26.05.2012 - 09:51 Uhr

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Tellerwaschen gegen die Bildungsbenachteiligung

Text: johanna-kempter

Die Zeitschrift The Dishwasher und das zugehörige Weblog richten sich an studierende Arbeiterkinder
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ZimtZucker
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Mag ich Mag ich nicht

2

18.03.2010 - 20:03 Uhr
ZimtZucker

...auf das Angebot der freiwilligen Layouterin sollten die "Dishwascher" unbedingt eingehen...da kenn ich ansprechendere Schülerzeitungen...

aber kommt ja auf den Inhalt an, und zu ebendem muss ich sagen, dass ich die Idee Chancengleichheit auch im Unibereich auf den Thementisch zu bringen wirklich gut finde. Man sollte ja glauben, dass sich das mit der Ungleichheit gibt, sobald man es an die Uni geschafft hat...so kann man sich irren. Vorm Studium war es für mich nie ein Thema nicht aus 'ner Akademikerfamilie zu kommen. Seit ich studiere krieg ich's regelmäßig zu spüren -.-
Dabei bin ich nich mal finanziell unterpriveligiert und hab Eltern, die mich unterstützen wo's nur geht (obwohl ich keine Verfahrenstechnikingenieurin werde und meinen Vater damit zum glücklichsten Mann der Welt mache!). Aber das Vitamin B und die richtigen Netzwerke fehlen halt: Nimm zwei Leute mit den gleichen Qualifikationen mit dem einen Unterschied, dass einer der Sohn/die Tochter von einem alten Unikumpel (o.Ä.) ist...wem gibt der Personalchef die Stelle/ das Parktikum?

dem_osten_so_nah
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Mag ich Mag ich nicht

1

18.03.2010 - 22:07 Uhr
dem_osten_so_nah

"Aber es gibt Studien, zum Beispiel der AG Hochschulforschung an der Uni Konstanz, die statistisch belegen, dass Arbeiterkinder seltener Hiwi- oder Tutoren-Stellen haben."

Jetzt wäre interessant zu wissen: Falls das wirklich so ist, warum ist das so?

trachtenjankerl
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-10

18.03.2010 - 22:18 Uhr
trachtenjankerl

So eine gequirlte Scheiße.

"Arbeiterkinder" werden total benachteiligt, böse! Woher weiß irgendjemand an der Uni, daß jemand ein "Arbeiterkind" sein soll? Steht das im Studentenausweis?

Wer an der Uni nicht klarkommt, der sollte sich mal fragen, ob es an ihm selbst liegen könnte. Lief es in der Schule vielleicht schon nicht so gut, mangels häuslicher Unterstützung und Anerkennung? Kommt man vielleicht mit den Akademikern nicht zurecht, weil die privat etwas anders sind als man selbst? Und man sich aber nicht anpassen will? Macht man immer noch die alten Ferienjobs am Band in der Fabrik?

Oder gibt es vielleicht ganz andere Gründe? Die Akademikerkinder kriegen ihre Abschlüsse nicht nachgeschmissen. Auch bei denen hakt es manchmal. Aber es ist ja immer gut, so einen schönen Grund fürs scheitern zu haben wie "Vadder is vom Bau".

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-7

18.03.2010 - 22:44 Uhr
trachtenjankerl

dem_osten_so_nah sagte:
"Aber es gibt Studien, zum Beispiel der AG Hochschulforschung an der Uni Konstanz, die statistisch belegen, dass Arbeiterkinder seltener Hiwi- oder Tutoren-Stellen haben."

Jetzt wäre interessant zu wissen: Falls das wirklich so ist, warum ist das so?


Einfach : Die (also die, die keine Hiwistelle haben) arbeiten lieber irgendwo, wo es mehr Geld gibt, wo man nicht nur 30 Stunden im Monat bezahlt kriegt. Möglicherweise weil Geld für so ein "Arbeiterkind" einen höheren Stellenwert hat.

Es erzähle mir bitte niemand, daß man von Bafög + Hiwi-Salär + Kindergeld nicht leben kann. Man kann, und zwar luxoriös, verglichen mit dem Leben in einer verarmten, geschiedenen Bildungsbürgerfamilie. Vielleicht kann man dann nicht in München studieren. Ojejoje.

dem_osten_so_nah
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2

18.03.2010 - 22:54 Uhr
dem_osten_so_nah

trachtenjankerl sagte:
Einfach : Die (also die, die keine Hiwistelle haben) arbeiten lieber irgendwo, wo es mehr Geld gibt, wo man nicht nur 30 Stunden im Monat bezahlt kriegt. Möglicherweise weil Geld für so ein "Arbeiterkind" einen höheren Stellenwert hat.

Nunja, das ist wohl stark vom Bundesland bzw. Uni abhängig! Hier in Berlin haben die Hiwis Löhne, davon können Friseusinnen und Kassiererinnnen nur träumen. 10,98 € die Stunde und bis zu 80 Stunden im Monat sind möglich.
Und auch wenn ich z.B. mit selbstständiger Arbeit mehr verdienen würde: Lieber schiebe ich eine ruhige Kugel im Büro in der Uni und hab dafür jeden Monat die Kohle auffm Konto.

trachtenjankerl
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-4

18.03.2010 - 23:19 Uhr
trachtenjankerl

dem_osten_so_nah sagte:
Nunja, das ist wohl stark vom Bundesland bzw. Uni abhängig! Hier in Berlin haben die Hiwis Löhne, davon können Friseusinnen und Kassiererinnnen nur träumen. 10,98 € die Stunde und bis zu 80 Stunden im Monat sind möglich.


800 Euro im Monat als Hiwi? Das ist ein regulär sozialversicherungspflichtiger Halbtagsjob. Da kann es ja nicht viele Hiwistellen geben, oder?. Ich dachte Berlin ist quasi pleite? In Ba-Wü sind es 7,68, bei max. 40h/Monat. Immer noch gutes Geld, finde ich aber. Nur scheint es keiner zu wollen. Ich hatte in meinem langen Studentenleben vier Hiwijobs, und vier Bewerbungen dafür. Zwei dieser Jobs waren schon wochenlang ausgeschrieben, bevor ich ankam. .

dem_osten_so_nah
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0

18.03.2010 - 23:22 Uhr
dem_osten_so_nah

So wenige Hiwistellen kann's nicht geben, so viele öffentliche Ausschreibungen wie's teilweise gibt.

ZimtZucker
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0

18.03.2010 - 23:42 Uhr
ZimtZucker

Es erzähle mir bitte niemand, daß man von Bafög + Hiwi-Salär + Kindergeld nicht leben kann. Man kann, und zwar luxoriös, verglichen mit dem Leben in einer verarmten, geschiedenen Bildungsbürgerfamilie. Vielleicht kann man dann nicht in München studieren. Ojejoje.

Ja, es is ein großes "Ojeoje", wenn jemand in München studieren möchte, das aber aus rein finanziellen Gründen nicht kann.

Aber stimmt schon, das die Finanzen wirklich nicht das große Problem für "Arbeiterkinder" (blödes Labelling...) sind. Schwierig is erst mal der Weg zur Uni: Für Kinder aus Akademikerfamilien ist es ganz normal, dass sie auf dem Gymnasium ihr Abitur machen und dann erst mal irgendwas studieren gehen...und wenn's irgendwann um Praktika und Jobs ist der Anteil der "Akademikerkinder" (ebenso blödes Labelling) unter den Kontaktrittbrettfahrer wohl auch größer...

trachtenjankerl
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18.03.2010 - 23:57 Uhr
trachtenjankerl

ZimtZucker sagte:
Ja, es is ein großes "Ojeoje", wenn jemand in München studieren möchte, das aber aus rein finanziellen Gründen nicht kann.


Warum soll ich in einer Stadt studieren, in der ich mir ein menschenwürdiges Leben nicht leisten kann? Bin ich verrückt? In Deutschland gibt es zum Glück (noch, trotz "Elitewettbewerb") sehr, sehr viele gute Unis. Die meisten Unis sind in den meisten Fächern gut. Das ist in F oder US leider anders.

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-2

19.03.2010 - 00:00 Uhr
trachtenjankerl

Btw.: Jeder, der nicht auf den Kopf gefallen ist, kann nach der Realschule aufs TG oder WG, und kriegt (in Ba-Wü) ein reguläres Abitur, mit dem er überall studieren kann.



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johanna-kempter

ist jetzt-Mitarbeiterin und hat diesen Beitrag verfasst.