24.04.2014 - 14:31 Uhr

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Gefahr für den "Ottonormalprobanden"

Text: kathrin-hollmer  Foto: jala / photocase.com

Victor studiert Medizin und hat schon an mehreren medizinischen Studien teilgenommen. Die Pläne der EU, Arzneimittelversuche am Menschen zu erleichtern, sieht er kritisch. Die meisten Probanden machen nämlich viel zu leichtgläubig bei Studien mit.
10 Kommentare
fuerTiere
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Mag ich Mag ich nicht

-1

19.02.2013 - 10:42 Uhr
fuerTiere

- Für Tierversuche müssen Tiere extremste Schmerzen und Qualen ohne Narkose ertragen
- Für viele Tierversuche werden Tiere qualgezüchtet oder absichtlich krank gemacht
- Tierversuche gefährden die Gesundheit des Menschens, da Ergebnisse nicht auf den Mensch übertragbar sind (auch Contergan wurde ausreichend an Tieren getestet!)
- Für Tierversuche werden Steuergelder in gigantischen Summen verschwendet
- Tierversuche behindern den medizinischen Fortschritt
- Jedes Jahr sterben allein in Deutschland über zwei Millionen Tiere im Tierversuch
- Es gibt ausreichende Alternativen zu Tierversuchen

Anonym123x
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Mag ich Mag ich nicht

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19.02.2013 - 12:16 Uhr
Anonym123x

fuerTiere sagte:
- Es gibt ausreichende Alternativen zu Tierversuchen

Was ich an diesem Beitrag gut finde ist die Aufzählung, warum man Menschenversuche niemals als "schlimmer als Tierversuche" bezeichnen kann. In manchen Artikeln zu dem Thema kam es so rüber, als ob Menschen nun weniger als Tiere geschützt werden, was natürlich falsch ist.
Aber dass es ausreichende Alternativen zu Tierversuchen gibt, stimmt leider nicht und kann nur von jemand behauptet werden, der sich mit der medizinischen Forschung nicht besonders gut auskennt. Man kann zwar Vorversuche mit Zellkulturen machen, aber wie ein Stoff auf einen lebenden Organismus als Ganzes wirkt, oder wie es mit der Wirkung auf Schwangere aussieht, kann man nicht vorhersagen. Man kann dadurch nur potentiell gefährliche Stoffe schon vorher ausschließen, was immerhin schon etwas ist. Die Grenze zwischen wirksamer und schädlicher Dosis sollte man auch schon einmal im Tierversuch getestet haben, denn man kann zwar auch beim Menschen die Dosis variieren, aber wenn man vorher keine Ahnung hat, ab welcher Dosis es gefährlich werden könnte, würden bei solchen Studien regelmäßig Menschen sterben. Genügend Probanden würde man zwar bei entsprechender Bezahlung sicher finden, aber meiner Meinung nach hat Victor absolut recht, dass diese Leute in ihrer Naivität leider oft nicht wissen, worauf sie sich einlassen.
Statt die unabhängigen Ethikkommissionen abzuschaffen, sollte man besser dafür sorgen, dass diese schneller entscheiden müssen und die Antragsformalitäten entschlackt werden.

dietel40
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19.02.2013 - 13:50 Uhr
dietel40

Die Glückspillen der Freiheit.
Eine bemerkenswerte und zugleich unvorstellbare Geschichte dazu gab es am 18.02.13 bei der ARD unter dem Titel - Gefährliche Glückspillen -. Berichte aus den USA und Deutschland über zahlreiche Todesfälle und Suizid Versuche nach Einnahme. Man kann sagen, was die EU beschließen will, ist schon Realität. Freiheit hat viele Gesichter.

botox
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1

19.02.2013 - 21:23 Uhr
botox

... den obigen Artikel zu Ende gelesen, bin ich immer noch erstaunt aus wieviel Unwissen und Falschinformationen ein Artikel geschrieben sein kann.
Stellt sich die Frage, ob es den Medizinstudenten wirklich gibt (oder nur als fiktiver Spezialist für die Autorin herhalten muss). Falls ja, hoffe ich, dass es sich um jemanden aus dem ersten Semester handelt und niemand, der in Bälde auf die Menschheit losgelassen wird.

"...Antikörper sind Proteine, die werden im Körper wieder abgebaut, bei chemischen Stoffen können gefährliche Spätfolgen auftreten."
--> Gerade weil Antikörper Proteine sind, können diese heftigste Immunreaktionen hevorrufen (s. TeGenero / Parexel Skandal aus 2007). Antikörper harmloser als chemisch definierte Arzneistoffe darzusellen ist absoluter Humbug. Da muss es noch sehr viel lernen, der Student.

"Das Zulassungsverfahren muss man dringend beschleunigen und vereinfachen", sagt er, "viele neue Stoffe haben ein großes Potenzial, noch dauert es zum Teil 15 Jahre, bis sie zugelassen werden. Wenn es schneller ginge, würden Europäer und Amerikaner kritische Trials nicht mehr nach Jugoslawien oder nach Griechenland verlegen. Die Qualität der Studien ist in Deutschland besser und die Tests sicherer."
-->Ein Zulassungsverfahren in der EU dauert ca. 1 - 2 Jahre. Diese Zeit ist mehr als angemessen um Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit eines Arzneimittels zu bewerten.
-->Die zitierten 15 Jahre beziehen sich auf die Entwicklungsphase (Formulierung der Darreichungsform, Stabilitätsstudien, Klinische Studien). Gut Ding will Weile haben. Am zeitaufwendigsten sind nun mal die verschiedenen Phasen der klinischen Prüfung.
Es kann niemand ernsthaft, v.a. nicht mit medizinischem Hintergrund, eine Reduzierung dieses Umfangs fordern! Resultat wäre, dass die vor der Zulassung unter strenger Kontrolle durchgeführten Studien auf die Vermarktungsphase nach der Zulassung verschoben werden - und das ohne lückenlose Überwachung durch einen Arzt!!
--> Griechenland ist ein EU-Land - somit sind die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Genehmigung und Durchführung dieselben. Selbst bei Nicht-EU-Ländern müssen diese in Übereinstimmung mit der entsprechenden EU-Richtlinie durchgeführt werden, um für ein Zulassungsverfahren in der EU verwendet werden zu können.
Studien in Deutschland sind weder sicherer, noch besser, noch langsamer - allenfalls teurer.

jetzt_Kaffee
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Mag ich Mag ich nicht

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20.02.2013 - 08:20 Uhr
jetzt_Kaffee

Abgesehen davon, dass es (leider) noch keine Alternativen zum Tierversuch gibt: Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass Wirkstoffe zuerst am Tier getestet werden. Da helfen noch so viele Alternativen nicht, wenn dieses Gesetz nicht geändert wird.
Auch wenn das für Medikamente passieren sollte, kann ich mir nicht vorstellen, dass es bei anderen Bereichen solche Fortschritte gibt: Angehende Chirurgen üben auch erst mal an Tieren. Ich finde es zwar auch nicht gut, aber ganz ehlich, würde sich hier jemand als Versuchsobjekt von einem Anfänger operieren lassen...?

chrinamu
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-2

21.02.2013 - 13:06 Uhr
chrinamu

Der Punkt ist doch, dass die Testteilnehmer sich freiwillig dafür entscheiden - im Gegensatz zu Tieren, die zwangsverpflichtet werden. Und was das "Menschen vor sich selber schützen" angeht, so ist das ein vertracktes Thema, aber ich finde, dass man Menschen, denen man ohne Skrupel z.B. zutraut, im Straßenverkehr nicht jeden Tag Massaker anzurichten und Kinder zu erziehen, auch zutrauen sollte, abzuschätzen, ob es nun gut für sie ist, an medizinischen Versuchen teilzunehmen.

herrjemine
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1

21.02.2013 - 18:31 Uhr
herrjemine

Doc-Victor sagte:
Antikörper sind Proteine, die werden im Körper wieder abgebaut, bei chemischen Stoffen können gefährliche Spätfolgen auftrete


Mit seinem wissenschaftlich fundierten Hintergrund hat der angehende Mediziner folgerichtig geschlossen, dass Proteine nichts mit Chemie zu tun haben. Schließlich weiß ja jedes Kind, dass Proteine abgebaut werden und sich alle anderen Moleküle wie Schwermetalle im Körper anreichern. Somit ist die Unterscheidung in hohes Risiko (Chemie) und geringes Risiko (Proteine) schnell getroffen und man kann beruhigt zugreifen.

Aber mal ernsthaft: Es ist ja bekannt, dass der naturwissenschaftliche Hintergrund bei Medizinern oftmals vernachlässigbar ist, aber woher kommt diese Neigung damit in die Öffentlichkeit zu gehen?

jetzt_Kaffee
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22.02.2013 - 22:34 Uhr
jetzt_Kaffee

chrinamu sagte:
Der Punkt ist doch, dass die Testteilnehmer sich freiwillig dafür entscheiden - im Gegensatz zu Tieren, die zwangsverpflichtet werden. Und was das "Menschen vor sich selber schützen" angeht, so ist das ein vertracktes Thema, aber ich finde, dass man Menschen, denen man ohne Skrupel z.B. zutraut, im Straßenverkehr nicht jeden Tag Massaker anzurichten und Kinder zu erziehen, auch zutrauen sollte, abzuschätzen, ob es nun gut für sie ist, an medizinischen Versuchen teilzunehmen.

Der Vergleich hinkt aber gewaltig. Straßenregeln sind um einiges einfacher als medizinisches Kauderwelsch in Studien. Ich arbeite in dem Bereich und selbst ich habe öfter Schwierigkeiten zu verstehen um was es jetzt eigentlich geht.

chrinamu
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23.02.2013 - 21:59 Uhr
chrinamu

jetzt_Kaffee sagte:
Straßenregeln sind um einiges einfacher als medizinisches Kauderwelsch in Studien. Ich arbeite in dem Bereich und selbst ich habe öfter Schwierigkeiten zu verstehen um was es jetzt eigentlich geht.


Genau. Und wenn ich als vernünftiger Mensch merke, dass ich das nicht verstehe, lass ich es sinnvollerweise eben bleiben.

the_6th_sense
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Mag ich Mag ich nicht

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03.03.2013 - 11:01 Uhr
the_6th_sense

Ich finde den Artikel auch nicht gerade toll. Den gesamten Text auf den Aussagen eines Medizin-Studenten Victor aufzubauen, aber dann gar nicht das Studententhema im Speziellen, sondern eine allgemeine Haltung und Problematik von Medikamentenversuchen zu diskutieren, da fehlt mir doch etwas die Expertise.




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