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    <title>ralf-kraemer.jetzt.de</title>
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    <description>Alle Texte von ralf-kraemer auf jetzt.de</description>
    <language>de-de</language>
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      <title>ralf-kraemer.jetzt.de</title>
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    <item>
      <title>Der ehrlichste Mike Skinner den es je gab: „Für Musiker ist der Alptraum bereits wahr geworden.“</title>
      <description>Der Chef von The Streets über Finanzen, umstrittene Sponsoren-Konzerte und das Ende seiner Band.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;jetzt.de: Mike, eure neue CD stand eine Woche nach der Veröffentlichung nur auf Platz 16 der britischen Charts. Bist du enttäuscht?&lt;br /&gt;
Skinner:&lt;/b&gt; Ach, das macht mir nicht besonders viel aus. In erster Linie zählt für mich das Werk. Das muss den Test der Zeit erst noch bestehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Auf Platz 15 und 17 wart ihr von Best-Of-Platten von Stevie Wonder und ABBA umgeben. Sind &lt;i&gt;The Streets&lt;/i&gt; jetzt schon ein Klassiker?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
 Nein. Was gerade populär ist, ist ja nicht unbedingt das, was überdauern wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ma/max-scharnigg/text/regular/637111.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Kann es für eure Kollegen von der Band &lt;i&gt;Kings of Leon&lt;/i&gt; also auch ein schlechtes Zeichen sein, dass sie gerade auf Platz 1 waren?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Ich mag ihr neues Album, zumindest die erste Hälfte. Und offensichtlich läuft ihre Single auch ziemlich gut, allerdings klingt sie für mich so, als würde sie vom Top Gun-Soundtrack kommen. (lacht)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Coldplay, eine andere britische Erfolgsband, hat erst vor wenigen Wochen einen Song herausgebracht, der „The Escapist“ heißt. Der letzte Song deines neuen Albums heißt genauso. Ist Eskapismus, also Realitätsflucht, in England gerade in Mode?&lt;br /&gt;
&lt;/b&gt; Das ist ein Zufall. Ich habe „The Escapist“ eigentlich für einen Film geschrieben, der im Gefängnis spielt. Aber sie konnten den Song wohl nicht gebrauchen, also habe ich ihn mit auf das Album gepackt. In ihm stelle ich mir eher vor, was im Kopf von jemandem vor sich geht, der im Gefängnis sitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Aber im Video zu dem Song fliehst du selbst von der Insel, quer durch Europa zum Mittelmeer, und das auch noch zu Fuß...&lt;br /&gt;
&lt;/b&gt;Das hat sich so ergeben. Wir machen zu jedem Song des Albums ein eigenes Video. In dem Video zu „The Escapist“ wollte ich einfach etwas möglichst authentisches machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;The Escapist&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;object width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/y2c6g6eG1mQ&amp;hl=de&amp;fs=1&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowFullScreen&quot; value=&quot;true&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/y2c6g6eG1mQ&amp;hl=de&amp;fs=1&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; allowfullscreen=&quot;true&quot; width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;„Everything is just borrowed“  - Alles ist nur geliehen, dieser Albumtitel klingt wie ein Kommentar zur aktuellen Finanzkrise.&lt;br /&gt;
&lt;/b&gt; Das war wirklich nicht geplant. Der Titel hat sich nach und nach entwickelt. Ich dachte jedenfalls nicht an Geld oder Ähnliches. &lt;br /&gt;
Nach drei Alben, die das moderne Leben aus verschiedenen Perspektiven zum Thema hatten, wollte ich mich bewusst vom modernen Leben abwenden, hin zu eher klassischen Geschichten. Dass der Plattentitel jetzt so gut passt, ist reines Glück – oder besser gesagt: Pech.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wie ist dein eigenes Verhältnis zum Geld?&lt;br /&gt;
&lt;/b&gt; Als ich jünger war, habe ich so gut wie kein Geld ausgegeben, außer für meinen Musikkram. Ich war also sehr geizig. Als ich erfolgreich wurde, habe ich das Geld eher verschwendet, aus Gleichgültigkeit. Obwohl ich ein paar ziemlich materialistische Songs geschrieben habe, war mir immer alles egal, solange ich mich mit Musik beschäftigen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Vor einiger Zeit habe ich in Berlin auf der Straße einen Flyer gefunden. Auf ihm stand: „The Streets, live und umsonst, heute auf der Baustelle der O2-Arena“. Ich bin nicht hingegangen, weil ich keine Lust hatte, auf einer Werbeveranstaltung für einen Handy-Anbieter zu tanzen. Wie stehst du dazu?&lt;br /&gt;
&lt;/b&gt; Es klingt gut, zu sagen: Musik sollte frei und unabhängig sein. &lt;br /&gt;
Aber allein der physikalische Akt, eine Band von England nach Deutschland zu transportieren, kostet sehr viel Geld. Das ist nicht mit ein paar hundert Eintrittskarten zu finanzieren. Es war mal die Aufgabe der Plattenfirmen, diese Kosten zu übernehmen, aber die CD-Verkäufe sind geradezu irrelevant geworden. Die Plattenfirmen finanzieren kaum noch Tourneen, also macht es eben O2. Es ist eine sehr heuchlerische Haltung, vor allem von Konsumenten aus der Mittelschicht, diese Tatsachen außer Acht zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ma/max-scharnigg/text/regular/637112.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Machst du dir Sorgen über die derzeitige Wirtschaftskrise?&lt;br /&gt;
&lt;/b&gt; Nicht wirklich, denn die Musikindustrie hat ihren Kollaps schon hinter sich. Unser Alptraum ist bereits wahr geworden. Niemand verkauft mehr Platten, deswegen habe ich auch mein eigenes Label letztes Jahr verloren. Unsere Industrie hat akzeptiert, dass wir vor zehn Jahren eine unrealistisch erfolgreiche Zeit hatten, die irgendwann zu Ende gehen musste.&lt;br /&gt;
Heute sind die Spielräume eben enger, die Leute sind gezwungen, sich mehr auf das Wesentliche zu konzentrieren und auch wirkliche Veränderungen voranzutreiben. Auch Musik hängt nicht von der äußeren Verpackung ab. Für mich muss Musik kein physisches Ding sein. Mir reichen MP3s. Aber für die Show muss irgendjemand bezahlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Also ist es der konsequente, moderne Weg, sich Musik von Sponsoren bezahlen zu lassen?&lt;br /&gt;
&lt;/b&gt; Ja. Zum Beispiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Welche Veränderungen bringt die neue wirtschaftliche Situation für dich als Musiker?&lt;br /&gt;
&lt;/b&gt; Man muss sich einfach auf das konzentrieren, was einem am Wichtigsten ist. Wenn ich in irgendeinem anderen Job so hart gearbeitet hätte, wie ich es seit fast 15 Jahren für meine Musik mache, wäre ich jetzt wahrscheinlich sehr, sehr reich. Aber Musik zu machen, ist das Einzige, was für mich zählt, nicht das Geld und auch nicht die Chartplatzierungen. Wenn ich irgendwann von Musik nicht mehr leben könnte, müsste ich wohl auch einen normalen Job akzeptieren. Aber das ist das Einzige, was ich wirklich zu vermeiden versuche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Würdest du dann auch noch Musik machen, ohne Publikum?&lt;br /&gt;
&lt;/b&gt; Ja, das würde ich wohl. Aber das ist dann wieder der große Vorteil des Internets: du kannst deine Musik sehr schnell weltweit verbreiten. Ein Publikum zu haben oder nicht, ist also nicht das Problem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Die neue Platte ist zum Teil recht ungewöhnlich instrumentiert. Ist der Einsatz von Orgeln eine Bewerbung für die „Last Night of the Proms“ in der Royal Albert Hall?&lt;br /&gt;
&lt;/b&gt; Nein, ich fühle mich nicht speziell beeinflusst auf dem neuen Album, schon gar nicht von den „Proms.“ Natürlich steht man in gewissen Traditionen, aber diese Einflüsse sind eher unterbewusst. Der Stil des Albums hat sich eher zufällig ergeben. Ich hatte mir Musiker im Internet angehört, dann jene gebucht, die mir passend zu sein schienen und sie mit ihren Instrumenten ins Studio geladen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Letzte Frage: Du hast angekündigt, dass du mit deiner nächsten Platte das Projekt &lt;i&gt;The Streets&lt;/i&gt; beenden willst. Steckt dahinter ein Konzept? Wolltest du von Anfang an im verflixten siebten Jahr Schluss machen?&lt;br /&gt;
&lt;/b&gt; Nein. Ich möchte einfach neue Sachen ausprobieren, Musik machen, die auch für mich neu und aufregend ist und auch für das Publikum soll es ja nicht langweilig werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ma/max-scharnigg/text/regular/637110.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt; &lt;br /&gt;
Das Album &quot;Everything Is Borrowed&quot; von The Streets ist bereits bei Warner Music erschienen. Mike Skinner und seine Band sind gerade auf Tour durch Deutschland, hier die Termine:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28.10.2008: 	Große Freiheit / Hamburg&lt;br /&gt;
29.10.2008: 	Ringlokschuppen / Bielefeld&lt;br /&gt;
30.10.2008: 	Straße E / Dresden&lt;br /&gt;
01.11.2008: 	Kraftzentrale / Duisburg&lt;br /&gt;
02.11.2008: 	Hugenottenhalle / Neu-Isenburg&lt;br /&gt;
03.11.2008: 	Huxleys / Berlin&lt;br /&gt;
09.11.2008: 	Muffathalle / München&lt;br /&gt;
10.11.2008: 	Longhorn / Stuttgart&lt;br /&gt;
11.11.2008: 	Live Music Hall / Köln&lt;/i&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
      <link>http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/452591</link>
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      <pubDate>Tue, 28 Oct 2008 18:30:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Vom Striptanz zur Oscarnominierung: Diablo Cody ist gerade gut</title>
      <description>Gleich mit dem ersten Drehbuch für den Oscar nominiert zu werden, klingt nach einem Märchen aus Hollywood. Für Diablo Cody ist es wahr geworden. jetzt.de hat mit ihr über die Oscar-Verleihung am 24. Februar, ihr früheres Leben als Stripperin und christliche Konservative in den USA gesprochen. Ihr Film „Juno“, den „Thank You For Smoking“-Regisseur Jason Reitman inszeniert hat,  läuft ab dem 20. März in unseren Kinos.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;&lt;br /&gt;
Diablo Cody, wie haben Sie von Ihrer Oscar-Nominierung für das Drehbuch von „Juno“ erfahren?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Cody:&lt;/b&gt; Ich war zu der Zeit mit einer Freundin in New York. An jenem Morgen war ich eigentlich viel zu müde, aber sie weckte mich: „Willst du nicht sehen, wer nominiert wird?“ Ich gähnte und dachte, ach, ich weiß nicht... Wir machten den Fernseher an. Als sie sagten, dass Jason Reitman als bester Regisseur nominiert sei, war das wirklich eine Überraschung, mit der vorher niemand gerechnet hatte. Ich wurde verrückt vor Freude, wälzte mich auf dem Boden und schrie so laut, dass ich meine eigene Nominierung verpasste. Als ich mich wieder beruhigt hatte meinte meine Freundin: „Sie haben gerade deinen Namen gesagt.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Sie haben als Stripperin gearbeitet, von Ihrem Arbeitsalltag in einem Internet-Blog berichtet, einer Ihrer Leser war Produzent und schlug Ihnen vor, es doch mal mit einem Drehbuch zu versuchen. Eine Karriere, die sich kein Autor besser ausdenken könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Cody:&lt;/b&gt; Was die Geschichte so fantastisch macht, ist nicht so sehr die Strippersache, sondern, dass „Juno“ mein erstes Drehbuch ist. Es ist schon mal unwahrscheinlich, sein erstes Drehbuch überhaupt verkaufen zu können. Dass es dann auch noch von einem Regisseur wie Jason und einer Schauspielerin wie Ellen Page realisiert wurde, war auch ohne Oscar-Nominierung kaum zu fassen. Das alles bekommt mein Verstand noch immer nicht so nicht so recht in den Griff. Ich hatte verrückt viel Glück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://jetzt.sueddeutsche.de/upl/images/user/ma/max-scharnigg/text/regular/550284.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Cody:&lt;/b&gt; Ich habe Geschichten schon mein ganzes Leben lang erzählt. Ich wache jeden Tag auf und schreibe Geschichten, Essays oder Kritiken zu neuen Platten, die ich gerade gekauft habe. Ich liebe es einfach, zu schreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wie sind Sie dann darauf gekommen, in Ihrem ersten Drehbuch von einer 16-jährigen Schwangeren zu erzählen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Cody:&lt;/b&gt; Ich wünschte, ich könnte sagen: Ich war schwanger mit 16, oder mir sind die steigenden Geburtenraten unter Minderjährigen aufgefallen. Aber so war es nicht. Ich habe mir einfach Gedanken über einen Menschen wie Juno gemacht und über ein Paar, das ein Kind adoptieren möchte. Darin habe ich einen Film gesehen und ihn dann geschrieben. Ich hatte das noch nie zuvor getan, hatte keinen Druck, war nicht in Hollywood.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Woher wussten Sie, wie man ein Drehbuch schreibt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Cody:&lt;/b&gt; Ich habe eine Theorie: Jeder kann Drehbücher schreiben. Es ist wirklich nicht kompliziert. Wenn man genug Filme gesehen hat, fühlt man, wie Erzählstrukturen funktionieren. Jedes Kind kann dir eine Geschichte erzählen, die einen Anfang, eine Mitte und ein Ende hat. Das ist alles, worum es im Film geht. Ich fand es viel komplizierter, mein Buch „Candy Girl“ über meine Erfahrungen als Stripperin zu schreiben. Auch wenn der Stoff nicht sehr schwergewichtig scheint, wenn du Prosa schreibst ist alles darin Du selbst. Ein Drehbuch ist dagegen nur ein Skelett, das von anderen zum Leben erweckt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Haben Sie davon geträumt, nach Hollywood zu gehen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Cody:&lt;/b&gt; Nein. Ich hatte nie irgendwelche Ziele. Ich war nie eine ehrgeizige Person. Ich dachte immer, solange ich heute Spaß habe, ist das Leben in Ordnung. Warum ich tue, was ich tue, weiß ich eigentlich nie. (lacht)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Gilt das auch für Ihren früheren Job als Stripperin?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Cody:&lt;/b&gt; Ja. Ich bin einfach an einem Stripclub vorbeispaziert, blieb stehen und dachte: Ich schau mal rein, vielleicht haben die ja einen Job für mich. Es ist mir niemals vorher in den Sinn gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wie hat man in Hollywood auf diese Vergangenheit reagiert?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Cody:&lt;/b&gt; Sehr gut. Im Gegensatz zu anderen Teilen der USA ist Hollywood ein sehr liberaler Ort. Da hält man meine Vergangenheit für unterhaltsam. Und mein Ruf half mir, denn niemand hat mich je versucht auszunutzen, weil alle denken, ich wäre besonders taff. Witzig, denn taff bin ich wirklich überhaupt nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;„Juno“ ist allerdings zu einem Lieblingsfilm der christlichen Konservativen geworden, weil sich in ihm ein Teenager gegen die Abtreibung entscheidet. Gab es schon Versuche, Sie entsprechend als Aktivistin einzuspannen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Cody:&lt;/b&gt; Ich denke nicht, dass „Juno“ ein politischer Film ist. Das Interessante ist: ich bin auf einer katholischen Schule gewesen. Nachdem ich mein Buch über meine Erfahrungen als Stripperin veröffentlich hatte, waren sie entsetzt. Aber seit „Juno“ in den Kinos läuft, lieben sie mich. Sie schrieben mir eine Mail: Wir wollen Ihnen danken für diesen wunderbaren Film gegen die Abtreibung. Ich schrieb nur zurück: Ich bin weder für, noch gegen Abtreibung. Ich bin für das Recht der Frauen, sich frei zu entscheiden. Lasst mich in Ruhe!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Dabei bietet „Juno“ in der unverkrampften Art, wie dort Sex und Schwangerschaft thematisiert sind, eine wunderbare Alternative zu George W. Bushs jüngster Kampagne für sexuelle Enthaltsamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Cody:&lt;/b&gt; Ja? Von der wusste ich gar nichts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Mit finanziellen Anreizen sollen Kommunen belohnt werden, in denen Schüler nicht mehr aufgeklärt, sondern nur noch über Geschlechtskrankheiten informiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Cody:&lt;/b&gt; Was Bush angeht, überrascht mich nichts. Ich würde mich nicht wundern, wenn ich nach Hause käme und es plötzlich eine Diktatur in den USA gäbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Welcher Nachfolgekandidat wäre Ihr Favorit?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Cody:&lt;/b&gt; Ich liebe Hillary Clinton, aber ich liebe auch Barack Obama. Jeder von beiden wäre mir recht. Hauptsache, es ändert sich etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Um Ihre eigene berufliche Zukunft müssen Sie sich wahrscheinlich weniger Gedanken machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Cody:&lt;/b&gt; Ich bekomme viele Anrufe und neige leider dazu, „Ja“ zu allen zu sagen und dann muss mein Agent die Leute wieder anrufen und erklären, dass ich gar keine Zeit habe, auch noch den animierten Film mit dem Fuchs und dem Eisbären zu schreiben. Dabei liebe ich Eisbären und Füchse! Aber ich freue mich total, dass jetzt so viele Leute ein Interesse daran haben, mit mir zu arbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wie bereiten Sie sich auf die Oscar-Verleihung vor. Kümmern Sie sich um Termine im Schönheitssalon?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Cody:&lt;/b&gt; Nein, denn ich hasse so etwas. Also hat das Filmstudio mir eine Stylistin besorgt, die mich anzieht und dafür sorgt, wie ich aussehe. Alles ist vorbereitet, ich muss nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Sehr seltsam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Haben Sie die anderen nominierten Filme gesehen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Cody:&lt;/b&gt; Zum Teil. Mein Favorit ist „There Will Be Blood“, von dem bin ich geradezu besessen. Meine Kategorie, die der besten Originaldrehbücher, ist allerdings besonders cool dieses Jahr, denn gleich drei Frauen sind nominiert worden. Ich liebe Nancy Oliver und Tamara Jenkins. Und weil es nicht sehr viele weibliche Autoren in Hollywood gibt, hocken wir ständig zusammen. Der Oscar für eine von uns wäre ein Erfolg für uns alle. Wir Frauen müssen immer noch sehen, dass wir uns gegenseitig unterstützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Und wie laufen die Proben für Ihre Dankesrede?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Cody:&lt;/b&gt; Gar nicht. Ich habe eine Theorie, wer gewinnen wird, und das bin nicht ich. Wie auch immer, es wird ein sehr emotionaler Abend werden. Allein die Tatsache, im Fernsehen zu sein, wird aus mir ein Nervenbündel machen.&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/img&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;&lt;/br&gt;</description>
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      <pubDate>Wed, 20 Feb 2008 19:01:00 +0100</pubDate>
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