26.05.2012 - 10:41 Uhr

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Wer hat Schuld am Hunger?

Text: juliane-frisse

Aktionskünstler haben einen Kurzfilm über Nahrungsmittelspekulationen gedreht, in dem ein Pressesprecher der Deutschen Bank mit einer zynischen Bemerkung auffällt. Die Bank droht nun mit Straftantrag, sollte die Passage nicht herausgeschnitten werden.
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soylentyellow
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16.12.2011 - 19:56 Uhr
soylentyellow

Aha, wiedermal der Szreisand Effekt. Interessant wäre es jetzt aber zu diskutieren wie der Pressesprecher das gemeint hat bzw. zu erfahren was der Pressesprecher mit dieser Aussage meint - so ganz ohne Grund wird der ja nicht auf diese Aussage gekommen sein. Ob er dann damit Recht hat steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Digital_Data
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2

16.12.2011 - 20:09 Uhr
Digital_Data

Gestern bei "Die Yes-Men regeln die Welt" auf arte. Die beiden hatten eine Fake-Seite von Dow Chemicals angelegt, ja, die die für das Giftgasunglück im indischen Bopal verantwortlich waren. In einem gefakten Interview für die BBC sagten Sie im Namen von Dow, dass man 12 Mrd. Dollar für die Regulierung der Schäden in Bopal zur Verfügung stellen würde. Das Ergebnis war, dass der Börsenkurs dramatisch abrutschte. Die Schlußfolgerung der Yes-Men ist bemerkenswert:

"Wenn ein Unternehmen das richtige tut, wird es von den Leuten bestraft."

Ich denke, das sagt alles über unser Wirtschaftssystem, die Moral und die Ethik.

Digital_Data

soylentyellow
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5

16.12.2011 - 20:10 Uhr
soylentyellow

Damit man das Ganze (16 min) nicht anschauen muss nur um die interessante Stelle zu finden: 6:23-7:50 ist der Deutsche Bank Pressesprecher dran, der Satz "selber Schuld" kommt um 6:45 und der PR Mensch meint (paraphrasiert) das seien sie weil die Regierungen korrupt sind. Na gut, Regierung in Somalia das ist ja schon weit hergeholt, aber korrupt sind die auf jeden Fall und dass das nicht gut gehen kann ist klar.

Ich gratuliere der Deutschen Bank zu einem Pressesprecher der auch mal Klartext redet, das ist mir allemal lieber als dieses übliche PR Gewäsch wo man sich das zuhören auch sparen kann weil sowieso nix bei rumkommt. Aber ob sich die Doku-Filmer damit einen Gefallen getan haben bezweifle ich weil jetzt Pressesprecher auch in Hintergrundgesprächen noch mehr darauf achten werden keine tatsächlichen Informationen weiterzugeben sondern ihre Worte noch mehr auf die Goldwaage legen werden und das dient dann nicht wirklich der guten Sache (dass der Journalist nicht nur im Dunkeln tappt sondern auch mal was erfährt.

bestgucci
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16.12.2011 - 22:17 Uhr
bestgucci

Der Film ist ganz schlimm

Melanchtron
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1

17.12.2011 - 00:26 Uhr
Melanchtron

Man merkt den beiden Aktivist(inn)en an, dass sie nicht viel Ahnung haben, wovon sie reden, und dem Pressesprecher gar nicht zuhören, sondern nur auf bestimmte Schlagwörter warten, um dann ihre typischen Statements anzubringen. Ein Gespräch ist das nicht.

Schade, dass gerade eine so wichtige Angelegenheit so ungeschickt angegangen wird. Die gute Sache schneidet sich dabei ins eigene Fleisch.

Irene_M
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-4

17.12.2011 - 05:35 Uhr
Irene_M

Manche Kommentare zu diesem Artikel klingen genau so, als habe die Deutsche Bank Leute angeheuert, die die Aktion des Zentrums für Politische Schönheit und die Berichterstattungen darüber in den Dreck ziehen sollen. Das ist einfach nur erbärmlich.

Melanchtron
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17.12.2011 - 11:17 Uhr
Melanchtron

Gegen die Berichterstattung darüber habe ich nichts gesagt, die war sehr informativ.

grasrot
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1

17.12.2011 - 12:00 Uhr
grasrot

über das "selbst schuld" wundere ich mich auch weniger. vielmehr ist es ein satz wie "ich bin für den tod von tausenden menschen verantwortlich, aber warum verfolgt mich niemand?", der mir zu schaffen macht.
- heißt im endeffekt, dass wir, also du und ich, am tod dieser menschen mitverantwowrtlich sind, solange wir unser system stützen... so schauts aus!

colakaefer
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2

17.12.2011 - 13:15 Uhr
colakaefer

"Wer hat Schuld am Hunger" lässt sich nicht so pauschal beantworten, wie es das Video suggeriert. Viele Faktoren tragen zur Agrarproduktnachfrage bei: Futtermittel für Vieh-, Milch- und Eierwirtschaft, Ökosprit und natürlich auch Leute die mit Finanzmarktprodukten Geld verdienen. Warum in dem Video aber eine Bankerin sich selbst fragt, warum kein Lnychmob vor ihrer Tür steht und damit den Autoren die ungenehme Aufgabe abnimmt das zu fordern, findet niemand schlimm. Es könnte auch ein Mensch vor einer Imbissbude sich fragen, ob er in den Geschichtsbüchern vielleicht erwähnt wird, weil er durch die Konsumption eines veredelten Getreides (exemplarisch vielleicht eine Wurst) die Nahrungsmittelpreise erhöht habe. Denn hätten die beiden auch nicht einen Einkaufswagen voll Mehl sondern einfach ein paar Kilo Mett in den Fluss schmeißen könne, hätte immerhin nicht so gestaubt.
Das Probelm ist, der einfache Mensch soll ja garnicht schuldig sein, sondern sich beim Bier zur Wurst über den Sündenbock pekieren können. Danach gesellt er oder sie sich vielleicht auch zu den "Occupy"-Leuten und malt sich ein Schild wie das "Bring your Banker to your Henker" eines Hamburger Potestlers.
Ob es den Somaliern hilft Faktoren wie Korruption, Infrastrukturmangel und Misswirtschaft zu verleugnen, möchte ich zumindest in Frage stellen, aber personalisierte Kapitalismuskritik führt ganz sicher zu nichts Gutem oder wie August Bebel es formluiert hat "Antisemitismus ist der Sozialismus des dummen Kerls".

Montagsgast
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-3

17.12.2011 - 15:13 Uhr
Montagsgast

Natürlich hat der Pressesprecher recht.

Natürlich sind die Leute dort selbst schuld.

Ganz genau so wie wir als Deutsche Gesellschaft Alle zusammen selbst schuld sind daran, dass wir uns von einer korrupten Regierung kollektiv in die Hartz-IV-Sklaverei verkaufen haben lassen, WEIL WIR DIE RÄUBER UND KÄUFLINGE ZU IHREN GUNSTEN UND UNSEREN LASTEN HABEN GEWÄHREN LASSEN.

Und ist ja nicht so, dass es zu wenig gesetzliche Grundlagen gäbe um der Meschpoke auch hierzulande ordentlich einzuheizen

Die Frage nach dem Wert einer Gesellschaft, welche keinerlei interesse zeigt diejenigen ernsthaft zu verfolgen, die aus Mangel, Elend und Hunger ein "gutes" = lukratives G'schäftl machen ist hier wesentlich angebrachter als eine Verteufelung der Deutschen Bank nur dafür, dass ihr Pressesprecher IM KONTEXT die Zusammenfassung des Anrufers bejaht.

Um wirklich etwas Grundlegendes zum Besseren zu wenden muss vermutlich erst mal "die Wirtschaft" samt ihrer Repräsentanten ähnlich angesehen werden wie die Kirche samt ihrer religiösen Repräsentanten: Sie hat in der Politik nichts zu suchen, Kirche und Staat sind in ernstzunehmenden Gesellschaften getrennt, staatlicher Fundamentalismus und Wächterräte sind etwas für gescheiterte Staaten oder Diktaturen.

Und es ist sicherlich nicht falsch, einen wie den H.W.Sinn (0-Ton: "... es wird immer Menschen geben die von ihrer Arbeit n icht Leben können...") als ausgemachten Fundamentalisten zu bezeichnen, der religiösen Hetztern anderer Strömungen in Nichts nachsteht.



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ist jetzt-Mitarbeiterin und hat diesen Beitrag verfasst.