst des vergangenen Jahres basierte der Fall, den der verdeckte Ermittler Cenk Batu in Hamburg zu l&amp;#246;sen hatte, nicht auf einem Mord. Batu wurde in ein Terrornetzwerk eingeschleust und sollte einen Anschlag verhindern.&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546904</link>
      <guid>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546904</guid>
      <pubDate>Mon, 14 May 2012 18:30:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Heimspiel im Wohnzimmer</title>
      <description>Die 'Toten Hosen' sind 30 Jahre alt und spielen f&amp;#252;r treue Fans. Sie besuchen Punks, Feuerwehrm&amp;#228;nner, Urologen - und zum Finale Ingo zu Hause in D&amp;#252;sseldorf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;James Brown begr&amp;#252;&amp;#223;t die Partyg&amp;#228;ste. &quot;I feel good!&quot;, qu&amp;#228;kt die 30 Zentimeter hohe batteriebetriebene Plastikfigur auf der Kommode im engen Flur. Im Wohnzimmer singen 50 Leute aus vollem Hals: &quot;Ol&amp;#233;, Ol&amp;#233;, Ol&amp;#233;, Fortuna, Ol&amp;#233;!&quot; Alle tragen die rot-wei&amp;#223;en Trikots des Fu&amp;#223;ballvereins Fortuna D&amp;#252;sseldorf, alle schwenken Fanschals. Es ist sehr warm, sehr eng und sehr laut. Dabei hat das Fest noch nicht mal begonnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Der Raum, in dem sich die Fortuna-Fans warmsingen, ist 4,80 Meter mal 8 Meter gro&amp;#223;. Ingo Forsthofer hat sein Wohnzimmer freiger&amp;#228;umt, um Platz zu schaffen f&amp;#252;r Boxen, Schlagzeug, Mikro-St&amp;#228;nder und Gitarren. In der dunkelbraunen Schrankwand hat der Gastgeber einige Gegenst&amp;#228;nde so drapiert, dass sie wie ein ironischer Kommentar wirken: die Single &quot;Hinter den Kulissen von Paris&quot; von Mireille Mathieu, eine verschn&amp;#246;rkelte Standuhr, das Buch &quot;Ich wollte Hosen&quot; von Lara Cardella. &quot;Wir wollen Hosen!&quot;, skandiert das Publikum, und dann legen sie los, die Hosen, mit dem Titel &quot;Strom&quot;. &quot;Wir sind au&amp;#223;er uns&quot;, schreit Campino, &quot;au&amp;#223;er Rand und Band&quot;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; In Ingos Wohnzimmer ist daraufhin eine Explosion von aufgestauter Energie zu beobachten. Halbnackte Menschen h&amp;#252;pfen johlend und rempelnd im Zimmer herum, Experten nennen dieses seltsame Verhalten Pogo. Enthemmt kreischende M&amp;#228;dchen surfen auf den H&amp;#228;nden des Publikums, haarscharf an der gusseisernen H&amp;#228;ngelampe vorbei. Es dauert nicht lange, dann tropft Schwei&amp;#223; von der Decke, die ersten M&amp;#246;bel gehen zu Bruch. Der Gastgeber ist mit der Entwicklung der Party trotzdem sehr einverstanden. Schlie&amp;#223;lich gibt es aus seiner Sicht zwei Anl&amp;#228;sse, die wichtiger sind als der Zustand der Wohnungseinrichtung: Die Toten Hosen feiern bei ihm zu Hause ihr 30-j&amp;#228;hriges Bestehen, und Fortuna D&amp;#252;sseldorf steht kurz vor dem Aufstieg in die Fu&amp;#223;ball-Bundesliga, das entscheidende Spiel gegen Hertha Berlin findet an diesem Dienstag statt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Die Toten Hosen sind seit 30 Jahren im Musikgesch&amp;#228;ft und haben mehr als15 Millionen Alben verkauft. Sie sind schon vor 300000 Leuten bei einem Festival in Polen aufgetreten, und nun stehen sie in der Wohnung von Ingo Forsthofer in der D&amp;#252;sseldorfer Schneider-Wibbel-Gasse und spielen f&amp;#252;r 50 Leute - gratis und exklusiv. Auf ihrer &quot;Magical Mystery Tour&quot; sind sie vier Wochen lang in Europa unterwegs gewesen. Sie haben etwa eine Punk-WG in Gie&amp;#223;en besucht, die Freiwillige Feuerwehr von G&amp;#228;ufelden in Baden-W&amp;#252;rttemberg und die Urologische Abteilung des Krankenhauses Ingolstadt. &quot;Jeder einzelne Auftritt war wie der Besuch auf einem neuen Planeten&quot;, sagt Campino in D&amp;#252;sseldorf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Das Wohnzimmer-Konzert am Sonntagabend war der Abschluss der Tour. Es war auch eine Reise zur&amp;#252;ck zu den Wurzeln der Band. Die B&amp;#252;hnenkarriere der Toten Hosen begann 1982 im &quot;Magazinkeller&quot; des Bremer Schlachthofs. Irrt&amp;#252;mlich waren sie damals als &quot;Die Toten Hasen&quot; angek&amp;#252;ndigt worden, was aber den Aufstieg der Band nicht verhinderte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Mit ihrem Erfolg haben die Toten Hosen lange nicht gerechnet. &quot;Wir wollten gar nicht ber&amp;#252;hmt werden&quot;, sagt Campino, &quot;wenn uns jemand Benzingeld, Bier und einen Platz zum Schlafen gegeben hat, waren wir schon happy.&quot; Nach dem Freibier-Prinzip sollte auch die Jubil&amp;#228;umstour ablaufen. &amp;#220;ber die Tote-Hosen-Website konnte sich jeder f&amp;#252;r einen Privatauftritt bewerben. &quot;Wenn ihr starke Nerven, tolerante Nachbarn sowie eine gute Hausratversicherung habt und abenteuerlustig genug seid&quot;, hie&amp;#223; es in der Ausschreibung, &quot;dann freuen wir uns auf Eure Vorschl&amp;#228;ge!&quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/je/jetzt-redaktion/text/regular/903056.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;em&gt;&lt;span style=&quot;color:#999999;&quot;&gt;Aus Treue zu ihren Fans haben die Toten Hosen vier Wochen lang in WGs und Krankenh&amp;#228;usern gespielt.&lt;/span&gt;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; 4500 Fans bewarben sich, 20 bekamen den Zuschlag. Ingo Forsthofer schickte einen Film, in dem er sein Haus vorstellte, das an der &quot;spanischen Meile&quot; liegt, einem Teil der Fu&amp;#223;g&amp;#228;ngerzone mit spanischen und argentinischen Restaurants. Der 31-J&amp;#228;hrige w&amp;#228;hlte das Motto &quot;Rot-Wei&amp;#223;&quot; f&amp;#252;r die Party, was perfekt passte, weil die Toten Hosen als gr&amp;#246;&amp;#223;te Fortuna-Fans weltweit gelten. Die Band half dem zeitweise maroden Club sogar mal finanziell aus der Patsche. Beim Wohnzimmerkonzert sind die Grenzen zwischen Stadionges&amp;#228;ngen und Hosen-Liedgut flie&amp;#223;end, bei den Fortuna-Ol&amp;#233;-Rufen rastet das Publikum derma&amp;#223;en aus, dass man sich Gedanken &amp;#252;ber die Statik des Altbaus machen muss. Eine Frau holt sich beim Pogo ein blaues Auge, zu gr&amp;#246;beren Verletzungen kommt es nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Nat&amp;#252;rlich sieht das alles wild aus, aber es ist nicht mehr die pure Anarchie wie fr&amp;#252;her zu den Anfangszeiten der Band. Beim Konzert in D&amp;#252;sseldorf sind Kamerateams dabei, die Wohnzimmertour ist gut f&amp;#252;rs Image, und nebenbei wird f&amp;#252;r das neue Album &quot;Ballast der Republik&quot; geworben. Diese Art von Marketing betreibt die Band aber so herzhaft, dass es nicht negativ auff&amp;#228;llt. Im Selbstvermarkten und Geldverdienen mit liebevoll-ironischer Note sind die Toten Hosen gut, die Alt-Punker verh&amp;#246;kern &amp;#252;ber ihre Merchandising Firma &quot;Kauf mich&quot; DVDs, T-Shirts, Ledergeldb&amp;#246;rsen, Uhren und sogar Wein - trockenen Riesling der Sorte &quot;Wei&amp;#223;es Rauschen&quot;, sechs Flaschen f&amp;#252;r 66 Euro.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Bei Ingos Wohnzimmerparty gibt es kein Wei&amp;#223;es Rauschen, sondern Altbier vom Fass. Vor dem Haus hat sich schnell eine Menschentraube gebildet, die Band hat die Fenster im ersten Stock ge&amp;#246;ffnet und zwei Boxen rausgestellt. Campino singt mal in Richtung Wohnzimmer, mal in Richtung Stra&amp;#223;e. Es ist sehr unterhaltsam, die entsetzten Blicke der Touristen zu beobachten, die nicht verstehen, warum da ein halbnackter, schwitzender Mann auf dem Fensterbrett &amp;#252;ber einem spanischen Restaurant sitzt und laut &quot;Arschloch!&quot; in ein Mikrofon br&amp;#252;llt - und daf&amp;#252;r auch noch frenetisch gefeiert wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; F&amp;#252;r die Toten Hosen ist das Finale der Wohnzimmertour, mitten in der D&amp;#252;sseldorfer Altstadt, ein herzerw&amp;#228;rmendes Heimspiel. Der FC Bayern hat am Vortag das DFB-Pokalfinale verloren, Fortuna D&amp;#252;sseldorf steht vor dem Aufstieg in die Erste Bundesliga. Zwei Ereignisse, die dem erkl&amp;#228;rten FC-Bayern-Hasser und hartn&amp;#228;ckigen Fortuna-Fan Campino sehr, sehr gute Laune machen. Der Hosen-S&amp;#228;nger l&amp;#228;sst keine Gelegenheit aus, um gegen den &amp;#252;blicherweise so erfolgreichen Club aus dem S&amp;#252;den zu st&amp;#228;nkern, den er f&amp;#252;r einen reichen, arroganten Schei&amp;#223;verein h&amp;#228;lt. &quot;Wir w&amp;#252;rden nie zum FC Bayern M&amp;#252;nchen gehen&quot;, hei&amp;#223;t ein Schm&amp;#228;hlied der Toten Hosen, doch es kam anders. Sie mussten vergangene Woche dann eben doch zum FC Bayern gehen. Der ehemalige Bayern-Profi Jens Jeremies hatte sich, so wie alle anderen Fans auch, online beworben und den Zuschlag erhalten f&amp;#252;r ein Gastspiel der Hosen. Es soll recht laut und lustig gewesen sein im Partykeller von Jeremies. &quot;Nat&amp;#252;rlich haben wir in Jens&quot; Keller auch das Bayern-Lied gespielt&quot;, sagt Campino.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Ingos Wohnung hat dann am Ende schwer gelitten unter der Feier. Der Teppich ist bedeckt von Konfetti, Zigarettenkippen und Bierlachen, eine Bank ist unter dem Gewicht eines Fotografen zusammengekracht und liegt nun in Tr&amp;#252;mmern in der Ecke. Jemand hat die Tapete mit Filzstift beschriftet, der Text ist nicht einmal ann&amp;#228;hernd jugendfrei und darum eher schlecht wiederzugeben. Gastgeber Ingo ist dennoch hochzufrieden, mit seiner Party und dem Auftritt der Band. &quot;Man merkt, dass es von Herzen kommt&quot;, sagt Ingo, der selbst Musiker ist und in einer Hobbyband singt. Nach den Zugaben wirken Zuh&amp;#246;rer und Band wie eine Fu&amp;#223;ballmannschaft nach einem harten Relegationsspiel mit Verl&amp;#228;ngerung und Elfmeterschie&amp;#223;en. Alle sind schwei&amp;#223;gebadet und abgek&amp;#228;mpft. Jetzt m&amp;#252;sste nur noch Fortuna aufsteigen, dann w&amp;#228;re das Gl&amp;#252;ck perfekt f&amp;#252;r die Toten Hosen und ihre Fans.&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546902</link>
      <guid>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546902</guid>
      <pubDate>Mon, 14 May 2012 18:30:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Eine Zukunft namens Lindner</title>
      <description>Niemand h&amp;#228;tte der FDP bei der Wahl in Nordrhein-Westfalen ein derartiges Ergebnis zugetraut. Nun wird erwartet, dass Philipp R&amp;#246;sler auf Bundesebene nachzieht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als er hier auf den Tag genau vor f&amp;#252;nf Monaten seinen R&amp;#252;cktritt als Generalsekret&amp;#228;r verk&amp;#252;ndete, verabschiedete sich Christian Lindner mit einem tapferen &quot;Auf Wiedersehen&quot;. An diesem Montag sah man ihn an gleicher Stelle, im Foyer der FDP-Parteizentrale, wieder. Diesmal hatte er f&amp;#252;r seine Zuh&amp;#246;rer zum Schluss ein locker-fr&amp;#246;hliches rheinisches &quot;Tsch&amp;#252;ss&quot; parat. Dazwischen lag ein bemerkenswert schnelles Comeback und ein Wahlergebnis in Nordrhein-Westfalen, das vor wenigen Wochen kaum jemand f&amp;#252;r m&amp;#246;glich gehalten hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/je/jetzt-redaktion/text/regular/903058.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&lt;span style=&quot;color:#999999;&quot;&gt;&lt;i&gt;Soll die Zukunft der FDP mit gestalten: Christian Lindner.&lt;br /&gt;&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt; Lindners Erfolg und der des Schleswig-Holsteiners Wolfgang Kubicki eine Woche zuvor verschaffen dem angeschlagenen Bundesvorsitzenden Philipp R&amp;#246;sler eine Atempause. Die vielen Skeptiker in der Partei, die R&amp;#246;slers Bef&amp;#228;higung zum Spitzenmann bezweifeln, d&amp;#252;rften f&amp;#252;r eine gewisse Zeit verstummen. Aber R&amp;#246;sler wei&amp;#223; selbst, dass er jetzt auch auf Bundesebene bessere Umfragewerte liefern muss. Nicht ohne Grund spricht er vom &quot;Vorschussvertrauen&quot; der Landtagsw&amp;#228;hler, das nun durch solide Regierungsarbeit in Berlin gerechtfertigt werden m&amp;#252;sse. Andernfalls wird die Personaldebatte schnell wieder aufflammen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Am Montag brachte R&amp;#246;sler die beiden Wahlsieger Lindner und Kubicki mit zur Pressekonferenz, um Geschlossenheit zu demonstrieren, aber auch, um von ihrem Erfolg zu profitieren. Am Ende waren es doch die Regionalmatadore, die selbstbewusst den Ton angaben. Alle drei waren sich einig, dass Lindner und Kubicki auch ohne formales Amt, nur kraft ihrer Pers&amp;#246;nlichkeit in der Bundespartei richtungsweisend sind. Er habe gelernt, spottete der ge&amp;#252;bte Quertreiber Kubicki in gewohnter Manier, wie schnell man vom Unsympathen zum Sympathietr&amp;#228;ger werden k&amp;#246;nne. Mittlerweile fl&amp;#246;gen ihm geradezu die Herzen zu.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Von Kubicki droht dem Parteichef R&amp;#246;sler au&amp;#223;er Sottisen keine direkte Gefahr. Auch Lindner, der sein Verh&amp;#228;ltnis zu R&amp;#246;sler als &quot;ordentlich&quot; beschrieb, hat vorerst wohl keine Ambitionen auf das Spitzenamt. Er will, so versichert er, die n&amp;#228;chsten f&amp;#252;nf Jahre die Landtagsfraktion in D&amp;#252;sseldorf f&amp;#252;hren. Die l&amp;#228;ngerfristige Perspektive aber hat Kubicki am Montag mit Blick auf Christian Lindner ganz eindeutig aufgezeigt: &quot;Er ist die Zukunft, ich bin die Vergangenheit.&quot;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546900</link>
      <guid>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546900</guid>
      <pubDate>Mon, 14 May 2012 18:30:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>"Einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht."</title>
      <description>In den USA haben Experten empfohlen, ein Aids-Medikament auch zur Vorbeugung von HIV-Infektionen einzusetzen. Das Medikament ist teuer, sch&amp;#252;tzt nicht so gut wie Kondome - aber die Verschreibung k&amp;#246;nnte dennoch sinnvoll sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Den Namen Truvada d&amp;#252;rften wir in Zukunft h&amp;#228;ufiger h&amp;#246;ren. Das Aids-Medikament k&amp;#246;nnte n&amp;#228;mlich die erste Anti-HIV-Pille werden. Mit der Expertenempfehlung steht Truvada kurz vor der Zulassung auch f&amp;#252;r die Pr&amp;#228;ventionsarbeit. Die FDA, die zust&amp;#228;ndige US-Beh&amp;#246;rde, richtet sich in der Regel nach den Empfehlungen. Annette Haberl ist Vorstandsmitglied der Deutschen AIDS-Gesellschaft. Sie h&amp;#228;lt die verst&amp;#228;rkte Pr&amp;#228;vention trotz aller Schw&amp;#228;chen f&amp;#252;r sinnvoll - glaubt aber nicht, dass Truvada demn&amp;#228;chst auch in Deutschland eingesetzt wird. Ein Interview. &lt;strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;jetzt.de: Frau Haberl, k&amp;#246;nnen wir nun eine Pille schlucken statt ein Kondom zu benutzen, um uns vor der Ansteckung mit HIV zu sch&amp;#252;tzen?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Annette Haberl:&lt;/strong&gt; Nein, das hei&amp;#223;t es sicherlich nicht. Und f&amp;#252;r Deutschland schon mal gar nicht.   Unsere strukturelle Pr&amp;#228;vention funktioniert hervorragend. &amp;#160;Es ist nicht so, dass wir hierzulande auf &amp;#8222;die Pille davor&amp;#8220; gewartet haben. Aber es gibt andere L&amp;#228;nder und andere Gesundheitssysteme, wo es durchaus Sinn machen k&amp;#246;nnte, die Pille in der HIV-Pr&amp;#228;vention einzusetzen. Beispielsweise auch in einigen Regionen in den USA. Das Gesundheitssystem dort kann man nicht mit unserem vergleichen, der Zugang zu Medikamenten &amp;#160;zum Beispiel ist f&amp;#252;r Risikogruppen schwieriger als&amp;#160; in Deutschland. Deshalb haben sich auch die Communities also die Menschen und Organisationen, die sich f&amp;#252;r die Rechte von Menschen mit HIV einsetzen, dort f&amp;#252;r die Zulassung von Truvada f&amp;#252;r die Pr&amp;#228;vention stark gemacht.&lt;br /&gt;&amp;#160;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Wie gut sch&amp;#252;tzt das Medikament vor einer HIV-Infektion?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;In verschiedenen Studien hat sich gezeigt, dass das Kombinationspr&amp;#228;parat Truvada auch einen pr&amp;#228;ventiven Effekt hat, also bei ungesch&amp;#252;tztem Sex mit einem infizierten Partner vor einer HIV-Infektion sch&amp;#252;tzen kann. Die Schutzwirkung liegt in den verschiedenen Studien zwischen 44 und 73 Prozent &amp;#8211; je nachdem, wie zuverl&amp;#228;ssig jemand die Pille schluckt. Je zuverl&amp;#228;ssiger man das Medikament einnimmt, desto h&amp;#246;her ist die Wirksamkeit. Das sagt aber noch nicht sicher, wie gut sich diese Pille im Alltag bew&amp;#228;hrt. Im Rahmen einer Studie nehmen die Teilnehmer ein Medikament n&amp;#228;mlich in der Regel besonders zuverl&amp;#228;ssig ein.&amp;#160; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ju/juliane-frisse/text/regular/903046.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;&amp;#160;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Anders gesagt: Der Schutz durch &amp;#8222;die Pille davor&amp;#8220; ist also l&amp;#228;ngst nicht so gut wie durch ein Kondom.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Ja, das kann man so anhand der Studienlage sagen. Ein Kondom senkt das Risiko einer Infektion um bis zu 95 Prozent- auch da gibt es nat&amp;#252;rlich eine gewisse Schwankungsbreite, bedingt durch Anwendungsfehler. Noch besser als das Kondom funktioniert nur HIV-Therapie als Pr&amp;#228;vention. Stellen Sie sich ein Paar vor, bei dem ein Partner infiziert ist und einer nicht. Wenn der Infizierte eine Therapie erh&amp;#228;lt und dadurch seine Virusmenge unter der Nachweisgrenze liegt, senkt das f&amp;#252;r den gesunden Partner das Risiko einer HIV-&amp;#220;bertragung um 96 Prozent, also noch einen Ticken besser als das Kondom. Was man aber auch klar sagen muss: Einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht.&amp;#160; Aber nat&amp;#252;rlich kann man sich durch sein eigenes Risikoverhalten besser oder schlechter sch&amp;#252;tzen.&lt;br /&gt;&amp;#160;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Schafft die Einf&amp;#252;hrung der Pille denn nicht ein tr&amp;#252;gerisches Sicherheitsgef&amp;#252;hl, so dass Menschen auf bessere Schutzstrategien zu verzichten?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;In Deutschland steht das derzeit ja &amp;#252;berhaupt nicht zur Diskussion, dass &amp;#8222;die Pille davor&amp;#8220; in gro&amp;#223;em Stil eingef&amp;#252;hrt wird. Auch die Communities bei uns stehen der &amp;#8222;Pille davor&amp;#8220; eher kritisch gegen&amp;#252;ber. Einzelne k&amp;#246;nnten auch bei uns von Truvada zur Vorbeugung profitieren, ebenso wie f&amp;#252;r bestimmte Risikogruppen in anderen L&amp;#228;ndern diese Form der Pr&amp;#228;vention durchaus sinnvoll sein k&amp;#246;nnte.&amp;#160;  &lt;br /&gt;&amp;#160;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;An wen soll die Pille dort verschrieben werden?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;An Menschen, die zu einer Gruppe mit einem hohen Risiko geh&amp;#246;ren, sich bei ungesch&amp;#252;tztem Sex mit HIV zu infizieren. Zum Beispiel M&amp;#228;nner, die h&amp;#228;ufig ungesch&amp;#252;tzten Sex mit mit wechselden Sexualpartnern haben, vielleicht auch noch in &amp;#8222;Hotspots&amp;#8220; mit besonders hoher HIV-Pr&amp;#228;valenz, wie das z.B. in Teilen von San Francisco oder New York der Fall ist.&amp;#160; Eben &amp;#252;berall dort, wo die Pr&amp;#228;valenz von HIV, sehr hoch ist. Wenn Menschen dort das w&amp;#252;nschen, k&amp;#246;nnen sie sich durch die Einnahme von Truvada ihr Infektionsrisiko vermindern.&lt;br /&gt;&amp;#160;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Die Versorgung mit Truvada kostet 11.000 Dollar pro Patient und Jahr. Von der Summe k&amp;#246;nnte man auch sehr viele Kondome kaufen.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Ja, oder man k&amp;#246;nnte auch bereits erkrankte Menschen behandeln. Ich kann mir daher nicht vorstellen, dass eine solche Form der Pr&amp;#228;vention bei uns eine Kassenleistung werden k&amp;#246;nnte und dass es eine Solidargemeinschaft &amp;#252;bernehmen kann, das zu finanzieren. Aber ich glaube auch, dass es Menschen gibt, die bereit w&amp;#228;ren, diese Kosten selbst zu tragen, wenn sie dazu finanziell in der Lage sind. Man sollte die Frage nach dem Einsatz in der Pr&amp;#228;vention aber nicht auf ein Kostenproblem reduzieren. Die wichtigeren Fragen sind beispielsweise: Wie h&amp;#228;ufig sollte man dann HIV-Tests machen bei den Behandelten? Wie sollte die begleitende Beratung aussehen? Die Kostenfrage steht da erst ganz am Schluss.&lt;br /&gt;&amp;#160;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ju/juliane-frisse/text/regular/903048.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Annette Haberl von der Deutschen AIDS-Gesellschaft&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Wie funktioniert die Pille gegen HIV?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Truvada ist ein Kombinationspr&amp;#228;parat aus zwei Wirkstoffen. Die beiden Substanzen verhindern die Virusvermehrung in einer Zelle, wenn das Virus zwar bereits in die Zelle eingedrungen ist, aber noch nicht in die Wirts-DNA integriert ist. Dadurch wird die Ausbreitung des Virus im K&amp;#246;rper und damit das Angehen einer Infektion verhindert.&lt;br /&gt;&amp;#160;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Was ist mit den Nebenwirkungen?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Bei den beiden Wirkstoffen handelt es um insgesamt recht gut vertr&amp;#228;gliche Substanzen, aber bei der Einnahme kann es beispielsweise zu einer negativen Beeinflussung des Knochenstoffwechsels kommen oder &amp;#160;auch zur Beeintr&amp;#228;chtigung der Nierenfunktion. Allerdings k&amp;#246;nnen wir die Langzeitauswirkungen f&amp;#252;r gesunde Menschen derzeit noch gar nicht einsch&amp;#228;tzen. &lt;br /&gt;&amp;#160;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Besteht nicht auch die Gefahr, dass sich vermehrt Resistenzen entwickeln, wenn dieses Medikament jetzt viel h&amp;#228;ufiger verschrieben wird?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Es besteht auf jeden Fall die Gefahr, dass sich eine Resistenz entwickelt, wenn sich jemand w&amp;#228;hrend der Pr&amp;#228;ventionsbehandlung mit HIV infiziert, die Infektion aber nicht entdeckt wird und weiter Truvada eingenommen wird. Eine Zweifachkombination ist n&amp;#228;mlich nicht geeignet f&amp;#252;r eine dauerhafte erfolgreiche Behandlung einer HIV-Infektion. Wenn dann nicht mehr alle vorhandenen Medikamente anschlagen, fallen als Folge bestimmte Behandlungsoptionen f&amp;#252;r die Betroffenen weg.&lt;br /&gt;&amp;#160;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Wenn man liest, dass in Studien getestet wurde, dass unter einer bestimmten Therapie die Infektionsrate gesenkt wurde, fragt man sich auch immer, wie man solche Studien ethisch ordentlich durchf&amp;#252;hren kann. Die Gruppen setzen sich schlie&amp;#223;lich dem Risiko einer Infektion aus.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Die Menschen machen nat&amp;#252;rlich freiwillig bei einer solchen Studie mit, werden &amp;#252;ber alle Risiken aufgekl&amp;#228;rt und unterschreiben eine entsprechende Einwilligungserkl&amp;#228;rung. Alle diese Studien werden selbstverst&amp;#228;ndlich nach den geltenden internationalen Standards durchgef&amp;#252;hrt. Das hei&amp;#223;t es gibt ein Ethik-Votum und eine Kommission hat sich die Studie genau angeschaut und ihre Zustimmung dazu gegeben.&lt;br /&gt;&amp;#160;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Hat das Bewusstsein nachgelassen, dass man sich vor HIV sch&amp;#252;tzen muss, weil AIDS inzwischen besser behandelbar ist?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Das Thema HIV ist in manchen Bev&amp;#246;lkerungsgruppen nicht mehr so pr&amp;#228;sent wie fr&amp;#252;her. Ich sehe das z.B. h&amp;#228;ufiger bei schwangeren Frauen, die ihr positives Testergebnis im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge bekommen und v&amp;#246;llig ungl&amp;#228;ubig vor mir sitzen und fragen: Wie kann das denn sein? Ich hatte doch alles andere als ein wildes Sexualleben. Dass man sich auch bei einem heterosexuellen, ungesch&amp;#252;tzten Kontakt mit HIV infizieren kann, dieses Bewusstsein ist leider nicht bei allen da. Aber insgesamt nachgelassen hat es bei uns sicherlich nicht. Das &amp;#160;Leben mit HIV ist deutlich normaler geworden ist, weil die Patienten inzwischen eine fast normale Lebenserwartung haben und auch mit der Infektion z.B. &amp;#252;ber Familienplanung nachdenken k&amp;#246;nnen. Wir haben in Deutschland keine steigenden, sondern gleichbleibende Neuinfektionsraten &amp;#8211; auf einem Niveau, das im internationalen Vergleich sehr niedrig ist. Trotzdem d&amp;#252;rfen unsere Anstrengungen in der Pr&amp;#228;vention nicht nachlassen.&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546896</link>
      <guid>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546896</guid>
      <pubDate>Mon, 14 May 2012 18:30:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Neue Hürde für junge Selbstständige</title>
      <description>Arbeitsministerin Ursula von der Leyen fordert eine Pflichtrentenversicherung f&amp;#252;r Selbst&amp;#228;ndige. Tim Wessels hat eine Petition gegen den Gesetzentwurf gestartet. Im Interview erkl&amp;#228;rt er, warum die Pflichtversicherung vor allem f&amp;#252;r Selbstst&amp;#228;ndige unter 30 eine gro&amp;#223;e H&amp;#252;rde w&amp;#228;re.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn es nach Arbeitsministerin Ursula von der Leyen geht, dann sollen ab n&amp;#228;chstem Jahr Selbst&amp;#228;ndige unter 30 dazu verpflichtet werden, f&amp;#252;r ihr Alter vorzusorgen. Wer keine private Vorsorge nachweisen kann, der soll dann einen einkommensunabh&amp;#228;ngigen Betrag von voraussichtlich 400 Euro in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Doch dagegen regt sich Widerstand. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tim Wessels ist 27 Jahre alt und hat schon zw&amp;#246;lf Jahre als Unternehmer auf dem Buckel. Mit 15 gr&amp;#252;ndete er mit einem Schulfreund eine Firma f&amp;#252;r IT-Support, mittlerweile habe sie einen zweiten Standort und zehn Mitarbeiter.&lt;br /&gt;&lt;b&gt;&lt;br /&gt;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ka/kathrin-hollmer/text/regular/903006.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
 &lt;span style=&quot;color:#888888;&quot;&gt;&lt;em&gt;Die Pflichtversicherung f&amp;#252;r Selbstst&amp;#228;ndige, wie sie Ursula von der Leyen will, st&amp;#246;&amp;#223;t auf Widerstand.&lt;/em&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;&lt;br /&gt;jetzt.de: Tim, warum wehrst du dich gegen die Pflichtversicherung f&amp;#252;r Selbst&amp;#228;ndige? Eigentlich ist es doch sehr vern&amp;#252;nftig, sich abzusichern und f&amp;#252;rs Alter vorzusorgen?&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Tim Wessels:&lt;/strong&gt; Es macht auf jeden Fall Sinn, f&amp;#252;r das Alter vorzusorgen. Die Frage ist nur, wie man das tut. Das Problem ist: Bisher konnten Selbst&amp;#228;ndige frei entscheiden, wie und ob sie f&amp;#252;r ihre Rente vorsorgen. Demn&amp;#228;chst soll es einen festen Betrag geben, der unabh&amp;#228;ngig vom Verdienst ist. Jeder muss dann ca. 400 Euro im Monat zahlen und das ist besonders f&amp;#252;r j&amp;#252;ngere Menschen problematisch, die jeden Cent brauchen, um ihr Unternehmen zum Laufen zu bringen. Die ganze Gr&amp;#252;nderszene ist massiv betroffen. Es gibt au&amp;#223;erdem Selbst&amp;#228;ndige, f&amp;#252;r die das existenzgef&amp;#228;hrdend ist, weil sie die 400 Euro nicht aufbringen k&amp;#246;nnen. Und es ist niemandem geholfen, wenn diese dann Hartz IV beantragen m&amp;#252;ssen und erst recht nicht mehr f&amp;#252;rs Alter vorsorgen.&amp;#160;   &amp;#160; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Aber man kann ja auch sagen: Wer nicht f&amp;#252;r seine Rente vorsorgen kann, der kann eben auch nicht selbst&amp;#228;ndig werden.&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;Ich glaube, es gibt viele Menschen, die selbst&amp;#228;ndig sind und einer sinnvollen Besch&amp;#228;ftigung nachgehen. Und ich denke, das ist auf jeden Fall eine bessere Alternative, wenn sie arbeiten, produktiv sind und etwas tun, das ihnen Spa&amp;#223; macht, als wenn sie arbeitslos werden. Nat&amp;#252;rlich sollte das Ziel einer Selbstst&amp;#228;ndigkeit immer sein, dass man genug verdient, um vorsorgen zu k&amp;#246;nnen. Aber das ist eben nicht in jeder Lebensphase gleich gut m&amp;#246;glich. Wenn man jung ist, macht es durchaus Sinn, erst einmal in seine Firma, in sich selbst, in seine eigene Bildung und Erfahrungen zu investieren. Und wenn ich von Anfang an 400 Euro abgeben muss, dann ist mir wom&amp;#246;glich der Weg in die Selbst&amp;#228;ndigkeit versperrt. Ich brauche auch bei der Vorsorge die M&amp;#246;glichkeit, flexibel zu sein. Wie ich das tue und wann, muss mir selbst &amp;#252;berlassen sein, ob ich in Aktien investiere, in Fonds oder in mein eigenes Unternehmen. Schlie&amp;#223;lich habe ich selbst den besten &amp;#220;berblick &amp;#252;ber meine Finanzen, meine M&amp;#246;glichkeiten und meinen Lebensentwurf.  &amp;#160;  &lt;b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Welche Auswirkungen des Gesetzes bef&amp;#252;rchtest du?&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;Ich denke, dass deutlich weniger Unternehmen gegr&amp;#252;ndet werden und dass sehr viele Ideen einfach nicht mehr ausprobiert werden. Die Politik beklagt sich ja gerne, dass in Deutschland zu wenig ausprobiert wird und dass z.B. im Web-Bereich die allermeisten erfolgreichen Start-ups aus den USA kommen. Wenn hierzulande solche Gesetze gemacht werden, muss man sich dar&amp;#252;ber nicht wundern. Ich glaube auch, dass es eine Reihe von Selbst&amp;#228;ndigen gibt, die mit dem Gesetz ihre Selbst&amp;#228;ndigkeit aufgeben m&amp;#252;ssen, arbeitslos werden und damit auch die Sozialsysteme belasten. Eigentlich will man mit dem Gesetz ja die Sozialsysteme entlasten, indem man daf&amp;#252;r sorgt, dass die Menschen im Alter nicht auf die staatliche Grundsicherung angewiesen sind. Aber das passiert dann eben jetzt schon f&amp;#252;r die Menschen, die sich die Pflichtversicherung nicht leisten k&amp;#246;nnen. Anstatt im Alter evtl. eine gewisse zus&amp;#228;tzliche Unterst&amp;#252;tzung zu ben&amp;#246;tigen, m&amp;#252;ssen sie jetzt schon Hartz IV beantragen &amp;#8211; und eine Altersvorsorge ist dann &amp;#252;berhaupt nicht mehr m&amp;#246;glich. Und letztendlich denke ich auch, dass durch dieses Gesetz Geld und Ressourcen weniger sinnvoll eingesetzt werden. Der Einzelne wei&amp;#223; einfach besser, wie seine individuelle Situation ist, welche Vorsorge er finanzieren kann und was f&amp;#252;r ihn die sinnvollste Anlageform ist. Klar ist: Niemand will im Alter von Sozialhilfe leben. Wer irgendwie kann, sorgt deshalb vor, und &amp;#252;ber 80 Prozent der Selbstst&amp;#228;ndigen tun dies auch bereits.  &amp;#160;  &amp;#160;  &lt;b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und wie kam es dazu, dass du dich entschieden hast, eine Petition einzureichen?&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;Ich hatte von den Pl&amp;#228;nen schon vor einigen Monaten erfahren, ehrlich gesagt &amp;#252;ber Facebook. Als die Pl&amp;#228;ne dann Gestalt annahmen, war der Punkt gekommen, wo ich dachte, da muss man wirklich etwas tun, weil ich das in vielerlei Hinsicht falsch finde. Man macht sich doch gerade auch selbst&amp;#228;ndig, weil man selbst entscheiden m&amp;#246;chte, wie man sein Geld investiert, weil man Eigenverantwortung f&amp;#252;r sein Leben, f&amp;#252;r seinen Betrieb, f&amp;#252;r seine Mitarbeiter &amp;#252;bernehmen will. Ich wollte ja gerade nicht, dass der Staat alles f&amp;#252;r mich regelt &amp;#8211; deshalb habe ich mich f&amp;#252;r die Selbst&amp;#228;ndigkeit entschieden und nicht f&amp;#252;r ein Angestelltenverh&amp;#228;ltnis. Eigenverantwortung wird von Politikern gern gepredigt, aber in der Praxis immer mehr beschr&amp;#228;nkt. Und da dachte ich, das probiere ich jetzt aus mit der Petition.  &amp;#160;  &lt;b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ka/kathrin-hollmer/text/regular/903008.png&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;span style=&quot;color:#888888;&quot;&gt;&lt;em&gt;Tim Wessels hat eine Petition gegen den Gesetzentwurf einer Pflichtversicherung f&amp;#252;r Selbstst&amp;#228;ndige gestartet.&lt;/em&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;&lt;br /&gt;Wie h&amp;#228;tte das Gesetz, das ab 2013 Selbst&amp;#228;ndige unter 30 Jahren pflichtversichert, denn deine eigene Situation beeinflusst?&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;F&amp;#252;r mich w&amp;#228;re so ein Gesetz sehr problematisch gewesen. Ich w&amp;#228;re den Schritt in die Selbst&amp;#228;ndigkeit m&amp;#246;glicherweise nicht gegangen, wenn es eine gro&amp;#223;e H&amp;#252;rde gegeben h&amp;#228;tte. Und davon gibt es ohnehin schon viele, die Krankenversicherung, die Kindergeldgrenze, die man &amp;#252;berschreitet, immer muss erst eine gewisse Menge Geld verdient werden, damit das &amp;#220;berschreiten gewisser Freibetragsgrenzen &amp;#252;berhaupt lohnt. Im Gespr&amp;#228;ch sind momentan 350 bis 450 Euro Pflichtversicherung, die Menschen zahlen sollen, die im Monat mindestens 300 Euro verdienen. Das hei&amp;#223;t, man macht mit seiner Selbst&amp;#228;ndigkeit wom&amp;#246;glich auch noch Verluste. Ich glaube, in der Politik stellt man sich vor, dass alle Unternehmen immer mit einem ausgefeilten Businessplan und viel Kapital gegr&amp;#252;ndet werden, doch in der Praxis ist es oft anders. Man will vielleicht einfach mal schauen, ob eine Idee funktioniert. Aus solchen &amp;#8222;Experimenten&amp;#8220; sind schon viele gro&amp;#223;e Unternehmen entstanden. Viele Menschen werden auch selbst&amp;#228;ndig, um sich selbst zu verwirklichen. Sie verzichten auf gro&amp;#223;es Geld, daf&amp;#252;r machen sie genau das, was sie wollen. Sie haben ein direktes Gl&amp;#252;cksgef&amp;#252;hl bei dem, was sie tun &amp;#8211; ein Gl&amp;#252;ckgef&amp;#252;hl, das sie sich von einem h&amp;#246;heren Verdienst in einem anderen Job nicht &amp;#8222;erkaufen&amp;#8220; k&amp;#246;nnten. Das ist auch ein Wert f&amp;#252;r das Individuum und f&amp;#252;r die Gesellschaft, z.B. wenn viele kleine Caf&amp;#233;s eine Stadt einfach bereichern.  &amp;#160;  &lt;b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie viele Unterzeichner habt ihr mittlerweile?&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;Aktuell haben wir &amp;#252;ber 20.000 Unterzeichner, wobei das erst in den letzten Tagen richtig an Fahrt gewonnen hat. Noch vor einer Woche hatte die Petition nur ein paar hundert Unterschriften. Aber irgendwie hat es sich dann &amp;#252;ber Facebook verbreitet. Mich hat das wahnsinnig fasziniert, wie auf einmal so viele Menschen, die sich noch gar nicht kennen, zusammen an einer Sache arbeiten. Da haben viele weit mehr getan, als einfach nur die Petition zu unterzeichnen. Innerhalb von Stunden wurde in der Facebook-Gruppe eine richtige Kampagne aufgesetzt. Allein heute haben wir 10.000 neue &amp;#8222;virtuelle Unterschriften&amp;#8220; bei der &lt;a href=&quot;https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=23835&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Online-Petition&lt;/a&gt; bekommen &amp;#8211; und vor einer Woche dachte ich noch, dass das Thema einfach niemanden interessiert.&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546890</link>
      <guid>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546890</guid>
      <pubDate>Mon, 14 May 2012 18:30:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Haferflocken statt Hubschrauber</title>
      <description>In den Sechziger Jahren kam Treibsand noch in etwa drei Prozent aller amerikanischen Filme vor, heute gilt er als Indikator f&amp;#252;r B-Movies. Vom Niedergang des Treibsands in der Kulturindustrie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nicht jeder Verlust wird sofort bemerkt, wenn er eintritt. Aber irgendwann stutzt dann doch jemand und stellt fest: Moment, ist euch auch aufgefallen, wie lang wir von diesem oder jenem schon nichts mehr gesehen und geh&amp;#246;rt haben?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; So ist es Daniel Engber ergangen, der es im amerikanischen Internet-Magazin Slate als vollzogene Tatsache meldet, dass wir offenbar seit geraumer Zeit in einer kulturellen Welt ohne Treibsand leben. Treibsand, das war einmal eine unentbehrliche Zutat in Abenteuerfilmen verschiedener Genres, und lange schien es, als lie&amp;#223;e sich das doch eigentlich absehbare Szenario ungestraft immer frisch verwenden: Dem Helden oder Schurken bietet sich eine tr&amp;#252;gerisch feste Fl&amp;#228;che dar, nichtsahnend tappt er hinein, der Schreck packt ihn, und er hat anschlie&amp;#223;end schwer zu tun, um je nachdem wieder herauszukommen oder auch nicht. Das war eine spannende Aktion, und billig dazu. Anders als etwa bei explodierenden Hubschraubern brauchte man blo&amp;#223; eine Menge Wasser und Haferflocken mit ein paar Br&amp;#246;ckchen Kork obendrauf - fertig war die Todesfalle.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Seinen ersten Leinwand-Auftritt hatte der Treibsand im Jahr 1909, denn er funktionierte auch stumm. In den Drei&amp;#223;igern beginnt die Flut der Treibsand-Filme anzuschwellen, um in den Sechzigern ihren H&amp;#246;hepunkt zu erreichen: In nahezu drei Prozent aller amerikanischen Filme kamen damals Szenen vor, wo irgendwer in geleeartigen Stoffen um sein Leben ringen musste. Angesichts der von Haus aus eher geringen Variierbarkeit des Motivs muss man das als sehr viel bezeichnen. Damals freilich hatte auch Martin Luther King den Traum, die Nation m&amp;#246;ge sich endlich aus dem Treibsand des Rassenunrechts zum festen Fels der Bruderschaft retten; und es waren sich alle einig, dass Vietnam im Begriff stand, sich zu einem quicksand oder quagmire zu entwickeln. Treibsand, das stand f&amp;#252;r die Gefahren des kolonisierenden Ausgriffs, der am passiven Widerstand der Kolonisierten zu scheitern droht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Das Schaubild, das den Artikel begleitet, gleicht einer D&amp;#252;ne, deren Kamm nach 1970 steil abf&amp;#228;llt. In den Achtzigern kommen Treibsand oder verwandte Substanzen noch in der &quot;Unendlichen Geschichte&quot; und in den &quot;Transformers&quot; vor, danach geht der Trend gegen null. Was nur hat ihm den Garaus gemacht?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Der Treibsand ist, m&amp;#246;chte man sagen, in einen Morast aus vielen Problemen geraten, aus dem er sich nicht mehr befreien kann. Zum einen hat man ihn vielleicht doch zuletzt &amp;#252;berstrapaziert, er begann zum ironischen Zitat herabzusinken, das schon von sich aus signalisierte: B-Movie! &quot;Cheesy&quot; sei er geworden, meint der Regisseur einer Fernseh-Dschungelserie, ein Wort, das sich mit &quot;ranzig&quot; oder &quot;klischeehaft&quot; nur unzul&amp;#228;nglich &amp;#252;bersetzen l&amp;#228;sst. Auch schadeten ihm die vielen Schlaumeier, die diesem &quot;nichtnewtonschen Fluid&quot; nachwiesen, dass man darin gar nicht tiefer als bis zur Brust einsinken k&amp;#246;nne, also der beliebte Effekt der zuletzt noch verzweifelt winkenden einzelnen Hand ein Ding der physikalischen Unm&amp;#246;glichkeit sei. Zwar f&amp;#252;hren die USA auch jetzt wieder in fernen L&amp;#228;ndern Kriege, die sie nicht gewinnen k&amp;#246;nnen; aber diese L&amp;#228;nder sind staubtrocken und weisen darum die alte Metapher des t&amp;#252;ckisch Halbfl&amp;#252;ssigen ab. Des Weiteren ist es heute politisch nicht mehr tragbar, sch&amp;#246;ne junge Frauen wie zum Beispiel Anita Ekberg in Schlick einzutunken, um sie dann wieder herauszuziehen. Und nicht vergessen werden sollte schlie&amp;#223;lich das Aussterben des Sandkastens auf den Spielpl&amp;#228;tzen Amerikas, der im zunehmend beh&amp;#252;teten Leben der Kinder als Relikt des Gestaltlosen Argwohn erregt; 95 Prozent aller Sandk&amp;#228;sten in New York sind in den vergangenen Jahren verschwunden. Wo es nicht einmal f&amp;#252;r die bescheidene Wildnis des Kindersands mehr langt - wie soll dort Treibsand gedeihen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Was alles nichts daran &amp;#228;ndert, dass Treibsand nat&amp;#252;rlich weiterhin existiert, besonders an den K&amp;#252;sten der s&amp;#252;d&amp;#246;stlichen und in den Fluss-Canyons der s&amp;#252;dwestlichen USA. Auch seine Liebhaber findet er noch, die sich heute zur Netzgemeinde zusammenschlie&amp;#223;en und den bekannten Stellen Noten von 1 bis 10 erteilen, wobei Faktoren wie Tiefe und Viskosit&amp;#228;t, aber auch die &amp;#246;rtliche Parkplatzsituation eine Rolle spielen. Sie stehen im Verdacht, unter dem Vorwand des nostalgischen &quot;Camps&quot; eine besondere Art des Fetischismus auszuleben. Aber da sollte man nicht generalisieren, teilt sich die Gemeinde doch in Zuschauer und Aktive, englisch lookers und sinkers, und diese wiederum in solche, die es bei Knieh&amp;#246;he bewenden lassen, und solche, die es lieber bis zur Achselh&amp;#246;hle haben. (Die Fraktion des grim ending sei nur am Rande erw&amp;#228;hnt.) Der Treibsand ist zur Nische geworden, aber zu einer vitalen; und aus der heraus k&amp;#246;nnte er irgendwann wieder den Anschluss zum Mainstream gewinnen.</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546898</link>
      <guid>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546898</guid>
      <pubDate>Mon, 14 May 2012 18:30:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Bachelor of Hochstapeln</title>
      <description>Scott Thompson hat seinen Job als Chef von Yahoo verloren, weil er in seinem Lebenslauf behauptet hatte, einen Abschluss in Informatik zu besitzen. Hast du dir schon mal Qualifikationen, Talente oder Eigenschaften zugeschrieben, die du gar nicht besitzt?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Scott Thompson ist &lt;a href=&quot;http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/affaere-um-gefaelschte-titel-yahoo-chef-thompson-tritt-zurueck-1.1356521&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;seinen Job los&lt;/a&gt;. Nachdem ein Gro&amp;#223;aktion&amp;#228;r von Yahoo aufgedeckt hatte, dass der nun Ex-Chef keinen Bachelor in Informatik besitzt, wie es in seinem Lebenslauf auf der Homepage von Yahoo und in Dokumenten f&amp;#252;r die B&amp;#246;rsenaufsicht SEC stand, war der Druck auf Thompson und seinen Arbeitgeber gewachsen. Am Sonntag wurde bekannt: Thompson muss gehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ju/juliane-frisse/text/regular/902946.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Scott Thompson hat nur einen Bachelor in Buchhaltung, aber nicht in Informatik&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Yahoo nennt die falsche Angabe in Thompsons CV derzeit einen unbeabsichtigten Fehler. Allerdings hat der Gefeuerte offenbar schon l&amp;#228;nger von sich behauptet, einen Abschluss in Informatik zu haben, denn nicht nur Yahoo verbreitete die falschen Informationen &amp;#252;ber Thompsons Qualifikationen. Auch in Dokumenten von  PayPal, wo Thompson fr&amp;#252;her arbeitete, wurden sie aufgef&amp;#252;hrt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Thompsons daher recht offensichtliche Hochstapelei soll nicht zur Schummelei verharmlost werden, aber Fakt ist dennoch: Das Blenden an sich ist nicht besonders ungew&amp;#246;hnlich. Nat&amp;#252;rlich (und zum Gl&amp;#252;ck) sind Hochstapler wie &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Frank_W._Abagnale&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Frank Abignale&lt;/a&gt;, der sich in den 60er Jahren zuerst als Copilot von Pan Am ausgegeben hatte und sp&amp;#228;ter als Rechtsanwalt und als Arzt, oder &lt;a href=&quot;http://www.sueddeutsche.de/bayern/betrug-am-klinikum-erlangen-der-schalterbeamte-am-skalpell-1.36848&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Christian E.&lt;/a&gt;, der mit Ach und Krach die Realschule geschafft hatte, es aber mit gef&amp;#228;lschten Zeugnissen zum Assistenzarzt in der Chirurgie brachte, die Ausname. Aber im Kleinen neigen viele Menschen dazu, vorzugeben, mehr zu sein: Studien zeigen, dass etwa beim Online-Daten sich nicht wenige ein paar Zentimeter gr&amp;#246;&amp;#223;er und einige Kilo leichter machen und au&amp;#223;erdem h&amp;#252;bscher photoshoppen. Und mancher erkl&amp;#228;rt seine studentischen Praktika nicht v&amp;#246;llig falsch, aber sehr wohlklingend zu &lt;a href=&quot;http://www.sueddeutsche.de/karriere/bewerbung-polierter-lebenslauf-ein-bisschen-luegen-ist-erlaubt-oder-1.1093989&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;&quot;beruflichen Stationen in Frankfurt und New York&quot;&lt;/a&gt;.&amp;#160; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir hoffen, dass du nicht mit Schul- und Studienabschl&amp;#252;ssen hausieren gehst, die du gar nicht besitzt. Aber hast du dir zum Beispiel schon mal in einem Lebenslauf attestiert, eine Fremdsprache gut oder gar flie&amp;#223;end zu beherrschen, obwohl deine Franz&amp;#246;sischkenntnisse trotz f&amp;#252;nf Jahren Unterricht tief versch&amp;#252;ttet sind? Hast du bei einer Verabredung mal erz&amp;#228;hlt, du k&amp;#246;nnest gut kochen, obwohl dein Repertoire kaum mehr als Spaghetti Pesto umfasst? Oder dich auf deinem Personalausweis ein paar Zentimeter gr&amp;#246;&amp;#223;er geschummelt? Was war deine Motivation? Hat sich die Hochstapelei f&amp;#252;r dich gelohnt - oder hattest du sp&amp;#228;ter ernsthafte Probleme, die Illusion zu wahren oder bist aufgeflogen? Erz&amp;#228;hl offen und ehrlich von deinen Unehrlichkeiten!&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546846</link>
      <guid>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546846</guid>
      <pubDate>Mon, 14 May 2012 08:00:01 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Triumph und Fiasko</title>
      <description>Der Absturz der CDU in Nordrhein-Westfalen ist noch folgenreicher als der neue Glanz von Rot-Gr&amp;#252;n.  Die Lehre aus den Ergebnissen lautet: Die W&amp;#228;hler sehnen sich nach Spitzenkandidaten mit Profil.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Norbert R&amp;#246;ttgen hat vor ein paar Jahren ein Buch ver&amp;#246;ffentlicht, es hei&amp;#223;t: 'Deutschlands beste Jahre kommen noch'. F&amp;#252;r ihn selber gilt das nicht. R&amp;#246;ttgens beste Jahre sind vorbei. Mit der krachenden Wahlniederlage der von ihm gef&amp;#252;hrten CDU in Nordrhein-Westfalen endet der Aufstieg eines sehr talentierten, klugen, ehrgeizigen und durchaus rechthaberischen Politikers.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/je/jetzt-redaktion/text/regular/902912.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
 &lt;em&gt;Nach der Niederlage: R&amp;#246;ttgens beste Jahre sind vorbei.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Bundespolitisch ist dieser Absturz der CDU noch bedeutsamer als der Triumph der t&amp;#252;chtigen Hannelore Kraft und ihrer SPD; er ist noch folgenreicher als der neue Glanz von Rot-Gr&amp;#252;n. Schon wieder hat sich ein potentieller Nachfolger von Angela Merkel erledigt, schon wieder hat ein m&amp;#246;glicher k&amp;#252;nftiger Partei- und Fraktionschef sich selbst aus dem Weg ger&amp;#228;umt. Innerhalb von acht Wochen ist aus dem gl&amp;#228;nzenden Politiker R&amp;#246;ttgen, der viel erreicht, noch viel mehr gewollt und sich alles zugetraut hat, ein Kanzlerkandidat in spe a.D. geworden. Er hat im Wahlkampf fast alles falsch gemacht; aus seinem Stern wurde ein Unstern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/je/jetzt-redaktion/text/regular/902910.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
 &lt;em&gt;Wahlgewinnerin Hannelore Kraft&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; In der Heimat des Norbert R&amp;#246;ttgen lebte und wirkte im 15.Jahrhundert der M&amp;#246;nch Thomas von Kempen; von ihm stammt der ber&amp;#252;hmte Satz: sic transit gloria mundi, so vergeht der Glanz der Welt. Mit der Wahl am Sonntag vergeht auch der Glanz der CDU. Vor sieben Jahren, 2005, dr&amp;#228;ngte diese CDU, unter dem schon wieder fast vergessenen J&amp;#252;rgen R&amp;#252;ttgers, die SPD aus der Landesregierung. Fast vier Jahrzehnte lang hatten die Sozialdemokraten das gro&amp;#223;e Land Nordrhein-Westfalen regiert. Die Christdemokraten deklassierten damals die SPD in einem Ausma&amp;#223;, dass der damalige SPD-Kanzler Gerhard Schr&amp;#246;der in einem Akt mutiger Verzweiflung Neuwahlen im Bund betrieb; die brachten dann Angela Merkel an die Macht. Die Kanzlerschaft der Angela Merkel begann also mit dem spektakul&amp;#228;ren CDU-Sieg in Nordrhein-Westfalen von 2005. Die spektakul&amp;#228;r furchtbare CDU-Niederlage vom Sonntag k&amp;#246;nnte nun das umgekehrte Signal sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Der gute Ruf, den Merkel weltweit hat, hilft ihr wenig, wenn ihre Partei zu Hause so gewaltig verliert. Christian Lindner von der FDP hat davon profitiert. Von R&amp;#246;ttgen verst&amp;#246;rte CDU-W&amp;#228;hler sind ihm zugelaufen. Lindner hat einen konservativen Wahlkampf gemacht, um nun die FDP wieder in die Sozialliberalit&amp;#228;t zu f&amp;#252;hren. Leicht wird das nicht sein. Aber: Lindner ist vorl&amp;#228;ufig das Strahlem&amp;#228;nnchen, das R&amp;#246;ttgen bis vorgestern noch war. Lindner hat nun den Ruf des w&amp;#228;gend-modernen Intellektuellen, der bis vor kurzem noch R&amp;#246;ttgen erfolgreich begleitet hat. Merkel, die CDU-Chefin, hat aber immerhin die Chance, ihre Partei in NRW bis zur Bundestagswahl neu aufzustellen. Und in Berlin hat Merkel einen nun handzahmen Minister Norbert R&amp;#246;ttgen, dem die All&amp;#252;ren vergangen sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Politik ist wie das Wetter in den Bergen. Die gr&amp;#246;&amp;#223;te Gefahr dort bringen Gewitter und pl&amp;#246;tzlich aufkommende Kaltfronten. Man bricht bei sch&amp;#246;nem Wetter zum Bergsteigen auf, es geht gut voran, selbst in der Steilwand, es gelingt auch das Schwierige; man schl&amp;#228;gt Haken f&amp;#252;r Haken ein; und der Gipfel ist schon in Sicht. Aber auf einmal dreht sich das Wetter, man wird nerv&amp;#246;s, macht Fehler, die Zuversicht schwindet; Fehltritt, Absturz, Steinschlag. Das ist R&amp;#246;ttgen nun passiert. Das ist gef&amp;#228;hrlich, nicht nur f&amp;#252;r den, der st&amp;#252;rzt; das ist gef&amp;#228;hrlich auch f&amp;#252;r jene, die mit ihm unterwegs sind, auch f&amp;#252;r die Kanzlerin.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Mit R&amp;#246;ttgen aber st&amp;#252;rzt noch mehr ab: Die Hoffnung der progressiveren Teile der CDU, in einem Bundesland von Gewicht eine schwarz-gr&amp;#252;ne Koalition ausprobieren zu k&amp;#246;nnen - und so die CDU aus der koalitionsstrategischen Defensive zu bringen. F&amp;#252;r die Zukunft der Partei ist das Ausma&amp;#223; der Niederlage auch deswegen bitter, weil R&amp;#246;ttgen eigentlich f&amp;#252;r eine moderne, aufgekl&amp;#228;rte, gr&amp;#252;n angehauchte CDU steht - die in einer R&amp;#246;ttgen'schen Fasson mittelfristig die Chance h&amp;#228;tte, ihre verlorene strukturelle Mehrheitsf&amp;#228;higkeit wiederzugewinnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Nun werden die Konservativen in der CDU Oberwasser kriegen. Eine CDU freilich, die noch immer gegen Mindestl&amp;#246;hne ist, den Frauen Herdpr&amp;#228;mien zahlt und sich an die Finanztransaktionsteuer nicht herantraut, hat in einem Deutschland mit wachsenden halblinken Mehrheiten schlechte Chancen. Die halblinken Mehrheiten kommen derzeit nur deshalb nicht machtvoll zum Zug, weil sie auf mittlerweile vier Parteien aufgeteilt sind - SPD, Gr&amp;#252;ne, Piraten und Linkspartei. Das erleichtert es der Union, den Ernst ihrer Lage zu verkennen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Was ist die Lehre aus den j&amp;#252;ngsten Wahlen von Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein? Die W&amp;#228;hler wollen Spitzenkandidaten haben, die f&amp;#252;r etwas stehen; die nicht unbedingt in der Mitte der Parteilinie schwimmen; die ihnen das Gef&amp;#252;hl geben, dass sich jemand k&amp;#252;mmert; die auffallen, die au&amp;#223;ergew&amp;#246;hnlich sind. Diese Sehnsucht (ob sie dann dauerhaft befriedigt wird, ist eine andere Frage) ist viel st&amp;#228;rker als die Bindung an politische Lager. Daher r&amp;#252;hren die Erfolge von Hannelore Kraft und Sylvia L&amp;#246;hrmann, von Lindner und Kubicki. Und daraus ergibt sich auch die Gefahr dieser Wahlergebnisse: dass die jeweiligen Parteien glauben, sie selbst seien erstarkt und sie k&amp;#246;nnten sich die Erfolge ihrer Spitzenkandidaten zuschreiben.&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546832</link>
      <guid>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546832</guid>
      <pubDate>Sun, 13 May 2012 22:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Das Richtige am Falschen</title>
      <description>Das ganze Leben ist ein L&amp;#252;gengespinst. Die Schweizer Ausstellung 'Bschiss' kl&amp;#228;rt &amp;#252;ber den immensen Erfolg von Lug und Trug auf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Liestal - So m&amp;#246;chten wir doch alle sein: intelligent und einf&amp;#252;hlsam, selbstbewusst und kooperationsf&amp;#228;hig, sowie beseelt von der festen &amp;#220;berzeugung, dass gegenseitiges Vertrauen sich lohnt. Doch leider sind nicht alle Menschen so, manche m&amp;#252;ssen auf den einen oder anderen Charakterzug verzichten. Leider? Gottseidank w&amp;#228;re vielleicht der bessere Begriff, denn die Summe dieser Eigenschaften beschreibt einen erfolgreichen L&amp;#252;gner. Erfolgreich, wohlgemerkt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Rest von uns kommt offenbar auch bei Lug und Trug nicht &amp;#252;ber das Mittelma&amp;#223; hinaus und l&amp;#228;sst sich daher immer wieder leicht ertappen. Und doch k&amp;#246;nnen wir&quot;s nicht lassen: Wir alle l&amp;#252;gen - immer und &amp;#252;berall, aus nichtigen und aus wichtigen Gr&amp;#252;nden. Von Diplomaten, Anw&amp;#228;lten und Anlageberatern ganz zu schweigen. Zwei dicke Unwahrheiten sind es im Schnitt pro Person am Tag; dazu kommen Dutzende von Notl&amp;#252;gen, Ausfl&amp;#252;chten, H&amp;#246;flichkeiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch nicht nur homo sapiens beherrscht die Kunst der Wahrheitsverf&amp;#228;lschung. Mit dem L&amp;#252;gen ist es wie mit dem Sex: Alle tun es - Pflanzen und Insekten, Fische und S&amp;#228;uger. Die einen verkleiden sich als Schmetterlinge, die anderen als Bl&amp;#228;tter, und V&amp;#246;gel wie Primaten erschleichen sich mit faustdicken L&amp;#252;gen handfeste Vorteile. Am wildesten treibt es ein Wesen, das vor der K&amp;#252;ste Australiens entdeckt wurde. Bisher konnte man es nicht klassifizieren, weil es st&amp;#228;ndig in die Rolle eines anderen Tieres schl&amp;#252;pft: Mindestens 15 verschiedene Arten kann der Karnevalstintenfisch imitieren. Ein Video dieses Unterwasser-Pinocchio ist derzeit im Museum.BL in Liestal zu sehen, dem Hauptst&amp;#228;dtchen des Schweizer Kantons Basel-Landschaft. 'Bschiss' lautet - deftig und pr&amp;#228;zise - der Titel einer Ausstellung, die sich mit Lug, Trug, Betrug und T&amp;#228;uschung in allen ihren Formen befasst. Das Ergebnis der Schau ist so banal wie es moralisch best&amp;#252;rzend ist: ehrlich w&amp;#228;hrt keineswegs am l&amp;#228;ngsten und vermeintlich kurzbeinige L&amp;#252;gen k&amp;#246;nnen einen sehr, sehr weit bringen. Denn Unaufrichtigkeit, so die Lehre, ist das Schmiermittel, das ein zivilisiertes Zusammenleben erst erm&amp;#246;glicht. W&amp;#228;ren wir jederzeit ehrlich miteinander, h&amp;#228;tten wir uns schon l&amp;#228;ngst gegenseitig die Sch&amp;#228;del eingeschlagen. Die Ausstellung deckt das gesamte Spektrum der L&amp;#252;ge ab: von der Mimikry in der Natur &amp;#252;ber Magier und ihre Tricks bis zu get&amp;#252;rkten Ma&amp;#223;-Einheiten im Einzelhandel. Absicht steckt immer dahinter. Selbst Tiere legen bei ihren T&amp;#228;uschungen eine geh&amp;#246;rige Portion krimineller Energie an den Tag. So kann der Kuckuck nicht nur seine Eier nach Farbe und Gr&amp;#246;&amp;#223;e dem Gelege des unfreiwilligen Gastgebers anpassen. Sicherheitshalber wirft er ein Original-Ei aus dem Nest. F&amp;#252;r den Fall, dass der Zaunk&amp;#246;nig nachz&amp;#228;hlt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am buntesten freilich treibt es der Mensch. Denn die L&amp;#252;ge ist &amp;#228;lter, ja naturgegeben. Die Ehrlichkeit ist ein Kulturkonstrukt. Selbst Gott scheint sich der &amp;#220;bermacht der Unwahrheit gef&amp;#252;gt zu haben. Warum w&amp;#252;rde sonst 'Du sollst kein falsches Zeugnis ablegen gegen deinen N&amp;#228;chsten', bei den zehn Geboten abgeschlagen auf dem achten Rang rangieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach dem Besuch der Basler Ausstellung bleibt nur ein Schluss: Das ganze Leben ist ein einziges L&amp;#252;gengespinst. Umso erstaunlicher ist, dass wir Schwindlern dennoch immer wieder aufs Neue auf den Leim gehen. Doch obwohl wir es eigentlich besser wissen sollten, haben wir im Schnitt nur eine Trefferquote von 50 zu 50, um den Unterschied zwischen L&amp;#252;ge und Wahrheit zu erkennen. Der Grund: Die Wahrnehmung ist nur beschr&amp;#228;nkt aufnahmef&amp;#228;hig. Was sie &amp;#252;berfordert, blendet sie aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Und auch Personalchefs erhalten einen wertvollen Hinweis: M&amp;#228;nnliche Mitarbeiter zwischen 36 und 45 Jahren, die besonders erfolgsorientiert, entscheidungsfreudig, extrovertiert, gut im Betrieb integriert, unbescholten und &amp;#252;berdurchschnittlich gebildet sind, sollten ihnen suspekt sein. Dies n&amp;#228;mlich, so haben die internationale Wirtschaftspr&amp;#252;fungsfirma KPMG und die Universit&amp;#228;t St. Gallen herausgefunden, sind die typischen Merkmale eines Wirtschaftsbetr&amp;#252;gers. &lt;br /&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546830</link>
      <guid>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546830</guid>
      <pubDate>Sun, 13 May 2012 22:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Bella Schlaraffenland</title>
      <description>Italien nimmt eine Auszeit von der Krise - zumindest auf einer Nahrungsmittel-Messe in Parma. Die Branche exportiert kr&amp;#228;ftig, italienisches Essen ist auf der ganzen Welt beliebt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Parma - Ein solcher Nachmittag ist im neuen Leben des Ex-Bankers Corrado Passera eine Ausnahme. Italiens Wirtschaftsminister g&amp;#246;nnt sich drei Stunden Urlaub von der Krise. Er sitzt auf dem Podium der Nahrungsmittel-Messe Cibus in Parma und lauscht aufmerksam. Als Letzter ergreift er das Wort: 'Danke, dass Sie sich so gut schlagen. Danke, dass Sie die goldene Regel nachhaltigen Wachstums so erfolgreich umsetzen', sagt Passera frohgemut. Es gibt ihn also, einen Weg aus der Krise, stellt er freudig fest. Eine Formel gegen den Niedergang. 'Ihre Branche zeigt, dass Italien es schaffen kann!', ruft der Minister. Manchmal, so scheint es, muss man sich als r&amp;#246;mischer Regierender Mut machen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Passera &amp;#252;bernahm im Himmelfahrtskommando der Notregierung von Mario Monti den undankbarsten Job. Er soll einem Land pl&amp;#246;tzlich zu Wachstum verhelfen, das seit 15 Jahren nicht wachsen will. Welch ein Gl&amp;#252;ck, dass sich die Wirtschaft in der Schinkenmetropole Parma von der besten Seite zeigt. Er sei gekommen, um sich nach f&amp;#252;nf Monaten in der Regierung an den Exporterfolgen der Nahrungsmittelbranche aufzurichten, gesteht der gestresste Minister. 'Sie k&amp;#246;nnen uns aus der Krise ziehen!', feuert er die Hersteller an. Schlie&amp;#223;lich h&amp;#228;tten sie die ganze Welt zum Wachsen, meint der fr&amp;#252;here Chef der Gro&amp;#223;bank Intesa.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Etwa 2300 Food-Unternehmen haben sich in der vorigen Woche den 63000 Messebesuchern vorgestellt, ein Rekord. Darunter waren 12000 Eink&amp;#228;ufer aus dem Ausland. Ihre Anzahl aus Asien und Amerika hat sich verdoppelt. &amp;#220;ber sieben Hallen erstreckt sich das Schlaraffenland - voller Schweineschenkel, Parmesan-R&amp;#228;der, Spaghetti-F&amp;#228;den, Balsamico-Essig, Nougatcreme, Tomatensaucen und Oliven&amp;#246;l. Schuldendrama und Rezession, Abstiegs&amp;#228;ngste und Depression - alles weit weg. Mit 130 Milliarden Euro Umsatz ist die Branche Italiens zweitwichtigster Industriezweig. Die Nahrungsmittelhersteller haben ihren Export 2011 um zehn Prozent auf 23 Milliarden Euro gesteigert. Und die Aussichten f&amp;#252;r 2012 sind gut. M&amp;#246;glich macht das: die weltweite Italianisierung der Esskultur.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/je/jetzt-redaktion/text/regular/902908.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Pizza und Caprese. Die italienische K&amp;#252;che ist auf der ganzen Welt beliebt.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Giuseppe Ferro ist einer, an dem sich Minister Passera aufrichten k&amp;#246;nnte. Von Haus aus ist der hochgewachsene S&amp;#252;ditaliener M&amp;#252;ller; seit 102 Jahren betreibt die Familie Ferro in Campobasso eine Getreidem&amp;#252;hle. 1943 brannten die Deutschen die M&amp;#252;hle auf dem R&amp;#252;ckzug nieder. Vier Jahre sp&amp;#228;ter stand sie wieder. Vor 13 Monaten &amp;#252;bernahm Ferro nun seinen gro&amp;#223;en Nachbarn, den Nudelhersteller La Molisana, eine tief gefallene Premium-Marke. 30 Millionen Euro investierte er in das heruntergewirtschaftete Pasta-Unternehmen. Der Nimbus der Molisana war weg, die Nudel in vielen Superm&amp;#228;rkten aus dem Sortiment geflogen. 'Wir haben ein regionales Erbe aufgekauft, das sonst verlorengegangen w&amp;#228;re', sagt er stolz. Die Akquisition war aber mehr als ein lokalpatriotischer Akt. Sie erlaubt es Ferro, vom Hartweizenkorn bis zur abgepackten Pasta die gesamte Produktionskette zu kontrollieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gebracht hat der Zusammenschluss in der wirtschaftlich schwachen Region Molise, worauf ganz Italien verzweifelt wartet: Wachstum. Auf dem hart umk&amp;#228;mpften Nudel-Markt steigerte Molisana den Anteil in elf Monaten von 0,3 auf 1,9 Prozent. 'So stark w&amp;#228;chst in Italien niemand', br&amp;#252;stet sich Ferro beim Messedeb&amp;#252;t in Parma. Was den Absatz betrifft, sieht er sich erst am Anfang. Ziel sei es, drei Prozent Marktanteil zu erobern. Derzeit exportiert er die Qualit&amp;#228;tspasta aus Campobasso in 40 L&amp;#228;nder. Kanada, Japan, Israel und die USA sind die wichtigsten Kunden. Die Deutschen will Ferro schon bald mit regionalen Spezialformaten auf den Geschmack bringen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Den bl&amp;#252;tenwei&amp;#223;en Messestand, vis-&amp;#224;-vis von Weltmarktf&amp;#252;hrer Barilla, haben Ferros Ehefrau und seine Schwester gestaltet. Tochter Greta pr&amp;#228;sentiert den Marken-Anspruch, 'die Schneider der Pasta' zu sein: Ihr wei&amp;#223;es Abendkleid schm&amp;#252;ckt an der rechten Brust eine strohgelbe Nudelrosette, Pasta-R&amp;#228;der und d&amp;#252;nne Ziti-R&amp;#246;hrchen winden sich um ihre Taille. Die Renaissance gl&amp;#252;ckte, Molisana kehrte in die Supermarktregale zur&amp;#252;ck. Und das mitten in der Rezession.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Die Italiener m&amp;#252;ssen schon seit Jahren die G&amp;#252;rtel enger schnallen. So schrumpfte der Binnenmarkt der Lebensmittelbranche sp&amp;#252;rbar. Der Nahrungsmittelkonsum ist in den vergangenen f&amp;#252;nf Jahren um fast zehn Prozent gesunken. Angesichts des hohen Stellenwerts, den das Essen im Mutterland der gastronomischen Kultur bewahrt, ein schlimmes Krisensymptom. Ohne die weltweite Fangemeinde, die den Nahrungsmittelherstellern zwischen S&amp;#252;dtirol und Sizilien kr&amp;#228;ftige Zuw&amp;#228;chse beschert, h&amp;#228;tte sich auch Italiens Paradebranche in ein Jammertal verwandelt. So aber steigerte sie ihren Anteil am Welthandel mit Lebensmitteln um einen halben Punkt auf 4,3 Prozent. Im vergangenen Jahrzehnt erh&amp;#246;hte sich der Export um 87 Prozent. Die Deutschen sind mit Abstand die besten Kunden. Sie verzehrten 2011 italienische Speisen f&amp;#252;r vier Milliarden Euro.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Erfolg hat seinen Preis. Die Italiener werden rund um die Erde eifrig kopiert oder sogar gef&amp;#228;lscht. Die Anbieter von italienisch klingenden Marken machen einen Jahresumsatz von sch&amp;#228;tzungsweise 54 Milliarden Euro. Hinter Phantasienamen verbirgt sich da Tomatenkonzentrat aus China oder Parmesan aus Argentinien. Zum Namenschummel kommt das Gesch&amp;#228;ft mit der Produktpiraterie f&amp;#252;r sechs Milliarden Euro. So bezahlt Italien f&amp;#252;r seine zeitgem&amp;#228;&amp;#223;e Ern&amp;#228;hrung. 'Die italienische K&amp;#252;che ist die modernste der Welt', begr&amp;#252;ndet Heinz Beck, aus Bayern stammender Starkoch in Rom, den Siegeszug der gesunden Speisen aus Italien.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dennoch exportiert Deutschland mehr Lebensmittel als Italien. Neidvoll blicken die Hersteller s&amp;#252;dlich der Alpen auf die starken Handelsketten, die den einheimischen Erzeugern das Tor zu den Auslandsm&amp;#228;rkten &amp;#246;ffnen. 'Wir stehen allein da', klagt der Lobby-Verband in Parma. Noch dazu lie&amp;#223; Ex-Ministerpr&amp;#228;sident Silvio Berlusconi vor einem Jahr das Au&amp;#223;enhandelsinstitut ICE schlie&amp;#223;en - da war es mit der staatlichen Ausfuhrf&amp;#246;rderung vorbei. Dabei hat die Nahrungsbranche wegen ihrer extremen Zersplitterung Hilfe besonders n&amp;#246;tig. Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern lassen sich in Italien an f&amp;#252;nf H&amp;#228;nden abz&amp;#228;hlen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das erkl&amp;#228;rt, warum man vor allem mit traditionellen Spezialit&amp;#228;ten in Nischen dr&amp;#228;ngt. Kein Land bem&amp;#252;ht sich in Br&amp;#252;ssel so eifrig um 'Dop' und 'Igp', die Siegel gesch&amp;#252;tzter geografischer Herkunftsbezeichnung. Bisher erlangten 243 Erzeugnisse die Schutzmarken - vom S&amp;#252;dtiroler Apfel &amp;#252;ber die Piemont-Haselnuss bis zum Meersalz aus Trapani. Vorreiter Parmigiano Reggiano, der das Dop-Siegel seit 1955 f&amp;#252;hrt, legte so eine gl&amp;#228;nzende Karriere hin. 2011 exportierten die Hersteller des feink&amp;#246;rnigen K&amp;#228;ses aus der Gegend um Parma mehr als eine Million der 40 Kilo schweren Laibe, ein Drittel ihrer Produktion. 'Nach einem Krisenjahrzehnt sind wir endlich zufrieden mit der Ertragslage', sagt Giuseppe Alai, Chef des Parmigiano-Konsortiums.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch den Kleinen helfen die Schutzsiegel auf dem weiten Weg in die Einkaufsk&amp;#246;rbe in aller Welt. 'Unser Wachstum verdanken wir dem Export', sagt der Sizilianer Vincenzo Gucciardo, der im Naturpark Trapani eine Saline betreibt. Fan seines von Hand geernteten Meersalzes, das ohne Rieselhilfen oder Zus&amp;#228;tze gewonnen wird, ist Sternekoch Beck. Der Deutsche sch&amp;#228;tzt heute dessen hohen Magnesiumgehalt. Die Ph&amp;#246;nizier handelten bereits vor 3000 Jahren mit Siziliens 'wei&amp;#223;em Gold'.&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546828</link>
      <guid>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/546828</guid>
      <pubDate>Sun, 13 May 2012 21:38:00 +0200</pubDate>
    </item>

  </channel>
 
</rss>
