gescheiterte existenz. so wird man also alt.
noplacespecial sagte:
früher war alles besser... pfffft.
gescheiterte existenz. so wird man also alt.
naja. ich persönlich kann seinen Standpunkt schon nachvollziehen.
Ihn, nur weil er einer Enttäuschung Ausdruck verleiht, als gescheiterte Existenz zu bezeichnen finde ich irgendwie ordentlich übertrieben. Er sagt ja nur, dass er mit dem Veranstalten aufhört, nicht gleich ganz mit dem Atmen.
noplacespecial sagte:
die tatsache, dass jetzt nicht mehr alle indies das gleiche hören, zu bedauern, finde ich einfach etwas bescheuert.
ich glaube, da verstehen wir seine Aussage auf unterschiedliche Weise. Wenn man will, kann man aus "Die Bandlandschaft im Indiepop ist sehr unüberschaubar geworden." und "Wir hatten früher noch diese eingeschworene Szene, die sich alle mehr oder weniger auf dieselben Bands einigen konnten." natürlich ein Statement à la Indies sollten alle das gleiche hören generieren. Ich verstehe es aber so, dass er eben keine Leidenschaft mehr für das Festival aufbringen kann, wenn er beim Publikum nicht eine ähnliche Leidenschaft entdecken kann.
Man kann Idealismus doof finden oder wichtig.
- wobei die neuen hühnern werden wohl kaum wissen wovon ich spreche- gut aber jetzt klinge ich ja selbst schon so blöd "früher war alles besser"- das will ich gar nicht - aber wenns doch so ist :)
was kemper da sagt, stimmt schon. aber doch komisch, daß er aufhört. wie lange wird sich das immergut dann noch halten?
und die Szene vor zwei jahren im Zelt war einfach nur geil.
Die haben die Musik einfach ausgedreht, und das ganze Zelt hat einfach weiter gefeiert, getklatscht rumgesprungen und allen möglichen Scheiß skandiert.
dass dabei ein paar dem Schnapse zugeneigte Trottel auf die Bühne gelangt sind hätte auch einfach von den 3 Millionen Ordnern, die da rumgeschwirrt sind unterbunden werden können.
Thees Uhlmann sollte man nie zitieren, oder gar erwähnen... der gehört nur verdroschen. ich finde die Person ekelhaft.
29.05.2009 - 22:04 Uhr
mrAufziehvogel
Thees Uhlmann sollte man nie zitieren, oder gar erwähnen... der gehört nur verdroschen. ich finde die Person ekelhaft.
so ein quatsch, wenn es mich interessiert gehe ich hin, egal ob 20 oder 40.
wobei, letztens musste ich mich tatsächlich fragen lassen, ob ich als erziehungsberechtigter dabei wäre. das war schon fies.
aber egal, da steht man drüber.
polaroid_android sagte:
noplacespecial sagte:
die tatsache, dass jetzt nicht mehr alle indies das gleiche hören, zu bedauern, finde ich einfach etwas bescheuert.
ich glaube, da verstehen wir seine Aussage auf unterschiedliche Weise. [..] Ich verstehe es aber so, dass er eben keine Leidenschaft mehr für das Festival aufbringen kann, wenn er beim Publikum nicht eine ähnliche Leidenschaft entdecken kann.
Man kann Idealismus doof finden oder wichtig.
Und Leidenschaft ist bei dir gleich Konsens? Meine Güte.
Wenn man die Nostalgie abzieht, kann ich einiges von ihm aber schon nachvollziehen. Ich habe schon auch den Eindruck, dass Indie seit gut vier Jahren volle Kanne im Mainstream angekommen ist, zum Guten wie zum Schlechten. Und das Schlechte bedeutet leider, dass man auch auf Festivals wie dem Immergut ein paar zuviele Deppen aus der "SPRING BREEAAK!"-Fraktion antrifft, die dann das Bild dominieren. Das man für die kein Festival machen will, verstehe ich.
30.05.2009 - 02:25 Uhr
kharmapolizei
Woran erkennt man den wahren Indie dann noch?
da kennt sich ja heute keiner mehr aus!
Und dass die Jugend von heute nicht um 4 schon ins Bett will ist echt mal schlimmm...
Witziges Interview
muss dem herrn aber wirklich zustimmen. beim meinem letzten mal, in 2007 glaube ich, war ein unglaublich großes spackenaufgebot. da muss noch mal ein wahnsinns lineup kommen, dass es mich nochmal dahin ziehen würde... auch wenn ich mit tränen an das pale-abschiedskonzert heute abend denke.
30.05.2009 - 13:42 Uhr
regenbogenregina
regenbogenregina sagte:
@eisengrau: dann sollte man es eben wie pale halten und dir "a new scene" suchen. yo.
??
Ich bin nicht auf der Suche nach irgendeiner Szene.
Wenn Pale das tun, dann viel Glück.
30.05.2009 - 13:56 Uhr
eisengrau
ja warum habt ihr diese frage nicht gestellt? die drängt sich doch förmlich auf!
30.05.2009 - 15:39 Uhr
owen_meany
owen_meany sagte:
(wie mach ich das eigentlich dass die zitate in so einem grauen kasten sind??? antwort bitte hier oder auf meinem gästebuch oder per botschaft)
das sprechblasen-icon nutzen. dann siehst du auch, wie der bb-code dafür lautet.
danke
owen_meany sagte:
air_kaviar: "warum haben sie das festival denn so aufgeblasen wenn es klein besser war? gbt genug festivals, die sich als umsonst und draussen halten und klein und gemütlich sind. gibts vielleicht andere leute, die in der orga das sagen haben und er einer ist, der überstimmt wurde und jetzt betrübt aussteigt?"
ja warum habt ihr diese frage nicht gestellt? die drängt sich doch förmlich auf!
ja eben. (noch) nicht so gehypte unbekanntere bands, niedrigerer eintritt, weniger ballermann-publikum.
aber vielleicht ist dieser zusammenhang auch nicht so einfach?
ja,freiars war hald alles besser,gell
Das Immergut ist aber auf jeden Fall ein schönes Festival. Und davon gibts nicht viele.
Ich glaube ja, dass sich nicht die szene verändert hat sonder wir sind eben älter geworden.
was mir sehr gefällt an den "neuen club-/festivalkids": die sind um einiges offener als die alten...
genitalherpes sagte:
Indie,Indie,Indie, scheint ja etwas sehr elitäres zu sein.
ja, freiars war hald alles besser,gell
Also, früher verstand man unter Indie sowas.
31.05.2009 - 13:29 Uhr
eisengrau
Und hat er nicht auch noch seine eigene Bookingagentur? Also, ich würd nicht sagen, dass da irgendwas am Scheitern ist.
Man kriegt halt Kinder, dreht die Musik beim Autofahren leiser, weil man sich sonst beim Einparken nicht konzentrieren kann, isst nicht mehr jede dahergelaufene Bratwurst, sieht den Geheimratsecken beim Wachsen zu - so läuft das eben.
Ich fand immergut immer gut.
31.05.2009 - 20:10 Uhr
fyra
Tzz.
man kann den organisatoren blind vertrauen, finde ich.
und das ist schön.
die ganze stimmung dort ist einfach nur toll.
so herzlich.
so offen.
und dieses ganze gemecker hier von wegen endlich tot.... boah.
diese leute, die immer nur um des kritisierens willen kritisieren.
zum kotzen. habt ihr eigentlich sonst nichts zu tun?
ja klar, ihr habt die weisheit mit löffeln gefressen und seid so scheißcool, dass es beinahe schon weh tut. logisch.
kommt mal wieder runter.
und wie es weitergeht, wissen die veranstalter selbst noch nciht.
mirko soll ja jetzt wahrscheinlich das booking machen.
vielleicht wirds ja was.
sind ja genug leute. vielleicht können die ja kempers ausstieg wirklich auffangen. ich würds mir wünschen.
Naja, wenn ich die letzten Jahre unter einem Stein gelebt hätte, hätte das Immergut sicher auch eine lange Liste von Neuentdeckungen für mich bereitgehalten. So musste ich dieses Jahr leider passen...:P
Ich fürchte auch, vor lauter Euphorie hast Du den Sinn den Zusammenhang zwischen Artikel und Kommentaren nicht ganz verstanden. Die bestanden nämlich hauptsächlich aus Vermutungen, warum einer der Veranstalter über sein eigenes Publikum meckert..
Zum Thema: ich war zwischen 2004 und 2006 da und habe im letzten Jahr auch einen Anstieg am Idiotenanteil feststellen müssen.
Was die neue, unübersichtliche Musikwelt angeht hört es sich aber leider so an, als wäre "Kemper" mit der größeren Bandbreite guter Bands durch technischen Fortschritt überfordert und vergesse dabei, dass gerade die unfreiwillige Limitierung (die für die meisten Bands auch alles andere als vorteilhaft war) für die "tolle" kleine Indieszene der 90er und Beginn der 00er verantwortlich war.
Wie es anders geht, zeigt der Hauptverantwortliche des Haldern, der immer noch genau das macht, was Herr Kempf sich offenbar nicht mehr traut: Bands entdecken, lieben lernen, und einladen.
Im Hinblick auf die Bufallo Tom-Sache muss sich Kemper übrigens irren: das Haldern ist immer Anfang August, also ist eine Überschneidung kaum möglich.
ist mir im nachhinein auch aufgefallen, dass ich da vor lauter euphorie etwas am thema vorbeigeredet habe.
gut.
solang ich das noch selbst merke...
aber dafür kann ich nichts. ich hab einfach zu viel drüber gehört in den letzten tagen. zu viele gespräche geführt und zuviel verständnis aufgebaut, als dass ich jetzt noch nüchtern argumentieren könnte, warum kemper in vielen punkten recht hat.
wahrscheinlich sollte ich das hier dann auch einfach lassen.
newmoonrising sagte:
@webs
ist mir im nachhinein auch aufgefallen, dass ich da vor lauter euphorie etwas am thema vorbeigeredet habe.
gut.
solang ich das noch selbst merke...
aber dafür kann ich nichts. ich hab einfach zu viel drüber gehört in den letzten tagen. zu viele gespräche geführt und zuviel verständnis aufgebaut, als dass ich jetzt noch nüchtern argumentieren könnte, warum kemper in vielen punkten recht hat.
wahrscheinlich sollte ich das hier dann auch einfach lassen.
Kein Ding. Das passiert in der Euphorie gern mal. Ich freue mich auch für Dich, dass Du das Festival noch so genießen kannst.
Wie gesagt kann ich Herrn Kemper auch in einigen Punkten zustimmen.
Ich habe aber den Eindruck, sein Hauptproblem ist das Gefühl, nicht mehr Teil einer kleinen, eingeschworenen Gemeinschaft zu sein. Dazu kommt vielleicht noch die Angst, ein Alter erreicht zu haben, wo einem Musik einfach nicht mehr so nahe geht wie noch bis Anfang, Mitte Zwanzig. Diese Angst beschreibt auch Nick Hornby in 31 Songs irgendwo, glaube ich. Ich kann die auch irgendwie nachvollziehen: mich hat auch nichts mehr so begeistert wie der Sommer 2005, wo Maximo Park ungefähr drei Tage nach Erscheinen ihres Debutalbums auf dem Immergut gespielt haben oder 2006, wo Okkervil River live so grandios waren, dass ich mir sofort danach alles von ihnen besorgen musste.
Aber bei allem Verständnis dafür ist das letzten Endes ein persönliches Problem, das man nicht auf ein Festival projezieren sollte, auch wenn es das eigene ist.
Für diese Interpretation spricht übrigens auch die Bandauswahl. Klar, ich hätte mich auch gefreut, Samba noch einmal zu sehen, die eine der besten deutschsprachigen Bands der Jahrtausendwende waren.
Aber gerade solche Bookings, wie auch Tilman Rossmy, die Sterne und zum wievielten Male eigentlich Tomte und Kettcar sprechen doch sehr für eine schwer nostalgische Veranstaltung. Und die Sehnsucht nach einer Zeit und Szene, die es so eigentlich nie gab.
Wir sind heute einfach in einer Zeit, in der gute Musik zu hören nicht (mehr) automatisch bedeutet, ein besserer Mensch zu sein. Und das ist gut so.







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29.05.2009 - 18:38 Uhr
Yeah_Yeah