26.05.2012 - 10:27 Uhr

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"Mein Ich zerfiel in viele tausend Splitter"

Text: philipp-mattheis  Illustration: Katharina Bitzl

Julia ist psychisch krank - hier erzählt die Münchnerin ihre Geschichte; eine Freundin und die Ärztin berichten, wie sie die Krankheit sehen
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ruebezahl
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Mag ich Mag ich nicht

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29.11.2008 - 16:21 Uhr
ruebezahl

obskuro, nimms mir nicht übel: du hast keine ahnung von der krankheit. "Man kann sich zwingen zu denken, dass niemand in der U-Bahn über einen tuschelt, dass niemand extra für dich ein Leid übers Radio laufen lässt etc pp" man kann sich vielleicht dazu zwingen, diese stimmen werden davon nicht vergehen. julia oder jemand anderes weiß in diesem augenblick nur bedingt, dass die stimmen eingebildet sind. dennoch hört sie diese. mein bruder wusste, dass es ein absoluter irrglaube ist anzunehmen, es gibt weltweit einen tv-kanal, der sein leben ausstrahlt, nur er kann diesen kanal niemals sehen. wir haben darüber jahrelang gesprochen. er wusste, dass es eine haluzination ist. das hat ihn zu keiner zeit daran gehindert, von dieser halluzination felsenfest überzeugt gewesen zu sein.
also hör auf, irgendwelchen nett gemeinten unfug zu reden. das ist ein wesentlich katastrophaleres klischee, als du dir vorstellen kannst.
leck mich.

drolli
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Mag ich Mag ich nicht

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29.11.2008 - 18:11 Uhr
drolli

obskuro sagte:
...eine Menge arroganter Bemerkungen ueber Psychisch kranke und deren Behandlung.



Man sollte eines nicht vergessen, bevor man so eine abgefuckten Ratschlag gibt, wie, man sollte doch mal versuchen gerade dann rauszugehen: Die meisten sind deswegen in Behandlung weil sie *trotz* des Willens herauszugehen dazu nicht mehr in der Lage sind *und* sie das stoert.

obskuro
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29.11.2008 - 19:53 Uhr
obskuro

Meine Kritik sollte vielmehr auf den Artikel abzielen und die vermeintliche Aufklärung über die Krankheit, die ja offensichtlich fehlschlägt, wenn meine Argumentation so sehr katastrophal, arrogant, abgefuckt und Unfug ist.

"Die meisten sind deswegen in Behandlung weil sie *trotz* des Willens herauszugehen dazu nicht mehr in der Lage sind *und* sie das stoert."

Genau das ist der Punkt, über den meiner Meinung nach eine sinnvolle Aufklärung vonnöten wäre, aber ich lese immer wieder nur dieselben, entindividualisierten pauschalen Klischees, die man nicht nur als Laie aus den Texten auch als eher weniger dramatische Neurosen interpretieren kann.

Ich wollte keineswegs Ratschläge an Betroffene erteilen, das maße ich mir nicht an.

BarbarenDave
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Mag ich Mag ich nicht

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29.11.2008 - 22:14 Uhr
BarbarenDave

Was stört dich an dem Artikel, das ist ein Erfahrungsbericht. So hat Julia ihre ( bzw ihre Freundin Julias) Krankheit erlebt. Und auch was ihre Ärztin schreibt stimmt. Daher ist das ein guter Artikel, an dem man wenig aussetzen kann. Welche entindividualisierenden Klischees stören dich denn? Und welche weniger dramatischen Neurosen meinst du? Leiden auch psychisches Leiden ist immer individuell, etwas was manche wegstecken kann für andere ein schweres trauma bedeuten, daher ist es etwas arrogant so etwas als Klischee abzutun.

drolli
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Mag ich Mag ich nicht

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30.11.2008 - 03:56 Uhr
drolli

obskuro sagte:
...
"Die meisten sind deswegen in Behandlung weil sie *trotz* des Willens herauszugehen dazu nicht mehr in der Lage sind *und* sie das stoert."

Genau das ist der Punkt, über den meiner Meinung nach eine sinnvolle Aufklärung vonnöten wäre, aber ich lese immer wieder nur dieselben, entindividualisierten pauschalen Klischees, die man nicht nur als Laie aus den Texten auch als eher weniger dramatische Neurosen interpretieren kann.


Ich habe, ganz jenseits ein einfaches Kriterium, wann etwas benahdlungsbeduerftig ist: Wenn jemand beim Arzt sagt: "Ich moechte U-Bahn fahren, traue mich aber nicht mehr", dann sollte man ihm helfen. Und wenn jemand sagt er moechte keine U-Bahn fahren, solls mir recht sein, aber so war die beschriebene Situation nun mal nicht.

Und ich wuesse nicht was daran "entindividualisiert" waere.


Ich wollte keineswegs Ratschläge an Betroffene erteilen, das maße ich mir nicht an.


hast du aber implizit.

ruebezahl
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30.11.2008 - 11:20 Uhr
ruebezahl

drolli und barbarendave haben völlig recht. der artikel ist weder entindivudualisiert, noch eine liste von klischees. sondern drei gültige erfahrungsberichte, die zudem mit einer reihe anderer erfahrungen korrespondieren.
solche obskuren nasen mag ich. erst unsinn reden und nachher sagen, dass man nur falsch verstanden worden wäre.
tut mir leid, auf dummheit reagiere ich allergisch.

riesenherz
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Mag ich Mag ich nicht

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01.12.2008 - 17:49 Uhr
riesenherz

allergisch wäre ja nicht so schlimm, wie selbst mit wenig durchdachten äußerungen zu reagieren.
da ist obskura zur seite zu stehen, finde ich.
und, BarbaraenDave, natürlich läßt sich an dem artikel etwas aussetzen (und genau das kann mensch ja auch in den nachfolgenden kommentaren wiederfinden): er insinuiert nämlich eine bestimmte haltung gegenüber dieser krankheit (die eigentlich mehr eine beschreibung einer symptomatik ist). diese haltung aufzubrechen, dafür war auch obskuras beitrag geeignet.

ruebezahl
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Mag ich Mag ich nicht

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02.12.2008 - 07:33 Uhr
ruebezahl

mir scheint, dass es ein grundsätzliches missverständnis gibt. der artikel ist ein erfahrungsbericht von drei personen, die miteinander die krankheit an einer person erlebt haben. er ist kein artikel, der sich zu gesellschaftlichen haltungen, klischees über psychische erkrankungen und den herrschenden behandlungsmodellen explizit äußert. daher ist die kritik an diesem artikel, dass er klischees als allgemein akzeptierte ansicht präsentiere, ein bisschen verfehlt, weil es ganz konkrete erfahrungen sind und keine allgemeinen. und als diese konreten erfahrungen sollte man sie in jedem fall ernst nehmen und nicht sofort als klischee resp ungültig verurteilen. darauf beziehe auch ich mich mit meinen äußerungen. welche, riesenherz, wenn du sie genau liest, zu keiner zeit den mehrheitlich existierenden krankheitsvollzug verteidigen, da habe ich keinerlei grund zu, oder klischees verteidigen. denn die mehrheitlich existierenden klischees sind: gesellschaftliche ursachen, medikamente sind scheiße, die gesellschaft interpretiert die krankheit falsch. obskuro hatte dem nichts neues entgegenzusetzen. mein punkt ist, dass diese klischees durch die existierende aufklärung bislang nicht aufgebrochen wurden, was ich für notwendig hielte.
grundsätzlich kann man sich fragen, ob es bei psychischen erkrankungen um krankheiten handelt, dazu gab es neulich in der zeit ein interessantes interview. es existieren schließlich gesellschaften, in denen menschen mit "wahnvorstellungen" (um es sehr pauschal zu sagen) als begabt betrachtet und daher exponiert behandelt werden, ihnen ein anderer gesellschaftlicher platz zugewiesen wird als in psychiatrischen anstalten. das ist sicherlich interessant zu überlegen. demgegenüber jedoch hat sich in der europäischen medizin ein ansatz als sinnvoll herausgestellt, der vom zu behandelnden ausgeht: wer von sich sagt, dass er an etwas leidet (wahn, depression, schnupfen...), dem sollte linderung möglich sein. der ansatz, der im artikel angesprochen wird, ist grundsätzlich der gleiche: am beginn steht diejenige, die an etwas für sie unerklärlichem leidet. empfände sie es selbst nicht als problematisch, würde sie keinerlei behandlung wollen oder zulassen. ich sehe nicht, dass dieser ansatz ein klischee ist.

oder ist es etwas vollkommen anderes, worauf deine kritik abzielt? von welcher haltung genau sprichst du, wenn du von einer "bestimmten" sprichst?

BarbarenDave
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Mag ich Mag ich nicht

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02.12.2008 - 13:24 Uhr
BarbarenDave

riesenherz sagte:
: er insinuiert nämlich eine bestimmte haltung gegenüber dieser krankheit (die eigentlich mehr eine beschreibung einer symptomatik ist). diese haltung aufzubrechen, dafür war auch obskuras beitrag geeignet.


Welche Haltung von wem? der Betroffenen? der Ärztin?
Das ist ich wiederhole das gerne ein Erfahrungsbericht und dazu noch ein gut geschrebener an dem es als solchem nichts auzusetzten gibt.

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Mag ich Mag ich nicht

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02.12.2008 - 15:15 Uhr
BarbarenDave

Oh Gott, Deutsch ist einfach schwer. Es fehlen einige Kommata und es heißt geschriebener nicht geschrebener. Na ja



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philipp-mattheis

ist jetzt-Mitarbeiter und hat diesen Beitrag verfasst.