26.05.2012 - 10:43 Uhr

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Internet für Anfänger und Politiker

Text: nadja-schlueter  Foto: Screenshot

"Wie das Internet funktioniert" heißt die Broschüre, die die "Digitale Gesellschaft" veröffentlicht hat und die in einfachen Worten und Bildern das Internet erklärt. Sie soll nun an alle Bundes- und Landtagsabgeordneten verteilt werden.
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alcofribas
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Mag ich Mag ich nicht

-1

25.01.2012 - 18:35 Uhr
alcofribas

Erst:

"Wenn es um deutsche Politiker und ihre Internetkompetenz geht, dann ist die Häme nicht weit und der Wunsch nach mehr Politikern, die etwas von der Sache verstehen, sehr groß."

dann:

"Darum hat man das Problem bei der Wurzel gepackt und diesen Mittwoch die Broschüre „Wie das Internet funktioniert" veröffentlicht."

Ist natürlich komplett hämefrei, wenn man ein Heftl "Internet für Dummies Politiker" produziert, da man erstmal grundsätzlich annimmt, dass die von "diesem Internet" nichts verstehen. Also, außer den Piraten natürlich. Diese Leier von den "Internetausdruckern" wird auf Dauer auch langweilig.

Digital_Data
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Mag ich Mag ich nicht

0

25.01.2012 - 19:32 Uhr
Digital_Data

Naja, zunächst ist das Ganze sehr technisch und teilweise auch ziemlich ungenau.

Beispiel E-Mail: Dort sieht man eine Verbindung zum eigenen Mail-Server. dann das Internet zwischen eigenem und fremdem Mail-Server und schließlich eine dirkte Verbindung zum Adressaten. Hat man seine E-Mail z.B. bei hotmail.com, dann ist auf dem Weg zum eigenen Server bereits das Internet von belang. Ist der Adressat dagegen auch bei hotmail.com, dann verlässt die E-Mail gar nicht den Server.

Weiter wird zwar bei der personalisierten Werbung davon geredet, dass man, wenn man nach etwas sucht z.B. Fußball, zwar Wervung dazu bekommt, der umgekehrte und auch mögliche Weg, nämlich dass man evtl. keine Werbung zu billigen Unfallversicherungen bekommt, weil man nach Gleitschirmfliegen sucht, gar nicht angesprochen. Und vielleicht bekommt man diese Werbung auch nicht, weil man einen Freund hat, der das sucht. Ja möglicherweise bekomme ich soagr bei einer Internet-Anfrage ein schlechteres Angebot. So lange das nicht offen gelegt ist, muss auch der negative Fall angenommen werden.

Viel wichtiger erscheint mir aber, dass zwar die technischen Dinge in einer Tiefe erklärt werden, die nicht unbedingt notwendig sind, aber nicht die Konsequenzen daraus. Mal einige Beispiele:

Der Unterschied zwischen Online- und Real-World-Freunden.

Was die Suchmaschinene google für Auswirkungen auf die Gestaltung von Inhalten hat.

Oder wie Phishing funktioniert.

So setzt das Ganze recht technisch auf, liefert aber nicht wirklich hilfreiche Ansätze für Leute, denen die Technik eigentlich unwichtig ist. Ich würde mal sagen, das haben Männer gemacht.

Das Verstehen mag dann da sein, das Verständnis fehlt weiter.

Digital_Data

trachtenjankerl
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1

25.01.2012 - 23:04 Uhr
trachtenjankerl

Politiker müssen sich zwangsläufig von oben herab behandelt fühlen, wenn man ihnen das Internet erklärt. Jeder Versuch, es anders zu machen, ist Anbiederei.
Und das ist auch genau das Problem der Politiker. Die sind durch Parteikarriere daran gewöhnt, nur das erwünschte und in des Gegenüber Konzept passende zu sagen, und auch nichts unerwüschtes zu hören. Im Internet nimmt darauf niemand Rücksicht, und darum empfinden ALLE Politker es als Feindesland. Sie sind gedrillt auf Profilneurose, und das ist INKOMPATIBEL.

donrazzi
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26.01.2012 - 01:20 Uhr
donrazzi

Das Layout mit den kleinen grauen Kästchen ist aber extrem schwer lesbar...

cosmashiva
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Mag ich Mag ich nicht

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26.01.2012 - 14:37 Uhr
cosmashiva

Ich finds gut.
Wenn jemand etwas nicht versteht, erklärt man es ihm. Wer das als herablassend empfindet, möge weiter in der eigenen Ignoranz schmoren und hat es auch nicht besser verdient.

StaticBool
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Mag ich Mag ich nicht

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26.01.2012 - 15:14 Uhr
StaticBool

alcofribas sagte:
Diese Leier von den "Internetausdruckern" wird auf Dauer auch langweilig.


Würde Ihnen ja zustimmen, nur lässt die Tagespolitik leider keine Gelegenheit aus, diese Leier zu bestätigen!

"Digital_Data" schreibt, dass man sich besser auf soziale Phänomene, wie z.B. Social-Media Freunde vs. Echte Freunde etc. beschränkt.

Das ist sicher eingängiger für Internet-Laien, da greifbarer, aber häufig besteht ja das Problem gerade darin, dass nur die eingängigen Dinge aufgenommen werden und die Technik komplett ignoriert wird.

Dann greifen Politikern zu den Metaphern, die man für solche Beschreibungen immer benutzt und schon haben wir den Axel E. Fischer-Salat: Stoppschilder auf der "Datenautobahn", Vermummungsverbot bei "digitalen Demonstrationen", Sendezeiten für "Fernsehen im Internet" und so weiter...

Es ist gut, wenn gerade Politiker sich bewusst werden, dass "das Internet" nicht nur aus dem WWW besteht, auch wenn das der bei weitem beliebteste Dienst ist!

technical_phd
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26.01.2012 - 15:30 Uhr
technical_phd

Das ist schon sehr trist: Politiker haben Mitarbeiter die Ihnen zuarbeiten (also auch Fachwissen verständlich aufbereiten sollen), die der Steuerzahler finanziert; Ministerien haben Budgets um Studien in Auftrag zu geben, für interne Weiterbildung, etc., die der Steuerzahler finanziert.

Für mich ist das so wie einem Obdachlosen etwas Geld zuzustecken anstatt ihn auf sein Recht auf Sozialhilfe hinzuweisen. Macht schon etwas Sinn, geht aber an dem vorbei wie das System eigentlich funktionieren sollte. (Vielleicht kauft sich der Obdachlose aber auch lieber etwas Schnaps für das Geld, bzw. vielleicht kommen Politiker ja durch die Broschüre auf die Idee das man doch in diesen rechtsfreien Raum noch mehr eingreifen sollte, geht doch auch mit DPI ;-)

Alternativvorschlag: macht doch lieber mal für Ingenieure wie mich (die genau wissen wie das Internet funktioniert) eine Broschüre wie Politik funktioniert, bzw. für was wir Politiker wie Gutti und Wulff brauchen. Da ist noch wesentlich mehr Handlungsbedarf, und außerdem sind wir der Souverän, nicht irgendwelche schlechtausgebildeten Politiker ...




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nadja-schlueter

ist jetzt-Mitarbeiterin und hat diesen Beitrag verfasst.