Und wie das dann so ist: über Freunde lernt man neue Freunde kennen.
Wenn ich jetzt in eine andere Stadt ziehen würde, würde ich das wieder so angehen. Entweder kennt man schon jmd vor Ort, oder aber ein Freund kennt jmd vor Ort. Damit hat man schon mal den ersten Fuß in der Tür.
Es muss allerdings nicht sein, dass die Bekannten auch zu Freunden werden, man sollte sie eher als Katalysator ansehen.
Aha.
"Sorry Freunde, aber die Investition in eure Freundschaft lohnt sich nicht mehr. Schließlich gibt es so viele Menschen auf der Welt, bei denen die investierte Zeit und Aufmerksamkeit viel lukrativer angelegt ist. Ich rede jetzt nicht mehr mit euch und suche mir stattdessen neue und bessere Freunde."
Na wenn diese Einstellung mal nicht die optimale Voraussetzung für wirklich tief empfundene, selbstlose Freundschaften ist...
Gezwungenermaßen vielleicht; schließlich ist es ja nicht mehr so, dass es schon ungewöhnlich ist, in die Nachbarstadt "auszuwandern".
"Meine Leute" habe ich zum letzten Mal bei der Abifete alle zusammen gehabt. Ich mache mir keine Illusionen, dass wir es jemals wieder schaffen, dass wirklich alle da sind. Dazu hat sich einfach alles zu sehr in die Breite gedrängt.
Und das ist ja noch nicht alles. In der Schule hat man wie nirgendwo sonst alle seine Leute jeden Tag alle zusammen.
Selbst wenn es uns also mal gelänge, alle zusammen mal ein Wochenende wieder zu sehen, könnte es nicht so sein wie früher, weil man sich ja schon am nächsten Tag wieder in das "eigentliche Leben" verstreut.
Obwohl ich mir die wirklich engen Freunde erhalten und auch noch zwei dazu gewinnen konnte, ist es nicht mehr so, dass man bei jedem Anflug von schlechter Laune einfach anrufen und stundenlang quasseln kann - und das vielleicht auch noch nachts um zwei.
Es geht auch nicht, sich einfach auf's 125er-Motorradl zu schwingen und einfach mal überall zu schauen, ob der/die XY gerade zuhause ist und Lust auf einen netten Nachmittag hat.
Und ich muss gestehen, das fehlt mir sehr. Ich glaube auch nicht, dass man noch einmal irgendwann im Leben so etwas haben kann.
Ein Ur-Bayer, der nach Hamburg zieht, wird es wahrscheinlich schwerer haben als ein Dortmunder, der nach Bochum zieht.
Das hat mit Schüchternheit nicht viel zu tun.
Mir als Rheinländerin hat meine ausgeprägte Geselligkeit im kühlen Nordhessen jedenfalls nicht viel genützt, eher im Gegenteil.








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12.02.2013 - 23:43 Uhr
eisengrau