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    <title>stefan-biro.jetzt.de</title>
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    <description>Alle Texte von stefan-biro auf jetzt.de</description>
    <language>de-de</language>
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      <title>stefan-biro.jetzt.de</title>
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    <item>
      <title>Unterwegs als Betthupfer: Was passiert, wenn man bei völlig Fremden in der Küche übernachtet</title>
      <description>Auf Reisen und keinen Platz zum Schlafen? Im Internet gibt es für dieses Problem eine Lösung: Auf Seiten wie &lt;a href=&quot;http://www.couchsurfing.com&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;couchsurfing.com&lt;/a&gt; kann man sich einen Schlafplatz suchen – bei Privatleuten. jetzt.de war in München mal fremdschlafen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ma/max-scharnigg/text/regular/470430.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Beim Gastmeister&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
  Ich bin Daniels Gast Nummer 111. Wir sitzen in einer bayerischen Wirtschaft mit den Gästen 105 und 106 (eine Australierin und ein Engländer), 107 und 108 (ein Pärchen aus den USA) und 109 und 110 (zwei winzige Hongkong-Chinesinnen). 105 und 106 erzählen von ihrem zweijährigen Aufenthalt in Schanghai und wie schwierig es ist, Mandarin zu lernen. 109 und 110, die Chinesinnen, kämpfen schweigend mit einer Portion Käsespätzle, während 108 von „The Oxfleisch“ schwärmt.&lt;br /&gt;
  Schlechte Erfahrungen habe er mit Couchsurfern nie gemacht, sagt Daniel auf Englisch. Nur einmal habe sich ein Gast sein Fahrrad ausgeliehen und es nicht abgesperrt am Marienplatz stehen gelassen. Das war dann weg. Und ein anderer, ein 18-jähriger Weißrusse, habe nach dem Oktoberfest neben das Klo uriniert. Nur manchmal frage er sich, weshalb ihm Gäste statt der höchsten Bewertung nur die zweithöchste gäben. 111 Gäste in knapp drei Jahren – das macht im Durchschnitt etwa ein Gast alle zehn Tage. Daniel ist 37 Jahre alt. Er arbeitet bei der Telekom in der Buchhaltung. Die Gäste entspannen ihn vom Arbeitsalltag, meint er. Selbst übernachte er nie bei Couchsurfern, nur im Hotel. Wenn ihm etwas nicht gefalle, möchte er sich auch beschweren können. Unter Couchsurfern mache man so was aber nicht. &lt;br /&gt;
  Gegen Mitternacht gehen wir nüchtern zu Daniel. Auf den roten, blauen und gelben Wänden hängen überdimensionale Gekkos und Bilder von Maya-Pyramiden. Im Bücherregal stapeln sich zerschlissene Lonely Planets und englische Bücher. Daniels Traum wäre es, ein Hostel zu eröffnen, aber er sei „mehr der Buchhaltertyp“, deswegen würde das nicht funktionieren.105 bis 110 besetzen die Matratzen, 111 schläft auf dem Boden. Die Wohnung ist voll – eine imaginäre 112 hätte keinen Platz mehr. In der Nacht werde ich von Daniels Schnarchen geweckt. Kurz nach sieben steht Daniel auf. Er fragt, ob ich gut geschlafen habe. Ich bedanke mich und meine, ich sei nur kurz durch sein Schnarchen geweckt worden. Daniel blickt mich entsetzt an. „Das muss ich unbedingt in meinem Profil erwähnen.“ Dann geht er zur Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;/jetztpage/philipp-mattheis&quot;&gt;philipp-mattheis&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Auf der nächsten Seite: Übernachten im weißgetünchten Mädchenparadies.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ma/max-scharnigg/text/regular/470431.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Ein Zimmer in Watte&lt;br /&gt;
 &lt;/b&gt; &lt;br /&gt;
  Wie zwei Packesel biegen Lisa und ich in die Hohenzollernstraße in München-Schwabing ein. Wir erwischen die letzten Minuten Dämmerlicht, die Schwelle von Tag und Nacht, an der es hinter den Fensterscheiben gelb schimmert und man sich fragt, wer wohl in diesem Haus mit den tollen hohen Decken wohnt. In die Privatsphäre eines Fremden zu blicken, genau das machen Lisa und ich auch. Wir haben uns die Couch, auf der wir übernachten werden, im Internet ausgesucht. Von der Webseite lächelte uns ein blondes Mädchen an. &lt;br /&gt;
  Als wir vor ihrer Haustür stehen, wissen wir nicht viel mehr als dass sie gerne tanzt, segelt, Blumen mag und Julia heißt. Sie ist eine Fremde – doch ihr Lachen bricht sofort das Eis. Lisa und ich stehen ein bisschen verloren in Julias Wohnung, schließlich ist es ihr Reich. Ein eigener kleiner Kosmos, der sich gegen das Gemurmel der Stadt in Watte gepackt hat: weiße Wände, weiße Gardinen, weißes Regal und eine weiße Couch. Eher eine Mischung aus Couch und Bett – das Herzstück unseres Miniurlaubs. &lt;br /&gt;
  Julia steht in der Küche, erzählt von ihrem Erasmusjahr in Riga und wendet Dinkellaibchen in der Pfanne. Lisa und ich stehen daneben, erzählen von unserem zukünftigem Erasmusjahr in Frankreich und Italien und fühlen uns überflüssig. &lt;br /&gt;
  Es ist merkwürdig, auf fremden Holzdielen zu stehen und auf fremde Fotos zu blicken. Man sieht Julia mit ihrem Freund – ernst, gespannt, verliebt und blödelnd. Und ein Schwarzweißbild aus dem Automaten. „Schade, dass die Automaten das heute nicht mehr machen“ sagt Julia, als sie unsere Blicke bemerkt. Mehr sagt sie nicht. Es scheint sie nicht besonders zu stören, obwohl diese Blicke alles treffen: Alles, was von bestimmten Menschen in bestimmten Augenblicken angeschaut und berührt wurde – viel zu wertvoll für fremde Augen-Blicke. &lt;br /&gt;
  Aber Julia nimmt uns die Unsicherheit. Anstatt ihre Privatsphäre während unserer Anwesenheit in den Schrank zu sperren, lässt sie uns daran teilhaben. In ihrem Regal liegt ein Blumenkranz, den sie in Riga an einem Festtag selber geflochten hat. Nach einem Jahr muss man ihn in einen Fluss werfen und sich etwas wünschen. Die unausgesprochenen Erinnerungen an ihren Aufenthalt in Riga füllen die ganze Wohnung. Sie mag Reisen und Reisende und deshalb sind auch wir ihr willkommen. Wir schlafen trotz aller Fremde wie ein Stein.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;/jetztpage/anna-tillack&quot;&gt;anna-tillack&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Auf der nächsten Seite: Eintauchen und Erfahrungen mitnehmen - eine Übernachtung bei Veronika.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ma/max-scharnigg/text/regular/470432.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;In Erfahrung eintauchen&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  Der Weg zu Veronika, 24, führt über eine elegant gewundene Holztreppe nach oben. Vier Stockwerke knarzende Stufen, dann ist man da. Die Begrüßung fällt unkompliziert aus, ein Händedruck, ein freundliches Lächeln. Es folgt eine schnelle Einführung in die Systematik des Kühlschranks, das Wo und Wie in der Wohnung. Man merkt gleich: Hier wird nichts dem Zufall überlassen, alles hat seinen Platz. &lt;br /&gt;
  Zeitungsausschnitte hängen in Küche und Klo, die persönlichen Sachen, sorgsam in beschrifteten Boxen verstaut, stehen im Regal. Der Gast schläft davor, auf dem Teppich. Sinn für Raumaufteilung hat Veronika – sie studiert Architektur– und auch genug Platz: zwei Zimmer alleine für sie, eines zum Arbeiten, eines zum Schlafen. „Fast ein bisschen dekadent für eine Studentin“, findet sie. &lt;br /&gt;
  Ihre Art ist ehrlich, natürlich und auch bereichernd, wenn sie von Architekturstilen, oder besonders gelungenen Momenten einer Pumuckl-Folge erzählt. Minutiös schildert Veronika später ihr Viertel, das Westend; ihre Reiseerlebnisse, wann und warum sie an diesem oder jenem Ort war. „Eintauchen und Erfahrungen mitnehmen“, sagt sie, das müsse man tun, sooft und solange es geht. Kurz vor Mitternacht wünscht Veronika gute Nacht.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;/jetztpage/florian-kaindl&quot;&gt;florian-kaindl&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Auf der nächsten Seite:An der Tür ein fast nackter Mann, in der Wohnung dann Bier, Pfannkuchen und Fleischsalat - eine Übernachtung in der WG.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ma/max-scharnigg/text/regular/470433.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Bei Pfannkuchen und Bier&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  Ein wenig aufgeregt betrete ich den Hausflur, oben erwartet mich nass und in ein Handtuch gewickelt einer meiner Gastgeber, Michael. So früh habe er gar nicht mit mir gerechnet, sagt er, und verschwindet wieder im Bad. Mein Domizil für die Nacht ist geräumig, es gibt eine richtiggehende Couchlandschaft. Von der Straße dringen gedämpft die Stimmen der Glockenbachviertelbesucher herauf. Im Eck hängt ein großer Boiler, der sich am Duschwasser aufarbeitet und dabei Geräusche macht, die fast schon Kaminatmosphäre schaffen. Intuitiv mögenswert, das Zimmer. Ich sitze dennoch ein wenig beklommen an der Ecke des Sofas und warte aufs Entspannt werden. Ein Freund von ihm habe vor Jahren schon Couchsurfing genutzt, in Polen, erzählt Michael später, nachdem er fertig geduscht hat. Dann macht er Pfannkuchen. Ich fühle mich wohl und deplaziert zugleich. Zwei Pfannkuchen mit Marmelade später, beim zweiten Bier und im Gespräch über Haustiere kommt sein Mitbewohner von der Bandprobe, setzt sich zu uns, isst Brot mit Fleischsalat und sagt erst mal nichts. Später legt er die Füße hoch und erzählt, wie anstrengend die Probe war, isst noch mehr Fleischsalat, mit Pfannkuchen diesmal, und stellt nach einem Blick auf die Fleischsalatpackung fest, dass man nirgends sonst so viel Kalorien für sein Geld bekäme.&lt;br /&gt;
  Gegen halb eins leert sich das Wohnzimmer, mir wird eine Decke gebracht und schon bin ich alleine. Der Schlaf kommt schnell und tief. Gegen acht steht Michael vor mir, er sucht seine Schuhe, die sich unter meinem Sofa finden. Ich bleibe noch ein wenig liegen und packe dann doch meine Sachen. Gerade als ich los will, schlurft der Musiker in die Küche, erkundigt sich, ob ich gut geschlafen hätte, bietet Kaffe an, den ich leider ausschlagen muss.Als ich meine Zahnbürste aus dem Bad hole, bin ich ein wenig wehmütig: Eigentlich macht sie sich ganz gut da, auf dem Waschbecken.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;/jetztpage/barbara-wopperer&quot;&gt;barbara-wopperer&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Was ein Yak-Knochen-Dolch mit dem Konsum von Kaffee zu tun hat, liest du auf der nächsten Seite - in der Beschreibung einer Übernachtung in der Wohung eines Esoterikers.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ma/max-scharnigg/text/regular/470434.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Der Guru von Allach&lt;br /&gt;
&lt;/B&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  Er stecke zwar im Lernstress zur Zwischenprüfung, könne aber als Ablenkung gern mal wieder Couchsurfer gebrauchen, sagt Flo und stößt die Tür in sein Zuhause auf: eine Dreizimmer-Wohnung im Allach. Flo ist 24 und studiert Sinologie. Bis in den hintersten Winkel seiner Wohnung stapeln sich asiatische Kulturgegenstände, bis hin zu einem im Regal kauernden Yak-Knochen-Dolch. &lt;br /&gt;
  Es ist, als trete Flo jetzt in verschiedenen Rollen auf: Während Flo, der Gastgeber, ein Wasser anbietet, lenkt Flo, der Esoteriker, das Gespräch auf seine Fachbücher über Handlesekraft. Pulsdiagnose heißt das neue Therapie-Ding, über das er gleich auspackt. Dieses Verfahren hat nämlich Flo, der Traveller, am Ganges aufgeschnappt. Mit drei Fingern habe ihm ein Guru dort den Puls genommen und daraufhin Hyperaktivität attestiert. Seither lässt er die Finger von Kaffee und Cola. &lt;br /&gt;
  Nach bislang drei Stunden Bildungsoffensive zerrt Flo ein vergilbtes Traktat aus dem Schrank: Die 36 Strategeme aus Fernost, ein Katalog von Tricks und List aus der Zeit der drei Kaiserreiche. Um die geht es auch im Film, den er vor dem Einschlafen noch zeigen möchte: eine Kriegssaga in 85 Folgen. Mit einem Federfächer wischt da ein Feldherr aus einem Keramikpott die von seinem Kaiser bestellte Windböe. Flo, der Filmanalytiker, erklärt an diesem Beispiel das Strategem Nummer Zwölf. Es lautet: „Mit leichter Hand das Schaf wegführen.“ Das ist die letzte diffuse Erinnerung an einen geistreichen Abend, der auf einer herbei geschleppten Gästematratze zur Nacht wird.  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;/jetztpage/stefan-biro&quot;&gt;stefan-biro&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
+++++&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Illustrationen: katharina-bitzl&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/i&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/b&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/391545</link>
      <guid>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/391545</guid>
      <pubDate>Mon, 23 Jul 2007 19:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Notizen von einem, der auszog, alle Clubs an einem Abend zu besuchen</title>
      <description>Was ist an einem ganz normalen Freitagabend in München los? Wie gut kann man ausgehen? jetzt.muenchen hat sieben Stippvisiten in der Münchner Nacht gemacht&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;22.05 Uhr: Atomic Café&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Eintritt: 7 Euro&lt;br /&gt;
Das war geboten: the smart club – Indie, BritPop etc. mit DJ Henning Furbach &lt;br /&gt;
Live on Stage: Disco Ensemble – „eingängiger“ Post-Hardcore aus Finnland &lt;br /&gt;
So hat es sich angefühlt: Man ist in vorfreudiger Erwartung auf den bevorstehenden Gig. Doch bisher ist nichts zu spüren oder gar zu hören vom Auftritt der skandinavischen Elektrorocker. Der frühe Vogel fängt den Wurm? Nicht heute.&lt;br /&gt;
Stempel: „AB 31.5. Oasis. Don’t believe the truth“&lt;br /&gt;
Schade: Von Disco Ensemble werde ich nicht einen Schepperer auf die Ohren bekommen. Hätte mich interessiert, weil diese Band die finnischen Charts aufgerollt hat und ähnliches mit dem Rest der Popwelt im Sinne hat. Das und so manches mehr erfahre ich vom wie gewohnt galanten Atomic-Personal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ma/max-scharnigg/text/regular/430859.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;22.27 Uhr: Optimolwerke K41&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Eintritt: 6 Euro&lt;br /&gt;
Das war geboten: „Prima saufen und tanzen“. Disco, Rock, House und Electro mit den DJs Rainer „Der Gute“ Mund und David Klement&lt;br /&gt;
So hat es sich angefühlt: Es herrscht tote Hose bei den K 41-Discosäufern, ich bin der erste Gast des Abends. Aus den Boxen sabbert unentwegt souliger Schmusefunk.&lt;br /&gt;
Stempel: „Prima Saufen &amp; Tanzen“&lt;br /&gt;
Und sonst: Als Begrüßungsdrink gibt’s hier am Eingang Birnenobstler. Mit dem unvermeidlichen Stamperl in meiner Rechten schreite ich über den verwaisten Dancefloor. Wohlfeil äugt da ein goldener Deko-Buddha aus seinem gläsernen Wandsarg auf die untätige Barbelegschaft und auf mich, den Premierentrinker. Prost denn! Prima!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;23.04 Uhr: Rote Sonne&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Eintritt: 8 Euro&lt;br /&gt;
Das war geboten: Kenny Larkin. Elektronische Tanzmusik feat. Anette Party&lt;br /&gt;
So hat es sich angefühlt: Die Strahlen der Roten Sonne brechen sich im Stroboskop. Dezent wummert der Bass hypnotische Haken über die Tanzfläche. Alles atmet hier Ruhe vor der großen Sause. &lt;br /&gt;
Stempel: Reiter mit Pferd (?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;23.13 Uhr: Cord&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Eintritt: 6 Euro&lt;br /&gt;
Das war geboten: Kasino. Pop und Rock und anderes zwischen B-52’s, Pixies, Blur, Rapture und ihren Freunden mit DJ Weyssi&lt;br /&gt;
So hat es sich angefühlt: Erstmals heute stehe ich vor einem Club an. Unerhört, das. Als Lohn gibt’s Stempel Nummer vier auf die Pratze. &lt;br /&gt;
Stempel: „www.cord.tv“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;23.24 Uhr: Monofaktur&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Eintritt: 8 Euro&lt;br /&gt;
Das war geboten: Violet Dance Vol.II. 60er Jahre Porn Beat aus Jena mit Los Banditos. Mit dabei: Brain Eaters und The Elektras&lt;br /&gt;
So hat es sich angefühlt: Gleich werden Los Banditos spielen, die bei Amazon als „unendlich gut und das Beste was ich je gehört habe“ rezensiert werden. &lt;br /&gt;
Stempel: „monofaktur&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;23.46 Uhr: Erste Liga&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Eintritt: 10 Euro&lt;br /&gt;
Das war geboten: Grand Slam. HipHop at its Best – mit den DJs Sepalot und Wayz&lt;br /&gt;
So hat es sich angefühlt: Der Laden füllt sich. Das tue ich jetzt auch. Cheers, Presshalbe, the show must go on! Sinnentleert zerfließt das Stempellogo vor meinem geistigen Auge. &lt;br /&gt;
Stempel: „Zoo York“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;23.59 Uhr: Die Registratur&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Eintritt: 8 Euro&lt;br /&gt;
Das war geboten: Family &amp; Friends: Selekta! Mit den DJs Alix Perez, Black Gain, Martin Peter, Peabird, Tobestar, MC Shoota&lt;br /&gt;
So hat es sich angefühlt: Die Fetenmeute kocht bereits, als ich in die Registratur einbiege. Ein flüchtiger Blick links, zwei unschlüssige Schritte nach rechts. Das war’s. Stecker raus.&lt;br /&gt;
Stempel: Stecker (?)&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/376519</link>
      <guid>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/376519</guid>
      <pubDate>Mon, 16 Apr 2007 19:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Teil 5 der Subkultur-Presseschau: Stierpferde im Einstreu und peinliche Puschelschlappen</title>
      <description>Außerdem: Muskel-Pump mit Kartoffelbrei, Zwiebackmehl für Friedfische und polynesische Tabu-Tattoos. &lt;a href=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/liste/l/6117&quot;_blank&quot;&gt;Hier&lt;/a&gt; kannst du nachlesen, was auf jetzt.de sonst schon alles über die Nischenjournaille gepostet wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/395953.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Magazin 1: Muscle &amp;Fitness&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Worum geht’s?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Der deutsche Ableger der US-Bodybuilder-Fibel bietet 194 Seiten geballte Fleischdeformation mit athletischem Kampfgrinsen, dazu probate Trainings- und Ernährungstipps, „um den Fettverbrennungsofen in Gang zu bringen.“ „Brutalen Muskel-Pump! Sofort!“, so verspricht es eine pulvrige, rosa Feinstaubkombi. Außerdem geht’s um erschütternde Kraftprotz-Schicksale wie das von Johanna Dejager: „Ich musste früher neugeborene Kälber vom Feld tragen, aber das Problem war, dass sie keine Kontrolle über ihre Blase hatten. Ich trug sie über meinen Schultern und sie urinierten meinen Rücken hinunter.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Die drei besten Headlines:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
1. „Sehe ich heute massiv aus?“&lt;br /&gt;
2. Pumpen Sie sich auf!&lt;br /&gt;
3. Fehler Nr.1: Sich nicht genug anstrengen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Der Leser…&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
hat die Möglichkeit, Briefe zu schreiben, um sich individuelle Workout-Tipps einzuholen. So der 18-jährige Raoul: „Ich bin 1,75 m groß und 104 Kilo schwer. 15 Kilo habe ich bereits abgenommen, aber nun bin ich ratlos. Kann ich weiterhin Muskeln aufbauen oder muss ich nur noch Ausdauertraining machen – oder beides? Soll ich Fatburner benutzen? Muss ich erst abnehmen, bevor ich auf Muskelmasse und Muskelwachstum trainiere?“   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Das sagt die Redaktion...&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
über die jüngste Personal-Rochade beim Bodybuilder-Weltverband IFBB: „Sechs Jahrzehnte lang hatte Dr.h.c. Ben Wieder mit nie erlahmender Energie die IFBB zu einem bedeutenden Weltsport-Fachverband aufgebaut. Per Video-Botschaft teilte Ben Wieder den Delegierten des IFBB-Weltkongresses drei Tage später dann mit, dass er für das Präsidentenamt nicht mehr zur Verfügung steht. Der folgende persönliche „Glückwunsch-Marathon“ warf den gesamten Kongress-Zeitplan über den Haufen, aber die Emotionen waren ganz einfach überschäumend.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Bizarres Paar:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Berend Breitenstein vor der LipoTherm-Therapie&lt;br /&gt;
und acht Wochen später: Berend Breitenstein nach der LipoTherm-Therapie &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/395942.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Beste Werbung:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Anzeige für Testalon 2 (80 % Saponine, 20 % Protodioscin), ein „absolut geniales Nahrungsergänzungsprodukt: Gute Produkte bringen gute Resultate! Wann starten Sie durch?“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Das Extra:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Anatomie-Schaubild mit Trainingstagebuch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Was wir gelernt haben:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Kartoffelbrei wird viel langsamer verdaut, wenn man sich vorher 30ml Olivenöl reinzieht. So lässt sich unerwünschter Fettzuwachs verhindern.  &lt;br /&gt;
„Konzentrieren Sie sich beim Training wie ein Laserstrahl. Streichen Sie das Gequatsche und seien Sie mental so stark, dass Sie einfach nicht abgelenkt werden können.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Magazin 2: Blinker&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Worum geht’s?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Europas größte Anglerzeitschrift ködert ihre Leser mit Insider-Tipps aus der Fischerei-Großmeisterei: Raubfisch-Profis, Friedfisch-Experten und Europameister im Big-Game-Fischen reichen sich im Heft die Klinke. Wo fange ich wann wie welchen Fisch? Wer hat den größten und schwersten (Schwarzbarsch gefangen)?&lt;br /&gt;
Provisorisch gibt’s schon mal die Top 12-Hitparade 2006 von Aal (Spitzenwert 12 Pfund) bis Zander (37 Pfund). Der Appell geht an die Leser, Fische, die das Hitparaden-Rekordgewicht übersteigen, sofort zu melden. Die Redaktion behält sich allerdings vor, „Fische abzulehnen, die nicht eindeutig identifizierbar sind und deren Proportion nicht  unseren Tabellen entspricht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Die drei besten Headlines:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
1. Mein Aal-Jahr&lt;br /&gt;
2. Angeln ist besser als Drogen&lt;br /&gt;
3. Je größer ein Netz ist, desto mehr ist für Angler drin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Der Leser…&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
hat Fang-Fragen ohne Ende, zum Beispiel: „Ich möchte mir dieses Jahr eine eigene Wurmzucht anlegen. Wie mache ich das?“ Der Dreifach-Weltmeister Wolf-Rüdiger Kremkus empfiehlt einen Kompoststapel als Domizil für die Wurmbrut.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Das sagt die Redaktion:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
„Der Februar ist anglerisch ein richtiger Murksmonat. Raubfisch-Schonzeit hier, beißfaule Friedfische dort. Wie soll man den Spaß am Angeln weitergeben, wenn man nicht angeln kann. Aber vielleicht hält das neue Jahr ja auch für Sie einen Siegerfisch bereit.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Bizarres Paar:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Albert und sein Traumhecht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/395943.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Beste Werbung:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Verweis auf die Website der Familie B. Heiner: &lt;i&gt;www.wels-camp-am-po.com&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Was wir gelernt haben:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Rotaugen fahren total auf Zwiebackmehl ab.&lt;br /&gt;
Verflucht sei der Volltreffer beim Angeln: „Nehmen wir meinen langjährigen Vereinskollegen Albert. Wie ein Besessener fuhr er 20 Jahre lang jedes Wochenende mit seinem Boot auf den kleinen See. Meterhechte hatte er schon gefangen. Aber er wollte unbedingt den ganz Kapitalen. Und eines Tages fing er tatsächlich einen 28-Pfünder. Albert ließ sich überschwänglich feiern, gab den Hecht zu einem Präparator und freute sich wie ein Kind auf die Trophäe. Aber dann wurde er beim Angeln plötzlich „gelassener“. Er kam später ans Wasser und packte früher ein. Er war nicht mehr der Alte.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Magazin 3: Tattoo Life&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Worum geht’s?&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;
Das Heft ist ein Lifestyle-Guide für Tätowierte und Tätowierer. Der Tattoo-Aficionado erhält Infos von einschlägigen Festivals und Conventions rund um den Globus. Dann gibt’s da auch ein paar informative Texte über die Kulturgeschichte des Tattoos, zum Beispiel ein Porträt des Tätowierers „Rinzing“, 34, der mit dem Stechen von therapeutischen Tattoos aus Tibet seinen „Beitrag zur Verbreitung und Erhaltung dieser Kultur leisten“ will. Und Tom Morello, der Frontman von Audioslave, sinniert über die Symbolkraft der gestochenen Motive: „Vielleicht ist nun der Moment gekommen, mich tätowieren zu lassen, um einige Fixpunkte in mein Leben zu setzen.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Die drei besten Headlines:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
1. Tätowierungen von Hand, alleine und unkonventionell&lt;br /&gt;
2. Tattoo Machines and their secrets&lt;br /&gt;
3. Horiyoshi III – Momentaufnahmen des Meisters&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Der Leser…&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
ist unverzichtbarer Bestandteil der Subkultur. Ohne die selbstgeschossenen Ganzkörper-Tattoo-Pics der Leser-Reporter käme das Magazin um einiges farbloser daher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Das sagt die Redaktion:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
„Oft werden wir beschuldigt, die Grenzen der Ästhetik zu überschreiten und in Bereiche der Körperverstümmelungen einzudringen. Es war und wird nie unser Stil sein, dass barbarische Praktiken, wie die leider in einigen afrikanischen Gegenden praktizierte Beschneidung von Frauen, gerechtfertigt werden können. Wir zögern keinen Augenblick, diese schrecklichen Bräuche zu verurteilen, die in keiner Weise, weder als Kunst, noch als kulturelle Charakteristik, toleriert oder gerechtfertigt werden können.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Bizarres Paar:&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;
Horiyoshi II, der im Heft als bester lebender Tattoo-Künstler gehandelt wird: Front- vs. Heckansicht &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/395945.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Beste Werbung:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
„Wir willens KO Sie mit unseren Preisen“ Die Firma Alkimia aus Madrid inseriert für ihre sterilen Schläuche und Tattoo-Nadeln (Pack 5 stücke ab 5, 25 Euro) und sucht im Trapattoni-Slang &quot;einen vertriebshandler in Deutschland“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Was wir gelernt haben:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Polynesische Frauen haben traditionell das Recht, untätowierte Freier abzulehnen.&lt;br /&gt;
Frivole „Tabu-Tattoos“ holt man sich am günstigsten in Italien. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Magazin 4: Pegasus – Das Pferdemagazin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Worum geht’s?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Pegasus versucht seine Zielgruppe möglichst offen zu halten: vom Teenager (Basteltipps) bis zum reifen Reiter (Reportage über greise Trickreiter) werden alle Pferdefreaks angesprochen. Neben unzähligen Pflegetipps werden Länder vorgestellt, die man am besten zu Pferd bereisen sollte, und Menschen, in deren Leben Pferde noch etwas zu sagen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Die drei besten Headlines:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
1. Es muss nicht immer Stroh sein&lt;br /&gt;
2. Neuer Deckhengst für die Sennerzucht&lt;br /&gt;
3. „Pferdisch“ für Reiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Der Leser…&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
bekommt drei Seiten Platz für Leserbriefe, und Leni im Jugendspecial eine Antwort auf ihre Frage, warum Pferde andauernd Stroh und Heu fressen müssen, „wo ihnen Hafer und Karotten doch sicher besser schmecken.“ Ein kundiger Redakteur klärt auf, das sei wie bei ihr selbst mit Schokolade: „auf Dauer alles andere als gesund!“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Das sagt die Redaktion:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
„Egal ob einem das gefällt oder nicht: Zu einer artgerechten Pferdehaltung gehört eine anständige Einstreu einfach dazu. Eine stets saubere, gut eingestreute Liegefläche ist ein Luxus. Auch für den Besitzer, der den Pflegeaufwand der Einstreu im Pensionsstall ordentlich bezahlen oder aber bei der Haltung in Eigenregie als Eigenleistung erbringen muss. Da wird so mancher Pferdehalter zum knallharten Kalkulator.“  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Bizarres Paar:&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;
Wahlindianer Peter mit seiner Quarter-Horse-Stute Goldie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/395946.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Beste Werbung:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
„honeylanewalker“ bewirbt seinen Deckhengst im Anzeigenteil: „TWH-Hengst, Rappschecke, erwartet im Frühjahr 2007 Ihre Stute. Gekört, HB1 in DPZV. Kreuzungsfohlen erhalten Papiere als Pinto-Gangpferd. In 2006 alle Fohlen prämiert“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Das Extra:&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;
die gefährlichsten Giftpflanzen als Poster zum Rausnehmen: „Giftpflanzen erkennen – Vergiftungen vorbeugen“, außerdem ein Special zum Thema Einstreu, der Indoor-Fußboden für Paarhufer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Was wir gelernt haben:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
„Schimmel sind exzellente Stierpferde, und ebensolche Freizeitpferde.“&lt;br /&gt;
Der Pferde-Verhaltensforscher Dr.Hanggi sucht Praktikanten für seine Feldstudie über farbenblinde Pferde im Reiturlaub. &lt;i&gt;(www.equineresearch.org)&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
„Für die Fortpflanzung kann es von Vorteil sein, sich nicht auf körperliche Auseinandersetzungen einzulassen. Schließlich könnte man dadurch so schwer verletzt werden, dass es unmöglich wird, dieses Ziel zu erreichen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Magazin 5: Chica&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Worum geht’s?&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;
Chica will 13-jährigen Mädchen das Lebensgefühl vermitteln, das ihnen gebührt. Verführungstipps und Modetrends, Star-Gequatsche und Horoskope. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Die drei besten Headlines:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
1. Trend-Spion: Manche mögen’s weiß&lt;br /&gt;
2. Das Spiel mit dem Kick: Verführung de luxe!&lt;br /&gt;
3. Abonnier dir die Schönheit!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Die Leserin…&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
schickt ihre nervigsten Storys an die Redaktion, die den übelsten Schmarrn in der Rubrik „Shit happens“ verwertet. „Ich hatte nämlich meine pinken Puschelhausschuhe im Schweinchen-Look vergessen auszuziehen! Und damit stand ich nun an der Haltestelle! Wie peinlich!“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Das sagt die Redaktion:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
„Er ist smart, er ist stark, er ist sexy. Er versprüht Sexappeal vor und hinter der Kamera  und bändelt mit den schönsten und angesagtesten Frauen an, die über die roten Teppiche der Welt tänzeln. Was macht den Charme von Jude Law aus? Vielleicht sein Look? Wir machen den Check.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Bizarres Paar:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Zwillinge im Horoskop (21.Mai – 21.Juni)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/395947.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Beste Werbung:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
eine schlüpfrige No Drugs-Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: www.bist-du-staerker-als-alkohol.de. Neben einer angedeuteten Erektionsstörung erfährt die junge Chica: „Zu viel Alkohol bedeutet nix los in der Hose.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Das Extra:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
knallviolette Leggings in ¾-Länge&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Was wir gelernt haben:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Bis 1962 war vorehelicher Sex in den USA gesetzlich verboten.&lt;br /&gt;
Schlapphut geht irgendwie nur mit Sonnenbrille. &lt;br /&gt;
Wassermann-Girls sind sehr anspruchsvoll. Punkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Heft-Recherche: Eva Schulz, Stefan Biro&lt;/i&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/358857</link>
      <guid>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/358857</guid>
      <pubDate>Tue, 06 Feb 2007 19:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Dominique und die wahre Geschichte der Blutdiamanten</title>
      <description>Was Leonardo di Caprio nicht weiß: Die Münchnerin Dominique war in Sierra Leone und erzählt die wahre Geschichte der Blutdiamanten und des Bürgerkrieges.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Eintrag im Notizblock von Dominique Panke, vergangene Woche: „Donnerstag, 19.30 Uhr, Kino-Premiere von Blutdiamanten!“ Seit nun fünf Tagen läuft in den Kinos „Blood Diamond“, ein Film mit Leonardo di Caprio über den Bürgerkrieg in Sierra Leone. In den 90ern bekriegten sich in der westafrikanischen Republik Regierungstrupps und Rebellen, bis zu 200.000 Menschen kamen ums Leben. Dominique, 26, studiert Politikwissenschaft. Sie wollte nicht Leonardo di Caprio sehen. Ihr geht es um Sierra Leone. Im Juni vergangenen Jahres war sie dort und führte für ihre Magisterarbeit zum Thema „Wahrheit und Versöhnung in Sierra Leone“ 53 Interviews mit Tätern und Opfern des Krieges. Zurück kam die schöne Afrikaforscherin mit 28 vollen Kassetten und 1220 Minuten Klartext. Vier Jahre nach Kriegsende wollte Dominique wissen: Wie gehen die Sierra Leonies mit den erlebten Grausamkeiten um? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;jetzt.muenchen: Dominique, was hast du die Leute gefragt?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Dominique: Ich hatte mir als Leitfaden für meine Interviews 20 Fragen überlegt. Anfangs habe ich mich ziemlich stark an diesem Fragenkatalog orientiert, doch später bin ich immer mehr davon abgewichen. Auf keinen Fall wollte ich riskieren, mit harten Fragen nach dem Leben im Krieg möglicherweise alte Wunden wieder aufzureißen. Mich interessiert ja nur, wie die Menschen heute damit klar kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ca/caroline-vonlowtzow/text/regular/395276.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;txtbildcredit&quot;&gt;Dominique beim Auswerten ihrer Sierra Leone-Tapes&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&lt;b&gt; Wer waren deine Ansprechpartner in Sierra Leone?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Mein erster Kontakt war das „Forum of Conscience“ (FOC), eine Menschenrechtsorganisation in Freetown, der Hauptstadt von Sierra Leone. Den Kontakt zum FOC hatte ich bereits von München aus hergestellt - über das Internet. Die haben mich bei der Organisation meiner Interviews enorm unterstützt. Schon am Flughafen wurde ich von zwei FOClern empfangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt; Was passierte dann?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Ich bin mit einem Chauffeur in die Dörfer gefahren, die mir das FOC empfohlen hatte. Planen konnte ich sonst kaum etwas, das meiste lief sehr spontan. Die Leute wurden teilweise vom Bürgermeister von den Feldern geholt, nachdem der mein Vorhaben bewilligt hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Mindestens zwei Drittel der fünf Millionen Menschen in Sierra Leone gelten als schwer traumatisiert. Wer hilft ihnen? &lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Im ganzen Land gibt es gerade mal zwei Psychotherapeuten. Es ist also unmöglich, individuelle Schicksale adäquat aufzuarbeiten. Daher versuchen die Sierra Leonies, ihren Blick in die Zukunft zu richten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ca/caroline-vonlowtzow/text/regular/395267.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;txtbildcredit&quot;&gt;Gruppeninterview im Landesinneren&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&lt;b&gt; Wie gehen sie mit der Vergangenheit um?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Die Menschen bedienen sich traditioneller Versöhnungszeremonien, um die Vergangenheit abhaken zu können. Es geht darum, Opfer und Täter in den Gemeinden zusammenzuführen. Dann lässt man sie zum Beispiel symbolisch aus einem Glas trinken, oder der Bürgermeister stellt seinen Fuß stellvertretend für das Opfer auf den Täter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt; In „Blood Diamond“ geht es um seltene Edelsteine - für di Caprio als weißen Söldner in den Diamantminen das „Ticket runter von diesem gottverlassenen Kontinent.“ Welche Rolle spielten die Konfliktdiamanten?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Tatsache ist, dass während des Krieges in manchen Jahren Diamanten im Wert von bis zu 400 Millionen US-Dollar über die Grenze geschmuggelt wurden. Das Geld floss direkt in die Kassen der Kriegstreiber. Doch es hat sich niemand Paläste für die neuen Devisen gebaut. Das Geld wurde immer sofort gegen Waffen eingetauscht und hat somit den Konflikt am Laufen gehalten. Aber: Der Bürgerkrieg war mehr als ein apokalyptisches Gemetzel um blutige Edelsteine, wie im Film vielleicht der Eindruck entstehen mag. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt; Was war es dann? &lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Im Bürgerkrieg hat sich die Unzufriedenheit der Massen entladen: Unzufriedenheit mit einer korrupten und repressiven Regierung, Unzufriedenheit wegen extremer Arbeitslosigkeit und schlechter Bildungschancen. Das klingt vielleicht etwas simpel, aber anders als in vielen postkolonialen Kriegen in Afrika haben ethnische oder religiöse Motive in Sierra Leone kaum eine Rolle gespielt. Es war die studentische Elite, die in den 80er Jahren ihre Forderungen nach Jobs und politischer Mitbestimmung in die Straßen von Freetown trug. Leider bekam der Protest sehr bald eine befremdliche Eigendynamik, er wurde zum Selbstläufer und immer gewaltsamer. Demagogen wussten die Wut der Massen für sich zu nutzen und hetzten die Menschen aufeinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ca/caroline-vonlowtzow/text/regular/395268.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;txtbildcredit&quot;&gt;Freetown: ein Bürgerkriegsopfer packt aus&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Mord, Vergewaltigungen und Verschleppungen gehörten bald zur Tagesordnung. Wie konnte die Gewalt in Sierra Leone dermaßen eskalieren? &lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Macht hatte, wer Terror ausübte, wobei der Terror auch vor Kindern nicht Halt machte. Etwa ein Viertel der Kämpfer waren Kindersoldaten. Kinder, die entführt, zusammengeschlagen und dann mit Kokain und Schießpulver vollgepumpt wurden, um sie dann als willenlose Kämpfer missbrauchen zu können. Diese Kinder kannten nichts als pure Gewalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Eine verbreitete Terrormethode war das Abhacken von Armen und Beinen. Man geht davon aus, dass in Sierra Leone 1500 bis 6000 Menschen zwangsamputiert wurden. &lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Das war eine zynische Reaktion auf Slogans wie „Reicht euch die Hand zum Frieden!“ oder „Die Zukunft liegt in euren Händen!“. Nie zuvor in der Geschichte der Menschheit hat es derart systematische Verstümmelungen gegeben wie in diesem Bürgerkrieg. Man hat den Menschen mit Buschmessern die Gliedmaßen abgehackt. Oft machten sich die Kämpfer einen Spaß daraus, ihre Opfer verstümmelt zurückzulassen. Bei meinen Interviews erfuhr ich von einigen Amputierten, die darum gefleht hatten, nicht amputiert, sondern lieber getötet zu werden.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&lt;b&gt; Wie bist du an diese Menschen rangekommen? &lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Den Kontakt hat das FOC hergestellt. Ich bin dann mit dem Bus in eine Siedlung auf dem Land gefahren, wo zehn Amputierte mit ihren Familien leben. Vor diesem Treffen war ich ziemlich nervös. Ich wusste zum Beispiel nicht, wie ich sie begrüßen sollte. Ein Handschlag kam ja offensichtlich nicht in Frage. Als mir die Amputierten dann wie selbstverständlich ihre Armstümpfe reichten, war meine Unsicherheit schnell verflogen, und wir kamen ins Gespräch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ca/caroline-vonlowtzow/text/regular/395269.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;txtbildcredit&quot;&gt;Lamin Jusu Jaka, die charismatische Symbolfigur der Amputierten in Sierra Leone&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Welchen Eindruck machten die Amputierten auf dich?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Das sind beeindruckende Persönlichkeiten, die sich mit einer beneidenswerten Willenskraft dafür einsetzen, irgendeine Form von Reparation zu erhalten, die es ja bis heute nicht gibt. &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Es wird zu wenig für die Kriegsopfer getan?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Definitiv. Das Problem ist, dass die körperlich versehrten Opfer des Krieges eigentlich kein Druckmittel haben. Bei den Tätern ist das anders. Da schwingt immer die Befürchtung mit, dass sie wieder zu den Waffen greifen könnten, wenn sie nicht vernünftig in die Nachkriegs-Gesellschaft eingegliedert werden. Daher wurde von der Regierung sehr viel unternommen, um die Täter zu resozialisieren: Es gibt spezielle Beschäftigungsprogramme, in denen Ex-Kämpfer als Motorradtaxi-Fahrer ausgebildet werden. Das löst den Konflikt aber nicht. Ein Amputierter sagte mir: „Wie kann ich meinen Kindern erzählen, was hier passiert ist? Wenn es uns jetzt nicht besser geht, werden uns unsere Kinder rächen!“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Du hast mit den Opfern gesprochen. Wie stellen die sich ihre Zukunft vor?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Sie wollen Jobs und eine Ausbildung für ihre Kinder. Die Trauer und die Wut, die jetzt noch besteht, ist also weniger gegen die Täter gerichtet als gegen eine Regierung, die sich davor drückt, etwas für sie, die Opfer, zu tun. Nicht umsonst hat sich die Gesellschaft auf eine Amnestie für alle am Konflikt Beteiligten verständigt - von einigen Haupttätern abgesehen. Man wünscht sich nichts weiter als ein friedliches Zusammenleben für die Zukunft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ca/caroline-vonlowtzow/text/regular/395279.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ca/caroline-vonlowtzow/text/regular/395280.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;txtbildcredit&quot;&gt;Konflikt-Management mit Comics&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wird das wirklich möglich sein?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Entscheidend wird sein, wie die Menschen für die Ursachen und den Verlauf des Krieges sensibilisiert werden können. Nichtregierungs-Organisationen haben dafür einen Bericht erstellt. Das Problem aber ist, dass 70 Prozent der Sierra Leonies Analphabeten sind. Nachrichten werden in Sierra Leone traditionell in Bildern vermittelt. Der Konflikt-Bericht wurde folglich als Comic aufbereitet, und heute fahren Storyteller damit durch die Dörfer. Interessant ist, dass in diesen Comics keine Menschen zu sehen sind, sondern Ratten. Man projiziert den Konflikt auf ein imaginäres Land „Sierrarat“, um es den Menschen einfacher zu machen, Distanz zu schaffen zur eigenen Geschichte. Die Menschen sollen ermutigt werden, nach vorne zu schauen.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&lt;b&gt; Was hast du mit deinen Interviews noch vor?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
 Sobald ich alle Kassetten ausgewertet habe, möchte ich das Resümee meiner Arbeit dem FOC zukommen lassen. Ich hoffe, dass die dann meine Arbeit als Druckmittel gegen die Regierung verwenden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Fotos: Stefan Biro, privat&lt;/i&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/358554</link>
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      <pubDate>Mon, 29 Jan 2007 19:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Kunstaktion „Girlfriend Experience“: Du sollst diese Menschen steuern</title>
      <description>Über eine Call-In Show in Amsterdam, die Freitagabend um 20 Uhr startet&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Martin Butler, 37, ist britischer Performance-Künstler. Sein Themenkosmos: die Grauzone zwischen realem und virtuellem Sex. „Reine Körperlichkeit ist nicht mehr“, sagt Martin. Nicht im echten Leben, und auch nicht beim virtuellen Liebesspiel. Das will er nun beweisen: In Amsterdam hat er ein Zimmer gemietet, in das er vier holländische Mädels und Jungs verpflanzt hat, die ab heute, 20 Uhr, auf deinen Skype-Anruf warten. Dazu loggst du dich &lt;a href=&quot;http://www.mediamatic.net/artefact-13553-en.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;hier&lt;/a&gt; ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vier attraktiven Oranjes sind zu 100 Prozent real, doch am PC-Bildschirm erscheinen sie als virtuelle Körper, als Avatare. Du suchst dir einen der vier Avatare aus und hast dann zehn Minuten, mit ihm oder ihr zu chatten. Kommunikation ganz nach Wunsch: Flirten, Philosophieren oder auch Provozieren, alles ist erlaubt, bis dich der Avatar aus der Leitung schmeißt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/394138.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;txtbildcredit&quot;&gt; Available, busy, available, off line: die vier Avatare.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was will Martin mit dieser Chatroom-Aktion erreichen? Er sagt, es geht ihm darum, auf den paradoxen Charakter von sozialer Interaktion im Netz hinweisen: „Wir nutzen das Internet, weil uns die Anonymität der Online-Kommunikation Sicherheit gibt, Sicherheit, die wir vielleicht sonst nicht hätten. Andererseits ist das Internet auch immer eine Projektionsfläche für unsere intimsten Wünsche. Meine Aktion soll zeigen, wie Anonymität und Intimität im Netz verschmelzen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/394139.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;txtbildcredit&quot;&gt;Martin, hier kunstvoll als Stillleben drapiert. (Foto: Freuden/Verhagen)&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aktion läuft unter dem Titel „The Girlfriend Experience“, ein Schlagwort, das Martins Theorie exakt wiedergibt. „Girlfriend Experience“ gilt in den USA als populäre Huren-Dienstleistung. Der Hintergrund: Männer wollen Vertraulichkeit und Kumpanei beim Liebesspiel, zumindest die Illusion davon. Martin, der beziehungstechnisch verarztet ist, weiß wovon er spricht. Aber auch notorische Singles und polygame Nicht-Singles wenden sich oft an Prostituierte, mit denen sie ein Bier zischen, Fußball-Tippscheine ausfüllen und danach rumknutschen können, verrät uns Martin, der schrille Performer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum 9. März ist Zeit, mit den Avataren Kontakt aufzunehmen; jeweils von Mittwoch bis Freitag, von 20 bis 23 Uhr.&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/358129</link>
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      <pubDate>Fri, 26 Jan 2007 19:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Endlich im Kino: „Enron – The smartest guys in the room”</title>
      <description>Diesen Film solltest du dir ansehen, denn er verkörpert ein rares Genre: den Typus des investigativen Wirtschaftsthrillers&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Enron – The smartest guys in the room” dreht sich um den folgenschwersten Firmenbankrott in der Geschichte der US-Wirtschaft. Es geht um die Pleite von Enron, einem texanischen Energiehändler. Als Enron 2001 Insolvenz anmeldete, war es eines der sieben größten Unternehmen in den USA. Ein Schock, denn niemand hatte vorausgesehen, dass die Firma wie ein Kartenhaus zusammen fallen würde. Gebaut auf Schulden, falschen Versprechen und frisierten Bilanzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Enron – The Smartest Guys in the Room“ ist weniger Dokumentation als ein packender Wirtschaftskrimi. Der Oscar-nominierte Film basiert auf dem gleichnamigen Buch von Bethany McLean und Peter Elkind. Neben den beiden Journalisten kommen im Film Börsianer, Politiker, Rechts- und Staatsanwälte zu Wort. An der Chronologie der Ereignisse entlang zerpflückt der Film den Fall Enron. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Beispiel die beschaulichen Firmenanfänge in der texanischen Einöde, wo Enron 1985 ins Energiebiz einstieg. Die engen Verbindungen zum Bush-Clan, der dem Unternehmen stets gewogen war. Und die Energiekrise in Kalifornien 2000, als Enron dem Film nach mit Absicht Kraftwerke lahmgelegt haben soll, um danach die Strompreise explodieren zu lassen. Enron ist somit ein Paradebeispiel für eine gescheiterte Deregulierung von Energiemärkten und für eine naive Wirtschaftspolitik, die sich an den Markt und seine Handlanger verkauft hat – ein warnendes Beispiel auch für Liberalisierungs-Fanatiker in den Gremien der EU und sonst wo.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/393075.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;txtbildcredit&quot;&gt;Wurde wegen unzähliger Finanzdelikte angeklagt: Kenneth Lay, der Gründer von Enron – er verstarb im vergangenen Juni, noch während des Prozesses&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regisseur Alex Gibney:&lt;br /&gt;
„Überrascht war ich, dass beinahe jeder – Journalisten, Börsenanalysten, Wirtschaftsprofessoren, sogar Alan Greenspan, der Präsident der US-Zentralbank – der Enron-Story Glauben schenkte. Vielleicht lag einer der Gründe, warum alle davon so überzeugt waren, darin, dass die Enron-Bosse ihre Mission in eine Ideologie verpackten, an die jeder in der amerikanischen Gesellschaft bedingungslos glauben wollte: Wenn es keine Regeln und keine Regulierung gibt, wird alles gut.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Irrglaube war bis zum Finanzcrash von Enron der Motor der New Economy. Doch der verhängnisvolle Crash hat die Politik wachgerüttelt. Im Juli 2002 verabschiedete der Kongress ein hoch ambitioniertes Gesetz: den so genannten „Sarbanes-Oxley Act“, der die Börsenaufsicht massiv verschärft und den Kapitalverkehr knallharten Regeln unterwirft. Nie wieder dürfe es, so der Gesetzgeber, zu einem Skandal der Kategorie Enron kommen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„The smartest guys in the room” – das ist auch ein Psychogramm skrupelloser Manager, deren kriminelle Energie sich in der Freizügigkeit des bis zur Jahrtausendwende extrem liberalen US-Finanzmarktes erst richtig austoben konnte, so die Theorie von Regisseur Alex Gibney. Zum Beispiel packten sich die für den Skandal verantwortlichen Manager noch kurz vor dem Kollaps Bonuszahlungen in Höhe von 55 Millionen Dollar in die Taschen, während zehntausende Beschäftigte ihre Arbeitsplätze und ihre Alterversorgung verloren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Schuldenberg in Milliardenhöhe, 20 000 Arbeitslose und zwei Milliarden Dollar, die aus dem Pensionsfonds für Enron-Mitarbeiter veruntreut wurden – so das desaströse Erbe des Konzerns.&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/357581</link>
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      <pubDate>Tue, 23 Jan 2007 19:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Teil 6 von Mächtige online: „Avaaz.org – the world in action“</title>
      <description>Seit zehn Tagen steht die Kampagnen-Website Avaaz im Netz. Avaaz bedeutet auf Urdu (auch auf Farsi und Hindi!) „Stimme“. Gemeint ist die Stimme einer vom Webmaster gepushten Weltzivilgesellschaft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Geschäftsführer von Avaaz ist Kanadier, sein Name ist Ricken Patel, sein Alter 30. Der Avaaz-Chef erklärt: „Wir erleben gerade weltweit eine technologische Revolution, wie es sie noch nie gegeben hat. Schon heute gibt es eine Milliarde Menschen mit Internetanschluss und zwei Milliarden Menschen mit Handys. Das bietet uns die Chance, die Menschen global zu vernetzen und ihre Anliegen zu artikulieren.“ Ricken fängt nicht bei Null an, sein Startkapital ist das Portal &lt;a href=&quot;http://www.moveon.org/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;„MoveOn“&lt;/a&gt;, die größte Kampagnen-Website in den USA mit über drei Millionen Usern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Der Empfang auf der Seite:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Die Avaz-&lt;a href=&quot;http://www.avaaz.org/en/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Startseite&lt;/a&gt; lädt sich auf Englisch. Umgehend aber stolpert man über einen Linkkanon zu Seitenablegern in anderen Sprachen: auf Französich, Deutsch, Spanisch, Portugiesisch und in exotischen Ausdrucksformen, die von den Standard-Software-Tools gerne mit Fragezeichen und mysteriösen Spezialsymbolen angedeutet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/391732.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Was erfahren wir?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Ricken übt Macht aus, indem er die Mächtigen zur Rechenschaft zieht. Er ist das sympathische Gesicht der Globalisierung, der Mann, dem man die Anliegen der Welt gerne anvertraut. Sein Motto: „Zunächst mal bin ich Mensch, und dann erst Bürger eines Landes.“ Eine Maxime, die er von Mahatma Gandhi übernommen hat. Wenn der Avaaz-Chef die Ikone der friedlichen Weltrevolution zitiert, klingt das nicht pathetisch, sondern absolut glaubwürdig. Ricken ist Kanadier mit britischer Staatsbürgerschaft und indischer Abstammung. Er wuchs in Kenia auf, studierte in Oxford und Harvard und arbeitete dann für internationale Organisationen in Sierra Leone, Liberia, Afghanistan und im Sudan. Seine Domänen dort: Schutz von Bürgerrechten und „Good governance“. Mit dieser Biografie wird man UNO-Generalsekretär. Oder man gründet seine eigene UNO – Avaaz, eine transnationale Gemeinschaft, die demokratischer und somit besser funktionieren soll als die Vereinten Nationen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Das soll beim Leser hängen bleiben:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Ricken will die Cyber-Weltgemeinschaft als globale Supermacht etablieren. „Hinter fast all unseren lokalen Anliegen verbergen sich tiefere Probleme, die nur global angepackt werden können. Ein Beispiel: In Afrika bekriegen sich die Menschen um das immer knapper werdende Ackerland. Die Gründe dafür aber liegen im Klimawandel, einem globalen Phänomen.“ Noch gebe es eine Riesenkluft zwischen der Welt, wie sie ist und der Welt, wie sie sich die meisten wünschen. „Die Mehrheit der Leute ist absolut pro Umweltschutz, pro Menschenrechte und gegen Armut, Landminen und Aids. Was die nationalen Regierungen diesbezüglich entscheiden, ist leider meilenweit weg von dem, was die Menschen wollen.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/391728.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;txtbildcredit&quot;&gt;Ricken Patel, Mastermind von Avaaz&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Für wen ist die Seite gedacht?&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;
Jeder kann sich auf avaaz.org registrieren und dann gleich &lt;a href=&quot;http://www.avaaz.org/blog/en/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;loslegen&lt;/a&gt; mit Postings und Kommentaren, wie es am 12. Januar Zaid Mahdi getan hat: ein engagierter Iraki aus Haditha, wo im November 2005 24 Zivilisten von US-amerikanische Streitkräfte vorsätzlich getötet wurden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der Friede sei mit euch, ich bin ein Bewohner von Haditha, eine Stadt, die seit zwei Monaten unter Beschuss von amerikanischen und irakischen Truppen steht. Uns gehen langsam aber sicher die Lebensmittel und Medikamente aus. Es gibt strenge Ausgangssperren und manche Stadtteile müssen fast ohne Nahrungsmittel und Sprit auskommen. Die Situation ist schrecklich, daher bitte ich euch: Helft uns, damit unsere Stimme bei den Mächtigen dieser Welt ankommen möge! Informiert eure Abgeordneten und Regierungsvertreter! Helft uns dabei, ein humanitäres Desaster abzuwenden und unserer Erniedrigung ein Ende zu bereiten!“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exakte Angaben zur globalen Verteilung der Avaaz-User liegen (noch) nicht vor. Bis Ende 2007 wünscht sich Ricken eine „lebhafte Community mit über einer Million aktiver User aus allen Ländern der Erde.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/391729.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Aktuelle Kampagne:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Seine Unterschriften-&lt;a href=&quot;http://www.avaaz.org/de/iraq_campaign_jan_2007/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Petition&lt;/a&gt; gegen George W. Bushs Pläne zur Truppenverstärkung im Irak. Die Kampagne fand bisher über 40 000 Unterstützer aus allen Erdteilen. Dazu schaltete Avaaz am Mittwoch ein Anti-Bush-Inserat im „Roll Call“, der offiziellen Infozeitung des US-Kongresses. Eine ganze Seite Stimmungsmache gegen die Irakpläne der Regierung. Kostenpunkt 10 000 Dollar, finanziert aus der Schatulle wohlwollender Spender. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/liste/l/9403&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Hier&lt;/a&gt; kannst du andere Texte aus dem Label „Mächtige online“ nachlesen.&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/356958</link>
      <guid>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/356958</guid>
      <pubDate>Sun, 21 Jan 2007 19:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Wir waren jung und brauchten Möbel: Drei Pärchen über´s Zusammenziehen</title>
      <description>Der ganz normale Beziehungsalltag: Sie zieht zu ihm. Er zu ihr. Sie zu ihr. Er zu ihm. Damit die gemeinsame Behausung zum Pol der Harmonie werden kann, verbringen Pärchen oft Stunden in Möbelhäusern. Denn dort, wo das Möbel haust, zeigt sich das zukünftige Stresspotential für die Beziehung. jetzt.de fragte drei junge Pärchen: Wieviel Ego steckt ihr in die Einrichtung eurer Wohnung? Wer ist das Alphatier bei der Möbelbeschaffung? Und überhaupt: Zusammenziehen, gute Idee?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/391757.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;txtbildcredit&quot;&gt;Kathrin (26) und Niculin (27) &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Was für Möbel habt ihr gekauft?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Beide: Wir haben uns ein Malm Sideboard gekauft, das ist ein Regal. Eigentlich sollte es weiß sein, doch waren die weißen bereits vergriffen. Stattdessen gab es stapelweise Regale in hellem Holzlaminat, die uns aber gar nicht gefielen. Völlig frustriert wollten wir bereits mit leeren Händen nach Hause zurückkehren, da hat es das Schicksal doch noch gut mit uns gemeint, und das letzte Malm Sideboard in dunklem Holz lag vor uns! Im Nachhinein sind wir froh, das dunkle gekauft zu haben – passt viel besser ;-)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wer hat ausgesucht?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Nach langem Hin-und-her-Überlegen haben wir uns gemeinsam dafür entschieden. Geplant wurde das Ganze jedoch bereits mit einer maßstabgetreuen Zeichnung zu Hause.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wer baut auf?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Kathrin: &quot;Niculin. Ich war in der Arbeit.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Das Lieblings-Möbelstück?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Natürlich, unser Lieblings-Möbelstück ist die freistehende Badewanne in unserem Schlafzimmer, die bereits ein halbes Jahr darauf wartet, in Betrieb genommen zu werden. Kathrin hat die Badewanne in einer Euphorie bei Ebay ersteigert, doch zur Installation ist es bis heute noch nicht gekommen. Das gute Ding bedarf einer speziellen Montage, an der wir noch feilen. Wir sind jedoch guter Hoffnung und optimistisch, dass die Inbetriebnahme in nächster Zukunft stattfindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Seit wann wohnt ihr zusammen?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Wir haben bereits vor einem Jahr zusammen gewohnt, damals waren wir beide noch in der Dominikanischen Republik am Jobben. Danach war für ein Jahr Fernbeziehung angesagt, bis wir vor sechs Monaten wieder zusammenzogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wer hat die Wohnung gefunden?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Nikulin: Die Wohnung hat die Kathrin gefunden, nachdem sie aus der Dominikanischen Republik zurückgekehrt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Hat jeder ein eigenes Zimmer oder teilt ihr Euch die ganze Wohnung?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Die Wohnung und die Räume werden geteilt. Klar gibt es Räume, in denen sich der eine oder der andere öfter aufhält. Das Büro zum Beispiel wird viel mehr vom Niculin benutzt. Falls es mal funkt, ist zum Glück aber auch genügend Platz, um einander für eine Weile auszuweichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Gibt`s einen Putzplan?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Niculin: Kathrin putzt!!! &lt;br /&gt;
Kathrin: Das steht zwar nirgends geschrieben, doch ergibt es sich einfach daraus, dass Niculins Schmutz-Schmerzgrenze einfach viel höher liegt. Dafür aber ist er hauptsächlich für die Wäsche zuständig. Die Mülltrennung liegt auch in seinem Aufgabengebiet, wird jedoch nicht immer mit der gleichen Zuversicht erledigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wer hat beim Einrichten den besseren Geschmack?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Da streiten wir uns immer noch. ;-)) Obwohl man sagen muss, dass wir meistens am Schluss immer gut übereinstimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wie löst ihr Streitfragen bei der Einrichtung?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Streit wegen der Einrichtung gibt es noch nicht, das steht uns vielleicht erst bevor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/391747.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;txtbildcredit&quot;&gt;Christian (27) und Sarah (26)&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Was für Möbel habt Ihr gekauft?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Beide: Bisher Küche, Schreibtisch und Nachttisch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wer hat ausgesucht?&lt;/b&gt;     &lt;br /&gt;
Christian: Wir beide gemeinsam. Das heißt, den Schreibtisch hat eigentlich Sarah ausgesucht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wer bauts auf?&lt;/b&gt;     &lt;br /&gt;
Die Küche baut der Monteur auf, den Rest wir beide. Entweder wir schaffen das alleine oder eben mit Hilfe von Freunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Habt Ihr ein Lieblings-Möbelstück?&lt;/b&gt;     &lt;br /&gt;
Das Bett. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wann zieht ihr zusammen?&lt;/b&gt;     &lt;br /&gt;
Anfang März.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wer hat die Wohnung gefunden?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Christian: Die Wohnung hat Sarah bei Kurz &amp; Fündig aufgetrieben. Angeschaut und entschieden haben wir gemeinsam.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Hat jeder ein eigenes Zimmer oder teilt ihr euch die ganze Wohnung?&lt;/b&gt;     &lt;br /&gt;
Wir teilen uns die ganze Wohnung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Warum?&lt;/b&gt;     &lt;br /&gt;
Weil wir getrennte Zimmer nicht als Sinn und Zweck einer gemeinsamen Wohnung sehen. :) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Gibt`s einen Putzplan?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Christian: Nein, die Frau wird putzen! Ich meine: für Bad und Küche hat sich Sarah schon bereiterklärt, dafür mache ich den Koch und sauge die restlichen Zimmer.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wer hat beim Einrichten den besseren Geschmack?&lt;/b&gt;  &lt;br /&gt;
Wir haben beide einen ähnlichen Geschmack. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wie löst Ihr Streitfragen bei der Einrichtung?&lt;/b&gt;  &lt;br /&gt;
Bisher gab es noch keine Streitfragen, da wir komischerweise beide dieselben Möbelstücke gut fanden. Bei bestehenden Möbelstücken  haben wir ohne vorher darüber großartig zu sprechen die gleichen Möbelstücke schon in der Wohnung eingeplant. Mal schauen was dann noch so kommt. :)))&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/391749.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;txtbildcredit&quot;&gt;Marcel (28) und Steffi (27)&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Was für Möbel habt Ihr gekauft?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Beide: Ein Regal Names „Lack“ und eine Lampe bei einem großen schwedischen Möbellieferanten. Ansonsten nur Deko-Artikel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wer hats ausgesucht?&lt;/b&gt;     &lt;br /&gt;
Marcel: Ausgesucht hat die Sachen hauptsächlich Steffi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wer bauts auf?&lt;/b&gt;     &lt;br /&gt;
Marcel: Auch Steffi. Das klingt jetzt vielleicht etwas unsportlich, aber nach einem halben Tag in dem oben flüchtig angedeuteten Möbeltempel bin ich nervlich so am Ende, dass ich mich nicht mehr mit einer unlogischen Aufbauanleitung beschäftigen möchte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Habt Ihr ein Lieblings-Möbelstück?&lt;/b&gt;     &lt;br /&gt;
Unser Bett. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Seit wann wohnt ihr zusammen?&lt;/b&gt;     &lt;br /&gt;
Seit circa drei Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wer hat die Wohnung gefunden?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Wir haben die Wohnung gemeinsam gesucht und sind auch fast gleichzeitig dort eingezogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Hat jeder ein eigenes Zimmer oder teilt ihr euch die ganze Wohnung?&lt;/b&gt;     &lt;br /&gt;
Wir teilen uns natürlich die Wohnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Warum?&lt;/b&gt;     &lt;br /&gt;
Wenn man schon den Schritt wagt zusammen zu ziehen, dann schon richtig oder? Außerdem ist das so viel praktischer. Man braucht nur ein Bett, einen Schrank (der ist dann natürlich etwas größer als man sich jemals hätte vorstellen können) und auch sonst alles nur einmal. Außerdem haben wir so ein Wohn-, Schlaf- und ein Arbeitszimmer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Gibt`s einen Putzplan?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Ja, so etwas gibt’s. Aber wie jeder gute Plan wird auch dieser öfter mal den äußeren Umständen angepasst. Außerdem gibt's auch schon mal Streit aufgrund der verschiedenen Vorstellungen, was das Putzen angeht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wer hat beim Einrichten den besseren Geschmack?&lt;/b&gt;  &lt;br /&gt;
Definitiv Steffi. Das liegt zum einen daran, dass sie aufgrund ihres Innenarchitektur-Studiums die Kompetenz auf diesem Gebiet hat, zum anderen haben Frauen aus irgendeinem Grund mehr Sinn und Muße für so was.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wie löst Ihr Streitfragen bei der Einrichtung?&lt;/b&gt;  &lt;br /&gt;
Ehrlich gesagt, gibts bei uns diesbezüglich keine Streitfragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Alle Fotos: privat&lt;/i&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/356969</link>
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      <pubDate>Fri, 19 Jan 2007 19:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Schlimm: Sturmfrisuren in München</title>
      <description>Vom Orkan gezeichnet: Wie Kyrill in Sekunden ganz normale Münchner Frisuren verwüstet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/391430.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;txtbildcredit&quot;&gt;Anton, 24&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/391431.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;txtbildcredit&quot;&gt;Barbara, 23&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/391432.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;txtbildcredit&quot;&gt;Francisco, 22&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/391434.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;txtbildcredit&quot;&gt;Jan, 17&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/391435.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;txtbildcredit&quot;&gt;Jenny, 22&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/391436.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;txtbildcredit&quot;&gt;Judith, 23&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/391438.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;txtbildcredit&quot;&gt;Cathrine, 15&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/391439.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;txtbildcredit&quot;&gt;Markus, 17&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/391441.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;txtbildcredit&quot;&gt;Nathan, 24&lt;/span&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/356804</link>
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      <pubDate>Thu, 18 Jan 2007 19:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>„Dann bin ich eben ein Loser!“ – ein Jungliterat packt aus</title>
      <description>Wenn dem &lt;i&gt;jetzt.de&lt;/i&gt;-User David Bies aka &lt;a href=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/jetztpage/Less/gaestebuch&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Less&lt;/a&gt; geistvolle Gedanken durch den Kopf jagen, bringt er sie zu Papier. Der 24-Jährige aus Berlin-Steglitz schreibt Bücher, die die Welt nicht bewegen. David ist kein Star, ehrlich gesagt ist er ein ziemlicher Nobody im deutschen Literaturbetrieb. Doch schreibt er mit Herzblut und spricht darüber mit der ihm eigenen Verve.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor drei Monaten hat David sein Erstwerk publiziert – das Buch heißt  &lt;a href=&quot;http://stores.lulu.com/davidbies&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;„Schöne Verlierer“&lt;/a&gt; und ist vorerst nur über den Print on Demand-Anbieter „Lulu“ zu beziehen. 25 Exemplare von „Schöne Verlierer“ hat der „nebenbei Germanistikstudent“ bis heute abgesetzt, zehn davon haben ihm Kommilitonen und Freunde direkt aus der Hand weggekauft. David im Gespräch mit &lt;i&gt;jetzt.de&lt;/i&gt; über verletzte Eitelkeiten und patente Wege, damit klar zu kommen, nicht gelesen zu werden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;David, du machst für einen bisher wenig erfolgreichen Schriftsteller einen sehr selbstbewussten Eindruck. Dennoch kokettierst du in „Schöne Verlierer“ andauernd mit der Option des Scheiterns. &lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Ich war eigentlich immer davon überzeugt, als Schriftsteller meinen eigenen Erwartungen gerecht werden zu können. Da ich aber in erster Linie nicht für mich selbst schreibe, sondern, um von Anderen gelesen zu werden, habe ich mir die Frage gestellt: Wie kann ich mein Buch am besten unter die Leute bringen? Das geht nur mit viel Promotion und ich weiß nicht, inwieweit ich überhaupt vermarktungsfähig bin. Mein Problem ist, dass es mir innerlich widerstrebt, mein Buch und damit mich selbst immerzu als Produkt anpreisen zu müssen, sei es bei potentiellen Lesern, sei es bei Verlagsleuten. Dieser Spagat hat mich teilweise echt verunsichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/389408.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;txtbildcredit&quot;&gt;David Bies und sein gedrucktes Baby: Dann bin ich eben ein Loser!&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Der Protagonist deines Buches – sein Name ist Jonas – ist ein von ähnlichen Selbstzweifeln zerriebener Literat. Es scheint, als ob du deine Vita an seiner Figur abgearbeitet hättest. An einer Stelle im Buch zermartert sich Jonas sein Literatenhirn: „Immer wieder der gleiche Gedanke: Was, wenn ich es nicht schaffe?“&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Meine Überlegung war die: Was ist, wenn es mir eben nicht gelingen sollte, einen Verlag zu finden und ich auf dem Weg dorthin stecken bliebe? Die Lösung lag für mich auf der Hand: der „Schöne Verlierer“, also die Idee, dass ein Schriftsteller, der ja von Natur aus ständig fiktionalisiert, irgendwann beginnt, sich selbst zu fiktionalisieren und sich in eine Figur fügt, in der er sich als den „Schönen Verlierer“ idealisiert – ein Antiheld, der das Dilemma vom Zwang zur Selbstverwertung und der Bewahrung der eigenen Authentizität überwindet, indem er einfach sagt: Ich will zwar, dass die Leute meine Texte lesen, ich werde mich aber nicht verbiegen, bloß um Absatz zu finden. Mit dieser Haltung konnte ich mich dann auch selbstbewusst daran machen, Manuskripte meines Buches an Verlage zu schicken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Auf der nächsten Seite erzählt dir David, wie er sich an die Verlage rangemacht hat.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wie bist du da vorgegangen?&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;
Zunächst habe ich Manuskripte an zwölf etablierte Verlage rausgeschickt, aber ich bekam nur Absagen. Das waren überwiegend Standard-Vordrucke, wo einfach nur der Titel meines Buches eingefügt wurde. Außerdem sahen die Manuskripte ziemlich unberührt aus, also kein Mensch scheint sich das angesehen zu haben. Damals hat mich das schon sehr verletzt, aber inzwischen kann ich es verstehen: Als Einzelkämpfer ohne Referenzen geht man auf den Tischen der großen Verlagslektorate komplett unter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/389419.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;txtbildcredit&quot;&gt;Da ist das Ding: Schöne Verlierer&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Und doch gibt es Buchverlage, die scheinbar willkürlich potentielle Neuautoren anbaggern.&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Genau, da heißt es dann: Verlag soundso sucht Autoren jetzt und sofort. Aber diese Verlage finanzieren sich ausschließlich über die so genannten Zuschüsse der Autoren, da kannst du für ein lausiges Lektorat und für den Druck einer von denen vorgegebenen Mindestauflage eine fünfstellige Eurosumme hinblechen. Wenn´s blöd läuft, bleibst du dann auf der Hälfte deiner Bücher sitzen. Diese Druckkostenzuschuss-Verlage sind reine Dienstleister und haben keinerlei Interesse daran, dass sich dein Buch verkaufen lässt, weil du das Buch ja eh selbst finanzierst. Deshalb stecken sie auch kein Geld ins Marketing. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Du hast „Schöne Verlierer“ dann im „Print on Demand“-Modus (PoD) von &lt;a href=&quot;http://www.lulu.com&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Lulu&lt;/a&gt; rausgebracht – dem Youtube für Literaten, in Deutschland seit ein paar Monaten verfügbar: Lulu ist ein Open-Source-Portal des ewigen Free-Software-Revoluzzers Bob Young (Ex-Chef des Linux-Vermarkters Red Hat!), der damit dem konventionellen, seiner Meinung nach für Autoren extrem nachteiligen Verlagswesen die Zähne zeigen will. Kannst du uns das Prinzip Lulu mal erklären? &lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Die Macht des Verlegens geht mit Lulu zurück in die Hand der Autoren. Bei Lulu gibt es keinerlei Vorschusszahlungen oder sonstige Gebühren, und auch keine Mindestauflage. Man legt den Preis fest, behält alle Urheberrechte und bekommt am Ende 80 Prozent der Erlöse nach Abzug der Druckkosten. Auch technisch ist das easy zu handeln: Man stellt sein Werk als pdf-File ins Netz, sucht sich ein passendes Layout aus, den Versand übernimmt Lulu. Allerdings gibt es kein Lektorat und kein Marketing.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/389417.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;txtbildcredit&quot;&gt;Kampfansage an die Verlage: lulu.com&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Die Promotion machst du in Eigenregie?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Naja, hauptsächlich quatsche ich Leute aus meinem Umfeld an und verteile Flyer in den Cafés im Prenzlauer Berg und in Berlin Mitte. Leider ist Lulu noch kaum bekannt bei den Leuten, was schon mal hinderlich sein kann. Ich habe zum Beispiel bei verschiedenen Berliner Lokalblättern angefragt, ob es möglich wäre, eine Anzeige für mein Buch zu schalten, aber da hieß es nur: Wir haben im Moment keinen Platz dafür. Um die Ecke wurde eine neue Eisdiele eröffnet, dafür war dann eine ganze Seite Platz. Außerdem ist Lulu noch nicht wirklich an den deutschen Markt angepasst, sprich mein Buch wird in Amerika gedruckt, es kommen also Versandkosten dazu von 3,30 Euro. Auch die Zahlungsmethode ist unpraktisch: Kreditkarte oder Paypal. Aus meinem Freundeskreis weiß ich aber, dass kaum einer Kreditkarte hat oder sich mit Paypal auskennt. Das bringt´s einfach nicht, wenn Leute per Zufall mein Buch entdecken, und dann kommen sie mit den von ihnen bevorzugten Zahlungsmethoden nicht weiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Was David noch stört an Lulu, kannst du auf der nächsten Seite nachlesen.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Kritiker bemängeln, dass Lulu eine hemmungslose Inflation von Druckware befördern würde, und herkömmliche Qualitätsstandards auf der Strecke blieben. Du selbst ereiferst dich in „Schöne Verlierer“ darüber: „Dabei glaubte plötzlich jeder, ein Buch schreiben zu müssen!“&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Da ist was dran. Leider ist die Qualität bei Lulu halt nicht immer so topp. Wenn du die Klappentexte durchsurfst und merkst, dass viele Autoren allein da vier Rechtschreibfehler drinnen haben, dann denkt man schon, also ein Lektorat wäre da nicht verkehrt gewesen. Von der literarischen Qualität ganz zu schweigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Bob Young ist überzeugt davon, dass Lulu das Potential dazu hat, „die Welt so zu verändern wie seinerzeit Gutenbergs Erfindung, der Buchdruck.“&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Ich halte das für etwas hoch gegriffen. Lulu kann sicherlich eine gute Ergänzung zum herkömmlichen Verlagswesen sein, das wird aber immer bestehen bleiben. Allein wegen der Connections zum Buchhandel brauchst du mittelfristig die traditionellen Verlage. Daher werde ich wegen meinem nächsten Roman auch noch mal bei denen anfragen. Wenn´s wieder nicht klappen sollte, dann bleibe ich eben ein schöner Verlierer.&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/355684</link>
      <guid>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/355684</guid>
      <pubDate>Sun, 14 Jan 2007 19:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Ja bist du deppert: Studentenproteste in Wien</title>
      <description>Fast 100 Tage nach der Wahl gibt es in Österreich eine neue Regierung: eine Große Koalition aus der konservativen ÖVP und den Sozialdemokraten (SPÖ), bisher in der Opposition. Viele Ösis sind erleichtert über die Vereidigung des neuen SPÖ-Kanzlers Alfred Gusenbauer und seiner Kabinettstruppe. Schließlich bedeutet die Einsetzung der neuen Regierung das Ende eines monatelangen Hickhacks um mögliche Partei-Konstellationen und die endgültige Gewissheit: Österreich kann auch ohne rechte Parteien regiert werden. 

Fanny Rasul geht trotzdem demonstrieren gegen „rot-schwarz“, sie ist die Pressesprecherin von „GrAS“ („Grüne alternative StudentInnen), die Mehrheitsfraktion (25,3 %) der Österreichischen Hochschülerschaft (entspricht dem ASta in Deutschland). Die 22-jährige studiert in Wien Politikwissenschaft und geht mit der vermeintlichen Wenderegierung hart ins Gericht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Fanny, ihr wolltet den Regierungswechsel, jetzt ist er da. Wo ist das Problem?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
De facto haben wir jetzt eine Regierung mit rotem Bundeskanzler, sonst bleibt alles wie gehabt. Ich möchte das mal am Thema Studiengebühren festmachen: Seit 2001 haben wir in Österreich Studiengebühren von 363,36 Euro pro Semester, das hat uns die ÖVP damals eingebrockt. Die SPÖ hat sich als führende Oppositionspartei gegen diese Studiengebühren stark gemacht, weil sie nun einmal sozial ungerecht sind, was hinreichend belegt ist: Wegen der Studiengebühren ist der Prozentsatz von Arbeiterkindern an Universitäten im Vergleich zu dem von Akademiker-Kindern enorm zurückgegangen. Daher hat Gusenbauer die Abschaffung der Gebühren zum zentralen Anliegen seines Wahlkampfes gemacht, er hat versprochen, das zur Koalitionsbedingung zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/388856.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;txtbildcredit&quot;&gt;Fanny Rasul (leider von hinten) mit Megaphon im Audimax der Uni Wien&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Jetzt ist Gusenbauer Kanzler. Was ist mit den Studiengebühren passiert?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Nichts ist passiert. Gusenbauer hat sich über den Tisch ziehen lassen. Die ÖVP tritt für die Studiengebühren ein, das ist allgemein bekannt. Da wäre es aus meiner Sicht ein logischer Schritt gewesen, hätte die SPÖ den Verhandlungstisch verlassen, sobald sie das schwarz auf weiß hatte. Das hat sie nicht getan. Was ich damit sagen möchte: Es hätte niemals zu dieser Regierung kommen dürfen. Nach sieben Jahre in der Opposition, in denen die SPÖ so sehr gewettert hat gegen diese neoliberale, menschenverachtende Politik, verkauft sie jetzt all ihre Ideale, nur um den Bundeskanzler zu stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Die SPÖ hat also ihr Wahlversprechen nicht eingehalten?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Ja, aber nicht nur das. Wahlversprechen zu brechen, das ist eine Sache, was uns aber noch viel mehr auf die Barrikaden treibt: Jetzt wird versucht, das Ganze so zu verkaufen, als ob die Studiengebühren doch abgeschafft würden, was schlichtweg gelogen ist. Richtig ist: Wer in Zukunft 60 Stunden pro Semester einen sozialen Dienst erledigt, bekommt die Studiengebühren zurückerstattet. Aber das ist Augenwischerei. Wenn man die 363.36 Euro Studiengebühr nämlich auf die 60 Stunden runterrechnet, entspricht das einem Stundenlohn von sechs Euro. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Was heißt das?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Die Studenten werden vom Staat ausgebeutet. Außerdem ist bis heute nicht geklärt, was zum Beispiel im Krankheitsfall passiert, oder ob es für die Studenten eine Supervision gibt, etwa bei Jobs in der Sterbebegleitung, wie sie von der SPÖ vorgeschlagen wurden. Die Studenten werden regelrecht verhöhnt und sind zu Recht sauer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/388860.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;txtbildcredit&quot;&gt;Spielte im Wahlkampf die soziale Karte: Neo-Bundeskanzler Gusenbauer&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Demnach müsste es fraktions-übergreifenden Protest gegen die Große Koalition geben. Tatsächlich tut sich aber vor allem GrAS hervor, die Studenten-Organisation der Grünen.&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;
Das stimmt. Leider ist die Protestkultur der österreichischen Studenten nicht sonderlich stark ausgereift. Wir haben zum Beispiel seit Montag die Parteizentrale der SPÖ besetzt, einfach, um mal ein Zeichen zu setzen. Diese Besetzung findet leider kaum Zuspruch bei den anderen Fraktionen, was uns ein bisschen traurig macht. Für die ist die Hochschülerschaft halt mehr ein Service für Studenten und kein Instrument, um Druck auf die Politik auszuüben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Was habt ihr noch vor?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Wir sind jetzt an die 150 Studenten und setzen alles daran, noch eine letzte Nacht in der SPÖ-Zentrale durchmachen. Anschließend werden wir geschlossen zum Ballhausplatz ziehen, wo die Regierung vereidigt wird. Dort ist eine große Demo angesagt, zu der sich auch die anderen Studenten-Fraktionen angekündigt haben. Gemeinsam werden wir dann dafür sorgen, dass die Regierung Gusenbauer einen ähnlichen Spießrutenlauf erlebt, wie ihn die Regierung Schüssel 2000 erlebt hat, als sie entgegen ihrer Versprechungen mit der rechtspolitischen FPÖ von Jörg Haider paktiert hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Fotos: privat, reuters&lt;/i&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/355345</link>
      <guid>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/355345</guid>
      <pubDate>Wed, 10 Jan 2007 19:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Mächtige im Netz (5): Die eher unmächtige Nation of Islam</title>
      <description>Die Internetportale von Fidji, Nordkorea, Tibet und dem Iran haben wir bereits &lt;a href=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/liste/l/9403&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;vorgestellt&lt;/a&gt;. Heute widmet sich jetzt.de dem Webportal der „Nation of Islam“ – keine Nation im eigentlichen Sinne und auch nicht sonderlich mächtig. Dafür aber spannend. 
Die N.O.I. wurde 1930 von Wallace Fard Muhammad aka Walli Farad aka Professor Ford aka Farrad Mohammed aka F. Mohammed Ali als afro-amerikanische Muslim-Organisation gegründet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Der Empfang auf der Seite:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
As-Salaam Alaikum, der Friede sei mit dir. Im Namen des gnädigen Wohltäters Allah lädt sich die &lt;a href=&quot;http://www.noi.org&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Startseite&lt;/a&gt; auf den Bildschirm. Der Gesamteindruck: seriös und gehaltvoll. Auf der Seitenmitte werden die dreitägigen Feierlichkeiten zum 116. Geburtstag von Fard Muhammad beworben. Los geht’s am 23. Februar, dann steigt die Fete zum „Saviour´s Day“, dem Tag des Erlösers. Drei Tage Nation of Islam, bis der Arzt kommt. Das Motto: Back to the roots of N.O.I., und die liegen  - wie der Leser erfährt - in Detroit, wo Fard den „Muslim temple no. 1“ aufgebaut hat. Wer mit am Start sein möchte, kann selbst anreisen oder sich unter (229) 995-6619 bei Schwester Anne Muhammad melden. Anne Muhammad organisiert die &lt;a href=&quot;http://www.muhammadfarms.com/Bus_trip_2007.htm&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Busfahrt&lt;/a&gt; nach Detroit. Gesponsert vom „Millions More Movement“, einem Agrarableger der NOI. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/388412.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;txtbildcredit&quot;&gt;As-Salaam Alaikum: die Startseite&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Was erfahren wir?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Nach der Lehre der „Nation of Islam“ sind die Schwarzen das &lt;a href=&quot;http://www.finalcall.com/artman/publish/article_3017.shtml&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;auserwählte Urvolk&lt;/a&gt; des Planeten. Dazu Louis Farrakhan, heute N.O.I.-Chef: „Ihr seid nicht schwarz, weil ihr verflucht seid, sondern weil ihr das erste Volk im Lichte der Sonne ward. Von euch stammen alle anderen Menschen ab, auch die Weißen. Vergesst den Lifestyle derer, die euch fertig machen, der ist ohnehin kurz vor dem Absturz. Vergesst weiße Frauen und schaut euch an, wie wertvoll schwarze Frauen sind. Wenn ihr das erkennt, werdet ihr keine weiße Frau mehr begehren. Ihr werdet nur noch das begehren, was Allah für euch geschaffen hat.“ Das hört sich nicht nur rassistisch an, sondern ist es auch. Der umstrittene Prediger Farrakhan, der seine Karriere als Country- und Calypso-Sänger begann und durch Malcolm X zur N.O.I. kam, wurde in amerikanischen Medien wegen seiner antisemitischen Ausfälle schon mehrfach mit Hitler verglichen. Schuld an Ausbeutung und Unterdrückung der „überlegenen schwarzen Minderheit“ sind laut Farrakhan nämlich in erster Linie die „jüdischen Blutsauger“. Farrakhan betet, Gott möge seine Feinde umbringen, zu denen er auch den Papst, Homosexuelle, Weiße und Koreaner zählt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Geschichte &lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
„He taught us the ways of love and peace, of truth and beauty“, heißt es zwar unter der Rubrik &lt;a href=&quot;http://www.noi.org/history_of_noi.htm&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;History&lt;/a&gt; der N.O.I. Fard predigte aber nicht nur Liebe und Frieden, sondern auch, dass die weiße Rasse eine Schöpfung des Teufels sei und die Rassentrennung zwischen schwarz und weiß. Ziel war ein selbstbestimmtes Homeland für Schwarze in Nordamerika. Es wurden sogar Gespräche mit dem Ku-Klux-Clan geführt. Von den separatistischen Gründungszielen haben sich die N.O.I.-Adepten von heute distanziert. Dennoch gilt ihnen Fard Mohammad als Superheroe und Wiedergänger Allahs. Orthodoxe Muslime distanzieren sich von der selbsterklärten „Nation of Islam“, die heute mehr als 200 000 Mitglieder hat, darunter Mike Tyson und Michael Jackson.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Das soll beim Leser hängen bleiben:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Farrakhan: „Führt euch immer wieder vor Augen: Es ist das ultimative Ziel der US-Regierung, zu verhindern, dass wir uns eines Tages effizient organisieren können.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und über die Hurricane Katrina-&lt;a href=&quot;http://www.finalcall.com/artman/publish/article_2389.shtml&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Katastrophe&lt;/a&gt; in New Orleans (August 2005): „Ich möchte die US-Regierung warnen und all die Reichen dieser Stadt: Wenn ihr die Farbigen aus der Stadt rauswerft und ihnen ihr Land wegnehmt, dann garantiere ich euch im Namen Allahs, das alles, was ihr dort aufbaut, binnen weniger Jahre zerstört wird.“ Frühere N.O.I.-Führer hatten noch explizit von UFOs schwadroniert, die kommen würden, um Weiße auszumerzen, die sich an Schwarzen versündigt hätten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/388414.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;txtbildcredit&quot;&gt;mit Schwester Anne Muhammad zum „Tag des Erlösers“&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Für wen ist die Seite gedacht?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Gedacht ist die Seite für wohlhabende Afro-Amerikaner, die um Spenden für afro-amerikanische Selbsthilfeprojekte – vor allem in der Landwirtschaft – gebeten werden. Außerdem für George W. Bush, der im Oktober 2002 einen &lt;a href=&quot;http://www.noi.org/statements/transcript_021030.htm&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;offenen Brief&lt;/a&gt; vom „ehrenwerten Minister“ Louis Farrakhan erhielt. Thema: Amerikas unpopuläre Kriegspolitik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lieber Präsident Bush,&lt;br /&gt;
möge dieser Brief wohl bei Ihnen und Ihrer Familie eingelangen.&lt;br /&gt;
Mr. President, wenn Sie weiter so aggressiv auf den Putz hauen, werden sie den Zorn Allahs auf Amerika ziehen: Hungersnöte, Erdbeben, Hagel, Schnee und Sturm werden die Folge sein. Wenn Sie weiterhin andere Nationen und Städte zerbomben, wird sich eines Tages der göttliche Zorn über dem amerikanischen Volk und seinen Behausungen entladen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Lesenswerteste Rubrik:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
die Rubrik &lt;a href=&quot;http://www.finalcall.com/artman/publish/article_2749.shtml&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;&quot;Official Statements&quot;&lt;/a&gt;: zu gefühlten 95 Prozent von Minister Farrakhan betreut: der Herr Minister lässt sich gerne mit Fidel Castro oder schwarzen Hiphop-Granden ablichten. Zur schwarzen Subkultur hat der Mann einen solide reflektierten Standpunkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Gangsta-Rap-Lyrics werden von der Regierung verurteilt, aber Gangsterismus im Namen der Regierung fordert weltweit Millionen von Leben.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/388415.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
 &lt;span class=&quot;txtbildcredit&quot;&gt;Louis Farrakhan mit Russell Simmons beim New Yorker Hiphop-Gipfel im Juni 2001&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Lesensunwerteste Rubrik:&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;
Die Headquarters der Nation of Islam sind in Chicago, allerdings gibt es sechs weitere Büros in den Vereinigten Staaten, zudem zwei Dependencen in London (UK) und Toronto (CAN). Über den Link „Regional Links“ erfährt man hierüber allerdings wenig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Bestes Multimedia-Material:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Das &lt;a href=&quot;http://www.finalcall.com/webcast/tookie/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Video&lt;/a&gt; von einer Gedenkfeier in L.A.&lt;br /&gt;
für den (auf Geheiß von Arnold Schwarzenegger) hingerichteten Stanley „Tookie&quot; Williams am 20. Dezember 2005. Außer Farrakhan kommt auch noch ein gewisser Snoop Dogg zu Wort (ab Minute 19:27), der im senfbraun-karierten Trauersakko eine sechsminütige Lanze für den Verstorbenen bricht. Danach Standing Ovations in der Kapelle.&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/355145</link>
      <guid>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/355145</guid>
      <pubDate>Tue, 09 Jan 2007 19:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Brauchen wir eine Filter-Software, um effizienter arbeiten zu können?</title>
      <description>In der Forschungsabteilung von Microsoft wird eine Neuheit diskutiert - eine Software, die uns von der peitschenden Mailflut am PC abschirmen soll.

Die Idee: Eine digitale Minicam misst den Aktivierungslevel des PC-Users und zieht schlaue Schlüsse. Speist Herr A. beispielsweise Suppe vor dem Bildschirm, erkennt das System dies als den passenden Moment, seine Privatmails durchzulassen. Frau B. telefoniert mit ihrem Boss, also E-Mails zurückhalten. 

Ob Microsoft diese Überlegungen beim Design des neuen Betriebssystems Vista (Verkauf beginnt am 31.Januar!) verbraten hat, ist fraglich. Ob wir das gut finden müssten, ebenso. Konzentriert arbeiten: ja oder nein? Ein Fall für zwei!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;stefan-biro meint: Filter-Software rules!&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich sitze viel vorm PC, das ist mein Job. Eigentlich hasse ich Computer, viel lieber würde ich draußen Schneebälle werfen oder ein Buch lesen. Daher versuche ich meine Verweilzeit am PC so weit runter zu schrauben, wie nur möglich. Das gelingt mir mehr schlecht als recht. Denn konzentriert im Netz an einer Sache arbeiten, das ist mein Ding nicht. Zu groß sind die Parallel-Versuchungen, die allerorten herumlungern und mich zur Teilhabe nötigen. Hier ein penetrantes Messenger-Chatfenster: „Heyho, wie geht´s?“, dort der Live-Ticker vom Zweitligakick Koblenz-Carl Zeiss Jena (noch immer 0:0, hell yea!), der nach Aktualisierung giert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und, hoppla, vielleicht noch schnell den E-Mail-Account nach neuer Postware abtasten. Ich hab da zwar erst vor zwanzig Minuten reingegriffen, aber in der zersplitterten Kurzzeitfabrik des Internets können zwanzig Minuten die Welt bedeuten. Zwanzig Minuten, in denen ich eigentlich wieder nix vorwärts gebracht habe. Zwanzig Minuten „für´n Arsch“. Ungläubig stelle ich fest: Ich war wieder mal verdammt unproduktiv. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht nur mir geht es so: Der volkswirtschaftliche Schaden durch die ständigen Unterbrechungen am Arbeitsplatz liegt im dreistelligen Milliardenbereich. Der US-Ökonomie gehen Jahr für Jahr 588 000 000 000 (!) Dollar durch die Lappen, weil die Wirtschaftstreibenden beim Wirtschaftstreiben vom Internet abgelenkt werden. Diese Schockzahl hat die New Yorker Technologiefirma Basex &lt;a href=&quot;http://www.zeit.de/2006/46/Unterbrechungen?page=all&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;errechnet&lt;/a&gt;. Unterbrechen und unterbrochen werden, das ist die dominante Geisteshaltung unseres hektisch-nervösen Alltags. Mit schlimmen Folgen: Kaum ein Computer-User ist noch richtig bei der Sache. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/388117.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;txtbildcredit&quot;&gt;Der Traum des effizienten Arbeiters: ein aufgeräumter Computerschreibtisch&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Aufmerksamkeits-Schwächen haben sich epidemisch verbreitet“, sagt der Psychiater Edward Hallowell. Dieses zivilisatorische Grundübel muss bekämpft werden. Daher brauchen wir eine Software, die nur die Informationen durchlässt, die wir wirklich benötigen, um die leider notwendige PC-Tätigkeit effizient und schnell fertig zu bekommen. Eine Filtersoftware zur Entnetzung!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Ganz anderer Meinung ist dirk-vongehlen. Auf der nächsten Seite erklärt er, warum er sich über jede Ablenkung bei der Arbeit freut.&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;dirk-vongehlen meint: Filtersofware? Unsinn!&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie schleicht sich ran, sie klingelt ohne Unterlass oder ploppt in Form einer roten Ziffer auf meinen Bildschirm auf. Doch egal, welche Verkleidung sie wählt, die Unterbrechung ist mir immer herzlich willkommen. Ich empfange sie, wie eine Gehaltserhöhung – mit offenen Armen und der vollen Überzeugung, sie verdient zu haben.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Das war nicht immer so. Früher dachte ich: Mist, schon wieder eine E-Mail, die ich lesen muss, obwohl ich doch gerade &lt;i&gt;konzentriert&lt;/i&gt; was schreiben/denken/sprechen müsste (zum Beispiel diesen Text hier). Damals hing ich der Religion des Professor &lt;a href=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/260626&quot;&gt;Ramesh Sharda&lt;/a&gt; von der Oklahoma State University an. Der hatte in einem Interview erklärt, zu effizientem Arbeiten empfehle es sich, nur vier Mal am Tag seine E-Mails checken. Und gegen eiffizientes Arbeiten, so dachte ich damals, kann man ja nicht sein.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/388115.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;txtbildcredit&quot;&gt;Geht doch: Trotz Chaos auf dem Computerschreibtisch entspannt arbeiten&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer häufiger als vier Mal am Tag seinen &lt;a href=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/352413&quot;&gt;Gmail-Account&lt;/a&gt; öffne oder gar durch ständiges „Senden&amp;Empfangen“sekündlich seine Mails checke, käme nicht so gut vorwärts, wie der ordentliche Computer-Arbeiter, der sich an feste Mailzeiten halte. Doch wie beim Essen sorgt auch beim Mailen jede Bürokratie für Langeweile. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Deshalb steht meine Bürotür ständig auf, wie mein Posteingang durchgängig geöffnet ist. Und immer wenn auf dem merkwürdigen Symbol meines Mail-Accounts (ich benutze Mail von Apple) eine weiße Ziffer auf rotem Grund auftaucht, klicke ich drauf und schaue mir den neu befüllten Posteingang an. Anfangs mit schlechtem Gewissen (ich dachte mir, Professor Sharda wird’s schon nicht merken), mittlerweile voller guter Laune. Denn das sofortige Lesen und ebenso schnelle Beantworten von E-Mails führt dazu, dass ich keine nervige Post mehr bekomme. Jedenfalls nehme ich sie nicht mehr als nervig wahr. Bevor ich mich ärgern kann, habe ich sie bereits beantwortet bzw. gelöscht. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Gleiches gilt für Besucher oder Anrufer: Kommt ein freundlicher Mensch in mein Büro (Kollegen, Praktikanten oder – ja – mein Chef), nehme ich das als kleine Freude. Besucht mich jemand mit schlechten Nachrichten, erledigen wir diese sofort und mit dem Besuch verschwindet auch die schlechte Laune. Aus dem gleichen Grund drücke ich auch keine Anrufe auf dem Handy mehr weg. Das erhöht nur die Telefonrechnung (ich muss kostenpflchtig erst meine Mailbox abhören und dann ja doch zurückrufen) und drückt – aufs Jahr gesehen – die Laune.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb ist es für mich keine Frage: Ich kann auf eine Überwachungssoftware und dann auch noch von Microsoft problemfrei verzichten. Statt dessen kann ich voller Überzeugung sagen: das vermeintlich konzentrierte Arbeiten ist eh absolut überbewertet und ein Mythos, der  nur deshalb Bestand hat, weil alle ihm – leider erfolglos – hinterher hecheln. Deshalb habe ich es aufgegeben – und gehe jetzt ans Telefon. Das klingelt nämlich.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;i&gt;(Für diesen Text habe ich übrigens exakt sieben Stunden und 24 Minuten gebraucht. In dieser Zeit habe ich fünfzehn Telefonate geführt, war in zwei Besprechungen und habe 25 E-Mails gelesen und direkt beantwortet.&lt;/i&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/354948</link>
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      <pubDate>Mon, 08 Jan 2007 19:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>„Manchmal glaube ich, es sind tote Bananen“</title>
      <description>Protestsingen mit Kalleinen und Kochta-Kalleinen: der Beschwerdechor&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der &lt;a href=&quot;http://www.complaintschoir.org/choirs.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Beschwerdechor&lt;/a&gt; ist ein Projekt des deutsch-finnischen Allround-Artists Oliver Kochta-Kalleinen und seiner Partnerin Tellervo Kalleinen. Kochta-Kalleinen und Kalleinen leben auf einer Insel am Stadtrand von Helsinki, wo sie nur per Ruderboot und Telefon zu erreichen sind. Dort machen sie mitunter existenzielle Beobachtungen: „Egal wo du hinschaust, auf der ganzen Welt wird in einer Tour lamentiert. Aber wenn du immer nur alleine für dich rumjammerst, dann macht dich das kaputt“, sagen Kochta-Kalleinen und Kalleinen. Die beiden wollen die globale Maulerei „in etwas Positives“ verwandeln. Ihr Rezept: Laienchöre für lokales Beschwerdesingen. Kochta-Kalleinen: „Zum Beschweren gehören immer mindestens zwei: einer, der sich beschwert, und einer, der sagt: Oh Mann, du hast so Recht, das sehe ich genauso. Nachher sind alle total befreit. Nirgends funktioniert das besser als im Chor.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Potentielle Protestsänger werden mit Plakaten und Flyern gelockt, musikalisches Talent ist unwichtig. In zweiwöchigen Workshops werden dann die geäußerten Klagen zu griffen Protestlyrics verschnürt: Klagen über garstige Bürgermeister, Uringestank in der U-Bahn und über den allgemeinen Wahnsinn des Daseins. Den Sound zur Klage basteln Musiker vor Ort. Das erste Sangesprojekt von Kochta-Kalleinen und Kalleinen lief in Birmingham (UK), das erste Folgeprojekt in Helsinki.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=”http://www.youtube.com/watch?v=2w84qzHdEms” target=”_blank”&gt;Fiese Rhymes in Birmingham: „Einige Bananen werden nicht reif, sondern immer heller und schließlich weiß. Manchmal glaube ich, es sind tote Bananen.“&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;object width=&quot;425&quot; height=&quot;350&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/2w84qzHdEms&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;wmode&quot; value=&quot;transparent&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/2w84qzHdEms&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; wmode=&quot;transparent&quot; width=&quot;425&quot; height=&quot;350&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=”http://www.youtube.com/watch?v=ATXV3DzKv68” target=”_blank”&gt;Representing Suomi: „90 Leute waren am Start, Rentner, aber auch Teenager.“&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;object width=&quot;425&quot; height=&quot;350&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/ATXV3DzKv68&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;wmode&quot; value=&quot;transparent&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/ATXV3DzKv68&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; wmode=&quot;transparent&quot; width=&quot;425&quot; height=&quot;350&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in Hamburg wurde bereits beschwerdegesungen. Dazu Kochta-Kalleinen: „In Hamburg-Wilhelmsburg war das leider eine sehr homogene Truppe, alle so um die 35. Außerdem gibt es dort ja einen sehr hohen Migrantenanteil, was sich bei der Beschaffenheit des Chors leider nicht bemerkbar gemacht hat. Zuerst hatte sich in Hamburg überhaupt nur eine Frau gemeldet, aber auch die konnte zum ersten Treffen nicht kommen, weil sie plötzlich schwanger wurde. Es waren schließlich nur zwei Pressevertreter da. Eingesprungen ist ein Hamburger Bürgerverein, also Leute, die ohnehin schon Stadtteilarbeit machen. Die haben das Projekt dann sozusagen gehijacked für die Anliegen, die sie dem Bürgermeister vortragen wollten. Das hohe Medieninteresse an unserem Projekt hat denen natürlich in die Hände gespielt.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=”http://www.youtube.com/watch?v=zMixEXn2SG8” target=”_blank”&gt;Des Hansestädters Lamento: „Der Zaun muss weg!“&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;object width=&quot;425&quot; height=&quot;350&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/zMixEXn2SG8&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;wmode&quot; value=&quot;transparent&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/zMixEXn2SG8&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; wmode=&quot;transparent&quot; width=&quot;425&quot; height=&quot;350&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.complaintschoir.org/submit.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Hier&lt;/a&gt; könnt ihr euer eigenes Beschwerdechor-File loswerden!&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/354390</link>
      <guid>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/354390</guid>
      <pubDate>Thu, 04 Jan 2007 19:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Jenseits-Sex mit Waldwuffel und Moosmutzel: Die Presseschau der Subkultur Teil 4</title>
      <description>Der vierte Teil der subkulturellen Presseschau widmet sich bodenständigen Geistheilern, umtriebigen Weiber-Networks, unerwünschter Flohbrut, Flugsprit-Enthusiasten und infantilen Schneezaubersets. Hier könnt ihr &lt;a href=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/341712&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Teil 1&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/343132&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Teil 2&lt;/a&gt; und &lt;a href=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/347913&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Teil 3&lt;/a&gt; der Serie nachlesen. Außerdem gibt es eine Spezialausgabe, in der &lt;a href=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/348952&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Magazine von Parteien&lt;/a&gt; verglichen werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/386540.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Magazin 1: Die andere Realität&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Worum geht’s?&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;
D.A.R begreift sich als „Wissenschaftliche Zeitung für Parapsychologie, bodenständige Esoterik und spirituelle Ökologie“. Das Heft erscheint alle zwei Monate im Tabloid-Zeitungsformat. Die Wissenschaftlichkeit verbirgt sich allerdings. Nur wo? D.A.R. erweckt eher den Eindruck eines Fanzines – als publizistische Plattform für die inzestuöse Realität eines spirituellen Geheimzirkels: Medien, Geistheiler und Bioenergetiker, die sich gegenseitig durch die „außerordentliche Tiefe ihrer Fragenbeantwortung bestechen“ oder mit „schier unglaublichem umfassenden (!) Wissen verblüffen“. Das tun sie vorzugsweise auf Kongressen und Seminaren. Herausgeber der Zeitschrift ist Dieter Wiergowski, er ist der Kopf der „D.A.R.-Familie“.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Die drei besten Headlines:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
1. Eine neue Heilmethode von Erzengel Michael: Sofortige Hilfe bei Problemen in der Liebe, für Geld, Beruf und Gesundheit&lt;br /&gt;
2.  Sex im Jenseits – Dieter Wiergowski interviewt Bruno Würtenberger&lt;br /&gt;
3. Hawaiianische Heilerausbildung zum Geistigen Genesungshelfer/in&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Der Leser…&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
kommt im Heft nicht vor: keine Leserbriefe oder sonstige Feedback-Möglichkeit, nichts. Die Kommunikation mit der Redaktion vollzieht sich offenbar im paranormalen Modus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Das sagt die Redaktion:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
„Nehmen Sie es uns bitte nicht übel, dass wir manchmal sehr hart und kontrovers schreiben. Manchmal muss das einfach sein. Viele sehen es im Nachhinein. Es gab eine ganze Reihe, die wegen einiger Sätze die ganze Zeitung abbestellt haben. Dies ist natürlich das gute Recht, aber es zeigt doch viel Unreife. Na ja, vielleicht kommen sie in ein paar Jahren wieder, nachdem sie dies erkannt haben.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Bizarres Paar:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Hart und kontrovers? Eigentlich geht’s in D.A.R. nur um die esoterischen Geschehnisse im Dunstkreis von Wiergowski und seinem Co-Autor, dem Schweizer Guru Würtenberger – den Wiergowski hündisch vereehrt: „Wir brauchen spirituelle Lehrer, wie zum Beispiel Bruno Würtenberger, der das Free Spirit Training entwickelt hat. In diesem 9-Tage-Kurs kann jeder Mensch sehr viel lernen und danach eine Menge an Fortschritten bei sich selbst feststellen. Bruno hat übrigens auch in Fernsehinterviews mit tiefer Weisheit brilliert. Würtenberger, den viele als einen der wenigen Meister sehen, die wir zur Zeit in Europa haben, hielt meines Erachtens nach einen seiner besten Vorträge, die ich je von ihm gehört habe.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Das schönste Bild:&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/386368.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;txtbildcredit&quot;&gt;Wer sonst: Wiergowski und Würtenberger&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Beste Werbung:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
ein launiges Inserat von Peter und Dagmar Nemetz aus Fürth: „Fogo Sagrado – Heiliges Feuer: Mediale Problemtransformation und multidimensionale Heilung“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Das Interview:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Medium Isanna im Gespräch mit dem verstorbenen Showmaster Rudi Carrell. Der schelmische Redaktions-Kommentar dazu: „In der Tat können wir in keinster Weise sagen, ob es sich wirklich um Rudi Carrell aus dem Jenseits handelt. Aber wir können auch nicht das Gegenteil behaupten. Vielleicht ist er es doch? Das Medium Isanna ist jedenfalls felsenfest davon überzeugt.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Was wir gelernt haben:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
„Wer heilt, hat Recht.“&lt;br /&gt;
„Es kommt vor, dass zwei Menschen sich schlank begegnen, sich verlieben, gemeinsam dick werden und sich dann trennen oder auch nicht. Dicksein kann einerseits trennend aber auch verbindend wirken. Entweder kommt man sich dadurch näher, auch rein körperlich, anderseits kann man sich dadurch auch räumlichen Abstand schaffen. Nichts ist ambivalenter als diese Thematik. Ein Urteil über einen dicken Menschen zu fällen, ist ein sehr großes Risiko. Man liegt sehr schnell daneben.“ (sagt Prof. Dr. Elvira Neumann)&lt;br /&gt;
Geistheiler sind das neue Ding.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Magazin 2: L-Mag – Magazin für Lesben&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Worum geht’s? &lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
L-Mag ist das einzige überregionale Kaufmagazin für Lesben im deutschsprachigen Raum, etwa 30 000 Exemplare werden pro Ausgabe abgesetzt. Die Zeitschrift hat Anspruch und Niveau, ein Schwerpunkt liegt bei lesbenspezifischer Kultur und Politik. Unter anderem gibt’s ein Interview mit einer lesbischen US-Kongress-Abgeordneten und ein einfühlsames Porträt der Lesbenszene von Beirut. Außerdem in die großen lesbischen Lebensentwürfe verpackt: Alltagstrends und Phänomene in der Community. Es stellt sich – unter anderem – vor: die Schlampenbewegung, die Stoßfront der Polyamourie: „Eine bekennende Schlampe ist auch die Ethnologin Gwendolin Altenhöfer, die derzeit in Thüringen lebt. Sie kam zunächst aus persönlichen Motiven zur Idee der Mehrfachliebe: Was mir an der Schlampenbewegung gefällt, ist, dass man nicht auf eine Person fixiert ist. Die Frage ist, wer kann mir was geben.“ Wegen „pornografischer Inhalte“ hat Google eine Anzeige von L-Mag online gesperrt, auf der Startseite sei eine Brustwarze zu sehen gewesen, so der Sprecher von Google. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Die drei besten Headlines:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
1. Der gute alte Sexshop – was ist wirklich drin für lesbische Kundinnen?&lt;br /&gt;
2.  Schreckensherrschaft Pärchenterror: Wenn aus Liebe Terror wird&lt;br /&gt;
3. Sexy Tierchen. Fuckerware statt Tupperware auf dem heimischen Sofa bringt viel Verspieltes für die Hausfrau  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Die Leserin…&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
ist hochpräsent in der Rubrik „Leserinnen-Post“ und in den Kleinanzeigen von Liebe bis Job. Eine Leserin angelt nach lesbischen Business-Kontakten: „Suche Mitstreiterin/nen oder stille Teilhaberin/nen zur Gründung einer Frauenbar. Habt Mut, ich hab ihn.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Das sagt die Redaktion:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
„Auf unserer Suche nach Paaren, die sich über das Internet kennenlernten, kamen so überwältigend viele Antworten, dass wir ein wenig um die Romantik der Welt fürchten. Wo bleibt das gute alte Kennenlernen in Bars, auf Partys oder im Sportverein? Was ist aus dem vielsagenden ersten Blickkontakt geworden, der so schön prickelt? Wer heute in die wenigen übrig gebliebenen Lesbenbars oder auf große Partys geht, sieht sich mit einer Masse von Paaren konfrontiert, die sich gegenseitig zum Date ausführen – nachdem sie sich online verabredet haben. Das Abenteuer Ausgehen wird zu einer einsamen Erfahrung. Schade, geht doch damit auch ein Stück Subkultur verloren. Haben Lesben wirklich so viel Scheu, aufeinander zuzugehen, dass es nur noch im Netz möglich scheint, Kontakte zu knüpfen?“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Bizarres Paar:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Waldwuffel und Moosmutzel, in den Kleinanzeigen: „Mein lieber Waldwuffel! Dich sehen, hören, mit Dir reden, Dich berühren – mehr, als ich je zu träumen und zu hoffen wagte. Hab Dich so lieb – Dein Moosmutzel“&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Das schönste Bild:&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/386369.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;txtbildcredit&quot;&gt;Jimmy (2006): Foto von Kerstin Buchwald – Mut zur Nichtanpassung an festgelegte Frauenrollen in der queeren Szene&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Beste Werbung:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
der Slogan eines homosexuellen Karriere-Anbahnungs-Instituts: „Wirtschaftsweiber. Netzwerk lesbischer Fach- und Führungskräfte“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Das Extra:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Lesbenkreuzfahrt – mit den Cruising Queens auf hoher See&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Was wir gelernt haben:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Lesben erkennt man in der arabischen Welt an Jeans, Tanktop und Turnschuhen.&lt;br /&gt;
„Egal, ob es eine lesbische Clubnacht ist, oder nicht: Die Mädchen eröffnen immer die Tanzfläche.“ (sagt die Wiener DJane Susanne Kirchmayr)&lt;br /&gt;
 „Für uns wäre eine derartige sexuelle Ausrichtung kein Makel.“ (Gerhard Rehberg, Präsident von Schalke 04, über homosexuelle Kicker auf Schalke)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Magazin 3: Der Hund&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Worum geht’s?&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;
„Der Hund“ etikettiert sich mit den honorigen Labels „sachlich, kompetent und unabhängig“. Unabhängig wovon? Von den Hedgefonds der Hundefutter-Fertigung? Von den Schecks der Tierarztmafia? Das Heft ist ein Heft von Hundehaltern für Hundehalter. Man erhält ein buntes Mischmasch von Service-Schmankerln, Beauty-Contests für Hunde mit inbegriffen. Weiters erfährt der Leser vom Hundeelend auf der griechischen Insel Kos. Dann wird der Frage nachgegangen, was den seriösen Züchter vom „skrupellosen Vermehrer“ unterscheidet. Zuletzt schreibt der Kynologe (Hundeforscher!) Dr. Friedmar Krautwurst über den Hundesport in der DDR. Der Hundefreak wird sich beglückt einen Happen Chappy einwerfen, für alle anderen ist das Heft a pain in the ass.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Die drei besten Headlines:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
1. Zwei Zeitschriften in einer! Der Hund + Mein Hund nur 2,50€&lt;br /&gt;
2. Infektionsrisiko Ratte – Bedrohung für Hund und Mensch&lt;br /&gt;
3. Erlebnisse mit „denkenden“ Hunden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Die Leserin…&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
legt Wert auf antisexistische Hundeaufzucht:&lt;br /&gt;
„Unsere Meute ist sozialisiert, und sie akzeptieren meinen Mann und mich gleichermaßen als Rudelchefs.“ (Sibille Hildebrandt, Wedemark)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Das sagt die Redaktion:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Im Editorial äußert sich der Redaktionshund Jack zum Thema Silvester-Kracherei und faire Hundebehandlung zum Jahreswechsel. „Hier bellt Jack: Jenny aus Dresden, eine betagte weiße Zwergpudel-Hündin mit Tierheim-Vergangenheit, macht mit ihren Leuten jedes Jahr eine Silvester-Wanderung und lässt sich im Rucksack durchs Elbsandstein-Gebirge tragen. Diese Menschen nehmen einfach Rücksicht auf die empfindlichen Nerven ihrer Gefährten. Bravo!“ &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Bizarres Paar:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Chefredakteurin Susanne Kerl mit blondem Hund, der ihr womöglich eines Tages maskuline Avancen im Park bescheren wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Das schönste Bild:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/386370.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;txtbildcredit&quot;&gt;Kerl &amp; Hund&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Beste Werbung:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Anzeige für ein Wunderpräparat gegen unerwünschte Flohbrut im Hundefell: „Flohprophylaxe auch im Winter“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Was wir gelernt haben:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
In England nehmen Hundeentführungen immer mehr zu. Vielfach sollen Obdachlose für die Hundediebstähle verantwortlich sein. Erschienen Vermisstenanzeigen, meldeten sich die „Dognapper“ (Hundediebe), die meist mehrere Hunde „auf Vorrat“ entführten, bei den Hundebesitzern und verlangten ein als Finderlohn getarntes Lösegeld.&lt;br /&gt;
Ein Jäger, der meint, auf ein Wildschwein zu zielen, stattdessen aber einen Hund erschießt, verliert seinen Jagdschein. (Verwaltungsgericht Neustadt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Magazin 4: Aerokurier – Das Magazin für Piloten&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Worum geht’s?&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;
Diese Zeitschrift ist nur was für echte Luftfahrt-Profis, eine Subkultur-Publikation der spröderen Sorte. Viel technisches Datenwerk gesellt sich zu juristischem Kleinkram. Piloten und Blattmacher kommen extrem sachlich und nüchtern rüber, fast schon bieder: Das Fliegen wird als sozial verträglicher und sicherer Transport-Mechanismus gepriesen, für präpotenten Piloten-Machoismus bleibt kein Platz. Eigentlich nicht unsympathisch, aber halt auch furchtbar spießig! Das Who-is-Who in der Pilotenszene informiert sich im Aerokurier über allfällige Flugshows, Messen und Fortbildungen – und greift auch selbst zur Feder. Lesenwert: ein Report von Gerhard Obernosterer, der mit zwei Co-Piloten in die Ukraine gejettet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Die drei besten Headlines:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
1. Ersatzteile: Schnelligkeit ist Trumpf&lt;br /&gt;
2. Unfall-Analyse: Wind treibt Einmot ins Hochhaus&lt;br /&gt;
3. Erstflug HpH 304S Shark: Neuer Hai im Becken&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Der Leser…&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
-brief des Monats ist der von Christoph Schumacher aus Puchheim: „Mit leerem Kopf nickt sich´s leichter“ Der Piloten-Schumi ärgert sich über idiotische Denkmuster von Politikern, die angeblich unsichere Fluplätze in Ortschaften sperren wollen: „Bei diesen Denkmustern muss man ansetzen, aber das ist leichter gesagt als getan.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Das sagt die Redaktion:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
„Vielen Dank für diese erhellenden Denkanstöße. Als Autor des Leserbriefs des Monats erhalten Sie dafür von uns eine superhelle, langlebige LED-Taschenlampe.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Bizarres Paar:&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;
Motorflugpilot Dr. Karl-Heinz Augustin und seine Neuerwerbung, eine Eurostar-Maschine. Wer weiter liest, erfährt: Es ist die 500. Eurostar in der Geschichte der Luftfahrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Das schönste Bild:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/386371.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;txtbildcredit&quot;&gt;Dr. Augustin und sein schmucker Flieger&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Beste Werbung:&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;
eine Anzeige für Piloten-Treibstoff: „Ihre Leidenschaft ist das Fliegen – unsere das Öl.“ (Castrol Aviator)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Das Extra:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
43-seitiges Special im Mittelteil des Heftes: der „aktuelle Branchenführer“, ein Katalog, in dem sämtliche Reparatur-Tricks und Ersatzteil-Lieferanten der Gegenwart aufgelistet sind &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Was wir gelernt haben:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Wer sich bei langen Standzeiten nie um den Reifendruck kümmert, riskiert Schäden an der Karkasse.&lt;br /&gt;
„Respekt ist ein guter Flugbegleiter, aber Angst ist ein schlechter Copilot. Den kann man unter anderem mit einer guten Flugvorbereitung und passender Kommunikation vertreiben. Dann kann es kaum passieren, dass man vor der Alternative steht: Luftraumverletzung oder riskantes Flugmanöver.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Magazin 5: Baby born&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Worum geht’s?&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;
Das „Magazin für die beste Puppenmutti der Welt“ ist bunt und schmal. Für die jugendliche Leserin ist es ein dankbares Ersatzventil für unerfüllte Bemutterungs-Fantasien. Die Puppenmutti lernt, wie sie ihre Plastikpuppen fachgerecht aufzieht. Kochrezepte, Rätselspaß und lässige Frisiertipps garnieren das infantile Puppenuniversum, das eigentlich nichts weiter ist als ein zielgruppenangepasstes Marketing-Tool der Herstellerfirma von Baby born. „Der Puppenmutti-Test: Worauf achtest du, wenn du mit Baby born das Haus verlässt?“ Korrekte Antwort: Ob ich frische Baby born-Windeln und ihr Baby born-Schneezauberset dabei habe. Sicher nicht im Sinne von Lisa Simpson, Chefklägerin der emanzipierten Puppenkritik.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Die drei besten Headlines:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
1. Bruno braucht Hilfe! Mit ein paar Strichen ist Bruno wieder komplett.&lt;br /&gt;
2. Musik liegt in der Luft. Oh weh! Baby born singt ja alles durcheinander. Kannst du ihr helfen?&lt;br /&gt;
3. Ich habe meine Baby born lieb…&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Die Leserin…&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
kommt selbst nicht vor, hat aber dafür die Qual der Wahl zwischen dem Puppen-Buggy „Annabell“  (49,95 Euro) und einem sprechenden Rucksack mit Zubehör. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Das sagt die Redaktion:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
„Liebe Puppenmutti, freust du dich auch auf den Winter? Hoffentlich liegt bald ganz viel Schnee, dann kannst du mit Baby born unsere tollen Spiele ausprobieren. Und unser spannender Psycho-Test verrät dir, welcher Mutti-Typ in dir steckt.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Lustigstes Paar:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Originalbild und Fehlerbild&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Beste Werbung:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Werbung? Das ganze Heft ist Werbung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Das schönste Bild:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
das Fehlerbild&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/st/stefan-biro/text/regular/386372.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Das Extra:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Glitzerherzen-Haarband („verzaubert jede Puppenmutti!“)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Was wir gelernt haben:&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Der seitliche Pferdeschwanz („dieser pfiffige Zopf!“) gehört zu jedem frechen Mädchen, das gerne einmal auffallen möchte. Diese Frisur sollte man sich unbedingt merken, denn sie ist einfach und schnell zu machen.&lt;br /&gt;
Ein Huhn ist schon mal 13 Sekunden geflogen.&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;</description>
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      <pubDate>Wed, 03 Jan 2007 19:04:00 +0100</pubDate>
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