26.05.2012 - 09:53 Uhr

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Nach dem Diplom kommt der Gerichtsvollzieher

Text: ulrike-schuster  Foto: privat

Ein Interview über den Boykott von Studiengebühren und die Konsequenzen, die dem Kunststudenten Max deswegen drohen.
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Purcell
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Mag ich Mag ich nicht

9

01.07.2010 - 19:50 Uhr
Purcell

Wer a priori mit der Einstellung studiert, daß sein Abschluß sowieso nicht arbeitsmarkttauglich sein werde, disqualifiziert sich meiner Meinung nach für jedes Gespräch über Hochschulpolitik. Eigentlich für jedes Gespräch über Geld, Gesellschaft und Moral im Allgemeinen.

fortune_faded
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4

01.07.2010 - 20:01 Uhr
fortune_faded

Kunst ist frei und muss auch frei bleiben, sie ist integraler Bestandteil einer Gesellschaft und darf als solcher nicht davon abhängen wieviel Geld sie einbringt. Darüber hinaus darf man das Studieren auch nicht als reines Mittel zum Geldverdienen verstehen, da es für viele auch einen ideellen Wert hat! Wer sein Studium a priori mit dem Ziel antritt möglichst attraktiv für den Arbeitsmarkt zu werden, der disqualifiziert sich für Diskussionen über oben genannte Themen.

Beru
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0

01.07.2010 - 20:25 Uhr
Beru

Purcell sagte:
Wer a priori mit der Einstellung studiert, daß sein Abschluß sowieso nicht arbeitsmarkttauglich sein werde, disqualifiziert sich meiner Meinung nach für jedes Gespräch über Hochschulpolitik. Eigentlich für jedes Gespräch über Geld, Gesellschaft und Moral im Allgemeinen.


Naja mit manchen Studiengängen kann man echt nicht erwarten groß auf dem Arbeitsmarkt was zu reissen, und trotzdem bewerben sich etliche, also für den Arbeitsmarkt eigentlich zu viele für solche brotlosen Studiengänge. Sollte man die abschaffen? Und wie siehts mit Forschung, speziell Grundlagenforschung aus? Nicht wichtig für den Markt, also disqualifiziert?

Wenn es so etwas wie Moral- und Gesellschaftsforschung geben würde, man denke an Philosophie und Sozialwissenschaften,... ei ei ei, die haben ja keine Ahnung.....

Außerdem erarbeitet er ja seinen eigenen Lebensunterhalt mit dem was er während seines Studium gelernt hat.

Purcell
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1

01.07.2010 - 21:08 Uhr
Purcell

Ich habe doch überhaupt nicht den "unwirtschaftlichen" Fächern die Existenzberechtigung abgesprochen. Abertausende Absolventen der Kunstakademien und Geisteswissenschaften (dazu gehöre ich selbst) betreiben das ja ernsthaft und erfolgreich als Beruf.

Sondern ich habe nur Kritik dagegen ausgesprochen, daß jemand unmotiviert und aus träumerischen Selbstverwirklichungsideen irgendsowas studiert, ohne dieses Studium als Weg zum existenzsichernden Beruf zu begreifen. Und dann auch noch meint, ein Anrecht auf die Finanzierung dieser 4 oder 5 Jahre zu haben.

jushi
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14

01.07.2010 - 21:30 Uhr
jushi

Mein Gott, ist es so schwer sich an ein paar Regeln zu halten? Studieren kostet Geld, das wusste er doch auch schon vorher. Ob das richtig oder falsch ist, steht auf einem anderen Blatt, aber sich zu wundern, dass irgendwann der Gerichtsvollzieher kommt, wenn man seine Schulden nicht bezahlt (deren Entstehung man bei der Aufnahme des Studiums vermutlich irgendwann mal vertraglich zugestimmt hat) ist doch reichlich naiv.

Genau wie diese Leute, die sich ärgern beim Schwarzfahren erwischt worden zu sein, weil sie es nicht "einsehen" dafür zu bezahlen. Meine Güte, dann sollen sie halt zu Fuß gehen!

Wenn eine Leistung etwas kostet und man zugestimmt hat, diese Leistung in Anspruch zu nehmen, muss man eben auch die Kosten dafür tragen. Das ist doch wirklich nicht so schwer.

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7

01.07.2010 - 21:36 Uhr
jushi

Ich klau ja auch keine Milch im Supermarkt, weil die "eh nicht schmeckt".

Über sowas kann ich mich echt aufregen…

Beru
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0

01.07.2010 - 22:07 Uhr
Beru

jushi sagte:
Genau wie diese Leute, die sich ärgern beim Schwarzfahren erwischt worden zu sein, weil sie es nicht "einsehen" dafür zu bezahlen. Meine Güte, dann sollen sie halt zu Fuß gehen!

Wenn eine Leistung etwas kostet und man zugestimmt hat, diese Leistung in Anspruch zu nehmen, muss man eben auch die Kosten dafür tragen. Das ist doch wirklich nicht so schwer.


Naja wenn der Schaffner einen nicht rausschmeisst, obwohl er einen beim Schwarzfahren erwischt hat und er seine Strafgebühr nicht zahlen will, ist das auch irgendwo witzlos.

Ich kann das zwar gerade nicht dem Text entnehmen, aber wenn ich dem Mann einfach mal unterstelle, dass er damit gerechnet hat, mit seiner Aktion auf Probleme/Widerstand zu stoßen, dann empfinde ich (persönlich) diese zumindest als eine interessante Form des Protests und nicht nur als naiv.

Wenn einer sein Studium nicht bezahlen mag/kann, soll er halt laufen... ne Ausbildung machen. So friss oder stirb mäßig? Das hat so n bisschen was von wenns dir in Deutschland nicht passt, geh halt wo anders hin. Oder wenn einer seinen Job behalten mag, soll er halt nicht während der Arbeitszeit auf jetzt.de surfen.


@purcell:
"ernsthaft und erfolgreich" ... ein ehrenwertes Anliegen, nehm ich mir zu jedem Semesterbeginn vor. Wieviele Menschen können aber ehrlich von ihrem Beruf sagen, dass diese Attribute auf sie zutreffen? Und wieviele haben mit Anbeginn ihres Germanistikstudiums ein klares Berufsbild vor Augen? Und wer studiert nur aus finanziellen Gründen, ohne Selbstverwirklichung?

taylorthelatteboy
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1

01.07.2010 - 22:29 Uhr
taylorthelatteboy

Widerlicher Schmarotzer. Was glaubt der denn wovon der Asta die Anwälte bezahlt hat? Genau. Von den Studiengebühren, die sich Andere nicht zu bezahlen zu fein waren.

marquez
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6

01.07.2010 - 22:30 Uhr
marquez

Wenn einer sein Studium nicht bezahlen mag/kann, soll er halt laufen... ne Ausbildung machen. So friss oder stirb mäßig? Das hat so n bisschen was von wenns dir in Deutschland nicht passt, geh halt wo anders hin. Oder wenn einer seinen Job behalten mag, soll er halt nicht während der Arbeitszeit auf jetzt.de surfen.

genau das ist meine meinung, ja. friss oder stirb. wer meint er eigentlich, wer er ist? tausende anderer studenten nehmen nebenjobs an, damit sie studiengebühren zahlen können.

"ein studium darf nicht vom geldbeutel abhängig sein..." wo lebt dieser mann? geh mal ins ausland, dann wirst du sehen, wieviel dort das studium kostet.

Aporia
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3

01.07.2010 - 23:33 Uhr
Aporia

jushi sagte:
Mein Gott, ist es so schwer sich an ein paar Regeln zu halten? Studieren kostet Geld, das wusste er doch auch schon vorher. ... Wenn eine Leistung etwas kostet und man zugestimmt hat, diese Leistung in Anspruch zu nehmen, muss man eben auch die Kosten dafür tragen. Das ist doch wirklich nicht so schwer.

Maxens Argumentation ist ziemlich blöd - das ist wahr. Die Immatrikulationsgebühren hat er ja auch gezahlt. Aber der Studiengebührenboykott an der HfbK war schon sinnvoll. Er hat nur nicht die nötige Masse erreicht.



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