Und man lernt tatsächlich etwas bei all diesen langweiligen Erörterungen und Interpretationen, etwas ziemlich Wichtiges sogar: Man lernt Gedankengänge logisch und klar aufzubauen und so für andere nachvollziehbar zu machen. (Vorausgesetzt, dass man nicht einfach irgendwas aus dem Internet abschreibt, aber dann ist man selbst schuld und darf sich nicht beschweren, dass man keinen Nutzen daraus zieht).
Das ist schon nicht ganz unnützlich im späteren Leben - nämlich auch für Leute, die nicht davon träumen, Schriftsteller zu werden. Worte sind ja nicht für jeden das kreative Ausdrucksmittel der Wahl (manche Leute denken eher in Bildern usw) und das ist ja wohl auch völlig okay so. Selbst wenn man leicht den Eindruck gewinnt, dass ohnehin jeder insgeheim davon träumt, Schriftsteller zu werden (vor allem in einem Umfeld wie diesem hier), muss man doch davon ausgehen, dass die Nicht-Potentiellen-Schriftsteller in einer durchschnittlichen Klasse die Mehrheit stellen. Und die haben von den Interpretationen und Erörterungen tatsächlich mehr als vom Phantasieaufsatz (wenn sie wohl auch beides mit gleicher Unlust angehen werden).
Wer wirklich einen Drang nach schriftstellerischem Ausdruck verspürt, wird seine Phantasie-Aufsätze auch in der Freizeit schreiben. Und wer dazu unbedingt einen Rahmen braucht, der kann ja Kreativ-Werkstätten besuchen.
Nachdem mir Leute, die nicht ordentlich argumentieren können, im alltäglichen Leben viel mehr auf den Wecker gehen als Leute, die nicht kreativ schreiben können (weil sich mit ersteren schlecht arbeiten und streiten lässt, während man bei zweiteren das Defizit in der Regel gar nicht bemerkt), finde ich die momentane Gewichtung im Deutsch-Unterricht durchaus begrüßenswert.
Allerdings meine ich, dass diese Erörterungen und Interpretationen ja nicht das Einzige sein müssen, was man im Deutsch-Unterricht lernt.
Ich finde eine kurze Beschäftigung mit kreativem Schreiben, Dichten, oder vielleicht im Zusammenhang mit Theater, gar nicht fehl am Platze.
Und mir gehen diese Leute auch auf den Wecker.
Aber sie sind leider in der Überzahl.
Gott, ist das ein hässliches Vokabular, das ich da grad verwende. Mir hätte vielleicht bei näherer Betrachtung doch ein paar selbst geschriebene Gedichte mehr nicht geschadet.
... also, Benedict, vielleicht lass ich dich die Tage im Deutschunterricht lesen!
Und über die Pflichtlektüre müssen wir uns auchnochmal unterhalten.
Es gibt Schüler, die lesen 3mal Max Frisch. (Biedermann, Andorra, Homo Faber.) Ganz unabhängig davon, ob der jetzt der letzte Dreck oder ein großes Genie ist, finde ich, dass es da doch mehr Vielfalt und Auswahl geben sollte. Und Deutschlehrer die dann die für ihre Klasse richtige Auswahl treffen. (Eine völlig unbelesene Klasse gleich mit Schiller, Goethe oder anderen Wälzern zu konfrontieren ist für mich totaler Blödsinn. Neuere und einfachere, aber "gleichwertige" Texte schrecken doch da viel weniger ab. Zum Beispiel kenne ich jemanden, der mit Literatur nichts zu tun hat, den Stefan Zweigs Schachnovelle aber sehr beeindruckt hat, obwohl Schullektüre.)
selbige sind so rar wie gute (zahn-)ärzte. das ist wie ein 6er im lotto.
ich bin für freies lernen.
und ich denke, sein Buch wird demnächst Nachtlektüre.
Und wehe, das Buch taugt nichts -
Dann geht es sofort zu Ebay!
Auf der Weihnachtswunschliste ganz oben!







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12.12.2008 - 19:57 Uhr
melancholie
und um jetzt mal schön oberflächlich zu sein.
ich finde den ziemlich schnuckelig und sympathisch.