eisengrau sagte:
*G* Ich meinte das nicht aus der Sicht des verkaterten Users eisengrau, wenn ihm am Sonntag morgen die gutgelaunte Freundin mitsamt ihrer besten Freundin den Schädel zu Platzen bringt. sondern ich meinte das eher so:
Für jedes Patriarchat ist es gefährlich, wenn Frauen anfangen, den Mund aufzumachen und ihresgleichen mit emanzipatorischen Ideen zu infizieren. Also lässt man sie die schönen Künste ausüben, dann
halten sie wenigstens keine Reden im Parlament. Ich weiß, gegen diese Theorie steht das Musikverbot des radikalen Islam, aber das gilt ja auch für beide Geschlechter.
Ob das der Hintergrund ist? Jedenfalls war Singen/Musik über lange Zeit eine der wenigen selbständigen Tätigkeiten, die für Frauen überhaupt akzeptiert war.
Ja, hab ich ja auch schon erwähnt: Aus Unbehagen wird mitunter auch Faszination, wenn nicht gar Fetisch, wenn das "schwache Geschlecht" Verhaltensweisen des "starken" annimmt.
Ja, das meine ich ja. Gibt ja auch viele Frauen, die das nutzen. Spontan fällt mir erstmal Marlene Dietrich in "Der blaue Engel" ein. Aber irgendwie sind das immer Einzelkämpferinnen, Bandgründung kommt da nicht vor.
Einiges über die Geschichte der Frauen in der Rockmusik
http://home.snafu.de/fablab/queerview/60...
sebsemilia sagte:]http://home.snafu.de/fablab/queerview/60...
habe mal was zum thema gefunden:
Einiges über die Geschichte der Frauen in der Rockmusik
[link=http://home.snafu.de/fablab/queerview/60...
Recht ambitionierter Abriss (sehr schöner Aspekt in dem Abschnitt über Joan Jett: "(...) wenn Frauen zu einem ihrer Konzerte kamen, betrachteten sie die Musikerinnen auf der Bühne als Konkurrentinnen und bewachten eifersüchtig ihre Freunde" *ggg*), auch wenn er unfassbarerweise Sonic Youth mit Kim Gordon unterschlägt und sich offensichtlich nur mit Frontfrauen bzw. Sängerinnen beschäftigt.
Dabei ist das Thema hier aber ja nicht "Mädchen, warum singt ihr so selten?", sondern "Mädchen, warum gründet ihr so selten eine Band?".
Wobei ich den Fokus langsam auch auf dem Wort "gründen" sehe. Will sagen, wieviele Bands gibt es schon, wo die Frau auch die trieibende Kraft ist und nicht nur einigermaßen akzeptiertes Mitglied?
07.06.2009 - 16:54 Uhr
eisengrau
Es gibt noch einen ganz anderen Erklärungsansatz, auch wenn er noch so unsympathisch erscheinen mag. Einige Studien meinen, einen Zusammenhang zwischen dem Drang, Musik erfinden bzw. sich musikalisch ausdrücken zu wollen, und dem Hormonhaushalt während der Pubertät endeckt zu haben.
Manche glauben sogar, dass hänge explizit vom Testosteronspiegel ab. Und der ist bekanntermaßen bei Jungs in der Pubertät besonders hoch und bei Mädchen besonders niedrig. (Das ist mir allerdings zu billig, andere Hormonspiegel lassen sich nämlich nicht so nett messen und werden deshalb bisher nicht untersucht.)
Jedenfalls hat es musikpädagogische Versuche gegeben, Mädchen eben erst gezielt NACH der Pubertät musikalisch zu fördern, mit ganz guten Erfolgen.
Denn das Thema ist schon ein krass grundsätzliches. An allen Musikhochschulen Deutschlands studieren inzwischen mehr Mädchen als Jungs, aber immer noch sehr wenige Chor- oder Orchesterleitung, und fast gar keins Tonsatz/Komposition. So allmählich kommen da Zweifel auf, dass das NUR an unguten Traditionen/Rollenbildern etc. liegt.







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06.06.2009 - 22:10 Uhr
eisengrau
*G* Ich meinte das nicht aus der Sicht des verkaterten Users eisengrau, wenn ihm am Sonntag morgen die gutgelaunte Freundin mitsamt ihrer besten Freundin den Schädel zu Platzen bringt. sondern ich meinte das eher so:
Für jedes Patriarchat ist es gefährlich, wenn Frauen anfangen, den Mund aufzumachen und ihresgleichen mit emanzipatorischen Ideen zu infizieren. Also lässt man sie die schönen Künste ausüben, dann
halten sie wenigstens keine Reden im Parlament. Ich weiß, gegen diese Theorie steht das Musikverbot des radikalen Islam, aber das gilt ja auch für beide Geschlechter.
Ja, hab ich ja auch schon erwähnt: Aus Unbehagen wird mitunter auch Faszination, wenn nicht gar Fetisch, wenn das "schwache Geschlecht" Verhaltensweisen des "starken" annimmt.