26.05.2012 - 09:48 Uhr

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Die Verteidigung des Remix gegen den Betrug

Text: dirk-vongehlen

In der Debatte um die Abschreiberin Helene Hegemann verrutschen selbst renommierten Autoren die Begriffe. Zeit für eine Klarstellung
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Purcell
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Mag ich Mag ich nicht

3

09.02.2010 - 18:33 Uhr
Purcell

Richtig. Stimme DvG zu 100% zu.

afrirali
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Mag ich Mag ich nicht

5

09.02.2010 - 18:37 Uhr
afrirali

Um es vorweg zu sagen: Nach allem, was wir bisher wissen, hat Helene Hegemann betrogen. Sie hat für ihren Roman „Axolotl Roadkill“ weite Teile aus dem Buch und dem Blog des Berliner Autoren Airen abgeschrieben - und dies verschwiegen.

weite teile -- ist das denn quantitativ zu beziffern? die hälfte des buches sollte es schon sein, wenn man von weiten teilen spricht. hat herr von gehlen denn beide bücher gelesen und kann sie nebeneinander legen (wie das die faz redakteurin gemacht hat)?

hat herr von gehlen beide bücher überhaupt gelesen? eine formulierung wie "nach allem, was wir bisher wissen" lässt daran zweifeln. herr kilb in der faz hat das offensichtlich getan, und kluges dazu gesagt.

synthie_und_roma
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1

09.02.2010 - 18:39 Uhr
synthie_und_roma

die hegemann hat auf jeden fall betrogen. ich finde aber das wichtigste an dem buch ist: wenn es heute so einfach ist digital an material zu kommen - was früher in der zeit und menge gar nicht möglich war - dann muss man sich fragen, wie viel von den heutigen texten eigentlich noch eigenes gedankengut ist. und was nur geklaut wurde, weil so einfach zu haben.

zumindest hat sie es ja geschafft die interessanten blogtexte von den uninteressanten zu unterscheiden. auch eine leistung.

Purcell
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6

09.02.2010 - 18:40 Uhr
Purcell

"Weite Teile" muß nicht die Hälfte des Buches sein, afirali. Es geht z.B. um konkrete Formulierungen, die übernommen wurden, und die gerade als Ausweis der Kreativität des Autorin und als ein gewisses "Alleinstellungsmerkmal" gegenüber dem Rest der deutschen Literaturszene galten.

klinsmaus
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2

09.02.2010 - 18:40 Uhr
klinsmaus

Literaturtipp zum Thema Plagiieren und Remixen: Moritz Baßler "Der Pop-Roman". - Wirklich gut!

afrirali
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2

09.02.2010 - 18:42 Uhr
afrirali

ganz abgesehen davon ist ein literarischer text keine wissenschaftliche abhandlung, bei der man quellen genau zitieren muss. wie peinlich.

der blogger schreibt: "Das Schlimme an der Sache ist, dass Axolotl Roadkill derzeit in den Himmel gehypt wird und die kleine Helene sich zum Lieblingskind von Maxim Biller und (siehe oben) vielen Feuilletonisten mausert. Airens Strobo kennt dagegen praktisch niemand, da es in einem kleinen Undergroundverlag und nicht wie Axolotl Roadkill bei Ullstein erschienen ist. So ist zu befürchten, dass Hegemann damit durchkommt, von einem guten, aber leider unerfolgreichen Autor abgeschrieben zu haben."

die frage ist doch, ob das nicht nach wie vor berechtigt ist, oder ob wir jetzt alle lieber airen lesen sollten. dazu stand bislang nur etwas in der faz, die sich wenigstens die mühe macht, beide bücher auf ihren literarischen gehalt hin zu lesen.

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-6

09.02.2010 - 18:44 Uhr
afrirali

also, man kann ja gerne kritisieren, dass sie einige (in dem blog sind es kaum ein duzend, ich bin nun zu faul zu zählen) formulierungen kopiert hat, aber dann soll man nicht "weite teile" schreiben. das ist schlicht falsch.

synthie_und_roma
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17

09.02.2010 - 18:44 Uhr
synthie_und_roma

der umgang mit dem original hat eben gelitten. der respekt. beim remix ist der respekt ja da. das original ist die basis eines neuen originals. ab und an ist der remix besser als das original. so sollte das sein.

aber einfach nur textstellen fast 1 zu 1 zu übernehmen und als eigenes werk zu verkaufen. das geht gar nicht und zeigt nur den totalen disrespekt gegenüber den originalschöpfern.

Purcell
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6

09.02.2010 - 18:45 Uhr
Purcell

afrirali sagte:
also, man kann ja gerne kritisieren, dass sie einige (in dem blog sind es kaum ein duzend, ich bin nun zu faul zu zählen) formulierungen kopiert hat, aber dann soll man nicht "weite teile" schreiben. das ist schlicht falsch.


Das sind die, die bislang von zwei Personen, die sich darum bemüht haben, erkannt worden sind.

synthie_und_roma
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5

09.02.2010 - 18:46 Uhr
synthie_und_roma

afrirali sagte:
also, man kann ja gerne kritisieren, dass sie einige (in dem blog sind es kaum ein duzend, ich bin nun zu faul zu zählen) formulierungen kopiert hat, aber dann soll man nicht "weite teile" schreiben. das ist schlicht falsch.


es geht ums prinzip, wenn sie das mit dem blogger gemacht hat, kann sie es auch mit vielen anderen gemacht haben, die es nur noch nicht bemerkt haben. und das könnte sehr gut sein. kopieren ist nämlich heute so schön einfach.



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