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    <title>sascha-chaimowicz.jetzt.de</title>
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    <description>Alle Texte von sascha-chaimowicz auf jetzt.de</description>
    <language>de-de</language>
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      <title>sascha-chaimowicz.jetzt.de</title>
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    <item>
      <title>Mein Austritt war richtig</title>
      <description>Wie sich das Leben ändert, wenn man Facebook verlässt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich erinnere mich an den Tag, an dem ich austrat. Ich reiste durch Italien, ohne Anbindung zum Netz, quasi auf Entzug. Nach einer Woche kam ich in einem kleinen Internetcafe an. Endlich wieder Facebook. Ich hatte 25 neue Nachrichten, fu&amp;#776;nf Fotokommentare und vier Eintra&amp;#776;ge auf meiner Pinnwand, die ich nicht gelesen hatte. Fu&amp;#776;r jemanden, der sein Profil sonst stu&amp;#776;ndlich checkt, ist das ein Knall. Es verlangte nach einer Entscheidung: Geht das jetzt so weiter oder ho&amp;#776;re ich auf?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/di/dirk-vongehlen/text/regular/766117.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zehn Minuten spa&amp;#776;ter verschickte ich Abschiedsmails und startete meinen eigenen Auflo&amp;#776;sungsprozess, der etwa sechs Schritte brauchte. Der vorletzte war ei- ner der gemeinsten. Unter einer Reihe von Profilbildern von Freunden stand der unglaubliche Satz: „Diese Menschen werden dich vermissen.“ Ich stieg trotzdem aus. Oder besser gesagt: Ich ließ mein Profil ruhen. Wie man es technisch schafft, sein Profil komplett aufzulo&amp;#776;sen, weiß ich na&amp;#776;mlich bis heute nicht. Ich ruhe also. Ein paar Klicks und ich wa&amp;#776;re wieder da. Als Su&amp;#776;chtiger auf Facebook.&lt;br /&gt;
Die Seite ist auf eine magische Weise unterhaltsam, sie gibt einem dabei das Gefu&amp;#776;hl, man ko&amp;#776;nne ohne Probleme damit aufho&amp;#776;ren, und der Gebrauch treibt einen dazu an, immer mehr zu wollen. Wer zum Beispiel seine Statuszeile vera&amp;#776;ndert, muss auch nachsehen, was die Leute darunter kommentieren. Das wiederum muss dann zuru&amp;#776;ck kommentiert werden. Im Prinzip in Echtzeit. Mein Facebook lief in Klicks pro Minute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/di/dirk-vongehlen/text/regular/766118.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Runterkommen ist schwierig, und ich unterteile die Wochen nach meinem Austritt in drei Phasen: Qual, Abnabelung und eingebildete Freiheit.&lt;br /&gt;
In Phase eins ka&amp;#776;mpfte ich dagegen an, an Facebook zu denken. Wenn ich irgendwo das blaue Firmenlogo sah, bekam ich Sehnsucht. Facebook hatte sich in mein Bewusstsein gegraben, es vera&amp;#776;nderte mei- ne Wahrnehmung von Erlebnissen. Ich filterte einzelne Episoden, die ich im Alltag erlebte, nach Statuszeilentauglichkeit. Das musste ich mir abtrainieren. Ich bat meine Freunde darum, mir nicht zu erza&amp;#776;hlen, was Neues auf Facebook steht.&lt;br /&gt;
Die Phase der Abnabelung ist die interessanteste. Nach etwa zwei Wochen ohne Facebook erscheint einem das Innenleben der Seite als absurd. Es wird auf ein- mal sehr einfach, daran nicht mehr teilzuhaben. In meiner Abwesenheit wurde zum Beispiel Farmville groß, was ich vo&amp;#776;llig unversta&amp;#776;ndlich fand.&lt;br /&gt;
Die Statuszeilen wirken, wenn man ein paar Wochen raus ist, selbstherrlich. Mich u&amp;#776;berraschte, dass der Facebook-Sog, der in meiner aktiven Zeit so stark war, seine Kraft so schnell verlor.&lt;br /&gt;
In der letzten Phase hatte ich den Eindruck, durch meinen Verzicht richtig viel Zeit gewonnen zu haben. Doch die Wahrheit ist, dass die gewonnene Zeit nicht zu Lesezeit wurde, sondern ich anderen Quatsch machte – die gleiche Stromberg-Staffel zum Beispiel zweimal guckte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/di/dirk-vongehlen/text/regular/766119.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manchmal denke ich daru&amp;#776;ber nach, welche guten Erinnerungen ich an Facebook habe. Immerhin habe ich auf der Seite damals mehr Zeit verbracht als mit meinen besten Freunden. Ich glaube, dass etwas, mit dem ich freiwillig viel Zeit verbringe, diesem Anspruch gerecht werden sollte: Es sollte scho&amp;#776;ne Erlebnisse bringen, an die ich mich gerne erinnere. So gesehen war mein Austritt richtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Dieser Text ist Teil der &lt;a href=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/503262&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;jetzt.de-Sonderseite zum Thema Facebook&lt;/a&gt;, die du am 10. Mai auch am Kiosk kaufen kannst.&lt;/i&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/503272</link>
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      <pubDate>Sun, 09 May 2010 18:30:11 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>"Universität im besten Sinne"</title>
      <description>Andrea Umhauer, 23, hat die letzte Nacht in der Aula der sozial -und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät (Sowi) geschlafen. Sie ist Deutsche und studiert in Innsbruck Pädagogik im vierten Semester.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seit Wochen protestieren Studenten in Österreich unter dem Motto „Uni brennt“ gegen Studiengebühren, Zulassungsbeschränkungen und zu wenig Geld für Bildung. In Wien ging es los: Dort besetzte eine Gruppe von Kunststudenten das Audimax. Seit fast zwei Wochen halten Studenten auch die Aula der Universität Innsbruck besetzt. &lt;br /&gt;
Andrea Umhauer, 23, hat die letzte Nacht in der Aula der sozial -und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät (Sowi) geschlafen. Sie ist Deutsche und studiert in Innsbruck Pädagogik im vierten Semester. Ein nächtliches Gespräch über Matratzen im Hörsaal, Skype als Protesthelfer und das Deutschsein auf einer österreichischen Demo.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Andrea, bald ist es Mitternacht und Du hast vor, die Nacht in der Aula zu verbringen. Was hast Du alles dabei?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Ich selbst habe eine Isomatte und einen Schlafsack bei mir. Viele andere haben Klappbetten dabei oder Matratzen. Wir sind ungefähr Einhundert Studenten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Esst Ihr auch zusammen?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Ja, es gibt die sogenannte Arbeitsgruppe Verpflegung. Die macht das ganz hervorragend: Mit riesigen Töpfen haben sie heute Gemüse mit Reis gekocht. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Einhundert Studenten und ein Haufen Matratzen – wie sehen die Nächte bei Euch aus?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Im Moment findet das Plenum statt. Da wird diskutiert, Anträge werden eingereicht und Forderungen vorgetragen. Alles läuft basisdemokratisch ab. Am Wochenende spielten noch ein paar Bands, manchmal legt ein DJ auf oder wir gucken einen Film. Doch während der Woche ist hier um zwei Uhr Nachtruhe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/sa/sascha-chaimowicz/text/regular/734839.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Was für Reaktionen bekommt Ihr auf die Besetzung?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Viele solidarisieren sich mit uns. Auch der Rektor der Uni zum Beispiel. Er nennt das, was wir hier machen: „Universität im besten Sinne“. Jeden Tag kommen etwa zwei bis drei Professoren und halten hier Vorträge, etwa über die wirtschaftlichen Hintergründe der Bildungspolitik. Ich habe viel gelernt in der Zeit, in der wir hier besetzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Du sprichst über wirtschaftliche Hintergründe. Bist Du als Deutsche nicht Teil des ganzen Problems? Schließlich gibt es, auch in Innsbruck, Fächer, die zur Hälfte von Deutschen belegt werden. &lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Ich glaube nicht, dass die Deutschen das Problem sind. Es sollte für jeden möglich sein, dort zu studieren, wo er möchte. Die Unis sind unterfinanziert, das ist das Problem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;In Innsbruck argumentieren aber viele, auch Studenten, dass die „Piefkes“ dem österreichischen Staat auf der Tasche liegen. &lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Das mit den NC-Flüchtlingen ist ein gängiger Vorwurf, ja. Aber deswegen finde ich es so wichtig, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Das passiert hier gerade. Die Studenten hier sprechen sich gegen eine Diskriminierung der Deutschen aus. Ich würde aber auf jeden Fall, wenn ich nach Deutschland blicke, einen freien Hochschulzugang dort befürworten. Das sollte in Europa eine Selbstverständlichkeit sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Die Studentenbewegung erstreckt sich über das ganze Land. Auch in Deutschland werden mittlerweile Unis besetzt, etwa in Tübingen, Heidelberg, Darmstadt und Potsdam. Habt Ihr Kontakt zu den anderen?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Ja, wir hatten vor einigen Tagen eine Live-Schaltung nach Marburg via Skype. Wir konnten die dann über einen Beamer sehen und haben uns gegenseitig applaudiert. Auch mit Wien sind wir gut vernetzt über Email und Skype. Wir haben hier in Innsbruck auch einen Live-Stream unter www.sowimax.at.  Dort kann man sehen, wie es bei uns gerade aussieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wie lange wollt Ihr noch weiterbesetzen?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Bis jetzt ist kein Ende in Sicht. Am 25. November soll ein Hochschuldialog mit Vertretern aus der Politik und der Universität stattfinden. Bis dahin machen wir auf jeden Fall weiter.&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/490494</link>
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      <pubDate>Tue, 10 Nov 2009 18:35:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>„Alina Israel“ und der hartnäckige Mythos</title>
      <description>Erst die Sommerliebe macht einen Sommer perfekt. Leider gibt es sie nur in Filmen und Romanen, oder?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Ferien sind vorbei, die Abende werden kürzer und kälter und die Erinnerungen an den Sommer verblassen. Glücklich wer eine Sommerliebe hatte, an deren Erinnerung er sich an Herbsttagen wärmen kann. Blödsinn, sagt unser Autor, denn eine Sommerliebe ist alles andere als einfach.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
  Ich stand am Flughafen in München und fragte mich, ob mein Sommer gekommen war. In genau drei Monaten würde ich es wissen. Dass es beste Sommer aller Zeiten gibt, daran hatte ich keinen Zweifel. Nur ahnte ich, dass manche Menschen nie einen wirklich großen Sommer erleben. Okaye Sommer, ja. Besonders schöne auch. Mit tollem Wetter, einem Strand und der ersten eigenen Vespa. Doch zum wirklich besten Sommer gehört mehr als das. Große Sommer brauchen Liebe. &lt;br /&gt;
  Es war durchaus möglich, dass ein solcher Sommer am Münchner Flughafen losgeht, dachte ich mir, nachdem ich mein Backpack am Check-in Schalter aufgegeben hatte. Ein Flugzeug würde mich wenig später nach Israel bringen. Ich würde die Klagemauer besichtigen, die Grabeskirche und den Tempelberg. Ich würde mich ins Tote Meer legen und sehen, ob das Wasser einen wirklich nicht untergehen lässt. Und einmal würde ich in der Wüste Negev schlafen. Außerdem leben in Israel die schönsten Frauen, erzählte mir ein Freund, der gerade aus Tel Aviv kam. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Sommertyp als Erklärung&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
  Wie groß würde die Enttäuschung sein, kehrte ich im Herbst von der Reise zurück und hätte keine einzige Liebesgeschichte erlebt. Fast in jeder guten Reise-Nacherzählung kommt eine Sommerliebe vor. Ich kenne mehrere Fälle, in denen Freunde von mir sogar versucht haben, ihre Sommerlieben in den Alltag zu importieren. Über Skype führten sie Fernbeziehungen in Länder wie Ecuador und Italien. Das scheitert zwar in den meisten Fällen, wie ich meine, aber immerhin hatten sie ihre Sommerliebe. Nur eben beim Abschied machten sie Fehler. Denn zum Wesen einer Sommerliebe gehört die Vergänglichkeit: Sie braucht einen klaren Schluss und damit die Gewissheit, dass man den Urlaubs-Aufriss niemals seinen Eltern wird vorstellen müssen. Nur so kann ich mir die oft sehr fragwürdigen Partner erklären, die mir Freunde auf Urlaubsbildern zeigen. Blonde Dreadlocks könnten eine angesagte Frisur sein, wären ihre Träger nur in München ähnlich beliebt, wie sie es an den Stränden Thailands sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ph/philipp-mattheis/text/regular/723752.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  Vielleicht gibt es ein eigenes Schönheitsideal für den Sommer, Typen, die optisch eher den Wünschen an eine Sommerliebe entsprechen als andere. Sommertypen sozusagen. Die anderen sind die Wintertypen. Diese Theorie habe ich mir einmal zurechtgelegt, um mir selbst zu erklären, warum ich im Leben bisher keine Sommerlieben erfahren hatte. Männliche Sommertypen haben mit 15 muskulöse Oberkörper und Fußballerwaden, während Wintertypen sich in Leptosome und Dicke aufteilen. Sommertypen radeln morgens zum Langwieder See und spielen vor den Mädchen Volleyball. Wintertypen kriechen ab acht Uhr abends, wenn es wieder gesellschaftlich akzeptiert ist, lange Hosen und Hemden zu tragen, aus ihren Elternhäusern hervor und betrinken sich im Biergarten. Welche der beiden Gruppen bekommt da wohl die Mädchen? &lt;br /&gt;
  In meiner ersten Israel-Woche kam die Liebe nicht. Dafür konnte ich von einer fünfseitigen To-do-Liste nach vier Tagen die Hälfte abhaken. Ich war zufrieden und glücklich. Was die Mädchen in Israel anging, konnte ich meinem Freund nur recht geben. Die Israelis schienen in sich ein Best-of des weltweiten Genpools zu vereinbaren. Dass ausgerechnet eine Deutsche meinen Sommer bestimmen sollte, ahnte ich damals noch nicht. Alina war Münchnerin. Ich traf sie nach meinem ersten Monat auf einer Strandparty in Tel Aviv. Ein Sommermädchen mit braunen Locken. Und dass sie als Volunteer mit behinderten Kindern auf einem Berg in Nordisrael arbeitete, machte sie noch reizvoller. Wie sie im Winter aussieht, konnte ich mir nicht vorstellen. Doch ist es nicht egal, wie Sommerlieben im Winter aussehen, zu Hause, im Alltag? Trotz aller Bekundungen sehen sich die meisten nach dem Sommer sowieso nie wieder. Sommerlieben haben keine Zukunft, sind nur für den Moment gut. Vergänglich. Ich sah Alina und stellte mir vor, wie wir gemeinsam durch das Land reisen. Vielleicht würden wir an einem Lagerfeuer sitzen und Gitarre spielen. Nie würde die Uni wichtig sein oder der Job. Gut möglich, dass wir uns am Ende ein Wiedersehen versprechen würden, doch nur, um dem Abschied die Schwere zu nehmen. Warum sollten wir uns in München sehen? So schön wie in Israel könnte es in München gar nicht mehr werden. &lt;br /&gt;
  Alina hatte noch drei Wochen, bevor sie nach München zurückkehren musste. Drei Wochen für ein mögliches Kennenlernen, Verlieben, Trennen. Sommerlieben dürfen nicht lange brauchen, um zu wachsen. Jeder Tag, an dem sich einer nicht traut oder an dem einer nicht will, bedeutet einen Tag weniger für die Liebe. Ob ich in zwei Tagen in ihr Heim kommen wolle, um sie zu besuchen, fragte mich Alina nach einer Stunde. Ich sagte zu. Wahrscheinlich bin ich nicht ihre erste Sommerliebe, dachte ich. &lt;br /&gt;
  Im Bus von Tel Aviv nach Nordisrael, wo Alina arbeitete, begann ich zu zweifeln. Die Klimaanlage im Bus war ausgefallen, stundenlang standen wir im Stau, der letzte Teil der Straße zu Alina schlängelte sich allzu schwungvoll einen Berg hinauf. Ich unternahm zu große Anstrengungen für meine Sommerliebe. Entstanden Sommerlieben nicht eher beiläufig, bei einem Bier am Strand oder im Gemeinschaftsraum eines Hostels? Machte ich nicht etwas kaputt, in dem ich mich fünf Stunden lang in einen Bus setzte, um sie zu besuchen? Als mein Bus endlich hielt, sah ich durch das Fenster, wie Alina unter einem Baum saß und einer Gruppe von etwa 15 Kindern aus einem Buch vorlas. Sie sah wundervoll aus. Am Abend setzten wir uns auf ihren Balkon und tranken Rotwein. Ich war damals ziemlich verliebt. Sie schlief in ihrem Bett, ich legte mich auf eine Matratze. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Zeit, die schlecht wird&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
  Am nächsten Morgen entschieden wir, zusammen nach Tel Aviv zu fahren für einen Tag und eine Nacht. Wir wohnten im arabischen Teil der Stadt in einem Hostel. Im Supermarkt gegenüber kauften wir Wein und setzten uns auf die Dachterrasse. Von einem roten Stoffsofa aus glaubten wir, die ganze Stadt sehen zu können. Es war perfekt. Sie war perfekt. Um fünf Uhr morgens begann die Sonne, unsere Nacht zu vertreiben. Wir haben uns nicht geküsst. Ich weiß nicht warum, aber ich wusste, dass unsere Zeit damit abgelaufen war, mehr Zeit würden wir uns nicht nehmen. Wir umarmten uns, am nächsten Morgen würde Alina in ihr Heim zurückfahren. Sie schlief in ihrem Bett, ich legte mich in meins.&lt;br /&gt;
  Als ich Wochen später den Flughafen in München verließ, dachte ich darüber nach, warum ich nie eine richtige Sommerliebe erlebt hatte. Vielleicht war das Ganze nur ein Mythos, von Journalisten, Schriftstellern und Filmemachern gepflegt. Oder es lag eben an mir. Suchen wollte ich jedenfalls nicht mehr. Meine Jugend hatte wohl keinen einzig großen Sommer. &lt;br /&gt;
  In der S-Bahn Richtung Innenstadt blätterte ich durch das Nummernverzeichnis in meinem Handy. „Alina Israel“ stand da.&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/485645</link>
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      <pubDate>Mon, 14 Sep 2009 18:30:07 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Klamottenpaar der Woche: Sarah und Christoph</title>
      <description>Irgendwas muss man ja anziehen: Ein Mädchen und ein Junge verraten uns jede Woche, was sie anhaben und was das gekostet hat. Außerdem sprechen sie über Fehlgriffe oder darüber, was ihnen Kleider bedeuten. Sie sind unser Klamottenpaar der Woche, aber in echt nicht notwendigerweise zusammen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ph/philipp-mattheis/text/regular/716151.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Christoph, 20, arbeitet in einem Reisebüro&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Könntest Du dieses Outfit zur Arbeit tragen?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Nein, leider nicht, im Reisebüro muss ich mich zurückhaltender kleiden. Ich würde zum Beispiel die Jacke weglassen. Dafür muss ich in der Arbeit Poloshirts tragen. Das finde ich schrecklich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ph/philipp-mattheis/text/regular/716157.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ph/philipp-mattheis/text/regular/716160.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wie informierst Du Dich über Mode? Liest Du Modeblogs?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Nein, eigentlich gar nicht. Ich lese auch keine Fashionzeitschriften. Ich schaue mir lieber die Leute beim Weggehen an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Hat Dein Outfit heute ein Thema?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Nein, das ist nur das coolste Zeug, das ich habe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Jacke: Marcel Ostertag&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
T-Shirt: Cheap Monday&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schuhe: Goertz&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ph/philipp-mattheis/text/regular/716162.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Sarah, 17, Schülerin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was hast Du mir Deinen Haaren gemacht?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich trage sie jetzt kurz, lockig und wasserstoffblond. Vorher hatte ich schulterlange Haare. Das Abschneiden war eine spontane Aktion, ich habe mir einfach eine Schere genommen. Für mich war das eine Art Neuanfang im Leben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Dein Kleid ist seitlich ziemlich offen. Wo hast Du das her?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Das ist ein Unterhemd von meinem Vater. Der kauft die immer Packerl-Weise und ich nehme mir das ab und zu eins. Drunter trage ich abgeschnittene Leggins. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ph/philipp-mattheis/text/regular/716166.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ph/philipp-mattheis/text/regular/716167.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wie würdest Du diesen Stil beschreiben?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Lässig, aber trotzdem retro. Und ein bisschen punkig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Muss ich mich als Junge extravagant kleiden, um Dir zu gefallen?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Gutes Aussehen kann schon helfen, vor allem, wenn der Charakter eher mittelmäßig ist. Am wichtigsten sind mir eine schöne Frisur, die zum Typen passt, und die Schuhe!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Kleid: Unterhemd vom Vater&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leggins: American Apparel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schuhe: Vans&lt;/i&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/482571</link>
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      <pubDate>Sun, 30 Aug 2009 18:30:05 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>"Du solltest die Gesellschaft, in der du lebst, hinterfragen" - Aviv Geffen im Interview</title>
      <description>Als das Jetzt Magazin Aviv Geffen im Jahr 1997 „9 friedliche Fragen“ stellte, galt der damals 24-Jährige nicht nur als „größter Popstar Israels“, sondern auch als das Gesicht einer neuen Friedensgeneration. Als Neffe des ehemaligen Verteidigungsministers Moshe Dajan und Sohn des vielleicht bedeutendsten Journalisten Israels, Jonathan Geffen, schrieb er Lieder, die die jungen Israelis auswendig kannten, wie etwa „we are the fucked up generation“. 
Zwölf Jahre später lebt Geffen, 36, in London und bringt in diesen Tagen sein erstes englischsprachiges Album für den europäischen Markt heraus. Ein Gespräch, in dem der Musiker erklärt, warum ihn Israel nicht mehr interessiert und wie er mit den Deutschen Frieden schließt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Viele politische Analysten sagen, die jungen Israelis seien über das vergangene Jahrzehnt nach rechts gerückt. Unter anderem waren sie es, die den konservativen Benjamin Netanjahu zum Ministerpräsidenten gewählt haben. Jetzt hast Du Israel verlassen und kommst nach Europa. Bist Du in Deinem Land gescheitert?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Das sehe ich nicht so. Ich habe nur versucht, meinen Leuten in Israel Hoffnung zu geben. Dasselbe möchte ich jetzt hier in Deutschland machen mit meinem Album. Es geht darum, den Leuten die Augen zu öffnen, damit sie den ganzen Dreck sehen, die Korruption, die es bestimmt auch in Deutschland gibt. In meinen Liedern geht’s nicht nur darum, wie toll das Wetter ist. Wenn du ein richtiger Künstler bist, solltest Du die Gesellschaft, in der Du lebst, hinterfragen, auch die Regierung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/di/dirk-vongehlen/text/regular/720810.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Du hast Dich selbst immer wieder als „Anführer einer ganzen Generation“ bezeichnet. Kannst Du das einfach so hinter Dir lassen und gehen?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Ich habe meinen Horizont erweitert und erkannt, dass ich sehr viele Fans in Deutschland habe, in Hamburg, Berlin oder Dresden. Mir geht’s nicht mehr um Israel. Ich will nicht wirklich über Israel sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Ich finde das erstaunlich. Zumindest in der europäischen Wahrnehmung ist Israel und seine Politik seit etwa 15 Jahren Dein Hauptthema. Noch im Januar hast Du der deutschen Presse Interviews gegeben, in denen Du Fragen zu Gaza und der Siedlungspolitik beantwortest. Was ist seitdem passiert?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Im Januar hatte ich noch kein Album, über das ich sprechen konnte. Doch lass uns nicht naiv sein: Die deutsche Presse hat sich über die Jahre natürlich auch deswegen für mich interessiert, weil hinter mir eine große Geschichte steht. Ich war der Anführer einer ganzen Generation, bin der Neffe des Kriegshelden Moshe Dajan. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Du hast mal gesagt: „Die Deutschen interessieren sich besonders für Israelis, die ihr eigenes Land und die Politik kritisieren“. Was finden wir Deutschen daran so reizvoll?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Israel ist glaube ich als Land sehr sexy. Wir leben in einem sehr gefährlichen Ort voller Risiken. Dazu sind wir aber sehr westlich. Dass ich hierher nach Deutschland komme repräsentiert denke ich die neue Generation. Wenn ich in den Straßen von München rumlaufe oder in Berlin spiele, interessiert mich die schlimme Vergangenheit zwischen uns nicht. Es ist Zeit, zu vergeben und vorwärts zu blicken. Da steckt für die Zukunft viel Hoffnung drin. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Das scheinen viele junge Israelis ähnlich zu sehen. Wer in Kreuzberg und Prenzlauer Berg unterwegs ist, begegnet sehr vielen jungen Leuten aus Israel. Was ist so faszinierend an Berlin?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Berlin und Tel Aviv sind gar nicht so unähnlich. Berlin reizt vielleicht durch seinen etwas morbiden Ost-Charme. Ich kaufe die meisten meiner Klamotten in Berlin bei einem deutschen Designer namens Ato in der Oranienburger Straße. Es ist zwar ein Klischee aber es ist schon heftiges Gefühl, mit dem Zug durch Deutschland zu fahren, wenn ich meine Familiengeschichte bedenke. Ich mache meinen eigenen Frieden mit den Deutschen. Die junge israelische Generation macht das genau wie ich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wenn du junge Deutsche fragst, wo sie im Leben  am ehesten auf gleichaltrige Israelis getroffen sind, würden sie vielleicht neben Berlin Backpacking-Reisen nennen, etwa in Thailand.&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Das ist ganz einfach: Nach der Schule, mit 18, schicken sie dich zur Armee, um dem Land zu dienen, um besetzte Gebiete zu verteidigen und an Checkpoints oftmals unschuldige Araber zu schikanieren. Nach so einer Zeit musst du dein Gedächtnis auslöschen. Und die beste Art, das zu tun, ist Drogen zu nehmen und sich die Seele aus dem Leib zu trinken an den Ständen Thailands. Darum geht’s übrigens auch in meinem Song „Heroes“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Du hast den Wehrdienst verweigert, was damals in Israel für große Aufregung sorgte. Warum hast du keinen Zivildienst gemacht, kein freiwilliges soziales Jahr?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Ich war der erste israelische Künstler, der die kritischen Fragen gestellt hat. Aus meiner Sicht habe ich mehr für die Gesellschaft getan als jeder Panzer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Es heißt, Du hättest in Israel etwas in den Leuten bewegt. Was für eine Wirkung erwartest Du Dir in Deutschland von Deiner Musik?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Ich habe vor einigen Wochen auf dem Southside Festival gespielt. Das war echt schockierend für mich, wie Tausende  von Menschen uns dort zugehört haben. Vielleicht ist meine Musik der größte Scheiß, aber eins muss man doch sagen: Sie ist einzigartig. Wenn ich das Radio einschalte, etwa Bayern 3, dann höre ich lauter Gruppen, die nach langweiligem amerikanischen Sound klingen – scheiße finde ich das. Ich klinge anders: Mein israelischer Sex Appeal, der Akzent, die Themen, die ich anspreche. Das sind epische Produktionen  voller Pathos. Ich habe zusammengearbeitet mit dem legendären Produzenten Trevor Horn oder auch mit David Sitek, der ja einer der hippesten Produzenten überhaupt ist im Moment.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Dein Onkel Moshe Dajan ist als Held des Sechstage-Kriegs in Israel eine Legende. Hast Du Dir mal überlegt, wie er heute zu Dir und zu dem, was Du darstellst, stehen würde?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Das ist mir völlig egal.&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/484282</link>
      <guid>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/484282</guid>
      <pubDate>Sun, 30 Aug 2009 18:30:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Klamottenpaar der Woche: Anna und Laurel</title>
      <description>Irgendwas muss man ja anziehen: Ein Mädchen und ein Junge verraten uns jede Woche, was sie anhaben und was das gekostet hat. Heute: Anna, 25, und Laurel, 24.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ph/philipp-mattheis/text/regular/716168.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Anna, 25, studiert auf Lehramt (Deutsch und katholische Religion)&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Du hast einen starken bayrischen Akzent. Wo bist Du denn her?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Ich komme aus Rottal, lebe aber seit vier Jahren in München. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wie ziehen sich die Leute in Rottal an?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Oh, sie tragen Röhrenjeans und lila Neonhemden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Kann man sagen, dass Du dir die Haare grau gefärbt hast?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Ja, ich hätte gerne graue Haare. Mein letzter Freund  hatte graue Haare, das fand ich gut. Eigentlich würde ich mir die Haare gerne länger wachsen lassen, aber ich denke, kurz steht mir besser. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ph/philipp-mattheis/text/regular/716172.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ph/philipp-mattheis/text/regular/716173.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wie würdest Du Deinen Kleidungsstil beschreiben?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
„Fe/Male.“ Also weiblich mit einem Tick Männlichkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Auf welches männliche Kleidungsstück bist Du neidisch? &lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Ich finde Baggies gut, aber die sind ja eher für Männer. Auf jeden Fall sehen Typen, die Röhrenjeans tragen, schlimm aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Hast Du ein Lieblingsoutfit im Schrank?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Ja, einen Hosenanzug meiner Mutter aus den 70er Jahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Jacke: Zara&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kette: von der Großtante geerbt. Sie zeigt die Mutter Gottes Lourdes &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schuhe: Bungalow 8&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ph/philipp-mattheis/text/regular/716174.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Laurel, 24, will Fotograf werden&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wie beschreibst Du Deinen Stil?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Aristokratisch leger, würde ich sagen. Heute habe ich mir gedacht: Ich möchte in mir selbst zerfließen. Mir geht’s nämlich im Moment so. Ich hatte in letzter Zeit viel Stress, Herzschmerz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Mit dem, was Du anziehst, drückst Du also Deine Stimmung aus?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Ich denke schon. Mode hat ja auch was mit Selbstfindung zu tun. Ich hatte in meinem Leben verschiedene Modephasen: Ich trug früher Hiphop-Klamotten, dann kam eine Phase, in der ich Anzüge getragen habe. Das sagt immer etwas über einen selbst aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ph/philipp-mattheis/text/regular/716175.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ph/philipp-mattheis/text/regular/716176.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Hast Du Mode-Vorbilder?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Ja, einen Freund von mir. Der zieht intuitiv geile Klamotten an und ist der einzige Mann, den ich kenne, der nicht schwul ist, trotzdem aber drei Stunden vor dem Spiegel steht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Schuhe: Ramschladen in Schwabing&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hose: Flohmarkt&lt;/i&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/482573</link>
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      <pubDate>Sun, 16 Aug 2009 18:30:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Klamottenpaar der Woche: Elisabeth und Alex</title>
      <description>Irgendwas muss man ja anziehen: Ein Mädchen und ein Junge verraten uns jede Woche, was sie anhaben und was das gekostet hat. Außerdem sprechen sie über Fehlgriffe oder darüber, was ihnen Kleider bedeuten. Sie sind unser Klamottenpaar der Woche, aber in echt nicht notwendigerweise zusammen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ph/philipp-mattheis/text/regular/716178.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Alex, 27, studiert visuelle Kommunikation&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Was hat es mit dem Turnbeutel auf sich?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
 Ich wohne in London. Dort hat jeder so einen Turnbeutel bei sich. Überhaupt ziehen sich die Leute dort viel extremer an als hier in München. Ein paar Dinge nehme ich dann von London mit, wenn ich hier bin. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Von wo kommst Du gerade her?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Ich lag an der Isar rum und wollte mich nicht mehr groß umziehen. Was ich trage, ist sehr gemütlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ph/philipp-mattheis/text/regular/716179.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ph/philipp-mattheis/text/regular/716180.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Ziehst Du Dich auch mal schick an?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Nein, nicht wirklich. Ich sehe in Anzügen auch immer aus wie ein Kind bei der Kommunion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wie viel Zeit verbringst Du im Monat mit Klamottenkaufen?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Nicht viel, vielleicht vier Stunden. Das kostet mich auch nicht viel Geld. Meistens kaufe ich second hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;T-Shirt: American Apparel&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Jeans: weiß Alex nicht mehr&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ph/philipp-mattheis/text/regular/716181.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Elisabeth, 27, aus Los Angeles, singt als „Love Grenades“&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Ziehen sich die Leute in L.A. anders an als in München?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Ja, absolut. Hier in München sind die Leute viel besser angezogen. Alles ist cleaner, die Schnitte gehen mehr in Richtung stromlinienförmig, modern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Seit wann interessierst Du dich für Mode?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Früher war ich eher Punk und habe viele Ketten getragen. Mit Anfang 20 habe ich begonnen, mich so ähnlich zu kleiden wie heute. Ich will wie eine Lady aussehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wie würdest Du Dein Outfit heute nennen?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
„Disco Punk.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ph/philipp-mattheis/text/regular/716182.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ph/philipp-mattheis/text/regular/716183.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Was muss ich als Junge tragen, um Dir zu gefallen?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Enge, kurze Jeans. Dann kann ich das „Package“ darunter sehen und das finde ich gut. Und ein hübsches Gesicht sollte er haben, das ist mir wichtig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Lila Kleid: in der Hans-Sachs-Straße gekauft und Preis vergessen.&lt;/i&gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Gürtel von Sam Sparro (San Francisco)&lt;/i&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/482575</link>
      <guid>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/482575</guid>
      <pubDate>Sun, 09 Aug 2009 18:30:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Jungsfrage: Mädchen, an was denkt ihr beim Masturbieren?</title>
      <description>Immer zum Wochenende: Jungs fragen Mädchen fragen Jungs. Weil manches kapiert man einfach nicht, bei denen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/di/dirk-vongehlen/text/regular/713074.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div id=&quot;player2&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;script type=&quot;text/javascript&quot; src=&quot;http://jetztimg.sueddeutsche.de/videocasts/swfobject.js&quot;&gt;&lt;/script&gt;&lt;script type=&quot;text/javascript&quot;&gt;var s2 = new SWFObject(&quot;http://jetztimg.sueddeutsche.de/videocasts/flvplayer.swf&quot;,&quot;single&quot;,&quot;420&quot;,&quot;20&quot;,&quot;7&quot;);s2.addParam(&quot;allowfullscreen&quot;,&quot;true&quot;);s2.addVariable(&quot;file&quot;,&quot;http://jetztimg.sueddeutsche.de/podcasts/20090724_unterhaltung_lesung_jungsfragen_masturbationsphantasien_ah.mp3&quot;);s2.addVariable(&quot;image&quot;,&quot;preview.jpg&quot;);s2.addVariable(&quot;backcolor&quot;,&quot;0x000000&quot;);s2.addVariable(&quot;frontcolor&quot;,&quot;0xCCCCCC&quot;);s2.addVariable(&quot;lightcolor&quot;,&quot;0x557722&quot;); s2.write(&quot;player2&quot;); &lt;/script&gt; &lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Die Jungsfrage zum Anhören wird präsentiert von &lt;a href=&quot;http://sz-audio.sueddeutsche.de/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Süddeutsche Zeitung Audio&lt;/a&gt; - dort gibt es auch weitere Fragen zum Anhören!&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keine zwanzig Zentimeter lehne ich mich aus dem Fenster wenn ich sage: Mädchen und Jungs masturbieren, ausnahmslos. Ja, auch die von Vollmilch, Obst und Anstand getriebene Klassensprecherin, die uns in der Schule ein blütenweißes Blatt für den Ordner leiht, masturbiert, als gäbe es kein Morgen. Es ist Zeit, mal offen darüber zu reden, was Ihr eigentlich denkt, wenn Ihr's macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn wie Ihr ausseht, wenn Ihr es macht, wissen wir aus Videos, die wir uns ansehen, wenn wir es machen. Unsere Gedanken beim Masturbieren sind oft nur die Fortsetzung einer Vorlage. Wir spielen vorhandene Filme einfach weiter, eben im Kopf und manchmal mit uns als Darsteller. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle möchte ich klarstellen, dass der letzte Junge, der zu Kioskheften masturbiert hat, seine Tätigkeit Ende der 90er-Jahre eingestellt hat. Kein Mensch kauft Praline, Blitz Illu und die St. Pauli Nachrichten. Dass es sie noch gibt, ist so mysteriös wie die Regierung, Finanzlöcher und der Mars. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stellt Euch nun vor, Ihr müsstet die Filme, die bei Euch im Kopf ablaufen, wie eine Kritikerin analysieren. Was ist das für eine Inszenierung? Verwendet der „Regisseur“ Nahaufnahmen, hat der Film Ton, sind das Bilder mit Weichzeichner? Seid Ihr als Darsteller in Eurem Film eher aktiv oder passiv, Geber oder Nehmer? Und wer sind eigentlich die Protagonisten? Ich weiß - sie haben riesige Penisse und sind fremde Männer in Taxis, das habe ich jedenfalls kürzlich in einer Studie über weibliche Sexträume gelesen. Oder denkt Ihr manchmal auch einfach an uns? Und wenn ja, was machen wir da in Euren Phantasien?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;/jetztpage/sascha-chaimowicz&quot;&gt;sascha-chaimowicz&lt;br /&gt;
&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Auf der nächsten Seite die Antwort der Mädchen.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/di/dirk-vongehlen/text/regular/713074.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div id=&quot;player2&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;script type=&quot;text/javascript&quot; src=&quot;http://jetztimg.sueddeutsche.de/videocasts/swfobject.js&quot;&gt;&lt;/script&gt;&lt;script type=&quot;text/javascript&quot;&gt;var s2 = new SWFObject(&quot;http://jetztimg.sueddeutsche.de/videocasts/flvplayer.swf&quot;,&quot;single&quot;,&quot;420&quot;,&quot;20&quot;,&quot;7&quot;);s2.addParam(&quot;allowfullscreen&quot;,&quot;true&quot;);s2.addVariable(&quot;file&quot;,&quot;http://jetztimg.sueddeutsche.de/podcasts/20090724_unterhaltung_lesung_jungsfragen_masturbationsphantasien_ah.mp3&quot;);s2.addVariable(&quot;image&quot;,&quot;preview.jpg&quot;);s2.addVariable(&quot;backcolor&quot;,&quot;0x000000&quot;);s2.addVariable(&quot;frontcolor&quot;,&quot;0xCCCCCC&quot;);s2.addVariable(&quot;lightcolor&quot;,&quot;0x557722&quot;); s2.write(&quot;player2&quot;); &lt;/script&gt; &lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Die Jungsfrage zum Anhören wird präsentiert von &lt;a href=&quot;http://sz-audio.sueddeutsche.de/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Süddeutsche Zeitung Audio&lt;/a&gt; - dort gibt es auch weitere Fragen zum Anhören!&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Die Mädchenantwort &lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schön, dass wir das ‚Ob’ und das ‚Ob-Nicht’ gleich überspringen können, weil: Klar, masturbieren wir. Laut einer Durex-Umfrage sind es bei Frauen 74 Prozent, bei Männern sogar 90 Prozent. Was der langweilige Rest macht, kann keiner nachvollziehen. Vielleicht Batiken oder Ü-Eier-Figuren sammeln?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Egal, kommen wir zum ‚Wie’. Die Tatsache, dass ihr keine Pornoheftchen kauft, verstehen wir. Das Internet ist viel billiger und hinterlässt keine Spuren. Deshalb klicken wir uns da ja manchmal auch durch. Allerdings ist unser Kopfkino schon von Natur aus hervorragend mit dem neusten High-Tech-Equipment bestückt und verfügt ausnahmslos über die Crème de la Crème in Sachen Darsteller. Wenn wir selbst Hand anlegen, ist das optisch genauso technisch, wie es der Begriff vermuten lässt. Wir sind da weder romantisch, noch fassen wir uns ständig an die Brüste. Das tun nur die Damen in den Filmen, die für euch gemacht werden. Zwei Finger, manchmal auch nur einer, Spucke, gut. Die Nummer mit ‚Zeit nehmen’, in die Badewanne gehen, Kerzen anzünden und sich sanft streicheln ist pure Frauen-Magazin-Propaganda. Das klingt alles nach wattebauschiger Selbstverwirklichung und passt gut zwischen Lippenstiftanzeigen und Sommertrends, ist aber genauso unrealistisch wie das Wunschgewicht vor der Bikini-Saison.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir’s uns selber machen, bestehen unsere Gehirn-Filme aus redundanten Schleifen. Ähnlich wie Trailer für Blockbuster: nur die wirklich guten Szenen werden aneinander gereiht. In Endlosschleife. Mal ist der Trailer thematisch nach Örtlichkeiten zusammengestellt. Dann stellen wir uns vor, wie ihr oder jemand anderes uns von hinten auf der Clubtoilette vögelt, während vor der Kabinentür erboste Blasenschwächlinge gegen die mit Edding verschmierte Wand hämmern. Perspektivisch können wir da nach Lust und Laune zwischen allwissendem Erzähler und Personal-Eye-Zoom hin und her switchen. Eben genau wie ihr. Ganz oft ist das Visuelle auch nebensächlich und der Tastsinn spielt die Hauptrolle. Das Gefühl, einen Penis zu spüren, ist wesentlich prominenter als sich das Körperteil in allen Einzelheiten vorzustellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich seid ihr als aktueller Partner auf unserer Darsteller-Wunschliste ganz oben, aber wir haben auch nichts dagegen, es mit einem Sexobjekt unserer Wahl zu treiben. Dreckig, versaut, miststückhaft, oben, unten, links, rechts – der gesamte Sexualkompass wird durchdekliniert. Bei einer ist das vielleicht konkret Jude Law, bei einer anderen der Barmann aus dem Lieblingsclub. Ansprechen würden wir in Wirklichkeit beide nicht. Wissenschaftlich ist es nachgewiesen, dass Frauen in ihren Masturbationsfantasien Dinge tun, die sie in echt niemals tun würden oder wollen. Von Vergewaltigungsfantasien ist da die Rede, Prügelszenen und Menage à Trois. Und genau da sitzt der springende Punkt. Onanie-Filme sind grundsätzlich subjektiv und nicht pauschal auf das Geschlecht Frau oder Mann anwendbar. Wo eine Michel Gondry als Regisseur engagiert, schickt die andere lieber eine Rosamunde-Pilcher-Produktion auf die Leinwand. Der einzige Unterschied von euch zu uns ist die Tatsache, dass ihr nach ein- oder zweimal befriedigt das Kleenex aus der Schreibtischschublade kramt und wir noch drei bis 16 Orgasmen hinten dranhängen können. In kurzer Zeit, versteht sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;/jetztpage/yvonne-gamringer&quot;&gt;yvonne-gamringer&lt;/a&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;</description>
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      <pubDate>Fri, 24 Jul 2009 18:30:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Egotrip: Nicolas hat keine Lust mehr und haut ab</title>
      <description>„Den ganzen Tag hänge ich auf Facebook rum, in der Hoffnung, dass irgendwas passiert.“ Das war die Situation, in der sich Nicolas Clasen entschied auszusteigen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schluss mit Berlin, den durchfeierten Nächten, dem Agentur-Job, der seit der Finanzkrise sowieso nichts mehr einbringt. Seit elf Wochen ist der 34-Jährige mit einem VW-Bus auf Reisen, auf &lt;a href=&quot;http://www.egotrip.fm/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;egotrip.fm&lt;/a&gt; berichtet er davon. Ein Gespräch über die Leiden der narkotisierten Kinder des Konsums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wo hast Du gestern Nacht geschlafen?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Ich bin gerade in Lissabon, wo ich mir für die letzten zwei Wochen ein kleines Zimmer gemietet habe. Heute Abend fahre ich nach Santa Cruz, einem kleinen Ort an der portugiesischen Atlantikküste, ca. 100 Kilometer von Lissabon entfernt. Dort findet ein Surf- und Musikfestival statt, das „Santa Cruz Ocean Spirit“, wo ich die nächsten zwei Wochen im Bus schlafe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Den Bus hast du dir vor elf Wochen gekauft, als du dein altes Leben gegen den Egotrip getauscht hast. Was hast du damals alles verkauft? &lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Alles überflüssige Zeug wie Klamotten, Playstation, Heimkino, Möbel. Von machen Dingen hab ich mich schwerer getrennt wie von meinem Auto und einer Uhr, die ich zum Abitur bekommen habe. Gerade die Sachen zu verkaufen, an denen ich emotional hing, hat mich aber auch am meisten befreit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wie haben deine Freunde reagiert?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Unterschiedlich. „Was soll die Scheiße eigentlich?“ oder „Warum filmst du nicht mal Deinen Pimmel und stellst ihn ins Internet?“ waren Kommentare, die meisten haben mir aber Mut gemacht, einige würden selbst gern so einen Trip machen. Anschneidend ist ihr Leidensdruck aber noch nicht groß genug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Was hat deinen Leidensdruck gesteigert? Oder anders: Was hat Dich in Deinem alten Leben gelangweilt?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Mir haben Inhalte gefehlt und eine Aufgabe, mit der ich mich identifizieren kann. In meinem Job ging es immer nur um den „schnöden Mammon“. Als ich 1998 das erste Mal gearbeitet habe,  habe ich bei Alando angefangen, einem Internetauktionshaus, das dann von eBay gekauft wurde. Das Gründerteam um die Samwer Brüder hatte eine tolle Atmosphäre geschaffen, es war alles sehr locker, kaum Hierarchien, jeder konnte sich auf seine Visitenkarten schreiben, was er wollte. Das hatte einen subversiven Charakter, obwohl wir uns im Zentrum des kapitalistischen Hurrikans befanden.&lt;br /&gt;
Dann haben die Jungs den Laden an eBay verkauft, ein ehemaliger Boston Consulting Group Unternehmensberater übernahm das Steuer und es war vorbei mit der Romantik. Die Gründer hatten das Biotop trocken gelegt und ihren Profit gemacht, so wie es von Anfang an geplant war. Obwohl es absolut verständlich war, fühlte ich mich irgendwie verraten und verkauft. 2006 habe ich mich dann mit einer kleinen Agentur für die Vermarktung von Internetseiten selbstständig gemacht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Meinst Du, dass Deine Unzufriedenheit mit dem Leben typisch für unsere Generation ist?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Wir werden ja oft als die Generation ohne Feindbild beschrieben, quasi die narkotisierten Kinder des Konsums. Wir wollen unsere Ruhe, bringt doch alles nichts. Am Wochenende in den Club, wenn’s weh tut mal ein Snickers zwischendurch, und bald kommt ja auch schon wieder das neue iPhone raus. Gleichzeitig gibt es glaub ich aber eine Stimmung des hintergründigen Zweifelns und verschiedene Formen, wie dieses Zweifeln sichtbar wird, wie etwa Attac, die Bewegungen zum Grundeinkommen oder auch alternative Biotope wie die &lt;a href=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/473895&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Bar 25&lt;/a&gt; in Berlin und deren Kampf gegen die &lt;a href=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/439908&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Media-Spree&lt;/a&gt;. Hans Weingartner hat das in seinem Film „Die fetten Jahre sind vorbei“ angerissen, nur leider fehlt auch ihm der gemeinsame Nenner, auf den sich unsere Genreration zusammen fassen lässt. Ich glaube nicht, dass wir gegen Bonzen, den Polizeistaat oder die Infiltration des Fernsehens kämpfen müssen und auch eine Verbrüderung mit den 68er hilft uns nicht weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Früher sind die Leute nach Indien gefahren, um zu sich selbst zu finden. Ist also das, was Du machst, nicht sehr normal für Menschen in unserem Alter? &lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Zumindest gibt es kein gemeinsames Ziel, wie in den 70ern. Sicher ist das eine Frage des Alters, der Selbstfindung, die in jeder Generation stattfindet. Nur wohin fahren wir denn? Sind die Großraumdiskos von Ibiza die Selbstfindungstempel unserer Generation? Oder per Backpack durch Vietnam? Und was ist die gemeinsame Losung für den Trip?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Klingt nach einer  vorgezogenen Midlife-Crisis?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Vielleicht eher eine nicht ausgelebte Pubertätsphantasie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Hältst Du Dich selbst für einen Spießer?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Im zweiten Teil des Gesprächs: Warum Nicolas seine Reise im Web ausstellt und wie weit er noch gehen will.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Auf &lt;a href=&quot;http://www.egotrip.fm/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;egotrip.fm&lt;/a&gt; kann die Welt dich auf deinem Weg begleiten, auch auf Facebook erzählst du von deiner Reise, sogar &lt;a href=&quot;http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,637069,00.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Spiegel-Online&lt;/a&gt; hat über dich berichtet. Warum breitest Du die Reise medial so aus?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Ich habe vor meiner Reise im Internet gesucht und nichts zu dem Thema gefunden. Ich denke, dass eine ehrliche Schilderung meiner Situation auch andere Leute interessieren könnte. Und es ist eine Sache, hinter der ich inhaltlich stehe und die mir Spass macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;object width=&quot;400&quot; height=&quot;230&quot;&gt;&lt;param name=&quot;allowfullscreen&quot; value=&quot;true&quot; /&gt;&lt;param name=&quot;allowscriptaccess&quot; value=&quot;always&quot; /&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=4652470&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1&quot; /&gt;&lt;embed src=&quot;http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=4652470&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; allowfullscreen=&quot;true&quot; allowscriptaccess=&quot;always&quot; width=&quot;400&quot; height=&quot;230&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://vimeo.com/4652470&quot;&gt;EGOTRIP - INTRO&lt;/a&gt; from &lt;a href=&quot;http://vimeo.com/user1757870&quot;&gt;nicolas clasen&lt;/a&gt; on &lt;a href=&quot;http://vimeo.com&quot;&gt;Vimeo&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Eine Freundin hat Dich für ein paar Tage begleitet. Kannst Du verstehen, dass Iris schon nach zwei Tagen nicht mehr mit Dir unterwegs sein wollte?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Ja. Sie wollte zwei Monate Urlaub machen, ich dagegen steckte in der existentiellen Krise und wollte erst einmal raus aus der Zivilisation. Diese Interessenlagen waren einfach schwer zu vereinbaren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Hat die Reise Dich schon verändert?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Ich habe meinen Job endgültig aufgegeben und jetzt den Kopf frei, mich damit zu beschäftigen, was ich zukünftig machen will. Das ist ein wichtiger Schritt für mich, weil ich auf der einen Seite auf materielle Dinge erst einmal verzichten muss, auf der anderen Seite aber Zeit und Kraft habe, mich neuen Dingen zu widmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Was erwartest Du von Deiner Ausreißer-Zeit?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Ich möchte etwas finden, das mich seelisch und geistig ausfüllt und ich will lernen, mit mir, meinen Träumen, meinen Ängsten, mit meiner Einsamkeit und meiner Langeweile besser klarzukommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wie lange willst Du noch unterwegs sein?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Bis das Geld alle ist. Allerdings muss ich mir bald einen Job suchen, sonst ist der Trip bald zu Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Mehr über Nicolas' Reise unter &lt;a href=&quot;http://www.egotrip.fm/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;egotrip.fm&lt;/a&gt; &lt;/i&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/param&gt;&lt;/param&gt;&lt;/param&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
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      <pubDate>Tue, 21 Jul 2009 18:30:02 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Lack auf Leinwänden</title>
      <description>Die Ausstellung „Bunt Lack“ bringt Graffiti in die Galerie – und steht damit auch für den Wandel einer Kunstform&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Besucher drängeln sich vorbei an den Bildern in der Galerie, als Buks mit einem Bild unter dem Arm die Ausstellung betritt. Mit fünf Hammerschlägen nagelt er sein Werk an die Wand: Auf eine etwa 50 Zentimeter breite und 30 Zentimeter hohe Leinwand hat er seinen Künstlernamen Buks gezeichnet, mit Filzmarkern. Das Werk, an dem er noch vor drei Minuten gearbeitet hat, ist jetzt Teil der Graffiti-Ausstellung „Bunt Lack“ in der Baaderstraße 7. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;„Ich hatte genug Ärger“&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
  Graffiti-Künstler Riko und sein Partner Horas skizzieren, sprühen und malen seit zwei Monaten für diesen Abend, ein paar Künstler aus ihrem Bekanntenkreis, wie etwa Buks, haben Bilder für „Bunt Lack“ geliefert. Riko heißt in echt Talin Lopez, Horas’ Name ist Benjamin Schandelmair, und dass es heute in Ordnung ist, ihre Namen in die Zeitung zu schreiben, sagt etwas aus über den Wandel der Graffiti-Szene. Damals, 1993, mit 16, bemalt Horas in Marktredwitz in Oberfranken das erste Mal einen Zug. In den Jahren, die folgten, hätte die Polizei viel gegeben für den Namen Talin Lopez. Als sie ihn dann hatten, durchsuchten sie insgesamt sieben Mal seine Wohnung und sperrten ihn in U-Haft. Auf der Vernissage zu seiner ersten Ausstellung werden Häppchen verteilt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ph/philipp-mattheis/text/regular/711377.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  „In eine Galerie zu gehen, ist für uns der nächste, logische Schritt. Ich male auch fast nur noch legal, außer vielleicht mal im Ausland. Ich habe genug Ärger gehabt“, sagt Benjamin. Den Versuch, Graffiti von den Straßen in die Ausstellungsräume zu transportieren, unternahmen amerikanische Graffiti-Künstler wie Keith Haring und Michel Basquiat schon in den Achtziger Jahren in New York. Kritiker fragen seitdem, ob man Graffiti überhaupt in sterile, geschlossene Räume sperren sollte. Ursprünglich sollte Graffiti Menschen auf der Straße auffallen. Die Sprayer gingen von Betrachtern aus, die nur wenige Augenblicke Zeit haben, sich die Bilder anzusehen, die vielleicht im Auto sitzen oder zum Bus rennen. Folglich mussten die Werke plakativ sein, laut und schnell konsumierbar. Die Leinwände, die in den drei Räumen und den Fluren der „Bunt Lack“ Ausstellung hängen, zeugen von diesen Ursprüngen. Eine Leinwand steht auf einer weißen Kiste wie auf einem Altar und zeigt ein Bild von Michael Jackson. Er hält sich eine Hand vor sein Gesicht. „Das soll bedeuten: Niemand kennt ihn“, sagt Talin. Schwarze Bläschen, die von seinem Körper zu entweichen scheinen, stehen für Jacksons körperlichen Verfall. &lt;br /&gt;
  Auf einem Bild im ersten Raum ist ein kleiner Auschnitt eines Schriftzugs, eines so genannten „tags“, zu sehen, auf weißem Hintergrund. Es sieht aus, als bröckele der Hintergrund in einer Ecke des Bildes ab, eine Backsteinwand kommt zum Vorschein. „Off the wall“ heißt das Bild. „Egal, auf was du malst, es ist immer vergänglich“, erklärt Talin das Motiv. Diese Vergänglichkeit ist Teil der Kunstform Graffiti, daraus entsteht Neues. Sprayer übermalen „tags“ von anderen Sprayern, die sie nicht mögen. Oder der starke Regen spielt mit den Farben. Doch was ist mit Leinwänden in geschlossenen Räumen?&lt;br /&gt;
  „Ich habe mich schon damit schwer getan, auf Leinwände zu malen. Das ist ein ganz anderes Körpergefühl. Du kannst deinen Körper nicht so einbringen wie draußen, du kannst nicht so ausholen“, sagt Talin. Früher hat er seine Bilder nachts malen müssen und lebte dabei ständig mit der Angst, von der Polizei erwischt zu werden. „Draußen hast du für ein Bild oft nur eine Minute. Wenn du auf Leinwand malst, ist der Druck weg. Dann bleibt mehr Zeit, sich Gedanken zu machen. Das verändert die Bilder.“ &lt;br /&gt;
  Benjamin und Talin sitzen auf einer Terrasse vor den Ausstellungsräumen und schreiben eine Preisliste. Sie wollen ihre Werke verkaufen. Vielleicht ist das ein Zeichen dafür, dass die Szene erwachsen geworden ist. Menschen, die Graffiti früher gut fanden, verdienen jetzt Geld und kaufen Bilder. Die meisten kosten zwischen 200 und 800 Euro. Die Käufer können die Bilder von der Galerie in ihre Autos tragen und dann in die eigene Wohnung, in das Schlafzimmer. Dann hätte Graffiti den ursprünglichen Sinn verloren: größtmögliche Aufmerksamkeit zu erreichen.&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
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      <pubDate>Mon, 13 Jul 2009 18:30:05 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>„Gitarre spielen, bis die Polizei kommt“</title>
      <description>Am Samstag organisierte der Kreisjugendring ein Sleep-In am Odeonsplatz – für mehr Jugendfreundlichkeit&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was Tobias heute Abend passiert ist, hätten andere in seinem Alter als peinlich empfunden. Der 17-Jährige hatte dreizehn seiner Mitschüler zu einer Veranstaltung eingeladen und als die Mitschüler sahen, was Tobias da aufgebaut hatte, gingen sie wieder. Dafür stehen jetzt seine Eltern da, um elf Uhr nachts. Seine Mutter Edith sagt: „Das macht uns echt froh, was der Tobias da macht“. Die anderen aus der Schulklasse sind zur Isar weitergezogen und trinken Bier. Tobias findet das nicht schlimm: „Die haben halt einfach andere Interessen,“ sagt er. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ph/philipp-mattheis/text/regular/709836.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;„Alkohol? Nicht so wichtig“&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
  Am Samstagabend auf dem Odeonsplatz fordern Jugendliche günstigere Mieten und mehr Wohnheimplätze in der Stadt. Der Kreisjugendring hat zu einem „Sleep In“ aufgerufen. Etwa 60 Teilnehmer sind gekommen, um vor der Feldherrenhalle zu übernachten. Als politische Kundgebung ist die Aktion bei der Stadt angemeldet, es geht um „mehr Freiraum, mehr Wohnraum und mehr Spielraum“ für die Jugend der Stadt. Jugendgruppen, die zum Kreisjugendring gehören, haben Zelte aufgebaut. Neben dem Zelt der Alpenvereins-Jugend steht das Zelt der „Jugendkirche München“, ein paar Meter weiter wird der Nachwuchs vom „Bund Naturschutz“ schlafen. &lt;br /&gt;
  „Gitarre spielen bis die Polizei kommt“, möchte der 22-jährige Lukas heute. Und auf Missstände aufmerksam machen: „Es geht nicht darum, dass die Stadt mehr Spielplätze aufstellt oder so, nein, wir brauchen hier in der Stadt mehr Platz für uns und das geht nur über günstigere Mietpreise.“ Lukas studiert Politikwissenschaften und gehört zum Team „Münchner Schülerbüro“. Er kniet in einer Ecke seines Zeltes auf der Isomatte, die er mitgebracht hat, sein Schlafsack steckt noch in seinem LMU-Rucksack. Vor den Treppen der Feldherrenhalle singt eine Gruppe Jugendlicher betrunken „Fiesta Mexicana“. Zum „Sleep In“ gehören sie nicht. Lukas scheint sie nicht zu hören, vielleicht ignoriert er die Rufe. Auf die Frage, ob er denn heute Abend nichts trinken will, sagt er: „Alkohol ist nicht wichtig für uns. Ich muss keine vier, fünf Bier trinken. Wenn’s morgen früh so richtig runterbrennt auf den Odeonsplatz, ist es bestimmt nicht gut, einen Kater zu haben, glaube ich.“&lt;br /&gt;
  Die Jugend, für die Lukas steht, findet in Zeitungen und Fernsehsendungen kaum statt. „Jugendliche werden im öffentlichen Raum fast nur noch als Problem wahrgenommen. Wenn sie in den Medien vorkommen, dann saufen sie, sind respektlos, sind faul. Oder aggressiv“, schrieb die Journalistin Bettina Gaus am Wochenende in der taz. Doch eine andere Jugend, eine, die sich in Vereinen organisiert und sozial engagiert, gibt es. Gerade bildet sie in der Mitte des Odeonsplatzes einen Sitzkreis. Ein paar Mädchen aus der „Jugendkirche“-Gruppe verteilen bunte Luftballons, an denen Zettel hängen. Auf ihnen steht: „Ich wünsche Dir das Paradies“. Gleich werden alle die Ballons in den Himmel steigen lassen. Doch davor zünden sie Wunderkerzen an, die sie an die Ballonschnüre hängen. &lt;br /&gt;
  Wer an diesem Abend durch die Münchner Innenstadt läuft, vielleicht auf ein Bier in die Xcess-Bar geht oder zum Tanzen ins Atomic Cafe, wird die „Sleep-In“-Teilnehmer wahrscheinlich als Minderheit begreifen, als eine Art Nischenjugend. Wie zum Trotz versammeln sich die Jugendlichen immer wieder in der Mitte des Platzes und brüllen den Schlachtruf des Abends, das Motto, das auf jedem der dreitausend verteilten Flyern steht: „Platz da!“&lt;br /&gt;
  Um kurz vor ein Uhr legen die meisten sich schlafen. Nicht alle sind geblieben, es sind jetzt noch etwa dreißig Menschen da. Die, die nicht in Zelten übernachten wollen, sondern unter freiem Himmel, haben ihre Schlafsäcke auf blaue Turnmatten gelegt. Immer zur vollen Stunde, also auch um ein Uhr, findet im „Jugendkirche“-Zelt ein „kleiner Impuls“ statt. Manchmal sagt Veronika auch „Gedankenbesinnung“ dazu. Sie ist 25, engagiert sich seit einem halben Jahr in der „Jugendkirche“ und studiert soziale Arbeit. Das Motto des Abends „Platz da!“ interpretiert sie als „Platz für junge Leute, Platz für sich, Platz für Gott“. Ihr Zelt ist mit Fleecedecken ausgelegt, auf ihnen brennen Kerzen, in der Mitte des Zeltes liegt aufgeschlagen die Bibel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Momo-Lektüre&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
  „Gleich geht der Gedankenimpuls los“, sagt sie in die Runde. Gekommen sind diesmal auch Kirchenfremde: Moritz, Rudi, Eugi und Jessi waren auf dem Weg ins Atomic Cafe, als sie das „Sleep In“ bemerkten. Die beiden Jungs sind betrunken. „Ich finde das unheimlich, mit dem Buch in der Mitte und den Kerzen“, sagt Jessi zu ihrer Freundin. Eine Kirchenglocke läutet die volle Stunde ein. „Vielen Dank, dass ihr hier seid. Ich möchte Euch jetzt eine Geschichte vorlesen“, sagt Veronika sanft, als wolle sie das Jugendkirche-Mitglied, das in einem Schlafsack in der Ecke liegt, nicht wecken. Die vier Fremden unterdrücken ihr Lachen, den Jungs tränen die Augen. Veronika liest jetzt aus „Momo“ vor, dem Roman von Michael Ende. &lt;br /&gt;
  Irgendwo draußen schreien Jungs „Ausziehen, ausziehen“. Zum „Sleep In“ gehören sie nicht. Nach ein paar Sekunden verstummen die Rufe. Veronika hat einfach weitergelesen.&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/480036</link>
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      <pubDate>Mon, 06 Jul 2009 18:30:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Mädchen, wie seid ihr, wenn ihr euch betrinkt?</title>
      <description>Immer zum Wochenende: Jungs fragen Mädchen fragen Jungs, weil manches kapiert man einfach nicht, bei denen. Ab sofort auch zum Anhören!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div id=&quot;player2&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;script type=&quot;text/javascript&quot; src=&quot;http://jetztimg.sueddeutsche.de/videocasts/swfobject.js&quot;&gt;&lt;/script&gt;&lt;script type=&quot;text/javascript&quot;&gt;var s2 = new SWFObject(&quot;http://jetztimg.sueddeutsche.de/videocasts/flvplayer.swf&quot;,&quot;single&quot;,&quot;420&quot;,&quot;20&quot;,&quot;7&quot;);s2.addParam(&quot;allowfullscreen&quot;,&quot;true&quot;);s2.addVariable(&quot;file&quot;,&quot;http://jetztimg.sueddeutsche.de/podcasts/20090430_unterhaltung_lesung_jungsfragen_betrunken.mp3&quot;);s2.addVariable(&quot;image&quot;,&quot;preview.jpg&quot;);s2.addVariable(&quot;backcolor&quot;,&quot;0x000000&quot;);s2.addVariable(&quot;frontcolor&quot;,&quot;0xCCCCCC&quot;);s2.addVariable(&quot;lightcolor&quot;,&quot;0x557722&quot;); s2.write(&quot;player2&quot;); &lt;/script&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Die Jungsfrage zum Anhören wird präsentiert von &lt;a href=&quot;http://sz-audio.sueddeutsche.de/unterhaltung/index.php?audio=2627&amp;start=1&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Süddeutsche Zeitung Audio&lt;/a&gt; - dort gibt es auch weitere Fragen zum Anhören!&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir uns gegenseitig stark auf die Schultern klopfen, sind wir betrunken. Alkoholisiert werden wir Jungs oft zu Männern. Je mehr wir trinken, desto tiefer fallen wir in das Rollenklischee zurück. Im Nachtleben sind dann unterschiedliche Ausprägungen dieser Verhaltensweise zu beobachten: Manche von uns klingen auf einmal ganz anders, rauchiger, der Gang verändert sich, wird breitbeiniger. Andere liegen sich in den Armen und grölen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/di/dirk-vongehlen/text/regular/694634.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typen, die sich tatsächlich prügeln, sind selten, während die Vorstufe dazu schon gerne als Grundhaltung übernommen wird, also: Ich lasse mir auf jeden Fall nichts gefallen, ich habe klare Prinzipien, bin total kompromisslos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht schmeißt uns Alkohol in unseren Rohzustand zurück, vielleicht spült er aber auch einfach unseren Wunsch frei, einmal harter Mann zu sein (übrigens bemerken wir, dass ihr – zumindest nachts - diese Art an uns ganz gut findet). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bekanntlich verändert Alkohol, in groben Mengen genossen, auch Euren Auftritt und verändert ihn nachhaltig. Gibt es dabei bestimmte Rollenmuster, in die Ihr euch hineintrinkt? Kennt Ihr auch so einen Urtyp wie wir ihn dabei ansteuern? Also einen betrunkenen Charakter kenne ich bei euch auf jeden Fall: Die, die gegen drei Uhr morgens depressiv wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Auf der nächsten Seite: die Mädchenantwort - ebenfalls zum Anhören&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;div id=&quot;player2&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;script type=&quot;text/javascript&quot; src=&quot;http://jetztimg.sueddeutsche.de/videocasts/swfobject.js&quot;&gt;&lt;/script&gt;&lt;script type=&quot;text/javascript&quot;&gt;var s2 = new SWFObject(&quot;http://jetztimg.sueddeutsche.de/videocasts/flvplayer.swf&quot;,&quot;single&quot;,&quot;420&quot;,&quot;20&quot;,&quot;7&quot;);s2.addParam(&quot;allowfullscreen&quot;,&quot;true&quot;);s2.addVariable(&quot;file&quot;,&quot;http://jetztimg.sueddeutsche.de/podcasts/20090430_unterhaltung_lesung_jungsfragen_betrunken.mp3&quot;);s2.addVariable(&quot;image&quot;,&quot;preview.jpg&quot;);s2.addVariable(&quot;backcolor&quot;,&quot;0x000000&quot;);s2.addVariable(&quot;frontcolor&quot;,&quot;0xCCCCCC&quot;);s2.addVariable(&quot;lightcolor&quot;,&quot;0x557722&quot;); s2.write(&quot;player2&quot;); &lt;/script&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Die Mädchenantwort zum Anhören wird präsentiert von &lt;a href=&quot;http://sz-audio.sueddeutsche.de/unterhaltung/index.php?audio=2627&amp;start=1&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Süddeutsche Zeitung Audio&lt;/a&gt; &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Glück gibt es die Endspurtdepressive. Denn was wäre Typ Nummer 2, die Umarmerin, nur ohne sie? Ist die Nacht lang und die Spirituosenzufuhr stetig, verändern auch wir sowohl unser verbales als auch unser physisches Kommunikationsverhalten. Unsere Latenzen verstärken sich, wir werden zutraulich, anschmiegsam, albern, rührselig oder auch ein bisschen ätzend. Das hängt natürlich auch immer ein bisschen mit individuellem Charakter und jeweiliger Situation zusammen – die Depressive zum Beispiel hat garantiert schon um halb zwölf angefangen zu überlegen, ob sie ihrer Ex-Affäre eine sehnsuchtsvolle SMS schicken soll. Obwohl ihre coolere beste Freundin ihr wirklich dringend davon abrät, hat sie sich von der lockeren Lissy doch ermutigen lassen. Um drei Uhr morgens tanzen Lissy und die beste Freundin aber mit zwei Typen auf dem Tresen, die Depressive hat keine Antwort-SMS bekommen, eilt aus dem Lokal und jetzt kommt endlich die Umarmerin zum Zug. Sie lebt nach dem Prinzip, dass der beste Trost immer noch ist, einfach mal richtig in den Arm genommen zu werden. Das kommt der Depressiven zugute, die ein bisschen Körperkontakt brauchen kann, und sich gleichzeitig einbilden will, dass sie ihre coolere Beste Freundin gar nicht braucht. Und weil es mit der Umarmerin gerade so nett ist, kann man ja auch darüber mal reden. Für die Umarmerin ist das fast so gut wie ein Ausflug ins Thermalbad: Wohliges Gefuehl, menschliche Wärme und man hat den anderen ein paar Tage lang etwas zu erzählen. &lt;br /&gt;
Man darf die Umarmerin allerdings nicht mit der Intimitätenschleuder verwechseln. Die hat nämlich gar nichts mitbekommen, nur ein paar Schnapse zu viel. Sie ist beschäftigt, sie redet. Stundenlang, egal mit wem. Sie kennt nur zwei Themen, in chronologischer Reihenfolge: die Angelegenheiten ihrer Freunde und Sex. Die Intimitätenschleuder ist auch bei Tag eine gesprächige Person, ihre Seele aber ist von Unsicherheiten zerfurcht. Sie hat eine Langzeitbeziehung, einen festen Job und nur noch wenige Träume. In größeren Runden breitet sie daher am liebsten ihr Wissen über aktuelle Intimvorgänge anderer Leute aus, auf so genannten Mädchenabenden unterhält sie am liebsten die Runde mit Schwänken aus ihrem privatesten Leben, die sich um Haarentfernungsprozeduren oder sexuelle Vorlieben ihres Partners drehen. Weil die Runde sich irgendwann aber auf den Tresen oder in die Depression flüchtet, sucht sich die Schleuder einfach fremdes, unbesetztes Ohr und kann danach ihrem Freund zu Hause erzählen, dass sie mal wieder jemand Neues kennen gelernt hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so gehen wir alle am Ende des Abends zufrieden nach Hause und finden, dass wir das ganz bald mal wieder machen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;/jetztpage/meredith-haaf&quot;&gt;meredith-haaf&lt;/a&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/474008</link>
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      <pubDate>Fri, 01 May 2009 18:30:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>„Am liebsten hätte ich beide Pässe“</title>
      <description>Fünf türkischstämmige Münchner erzählen, wie es ist, sich für eine Staatsbürgerschaft entscheiden zu müssen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Manchmal liegt die Frage nach der eigenen Identität im Briefkasten. Die in Deutschland geborenen Kinder ausländischer Eltern müssen seit 2008 entscheiden, ob sie Deutsche oder Ausländer sein wollen. Fünf Jahre gibt ihnen der Staat Zeit für diese Entscheidung; mit 18 kommt der Brief, mit 23 spätestens muss der Entschluss feststehen: Haben sie bis dahin nicht reagiert, bürgert Deutschland sie automatisch aus. &lt;br /&gt;
  Das rot-grüne Gesetz stammt aus dem Jahr 2000. Es war zugeschnitten auf unter Zehnjährige und beginnt nun zu greifen: Die Kinder von damals werden jetzt 18. Kritiker nannten das Gesetz von Anfang an einen schlechten Kompromiss. Die Schröder-Regierung wollte es Kindern möglich machen, auch ohne deutsche Eltern zusätzlich zum ausländischen einen deutschen Pass zu bekommen. Den konservativen Parteien ging die doppelte Staatsbürgerschaft zu weit, der Kompromiss hieß „Optionspflicht“, der Zwang, sich bis zur Volljährigkeit zu entscheiden: Bist du Deutscher oder Ausländer? &lt;br /&gt;
  „In den nächsten Jahren kommt eine riesige Klagewelle auf uns zu“, sagt der Hamburger Anwalt für Ausländerrecht Arne Städe. 50 000 Menschen werden die Frage bis zum Jahr 2018 beantworten müssen, schätzt die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der nächsten Seite erzählen fünf türkischstämmige Jugendliche aus München, ob sie Deutsche oder Türken sein wollen:&lt;br /&gt;
      &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ph/philipp-mattheis/text/regular/693815.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Enes, 15 Jahre&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
  „Ich bin zwar in Deutschland geboren, sehe mich aber als Türke. Wahrscheinlich wähle ich den türkischen Pass. Das ist so ein Gefühl, von innen heraus. Mein Aussehen, meine Sprache, das alles ist türkisch. Daheim sprechen wir wenig deutsch, weil mein Vater mich sonst nicht gut verstehen würde. Die meisten meiner Freunde wollen ihre deutschen Pässe behalten. Das verstehe ich, immerhin hat uns dieses Land zu essen gegeben. Ich wohne hier gerne. Am liebsten wäre mir, ich könnte beide Pässe haben. Das würde besser zu mir passen. Der türkische Pass brächte für mich viele Nachteile. Das fängt schon mit den Arbeitsgenehmigungen an, die ich dann bräuchte. Außerdem müsste ich dann in die türkische Armee.“&lt;br /&gt;
    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ph/philipp-mattheis/text/regular/693814.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Hassan, 18 Jahre&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
  „Ich fühle mich zu 100 Prozent türkisch, also wird es auf jeden Fall der deutsche Pass sein, den ich abgebe. Ich bin zwar in Deutschland geboren, aber meine Eltern sind Türken, das prägt einfach. Mit der türkischen Armee habe ich kein Problem, das wird bei mit so ablaufen, dass ich für etwa fünf Tage dort hinmuss und mich für den Rest der Zeit quasi freikaufen kann. Das kostet ungefähr 4000 Euro, glaube ich. Dann komme ich so schnell wie möglich wieder nach Deutschland und mache meine Meisterprüfung. Ich mache eine Ausbildung zum Gas-Wasser-Installateur. In die Türkei auszuwandern ist für mich kein Thema, ich bleibe auf jeden Fall hier in Deutschland.“&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ph/philipp-mattheis/text/regular/693813.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Funda, 16 Jahre&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
  „Natürlich behalte ich den türkischen Pass, das hat mir meinem Stolz zu tun. Ich fühle mich als Ausländer, obwohl ich hier geboren bin. Das hat viel mit unserer Familientradition zu tun, meine ganze Verwandtschaft ist türkisch. Meinen Eltern war klar, dass ich die türkische Staatsbürgerschaft behalte, die kennen meine Einstellung. Enttäuscht wären sie aber nicht, wenn ich mich anders entscheide. Meinen jüngeren Geschwistern lassen sie auch alle Freiheiten. Solange ich hier lebe, passe ich mich an und halte mich an die Regeln. Meine Identität gebe ich aber nicht auf. Nach der Ausbildung zur Arzthelferin möchte ich Deutschland verlassen und in Thessaloniki leben, wo meine Eltern eine Villa haben. Das ist ja immerhin ganz in der Nähe der Türkei. Ein türkischer Mann muss es für mich dann aber nicht sein.“ &lt;br /&gt;
     &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ph/philipp-mattheis/text/regular/693812.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Büsra, 17 Jahre&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
  „Ich werde vom Pass her Deutsche bleiben, vom Herzen her bin ich aber Türkin. Der deutsche Pass bringt mir einfach mehr: Nach der Schule will ich Kinderpflegerin werden, und als Türkin müsste ich dafür zum Beispiel einen Deutschtest machen. Im Sommer fliege ich mit meinen Eltern immer für fünf Wochen nach Ankara. Dort werde ich von den Leuten gefragt, ob ich Deutsche bin, hier fragen mich alle Leute, ob ich Türkin bin. Das ist schon komisch. Einen Grund, aus Deutschland wegzuziehen, sehe ich nicht.“ &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ph/philipp-mattheis/text/regular/693811.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Emre, 17 Jahre&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
  „Bei uns daheim ist das ein großes Thema. Die türkische Eishockey-Nationalmannschaft hat mich kontaktiert, die wollen mich haben. Das geht natürlich nur, wenn ich meinen deutschen Pass aufgebe, und darauf habe ich keine Lust. Ich müsste in die türkische Armee, eineinhalb Jahre lang, die möglichen Einsatzorte sind alle richtige Krisengebiete. Der Umgangston unter den Soldaten ist dort ziemlich rau, mein Opa hat das mitgemacht und mich gewarnt. Generell gefällt mir die Situation in der Türkei nicht, besonders, wenn ich mir ansehe, wie das Land mit den Kurden umgeht. Ich bin einmal im Jahr in der Türkei. Die Leute erkennen aus 100 Meter Entfernung, dass ich kein Türke bin, da kann ich anziehen, was ich will. Ich werde dort nicht akzeptiert.“&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/473676</link>
      <guid>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/473676</guid>
      <pubDate>Mon, 27 Apr 2009 18:30:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Wohin, wenn alles neu ist?</title>
      <description>Im Vergleich: Sechs Adressen für die ersten Nächte in der Stadt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ph/philipp-mattheis/text/regular/636763.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Glockenspiel, Hofbräuhaus und das Oktoberfest gelten als Touristen-Glanzlichter unserer Stadt. Aber nichts bestimmt das Bild Münchens mehr als die Orte, an denen Besucher wohnen. Deshalb hat jetzt.muenchen sechs Unterkünfte außerhalb der Innenstadt besucht, an denen vor allem junge Besucher übernachten. Hier bestimmen nicht die Informationen aus dem Reiseführer das Leben, sondern das Flair unterschätzter Stadtteile abseits von Glockenbach und Gärtnerplatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Gästehaus Don Bosco&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Adresse:&lt;/b&gt; St.-Wolfgangsplatz 11&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wer übernachtet dort?&lt;/b&gt; Azubis und Schulklassen aus ganz Deutschland. Aus dem Ausland kommen hauptsächlich italienische Gruppen. Und vor allem: Es sind nicht nur Christen. &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Betten:&lt;/b&gt; 47 Betten, in den Ferienzeiten erweiterbar auf 300 Betten (in den Ferien fahren die Azubis nach Hause). &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Preise pro Übernachtung:&lt;/b&gt; Etwa 20 Euro pro Nacht, hängt von der Größe der Gruppe ab&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Website:&lt;/b&gt; &lt;a href=&quot;http://www.jugendgaestehaus-muenchen.com&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;www.jugendgaestehaus-muenchen.com&lt;/a&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wichtigste Station in der Nähe:&lt;/b&gt; Bahnhof Rosenheimer Platz&lt;br /&gt;
Was fährt dort und wann? S-Bahnen 1 bis 8. Tram 15/25. Der Bahnhof gehört zur Stammstrecke. &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Letzte U-Bahn/Tram/Bus:&lt;/b&gt; Zwischen ein Uhr morgens und fünf Uhr sieht es schlecht aus. Zwischen zwei und drei Uhr lohnt es sich noch einmal, nach S-Bahnen zu schauen, hier fahren noch ein paar. &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Könnte man zur Not vom Marienplatz aus heimlaufen?&lt;/b&gt; Absolut, in einer halben Stunde hat man es geschafft. &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wo kauft man Snacks und Bier?&lt;/b&gt; Die Gegend um den Rosenheimer Platz ist eine Oase für Snacker. Im Bahnhof gibt es eine Müller Bäckerei, am Pariser Platz einen McDonalds. Direkt neben dem Jugendhaus steht eine OMV Tankstelle. Hier gibt’s den Kasten Augustiner Hell für 14,99 Euro. &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Und nachts?&lt;/b&gt; OMV Tanke&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wichtigste Kneipe:&lt;/b&gt; Sehr urig sieht die benachbarte Ayinger „Ostkurve“ im Vereinsheim des TSV München-Ost aus. Jünger und beliebter ist das „Los Amigos“ in der Rosenheimerstraße. Hier gibt es Paulaner Helles für drei Euro und eine große Cocktailkarte. &lt;br /&gt;
Grünfläche in der Nähe: Der Ostpark mit seinem Michaelibad&lt;br /&gt;
Welchen Münchner trifft man hier? Den oberbayerisch gesetzten Traditionsmünchner&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Sehenswürdigkeit:&lt;/b&gt; Deutsches Museum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Jugendherberge Neuhausen&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Adresse:&lt;/b&gt; Wendl-Dietrich-Str.20&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wer übernachtet dort?&lt;/b&gt; Schulklassen und Familien, vor allem Engländer&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Betten:&lt;/b&gt; 335&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Preise pro Übernachtung:&lt;/b&gt; 20,70 Euro für eine Übernachtung mit Frühstück. Ab 2009 21,20 Euro. &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Website:&lt;/b&gt; &lt;a href=&quot;http://www.jugendherberge.de/de/jugendherbergen/visitenkarte/jh.jsp?IDJH=248&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;www.jugendherberge.de&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wichtigste Station in der Nähe:&lt;/b&gt; Rotkreuzplatz&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Was fährt dort und wann?&lt;/b&gt; Die U1 in Richtung Hauptbahnhof fährt bis 2.06 Uhr&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Letzte U-Bahn/Tram/Bus:&lt;/b&gt; Der Nachtbus N41 fährt alle halbe Stunde in Richtung Nachtgalerie und M-Park. In der anderen Richtung fährt der Bus nach Schwabing. &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Könnte man zur Not heimlaufen?&lt;/b&gt; Man braucht etwa 45 Minuten&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wo kauft man Snacks und Bier?&lt;/b&gt; Beim Kiosk gegenüber bis 18 Uhr. &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Und nachts?&lt;/b&gt; Beim asiatischen Take-away Wok's gegenüber (hat bis 23 Uhr auf). Danach die Tankstelle beim Backstage&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wichtigste Kneipe:&lt;/b&gt; Backstage Club&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Park/Grünfläche in der Nähe:&lt;/b&gt; Hirschgarten&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Welchen Münchner trifft man hier?&lt;/b&gt; Junge Familien und alteingesessenen Wohlstand aus Nymphenburg und Gern&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Sehenswürdigkeit:&lt;/b&gt; Schloss Nymphenburg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Kapuzinerhölzl – The Tent&lt;b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Adresse:&lt;/b&gt; In den Kirschen 30&lt;br /&gt;
Wer übernachtet dort? Hauptsächlich Schulklassen und Reisegruppen. Der Altersdurchschnitt liegt etwa bei 23.&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Betten:&lt;/b&gt; Es gibt zwei Großraumzelte mit 200 Betten, ein weiteres Zelt mit 50 Bodenplätzen und eine Campingfläche für 140 bis 150 mitgebrachte Zelte&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Preise pro Übernachtung:&lt;/b&gt; Bodenplatz im Großraumzelt: 7,50 Euro; Camping mit eigenem Zelt: 5,50 Euro&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Website:&lt;/b&gt; &lt;a href=&quot;http://www.the-tent.com&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;www.the-tent.com&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wichtigste Station in der Nähe:&lt;/b&gt; Trambahn Botanischer Garten&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Was fährt dort und wann?&lt;/b&gt; Die 17er Tram fährt alle zehn Minuten.&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Letzte U-Bahn/Tram/Bus:&lt;/b&gt; N17 fährt die Nacht durch im Halbstundentakt &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Könnte man zur Not laufen?&lt;/b&gt; Man muss sich auf mindestens eine Stunde Fußweg einstellen.&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wo kauft man Snacks und Bier?&lt;/b&gt; Die Cafeteria im Haus hat bis 23 Uhr auf. &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Und nachts?&lt;/b&gt; Die Esso Tankstelle auf der Allacher Straße ist in zehn Minuten zu Fuß erreichbar&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wichtigste Kneipe:&lt;/b&gt; Wer im Tent lebt und was trinken will, geht in den Hirschgarten Biergarten&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Grünfläche in der Nähe:&lt;/b&gt; Der Hirschgarten. Besonders beliebt ist das Hasengucken um fünf Uhr morgens im Park. &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Welchen Münchner trifft man hier?&lt;/b&gt; Münchner Beamte, denn in der Straße steht eine große „Wohnanlage für Staatsbedienstete“. Dazu treffen die Camper auf Schüler der dort ansässigen Samuel Heinicke Realschule für Hörgeschädigte.&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Sehenswürdigkeit:&lt;/b&gt; Schloss Nymphenburg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Campingplatz Nord-West&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Adresse:&lt;/b&gt; Auf den Schrederwiesen 3&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wer übernachtet dort?&lt;/b&gt; Individualreisende und viele Italiener&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Betten:&lt;/b&gt; 0, man muss sein Zelt mitbringen&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Preise pro Übernachtung:&lt;/b&gt; 5,20 Euro pro Nacht. Duschen und Strom kosten extra. &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Website:&lt;/b&gt; &lt;a href=&quot;http://www.campingplatz-nord-west.de&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;campingplatz-nord-west.de&lt;/a&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wichtigste Station in der Nähe:&lt;/b&gt; Vor der Tür hält der 175er Bus in Richtung Fasanerie Bahnhof. Letzter Bus fährt aber schon um 20.23 Uhr. Danach ist man ziemlich gefangen.&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Was fährt dort und wann?&lt;/b&gt; Die S1 in Richtung Ostbahnhof&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Letzte U-Bahn/Tram/Bus:&lt;/b&gt; Die letzte S1 fährt unter der Woche um 0.41 Uhr, am Wochenende um 2.01 Uhr&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Könnte man zur Not laufen?&lt;/b&gt; Nein!&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wo kauft man Snacks und Bier?&lt;/b&gt; Auf dem Gelände gibt es einen Kiosk. Nach gut einem Kilometer erreicht man den Burger King in der Dachauer Straße. Der nächste Edeka ist drei Busstationen entfernt.&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Und nachts?&lt;/b&gt; Ab 18 Uhr hat die „Camping Stubn“ geöffnet. &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wichtigste Kneipe:&lt;/b&gt; Wer nicht weit fahren will, sollte sich an die „Camping Stubn“ gewöhnen&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Grünfläche in der Nähe:&lt;/b&gt; Die Angerlohe oder die Fasanerie&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Welchen Münchner trifft man hier?&lt;/b&gt; Seniorenwandergruppen und Münchner Mittelstand&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wichtigste Sehenswürdigkeit:&lt;/b&gt; Gedenkstätte Dachau &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Haus International&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Adresse:&lt;/b&gt; Elisabethstraße 87&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wer übernachtet dort?&lt;/b&gt; Schulklassen, Jugendgruppen und im März, April und Oktober italienische Schulklassen&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Betten:&lt;/b&gt; 610&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Preise pro Übernachtung:&lt;/b&gt; Ab 25 Euro, zur Wiesnzeit mehr&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Website:&lt;/b&gt; &lt;a href=&quot;http://www.haus-international.de&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;www.haus-international.de&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wichtigste Station in der Nähe:&lt;/b&gt; Barbarastraße (für Bus und Tram), sonst Hohenzollernplatz&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Was fährt dort und wann?&lt;/b&gt; U2 in Richtung Hauptbahnhof alle zehn Minuten, Bus 53, Tramlinien 12 und 27&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Letzte U-Bahn/Tram/Bus:&lt;/b&gt; Es fahren halbstündlich die Nachtbusse N27 und N41&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Könnte man zur Not vom Marienplatz heimlaufen?&lt;/b&gt; In 20 Minuten ist man da&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wo kauft man Snacks und Bier?&lt;/b&gt; Im Haus gibt es Automaten und ein Restaurant&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Und nachts?&lt;/b&gt; Direkt gegenüber gibt es eine BP Tankstelle mit Augustiner Bier für 1,52 Euro. Ab 21 Uhr öffnet die Hausdiskothek „Discovery“&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wichtigste Kneipe:&lt;/b&gt; Café Schwabing am Kurfürstenplatz&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Grünfläche in der Nähe:&lt;/b&gt; Der englische Garten, Olympiapark&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Welchen Münchner trifft man hier?&lt;/b&gt; Im Idealfall Basti Schweinsteiger mit Freundin&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Sehenswürdigkeit:&lt;/b&gt; Der Olympiaturm&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;JH München-Park&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Adresse:&lt;/b&gt; Miesingstraße 4&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wer übernachtet dort?&lt;/b&gt; Schulklassen&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Betten:&lt;/b&gt; 366&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Preise pro Übernachtung:&lt;/b&gt; Ab 26 Euro&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Website:&lt;/b&gt; &lt;a href=&quot;http://www.djh.de/jh/bayern/muenchen-thalkirchen/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;www.djh.de/jh/bayern/muenchen-thalkirchen/&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wichtigste Station in der Nähe:&lt;/b&gt; Thalkirchen&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Was fährt dort und wann?&lt;/b&gt; Die U3 alle zehn Minuten&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Letzte U-Bahn/Tram/Bus:&lt;/b&gt; 1.03 Uhr unter der Woche, 2.03 Uhr am Wochenende&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Könnte man zur Not laufen?&lt;/b&gt; 30 Minuten Fußweg&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wo kauft man Snacks und Bier?&lt;/b&gt; Das Bistro im Haus hat bis ein Uhr morgens offen, am Bahnhof Thalkirchen steht der nächste Kiosk&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Und nachts?&lt;/b&gt; Vorkaufen oder Vortrinken, denn Aral und BP Tankstellen in der Wolfratshauserstraße sind nicht wirklich um die Ecke &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wichtigste Kneipe:&lt;/b&gt; Der Alte Wirt Thalkirchen&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Grünfläche in der Nähe:&lt;/b&gt; Der Flaucher&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Welchen Münchner trifft man hier?&lt;/b&gt; Grantler auf Fahrrädern und Surfertypen in Goodstuff-Uniformen&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wichtigste Sehenswürdigkeit:&lt;/b&gt; Tierpark&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/a&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/a&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/b&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/b&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;</description>
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      <pubDate>Mon, 27 Oct 2008 18:30:00 +0100</pubDate>
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      <title>Was Spaß macht, muss nicht lustig sein</title>
      <description>Die Münchner Rapper Misanthrop und Omega Takeshi sind so etwas wie die Intellektuellen der Szene&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor ein paar Tagen ist das neue Album „Leseliste“ des Rappers Misanthrop bei dem kleinen Label leave.music erschienen. Darin verarbeitet er Klassiker der Weltliteratur. Während Misanthrop auch schon auf Lateinisch rappte, fällt sein Kollege Omega Takeshi durch seine düsteren Texte auf. Das lässt den Schluss zu, dass der Besuch in ihrem Studio in der Blumenstraße anstrengend werden könnte. Immerhin: Die Sonne scheint durchs Fenster und es gibt Bier. Ein Gespräch über depressive Texte, Effi Briest und die Frage, was an Hip Hop eigentlich pubertär ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;jetzt.muenchen: Misanthrop, vor ein paar Tagen ist Dein Konzeptalbum „Leseliste“ auf den Markt gekommen. Die Titel heißen „Effie Briest“, „Der Mann ohne Eigenschaften“ oder „Warten auf Godot“. Kannst Du das Konzept kurz vorstellen?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
  &lt;b&gt;Misanthrop:&lt;/b&gt; Die Idee war, Themen und Buchtitel zu sammeln, die ich dann zusammenbringe. Ich lasse mich von dem Buch oder dem bloßen Titel beeinflussen. Ein Beispiel: Effi Briest, handelt von Liebe, so handelt auch der dazugehörige Songtext von der Liebe und einem persönlichen Erlebnis.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Normalerweise hat man bei der Musik ja eher 14- bis 20-Jährige vor Augen, die einen auf besonders fies machen. Ihr zieht mit eurer Musik aber ein anderes Publikum an. Kommt ihr manchmal in Erklärungsnot, wenn ihr sagt, dass ihr als Mittdreißiger Hip-Hop macht?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
  &lt;b&gt;Omega Takeshi:&lt;/b&gt; Es kommt nur schnell die Frage auf, ob wir davon leben können: Können wir natürlich nicht.&lt;br /&gt;
  &lt;b&gt;Misanthrop:&lt;/b&gt; Die meisten unserer Fans kommen zwar aus dem Hip-Hop-Bereich. Aber das mischt sich dann ein bisschen mit der Indie-Ecke.&lt;br /&gt;
  &lt;b&gt;Omega Takeshi:&lt;/b&gt; Hip-Hop hat ja schon etwas Pubertäres.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Was ist daran pubertär?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
  &lt;b&gt;Omega Takeshi:&lt;/b&gt; Es dreht sich unglaublich viel um Selbstdarstellung. Den ganzen Gangster- und Porno-Rappern aus Berlin geht es vor allem ums Provozieren und Übertreiben. Sie sagen im Prinzip nicht nur, wie geil sie selbst und wie schlecht die anderen sind. Bushido macht das ja in jedem Lied. Früher stand eher ein Gemeinschaftsgedanke im Vordergrund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ph/philipp-mattheis/text/regular/630126.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt; Klingt nostalgisch...&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;
  &lt;b&gt;Omega Takeshi:&lt;/b&gt; Wir haben uns einfach in eine andere Richtung entwickelt. Aber letztlich geht es uns auch um Beats und Reime, darum, etwas Eigenes zu erschaffen, anstatt Altes zu kopieren. &lt;br /&gt;
  &lt;b&gt;Misanthrop:&lt;/b&gt; Wir machen Rap-Musik, die von Popmusik aber weit entfernt ist. Rap und Pop haben sich in den letzten Jahren extrem angenähert. &lt;br /&gt;
  &lt;b&gt;Omega Takeshi:&lt;/b&gt; Früher hatte Hip-Hop noch etwas Subversives.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
  &lt;b&gt;Omega, die Texte auf Deiner Platte klingen ziemlich düster: „Wir sind außer Kontrolle“, „Wir drehen uns immer schneller und drehen langsam durch“, „Jeder Tag ist Montag“. Man könnte meinen, Du steckst gerade in einer Lebenskrise.&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
  &lt;b&gt;Omega Takeshi:&lt;/b&gt; Nein, eigentlich nicht. Eigentlich möchte ich, dass meine Platte den Leuten Spaß macht.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
  &lt;b&gt;Spaß?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
  &lt;b&gt;Omega Takeshi:&lt;/b&gt; Man kann auch Horrorfilme schauen und dabei Spaß haben. Spaß heißt für mich, unterhalten werden. Und gut unterhalten werde ich durch Dinge, die ein bisschen tiefer gehen. Popmusik hingegen wiederholt aus meiner Sicht immer die gleichen zwei Sätze.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
 &lt;b&gt;Aber kannst Du nachvollziehen, dass Deine Platte ganz schön runterzieht?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
  &lt;b&gt;Omega Takeshi:&lt;/b&gt; Ich finde das Album eher aufrüttelnd. Texte schreiben ist auch eine Art, mich abzureagieren. Auch wenn ich Musik höre, die andere als pessimistisch bezeichnen würden, ist das für mich eher hoffnungsvoll. Man muss erstmal erkennen, was einen am Leben stört, um es dann anzupacken. &lt;br /&gt;
  &lt;b&gt;Misanthrop:&lt;/b&gt; Ich habe das auch immer beobachtet beim Omega. Der ist ein ausgeglichener, netter Mensch, der mit allen immer viel besser klarkommt als ich zum Beispiel. Und dann hat er eben noch depressivere Texte als ich. &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
  &lt;b&gt;Warum trägt er denn eine Maske?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
  &lt;b&gt;Misanthrop:&lt;/b&gt; Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Aber das macht er schon lange.&lt;br /&gt;
  &lt;b&gt;Omega Takeshi:&lt;/b&gt; Ich will hier als Person neutral bleiben. Aus demselben Grund will ich meinen bürgerlichen Namen nicht in der Zeitung lesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Inwieweit sind Omega Takeshi und Misanthrop dann Kunstfiguren? Sind das Rollen, in die Ihr beim Musik machen schlüpft? &lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
  &lt;b&gt;Omega Takeshi:&lt;/b&gt; Gerade durch die Texte reagiere ich mich ab. Wer weiß, wie ich drauf wäre, wenn ich das nicht hätte. Das ist natürlich ein Ventil. Auf die Art schreie ich Sachen aus mir heraus, die mich stören.&lt;br /&gt;
  &lt;b&gt;Misanthrop:&lt;/b&gt; Ich kann das auch nur jedem empfehlen. Gerade Menschen, die beruflich nichts Künstlerisches machen, sollten sich solche Ventile schaffen. Letztes Jahr ist mein Album „Psychogramm“ rausgekommen. Auf diesem Album habe ich sehr viel verarbeitet, das war inhaltlich ziemlich deprimierend. Aber ich ändere mich eben auch, nicht zuletzt wegen eines Albums wie „Psychogramm“. Ich bin gelassener geworden. &lt;br /&gt;
  &lt;b&gt;Omega Takeshi:&lt;/b&gt; Musik, Medien und Filme sollten etwas Raues bieten, an dem man sich festhalten kann. &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
 &lt;b&gt;München ist nicht gerade als raue Stadt mit viel Reibungsfläche bekannt.&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
  &lt;b&gt;Omega Takeshi:&lt;/b&gt; Ich mag München sehr. Ich möchte momentan nirgendwo anders wohnen. Die Stadt ist nur oberflächlich betrachtet sehr glatt. Es gibt genug Nischen. Ich glaube, es geht auch nicht unbedingt um die Umgebung, in der man lebt. Gedanken kann man sich überall machen. Dazu muss man nicht im Problemviertel leben.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
 &lt;b&gt;Das Album „Nur ein Monster hat keine Angst vor sich selbst“ steckt voller sprachlicher Bilder: „Klapp’ deinen Koffer auf, dein Laptop braucht Benzin“. Was meinst Du damit?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
  &lt;b&gt;Omega Takeshi:&lt;/b&gt; Es geht eigentlich darum, dass eine Zündung passieren muss, nicht direkt vom Laptop aus, sondern über das Schreiben. Für mich waren es die MP3s, die für den Laptop wie Benzin funktionieren. Das sind oft Bilder, die beim Schreiben entstehen. Oft merke ich erst nach dem Schreiben, dass ein Satz doch eher in eine andere Richtung geht als ursprüngliche gemeint. Das ist das Schöne an unserem kreativen Prozess: Wir haben keine Vorgaben und keinen Zeitdruck und können einfach frei schreiben. Das ist hundert Prozent Kunst, ganz ohne kommerziellen Antrieb. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.misantropolis.de/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;www.misantropolis.de&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.myspace.com/egogrill&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;www.myspace.com/egogrill&lt;/a&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
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      <pubDate>Mon, 06 Oct 2008 19:00:00 +0200</pubDate>
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