26.05.2012 - 09:46 Uhr

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Kopieren in der nächsten Dimension: PaperC im Interview

Text: andreas-glas  Foto: Manuel Krug

Das Ende der Uni-Bibliotheken? Martin, Felix und Lukas stellen für Studenten komplette Fachbücher kostenlos ins Internet. Jetzt wurde ihr Unternehmen zum Start-up des Jahres gewählt.
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MorbusBahlsen
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Mag ich Mag ich nicht

1

03.01.2010 - 18:48 Uhr
MorbusBahlsen

Nunja, die großen Uni-Bibliotheken sind ja auch nicht von Dummsdorf und versuchen schon seit geraumer Zeit, zumindest die häufig nachgefragten oder oft vergriffenen Exemplare mit digitalen Exemplaren zu ersetzen. Der Hauptwiderstand ist nicht die Machbarkeit oder die Finanzierbarkeit (oder Gewinnchancen), sondern dass die dadurch erwirtschafteten Gewinne nicht in der Tasche der Verlage landen, weshalb diese sich ja vehement gegen solche unweigerlich kommenden Modelle wären, fast noch schlimmer als die Musikindustrie, die ja auf die Verbreitung digitaler Geräte angewiesen ist, um überhaupt etwas ihrer Medien zu verkaufen.

Mein Kritikpunkt an der Sache wäre der, dass zwar das Bildschirmlesen kostenlos ist, aber der Ausdruck der Seiten teurer als die Kopie im Copyshop mit 3-5 Cent pro DIN A4 Seite (oft passen zwei Buchseiten auf eine). Insofern sparen die Studenten nicht viel, es wird teurer, und deshalb müsste abzuwarten sein, ob die höhere Verfügbarkeit den Mehrpreis aufwiegen wird, allerdings bin ich ob studentischer und eigener Faulheit da ziemlich optimistisch.

Acuteness
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0

03.01.2010 - 19:18 Uhr
Acuteness

einerseits eine gute idee, andererseits finde ich 5-10 cent wirklich zu teuer. das einzige verlockende ist dabei das kostenlose lesen

cougarten
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0

03.01.2010 - 20:34 Uhr
cougarten

Wohin geht das Geld?
Wenn es direct an die Verlage geht und die Preise wirklich noch etwas sinken würden wäre es toll.
(und wie findet man spannende Seiten ohne ein mal durchzublättern? da braucht es schon gute inhaltsverzeichnisse und wortregister)

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03.01.2010 - 20:35 Uhr
cougarten

oh, nur lesen ist voll ok, das ist doch prima.
Wird aber technisch ein riesen Problem sich gegen ein screenshot script + OCR zu wehren. Da helfen auch keine Captchas.

BananenBill
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0

03.01.2010 - 22:20 Uhr
BananenBill

danke für den hinweis. gibts noch mehr plattformen, wo man online bücher lesen kann? die anderen dienste sind mir wurscht, solange ich nur daheim im bett abends 1-2 kapitel lesen kann...

librarian78
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2

04.01.2010 - 00:16 Uhr
librarian78

Interessantes Interview.

Allerdings hat dieses auf den ersten Blick interessante Modell aus meiner Sicht einen entscheidenden Nachteil für den Endnutzer: Hier wird versucht die Literatur die sich die meisten Studierenden bisher für sie kostenfrei aus der Bibliothek geholt haben nun kostenpflichtig anzubieten. Denn: Erfahrungsgemäß kopiert man nur einen Bruchteil der Bücher die man ausleiht, es entstehen also nur sehr geringe oder überhaupt keine Kosten für den Studierenden.Viele halten sich ohnehin regelmäßig in der Bibliothek auf. Die Öffnungszeiten der meisten größeren Bibliotheken sind in den vergangenen Jahren deutlich erweitert worden und stellen in den meisten Fällen keine wirkliche Schwierigkeit mehr dar.

Bei digitalen Exemplaren bevorzugen im Übrigen sehr viele Nutzer/innen, gerade bei längeren Aufsätzen, Ausdrucke - und für die muss man ja bei diesem Modell sofort zahlen, während man ein Buch aus der Bibliothek halt durchaus querlesen kann ohne am Ende tatsächlich zu kopieren. Wer so ein Modell exzessiv nutzt wird schnell erheblich mehr ausgeben als beim Kopieren.

Außerdem bieten mittlerweile bereits sehr viele Bibliotheken E-Books diverser Verlage an. Diese Bücher können ggf. komplett gespeichert und ausgedruckt werden - zu den Konditionen die der der eigene Drucker ggf. hergibt und ohne Zahlungen an irgendein Start-Up. ;)

Des weiteren zeigt die Erfahrung, dass gerade im Lehrbuchbereich nach wie vor ohnehin das gedruckte Werk bevorzugt wird. Die Leute wollen die Bücher halt einfach durcharbeiten - und zwar wenn irgend möglich ohne dafür selbst Nutzungsentgelte zu entrichten.

Viel grundsätzlicher ist im übrigen die Frage zu stellen ob im Wissenschaftsbereich solche Geschäftsmodelle überhaupt die Zukunft sind und nicht vielmehr "Open Access" (Informationen hierzu unter http://www.open-access.net/) die entscheidende Rolle spielen wird.

MorbusBahlsen
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2

04.01.2010 - 02:25 Uhr
MorbusBahlsen

Hmm, nochmal kurz nachgerechnet, maximal 10 Cent pro speicherbarer Seite *plus* Papier *plus* Toner/Tinte. Selbst mit Bestkonfiguration eines studentischen Heimdruckers kommt man hier nicht unter 13-14 Cent pro Seite weg. Das ist schon fast Wucher, wie ich finde.

Warum sich eigentlich auf Seiten einschießen, wenn das digitale Medium viel eher auf Kapitel, Text und Bilder anvisiert?! Wo ist hier die Verbindung? Dass es das Fachbuch auch als Analogbuch (analog zum Analogkäse?) gibt? Wieso hier am Vorteil der Digitalisierung vorbeischießen?

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2

04.01.2010 - 02:27 Uhr
MorbusBahlsen

Ihr scheint übrigens auch galant zu verschweigen, dass auf jeder Seite euer Logo und der Benutzername abgedruckt erscheint. Das kann man zwar auch mit diversen Mittelchen entfernen, schreckt aber nur nochmal ein bisschen mehr ab irgendwie.

air_kaviar
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0

04.01.2010 - 06:30 Uhr
air_kaviar

ein link waere nett gewesen...

@librarian: stimme dir zu, aber open access wird noch lange brauchen. man darf die rechnung nicht ohne die eitelkeit der proffesoren machen. mir wurde neulich lang und breit erzaehlt, wie viel arbeit der lehrstuhl investiert, um in den besten zeitschriften der welt publizieren zu koennen.

andreas-glas
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04.01.2010 - 08:37 Uhr
andreas-glas

air_kaviar sagte:
ein link waere nett gewesen...

@kaviar: danke für den hinweis. habe den link eingefügt.



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