26.05.2012 - 10:27 Uhr

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"Mein Ich zerfiel in viele tausend Splitter"

Text: philipp-mattheis  Illustration: Katharina Bitzl

Julia ist psychisch krank - hier erzählt die Münchnerin ihre Geschichte; eine Freundin und die Ärztin berichten, wie sie die Krankheit sehen
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wollmops
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25.11.2008 - 19:24 Uhr
wollmops

guter Artikel. Ist ja immer noch ein Tabuthema. Wichtig auch, das in die Schulen zu tragen.

afrirali
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25.11.2008 - 19:29 Uhr
afrirali

wirklich ein wichtiges und schwieriges thema.

rousseau
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25.11.2008 - 19:39 Uhr
rousseau

Man sollte nicht nur darüber nachdenken wie die Auswirkungen, behilfs Psychopharmaka, zu kurieren sind,
sonderst mindestens genausoviel Energie
in die Erkundung und letztendlich Behebung
der Ursachen, zum Beispiel von Schizophrenie,
stecken.

Solange sich aber mit Psychopharmaka ein Haufen an Geld verdienen lässt,
ist das wohl eher zweitrangig.

nothingbutaboy
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25.11.2008 - 19:51 Uhr
nothingbutaboy

Ein sehr bewegender Artikel!

Begunje62
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25.11.2008 - 19:52 Uhr
Begunje62

sehr guter artikel.

lea2
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25.11.2008 - 19:56 Uhr
lea2

gut dargestellt und es ging ja erst mal nur über die krankheit an sich, aber:
so ein paar dimensionen haben mir komplett gefehlt. ist es julia denn möglich eine ausbildung / studium zu machen? und wenn ja, findet sie dann so menschliche arbeitgeber, die sie akzeptieren, wie sie sind oder heißt psychisch krank eine lebenslange versorgung durch die sozialen systeme? und wie sind die? ist sie in die gesellschaft integriert oder besteht ihr lebensumfeld lediglich aus mitbewohnerin, apotheke und ärzten?
das hätte ich auch noch interessant und wichtig gefunden, denn daran hakt es oft und ich hab den eindruck, daß in vielen teilen der gesellschaft kein problembewußtsein dafür vorhanden ist

AlbertMarkowski
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25.11.2008 - 20:14 Uhr
AlbertMarkowski

interessanter und gelungener Artikel...
wurde an den Film "das weiße Rauschen" erinnert... der bringt das, finde ich, sehr anschaulich rüber... wobei in Filmen natürlich alles auf ca. 2stunden gepresst wird...

shaddu
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25.11.2008 - 20:20 Uhr
shaddu

rousseau sagte:
Man sollte nicht nur darüber nachdenken wie die Auswirkungen, behilfs Psychopharmaka, zu kurieren sind,
sonderst mindestens genausoviel Energie
in die Erkundung und letztendlich Behebung
der Ursachen, zum Beispiel von Schizophrenie,
stecken.

Solange sich aber mit Psychopharmaka ein Haufen an Geld verdienen lässt,
ist das wohl eher zweitrangig.



ich glaube die ursachen sind einfach derart komplex und vielseitig. dass es extrem schwer fällt die wirklich genauer zu erkunden.
schon ein von den eltern im frühen alter vernachlässigtes kind kann tendenzen zu einer schizoiden bewusstseinsstörung entwickeln. [posttraumatische belastungsstörung]

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25.11.2008 - 20:21 Uhr
shaddu

übrigens sehr interessanter artikel.

kammerflimmern
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25.11.2008 - 20:22 Uhr
kammerflimmern

endlich mal ein wirklich wichtiges thema, für das in vielen Köpfen kein Raum bleibt.

rousseau
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25.11.2008 - 20:23 Uhr
rousseau

shaddu sagte:
rousseau sagte:
Man sollte nicht nur darüber nachdenken wie die Auswirkungen, behilfs Psychopharmaka, zu kurieren sind,
sonderst mindestens genausoviel Energie
in die Erkundung und letztendlich Behebung
der Ursachen, zum Beispiel von Schizophrenie,
stecken.

Solange sich aber mit Psychopharmaka ein Haufen an Geld verdienen lässt,
ist das wohl eher zweitrangig.



ich glaube die ursachen sind einfach derart komplex und vielseitig. dass es extrem schwer fällt die wirklich genauer zu erkunden.
schon ein von den eltern im frühen alter vernachlässigtes kind kann tendenzen zu einer schizoiden bewusstseinsstörung entwickeln. [posttraumatische belastungsstörung]


Dass es schwer sein mag die Ursachen zu erkunden
ist kein Gegenargument.
Nein, es sprecht eher noch dafür,
endlich etwas mehr Licht ins Dunkel zu bringen.


Da die Ursachen, welche man dabei entdeckt, aber wohl zwangsläufig auf Veränderungen welche in der Gesellschaft stattfinden müssen
hinweisen, besteht eben gerade kein großes Interesse
an deren Entdeckung.

jonina
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25.11.2008 - 20:23 Uhr
jonina

lea2 sagte:
so ein paar dimensionen haben mir komplett gefehlt. ist es julia denn möglich eine ausbildung / studium zu machen? und wenn ja, findet sie dann so menschliche arbeitgeber, die sie akzeptieren, wie sie sind oder heißt psychisch krank eine lebenslange versorgung durch die sozialen systeme?

mit paranoider schizophrenie bist du im normalfall arbeitsunfähig. entweder du bist ein zombi wegen der psychosen, oder wegen der psychopharmaka.

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25.11.2008 - 20:25 Uhr
jonina

shaddu sagte:

schon ein von den eltern im frühen alter vernachlässigtes kind kann tendenzen zu einer schizoiden bewusstseinsstörung entwickeln. [posttraumatische belastungsstörung]
das ist aber was anderes. bitte nicht jede psychische krankheit in einen topf werfen.

lea2
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25.11.2008 - 20:28 Uhr
lea2

jonina sagte:
mit paranoider schizophrenie bist du im normalfall arbeitsunfähig. entweder du bist ein zombi wegen der psychosen, oder wegen der psychopharmaka.


ja, daß du dir da den ersten arbeitsmarkt abschminken kannst is klar. trotzdem hätte es mich interessiert, wie die junge frau ihr leben lebt, so neben schüben und pillen kontrollieren. oder gammelt sie von der gesellschaft ausgekotzt irgendwo rum? die ärztin sagt, sie hätte lebensqualität, schade, daß da nicht näher darauf eingegangen wird sondern nur recht oberflächlich abgehandelt wird

shaddu
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25.11.2008 - 20:29 Uhr
shaddu

rousseau sagte:

Da die Ursachen, welche man dabei entdeckt, aber wohl zwangsläufig auf Veränderungen welche in der Gesellschaft stattfinden müssen
hinweisen, besteht eben gerade kein großes Interesse
an deren Entdeckung.



das mag sein. ja. aber bist du wirklich der meinung. dass es die gesellschaft im allgemeinen zu verantworten hat? damit wäre eine entstehung zur bewusstseinsstörung quasi garnicht möglich zu verhindern. leider. ich schließe eher auf das engere soziale umfeld.

rousseau
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25.11.2008 - 20:31 Uhr
rousseau

shaddu sagte:
rousseau sagte:

Da die Ursachen, welche man dabei entdeckt, aber wohl zwangsläufig auf Veränderungen welche in der Gesellschaft stattfinden müssen
hinweisen, besteht eben gerade kein großes Interesse
an deren Entdeckung.



das mag sein. ja. aber bist du wirklich der meinung. dass es die gesellschaft im allgemeinen zu verantworten hat? damit wäre eine entstehung zur bewusstseinsstörung quasi garnicht möglich zu verhindern. leider. ich schließe eher auf das engere soziale umfeld.


Der Mensch ist, ob er das selbst lebt oder nicht, ein Gesellschaftstier.

Dass also die Mehrheit der, wenn auch nicht alle, Ursachen in der Gesellschaft, dem Gesellschaftssystem, dem wirtschaftlichen System etc. begründet sind,
liegt für mich klar auf der Hand.

battlegnom
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25.11.2008 - 20:34 Uhr
battlegnom

jonina sagte:
mit paranoider schizophrenie bist du im normalfall arbeitsunfähig. entweder du bist ein zombi wegen der psychosen, oder wegen der psychopharmaka.


Dem möchte ich aus eigener Erfahrung mal ganz entschieden widersprechen.
Allein das Wort Zombie finde ich in diesem Zusammenhang als sehr zynisch. Ich kenne Menschen mit diesem Krankheitsbild die fast völlig normal arbeiten.
Es kommt da oft auf den Schweregrad der Erkrankung an.

afrirali
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25.11.2008 - 20:35 Uhr
afrirali

lea2 sagte:
jonina sagte:
mit paranoider schizophrenie bist du im normalfall arbeitsunfähig. entweder du bist ein zombi wegen der psychosen, oder wegen der psychopharmaka.


ja, daß du dir da den ersten arbeitsmarkt abschminken kannst is klar. trotzdem hätte es mich interessiert, wie die junge frau ihr leben lebt, so neben schüben und pillen kontrollieren. oder gammelt sie von der gesellschaft ausgekotzt irgendwo rum? die ärztin sagt, sie hätte lebensqualität, schade, daß da nicht näher darauf eingegangen wird sondern nur recht oberflächlich abgehandelt wird


ich hab meinen zivi bei einer firma gemacht, die mit psychisch kranken menschen (eigentlich nur männern) arbeitete, d.h., sie umzüge machen ließ und dafür zuschüsse vom staat kassierte. ich habe allerdings keine ahnung, welche krankheiten diese leute genau hatten.

lea2
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25.11.2008 - 20:39 Uhr
lea2

afrirali sagte:
ich habe allerdings keine ahnung, welche krankheiten diese leute genau hatten.

is eigentlich auch nicht wichtig, weil geht einen ja nix an.

fraeuleiningeborg
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25.11.2008 - 20:39 Uhr
fraeuleiningeborg

rousseau sagte:
Der Mensch ist, ob er das selbst lebt oder nicht, ein Gesellschaftstier.

Dass also die Mehrheit der, wenn auch nicht alle, Ursachen in der Gesellschaft, dem Gesellschaftssystem, dem wirtschaftlichen System etc. begründet sind,
liegt für mich klar auf der Hand.


Grippe auch?

rousseau
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25.11.2008 - 20:41 Uhr
rousseau

fraeuleiningeborg sagte:
rousseau sagte:
Der Mensch ist, ob er das selbst lebt oder nicht, ein Gesellschaftstier.

Dass also die Mehrheit der, wenn auch nicht alle, Ursachen in der Gesellschaft, dem Gesellschaftssystem, dem wirtschaftlichen System etc. begründet sind,
liegt für mich klar auf der Hand.


Grippe auch?


Du darfst ruhig etwas rumblödeln und Spässchen machen 8)

Ich weiss wie es gemeint ist
und ein..zwei andere vielleicht auch.

shaddu
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25.11.2008 - 20:47 Uhr
shaddu

jonina sagte:
das ist aber was anderes. bitte nicht jede psychische krankheit in einen topf werfen.


julia leidet unter einer paranoiden psychose. ihre symptome können als eine folge von paranoiden oder borderline persönlichkeitsstörungen auftreten. das gesamtbild der borderline symptome z.b. zählt durchaus zu denen einer posttraumatischen belastungsstörung.

so weit liegen die krankheitsbilder garnicht auseinander. das macht die diagnose ja oft so schwer.

jonina
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25.11.2008 - 20:51 Uhr
jonina

battlegnom sagte:
jonina sagte:
mit paranoider schizophrenie bist du im normalfall arbeitsunfähig. entweder du bist ein zombi wegen der psychosen, oder wegen der psychopharmaka.


Dem möchte ich aus eigener Erfahrung mal ganz entschieden widersprechen.
Allein das Wort Zombie finde ich in diesem Zusammenhang als sehr zynisch. Ich kenne Menschen mit diesem Krankheitsbild die fast völlig normal arbeiten.
Es kommt da oft auf den Schweregrad der Erkrankung an.
das mag sein. dann haben wir eben verschiedene erfahrungen gemacht.

kammerflimmern
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25.11.2008 - 20:53 Uhr
kammerflimmern

juhu, ferndiagnosen über jetzt.de!
?!
gefährliches halbwissen;)

littleameise
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25.11.2008 - 20:53 Uhr
littleameise

kommt "dieser weg" schon so lange?

guter artikel, sehr bewegend.

hasenbraten
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25.11.2008 - 20:55 Uhr
hasenbraten

shaddu! das ist nicht richtig!
PTSD, Borderline PS und auch die paranoide PS sind ganz unterschiedliche Störungsbilder! V.a. auch bzgl. der Ursachen und ätiologischen Faktoren. Bitte nicht durcheinanderwerfen.

fraeuleiningeborg
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25.11.2008 - 20:55 Uhr
fraeuleiningeborg

Sorry, ich sehe jetzt nicht die gesellschaftlichen Ursachen einer derart komplexen Kranheit.
Deine Logik verstehe ich außerdem nicht so ganz. Gerade die Pharmakonzerne müssten doch ein Interesse daran haben, ein wirksames Medikament herzustellen, wofür zweifellos die Erforschung der Ursachen der Krankheit sehr hilfreich wäre. Statt dessen gibt es einen Haufen Medikamente, die jeweils nur bei bestimmten Patienten wirken, bei anderen gar nicht. Das können die doch nicht wollen?

jonina
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25.11.2008 - 20:58 Uhr
jonina

fraeuleiningeborg sagte:
Sorry, ich sehe jetzt nicht die gesellschaftlichen Ursachen einer derart komplexen Kranheit.

naja, um es mal einfach zu sagen: wenn es dir sowieso dreckig geht (wegen irgendwelcher gesellschaftlich bedingter umstände), dann verläuft die krankheit wahrscheinlich auch schlimmer.

shaddu
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25.11.2008 - 20:59 Uhr
shaddu

hasenbraten sagte:
shaddu! das ist nicht richtig!
PTSD, Borderline PS und auch die paranoide PS sind ganz unterschiedliche Störungsbilder! V.a. auch bzgl. der Ursachen und ätiologischen Faktoren. Bitte nicht durcheinanderwerfen.


ich sagte nicht. dass es die selben oder gleichen wären. ich meinte nur. soweit lägen sie nicht auseinander. in einigen punkten überschneiden sie sich.
aber jeder ist desbezüglich anderer ansicht. früher fiel vieles unter schizophrenie oder schizoiden störungen. heute weiß man anscheinend viel mehr. und übermorgen fast alles. aber trotzdem irrt man sich immer wieder.

DasFoehn
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25.11.2008 - 21:00 Uhr
DasFoehn

guter artikel!

und die diskussion hat sehr viel "potential" ;)

fraeuleiningeborg
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25.11.2008 - 21:00 Uhr
fraeuleiningeborg

jonina sagte:
naja, um es mal einfach zu sagen: wenn es dir sowieso dreckig geht (wegen irgendwelcher gesellschaftlich bedingter umstände), dann verläuft die krankheit wahrscheinlich auch schlimmer.


Gilt das nicht auch für jede Krankheit?

jonina
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25.11.2008 - 21:03 Uhr
jonina

ja. inwiefern relativiert das meine antwort?

lea2
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25.11.2008 - 21:08 Uhr
lea2

kammerflimmern sagte:
juhu, ferndiagnosen über jetzt.de!
?!
gefährliches halbwissen;)


genau, hehe.

fraeuleiningeborg sagte:
Gilt das nicht auch für jede Krankheit?


naja, psychisch krank = stigma. das gilt für physische leiden ja wohl weniger

shaddu
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25.11.2008 - 21:08 Uhr
shaddu

ich halt mich ab jetzt aus polemischen ferndiagnosen raus :D
mein statement zum... ehm... montag.

lea2
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25.11.2008 - 21:10 Uhr
lea2

abgesehen davon sollte es doch wohl eher um den menschen gehen, als um eine diagnose ("das knie aus zimmer 9 hat geklingelt")

fraeuleiningeborg
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25.11.2008 - 21:10 Uhr
fraeuleiningeborg

jonina sagte:
ja. inwiefern relativiert das meine antwort?


So wie ich rousseau verstanden habe, vermutet er gesellschaftliche Defizite als förderlich für Schizophrenie. Das bestreite ich.

kammerflimmern
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25.11.2008 - 21:12 Uhr
kammerflimmern

zitat]shaddu sagte:
ich halt mich ab jetzt aus polemischen ferndiagnosen raus :Dmein statement zum... ehm... montag.

gut, keine ferndiagnosen mehr von dir=bessere entscheidung!
und: dienstag ist heut;) soviel dazu;)

jonina
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25.11.2008 - 21:13 Uhr
jonina

fraeuleiningeborg sagte:
So wie ich rousseau verstanden habe, vermutet er gesellschaftliche Defizite als förderlich für Schizophrenie. Das bestreite ich.

vielleicht förderlich für den ausbruch der krankheit?

rousseau
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25.11.2008 - 21:13 Uhr
rousseau

fraeuleiningeborg sagte:
jonina sagte:
ja. inwiefern relativiert das meine antwort?


So wie ich rousseau verstanden habe, vermutet er gesellschaftliche Defizite als förderlich für Schizophrenie. Das bestreite ich.


Wie zum Beispiel das Thema Arbeitslosigkeit gehandhabt wird,
die Anforderung an höchste Flexibilität, alle möglichen Arten von Umweltgiften, eine durchdrehende Werbewirtschaft
etc. ...
dass das keinen Einfluss auf die Psyche hat
ergo eine Krankheitsursache sein kann,
darfst Du gern behaupten.

Aber dass wäre für mich eine sehr sehr wackliges Behauptung.

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25.11.2008 - 21:14 Uhr
rousseau

rousseau sagte:
fraeuleiningeborg sagte:
jonina sagte:
ja. inwiefern relativiert das meine antwort?


So wie ich rousseau verstanden habe, vermutet er gesellschaftliche Defizite als förderlich für Schizophrenie. Das bestreite ich.


Wie zum Beispiel das Thema Arbeitslosigkeit gehandhabt wird,
die Anforderung an höchste Flexibilität, alle möglichen Arten von Umweltgiften, eine durchdrehende Werbewirtschaft
etc. ...
dass das keinen Einfluss auf die Psyche hat
ergo eine Krankheitsursache sein kann,
darfst Du gern behaupten.

Aber dass wäre für mich eine sehr sehr wackliges Behauptung.


-wacklige-

hasenbraten
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25.11.2008 - 21:15 Uhr
hasenbraten

@shaddu
ja, sie ähneln sich manchmal in einzelnen Symptomen. Aber was die Ursachen angeht, und vor allem auch die Behandlung, sind sie komplett anders.
und "jeder ist da anderer ansicht" stimmt auch nicht ganz. Sowohl in der ambulanten als auch stationären Behandlung psychischer Störungen wird sich meist auf die gleichen Klassifikationssysteme bezogen.

@rousseau
Und zu den gesellschaftlichen Ursachen: dass alle psychischen Störungen gesellschaftlich verursacht sind, ist meiner Kenntnis nach auch nicht richtig. Es wird allgemein davon ausgegangen, dass sowohl sozial-gesellschaftliche, als auch genetische (biologische) und individuelle Faktoren bei der Entstehung mitwirken.

kailee
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25.11.2008 - 21:17 Uhr
kailee

rousseau sagte:
shaddu sagte:
rousseau sagte:
Man sollte nicht nur darüber nachdenken wie die Auswirkungen, behilfs Psychopharmaka, zu kurieren sind,
sonderst mindestens genausoviel Energie
in die Erkundung und letztendlich Behebung
der Ursachen, zum Beispiel von Schizophrenie,
stecken.



ich glaube die ursachen sind einfach derart komplex und vielseitig. dass es extrem schwer fällt die wirklich genauer zu erkunden.
schon ein von den eltern im frühen alter vernachlässigtes kind kann tendenzen zu einer schizoiden bewusstseinsstörung entwickeln. [posttraumatische belastungsstörung]


Da die Ursachen, welche man dabei entdeckt, aber wohl zwangsläufig auf Veränderungen welche in der Gesellschaft stattfinden müssen
hinweisen, besteht eben gerade kein großes Interesse
an deren Entdeckung.



CAVE! hier wird in der tat gefährliches halbwissen aufgetischt und sehr pauschal gedacht.

es liegt auch immer ein multifaktorielles geschehen vor, es gibt nicht DEN auslöser. in der medizin kann man keine schalter umlegen von "krank" auf "gesund".

und gerade in der psychiatrie ist sensibles vorgehen gefragt, die förderlichste therapie kann für jeden patienten anders aussehen.

rousseau
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25.11.2008 - 21:21 Uhr
rousseau

Ich sage doch gar nirgendwo dass ALLE psychologischen Störungen durch gesellschaftliche Faktoren ausgelöst werden.

Sondern dass die Gesellschaft viele Ursachen in sich vereint.
Alle - davon ist keineswegs die rede.

shaddu
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25.11.2008 - 21:21 Uhr
shaddu

es wurde nie von EINem auslöser gesprochen. es war die rede von ursachen. aber da hier jeder gerne mitredet und gerne das liest was er lesen möchte bzw. vorposter immer gerne auf ihre meinung pochen. wird vieles sowieso ein wenig merkwürdig intrepretiert und wieder ausgekotzt. soviel dazu.
und ja. heute ist dienstag. stimmt. bin noch in gedanken bei montag.
ich bin raus der "diskussion".

fraeuleiningeborg
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25.11.2008 - 21:22 Uhr
fraeuleiningeborg

rousseau, mit dem gleichen Recht könnte ich behaupten, dass sich die allgemeine Verbreitung des Automobils in den letzten 50 Jahren positiv auf den Verlauf psychischer Krankheiten ausgewirkt hat.
Null Beleg dafür.

kailee
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25.11.2008 - 21:23 Uhr
kailee

jonina sagte:

mit paranoider schizophrenie bist du im normalfall arbeitsunfähig. entweder du bist ein zombi wegen der psychosen, oder wegen der psychopharmaka.


uiuiui...

weder die medikamente machen die leute zu zombies, noch die erkrankung selbst.

nebenwirkungen der medikamente sind z.b. stoffwechselprobleme... klingt das jetzt nach zombie???

und diese menschen können tatsächlich arbeiten gehen, aber auch hier kommt es auf den einzelfall an. manche haben einen hohen leidensdruck und sind einfach nicht so stark belastbar. ein dachdecker, der einen rückenschaden hat, kann ja auch nicht mehr in seinem beruf arbeiten....
wo bitte soll ein psychisch kranker mensch nun einen zombie darstellen?

rousseau
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25.11.2008 - 21:23 Uhr
rousseau

fraeuleiningeborg sagte:
rousseau, mit dem gleichen Recht könnte ich behaupten, dass sich die allgemeine Verbreitung des Automobils in den letzten 50 Jahren positiv auf den Verlauf psychischer Krankheiten ausgewirkt hat.
Null Beleg dafür.


..ähm..Hast Du denn etwa Belege dafür, dass z.B. das ganze Thema Arbeitslosigkeit sich nicht auf die Psyche auswirkt?

GONG...

Da sieht es wohl sehr mau aus, nicht?

kailee
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25.11.2008 - 21:27 Uhr
kailee

rousseau sagte:
fraeuleiningeborg sagte:
rousseau, mit dem gleichen Recht könnte ich behaupten, dass sich die allgemeine Verbreitung des Automobils in den letzten 50 Jahren positiv auf den Verlauf psychischer Krankheiten ausgewirkt hat.
Null Beleg dafür.

..ähm..Hast Du denn etwa Belege dafür, dass z.B. das ganze Thema Arbeitslosigkeit sich nicht auf die Psyche auswirkt?

GONG...

Da sieht es wohl sehr mau aus, nicht?



ach komm....

nicht alle psychisch kranken sind arbeitslos..

deine ausführungen zu DER gesellschaft usw. sind sehr an den haaren herbei gezogen.

hasenbraten
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25.11.2008 - 21:28 Uhr
hasenbraten


..ähm..Hast Du denn etwa Belege dafür, dass z.B. das ganze Thema Arbeitslosigkeit sich nicht auf die Psyche auswirkt?

GONG...

Da sieht es wohl sehr mau aus, nicht?


Es gibt Belege, DASS sich die Arbeitslosigkeit auf die Psyche auswirkt, v.a. was depressive Störungen angeht. Nur so am Rande...

rousseau
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25.11.2008 - 21:29 Uhr
rousseau

hasenbraten sagte:

..ähm..Hast Du denn etwa Belege dafür, dass z.B. das ganze Thema Arbeitslosigkeit sich nicht auf die Psyche auswirkt?

GONG...

Da sieht es wohl sehr mau aus, nicht?


Es gibt Belege, DASS sich die Arbeitslosigkeit auf die Psyche auswirkt, v.a. was depressive Störungen angeht. Nur so am Rande...


Gerade davon rede ich ja, aber meiner Meinung sind nur wenige.
Wahrscheinlich alles Vorstandsvorsitzende hier .)

kailee
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25.11.2008 - 21:30 Uhr
kailee

shaddu sagte:
es wurde nie von EINem auslöser gesprochen. es war die rede von ursachen. aber da hier jeder gerne mitredet und gerne das liest was er lesen möchte bzw. vorposter immer gerne auf ihre meinung pochen. wird vieles sowieso ein wenig merkwürdig intrepretiert und wieder ausgekotzt. soviel dazu.
und ja. heute ist dienstag. stimmt. bin noch in gedanken bei montag.
ich bin raus der "diskussion".



musst ja nicht eingeschnappt sein. diese diskussion zeigt einfach auch -ohne es böse zu meinen- wieviel unkenntnis in der bevölkerung herrscht.

fraeuleiningeborg
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25.11.2008 - 21:31 Uhr
fraeuleiningeborg

Schizophrenien kommen in allen Kulturen der Welt mit gleicher Häufigkeit vor, aber das jeweilige Erscheinungsbild wechselt mit den soziokulturellen Gegebenheiten. So findet man beispielsweise den Subtypus einer katatonen Schizophrenie in Industrieländern viel seltener (fast gar nicht mehr) als in Entwicklungs- und Schwellenländern. (wikipedia)

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25.11.2008 - 21:33 Uhr
fraeuleiningeborg

rousseau sagte:

Es gibt Belege, DASS sich die Arbeitslosigkeit auf die Psyche auswirkt, v.a. was depressive Störungen angeht. Nur so am Rande...


Gerade davon rede ich ja, aber meiner Meinung sind nur wenige.
Wahrscheinlich alles Vorstandsvorsitzende hier .)

Der Unterschied zwischen Depression und Schizophrenie ist dir aber schon klar?

lea2
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25.11.2008 - 21:33 Uhr
lea2

kailee sagte:
musst ja nicht eingeschnappt sein. diese diskussion zeigt einfach auch -ohne es böse zu meinen- wieviel unkenntnis in der bevölkerung herrscht.

na, das gilt ja wohl für jede "randgruppe"

hasenbraten
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25.11.2008 - 21:33 Uhr
hasenbraten

Ja, gesellschaftliche Prozesse und Faktoren spielen bestimmt eine wichtige Rolle. Nur darf hier nicht die EINZIGE Ursache gesehen werden. Wie oben bereits angemerkt: Multifaktorielle Entstehungsmodelle usw...
Aber es gibt echt interessante Studien zum Thema "Arbeitslosigkeit und Depression". Und Angsstörungen, Substanzmissbrauch usw...

suesswarenabteilung
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25.11.2008 - 21:41 Uhr
suesswarenabteilung

ich finde die art und weise wie das in diesem artikel aufgearbeitet wurde ziemlich naiv und schlecht... man hätte das wesentlich besser machen können...

rousseau
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25.11.2008 - 21:42 Uhr
rousseau

suesswarenabteilung sagte:
ich finde die art und weise wie das in diesem artikel aufgearbeitet wurde ziemlich naiv und schlecht... man hätte das wesentlich besser machen können...


WIE besser?

lea2
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25.11.2008 - 21:45 Uhr
lea2

suesswarenabteilung sagte:
ich finde die art und weise wie das in diesem artikel aufgearbeitet wurde ziemlich naiv und schlecht... man hätte das wesentlich besser machen können...

irgendwo muß man ja anfangen. für einen einstieg ins thema fand ich ihn ganz gut

kailee
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25.11.2008 - 21:45 Uhr
kailee

rousseau sagte:

Es gibt Belege, DASS sich die Arbeitslosigkeit auf die Psyche auswirkt, v.a. was depressive Störungen angeht. Nur so am Rande...

Gerade davon rede ich ja, aber meiner Meinung sind nur wenige.
Wahrscheinlich alles Vorstandsvorsitzende hier .)



und wie sieht dein ernstgemeinter therapievorschlag aus? arbeitsplätze?

das meine ich auch mit "an/aus-schalter" . davon wird der mensch doch nicht gesund. das krankheitsbild ist viel zu komplex, als dass man es mit derartigen äußerungen missachtet!

ein schnupfen heilt aus, ein gebrochenes bein kann man gipsen. ein arzt begleitet den patienten auf seinem weg und versucht, lebensqualität herzustellen (beschwerdefreie zeiträume)...

jonina
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25.11.2008 - 21:46 Uhr
jonina

fraeuleiningeborg sagte:
(wikipedia)
um gottes willen!

rousseau
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25.11.2008 - 21:47 Uhr
rousseau

kailee sagte:
rousseau sagte:

Es gibt Belege, DASS sich die Arbeitslosigkeit auf die Psyche auswirkt, v.a. was depressive Störungen angeht. Nur so am Rande...

Gerade davon rede ich ja, aber meiner Meinung sind nur wenige.
Wahrscheinlich alles Vorstandsvorsitzende hier .)



und wie sieht dein ernstgemeinter therapievorschlag aus? arbeitsplätze?

das meine ich auch mit "an/aus-schalter" . davon wird der mensch doch nicht gesund. das krankheitsbild ist viel zu komplex, als dass man es mit derartigen äußerungen missachtet!

ein schnupfen heilt aus, ein gebrochenes bein kann man gipsen. ein arzt begleitet den patienten auf seinem weg und versucht, lebensqualität herzustellen (beschwerdefreie zeiträume)...



Du fragst, aber hast gar kein Interesse an (m)einer Antwort.

Dann kannst Du auch gleich auf die Frage verzichten.

fraeuleiningeborg
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25.11.2008 - 21:49 Uhr
fraeuleiningeborg

jonina sagte:
fraeuleiningeborg sagte:
(wikipedia)
um gottes willen!


Ich bin sicher, du wirst mir sofort eine seriöse medizinische Fachpublikation verlinken, in der das Gegenteil steht?

lea2
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25.11.2008 - 21:50 Uhr
lea2

kailee sagte:
ein arzt begleitet den patienten auf seinem weg und versucht, lebensqualität herzustellen (beschwerdefreie zeiträume)...

nun ja, der arzt hat die herrschaft über die medikamentöse therapie, das würde ich nicht als begleitung bezeichnen

jonina
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25.11.2008 - 21:51 Uhr
jonina

wiki ist bei koplexen sachverhalten nunmal öfters fürn arsch. ich habe nichts von "gegenteil" gesagt. aber wiki zitieren? bitte...

kailee
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25.11.2008 - 21:53 Uhr
kailee

rousseau sagte:
kailee sagte:
rousseau sagte:

Es gibt Belege, DASS sich die Arbeitslosigkeit auf die Psyche auswirkt, v.a. was depressive Störungen angeht. Nur so am Rande...

Gerade davon rede ich ja, aber meiner Meinung sind nur wenige.
Wahrscheinlich alles Vorstandsvorsitzende hier .)


und wie sieht dein ernstgemeinter therapievorschlag aus? arbeitsplätze?

das meine ich auch mit "an/aus-schalter" . davon wird der mensch doch nicht gesund. das krankheitsbild ist viel zu komplex, als dass man es mit derartigen äußerungen missachtet!

ein schnupfen heilt aus, ein gebrochenes bein kann man gipsen. ein arzt begleitet den patienten auf seinem weg und versucht, lebensqualität herzustellen (beschwerdefreie zeiträume)...


Du fragst, aber hast gar kein Interesse an (m)einer Antwort.

Dann kannst Du auch gleich auf die Frage verzichten.



ich sage ja nicht, dass gesellschaftliche faktoren aussen vor gelassen werden können. sie können bei vielen erkrankungen ein rolle spielen, zb. auch bluthochdruck usw. allerdings wäre es naiv, die krankheitsursache auf "DIE" gesellschaft zu reduzieren. genau diesen eindruck erwecken deine äußerungen.
sicherlich spielen auch interessen der pharmakonzerne eine rolle, das streite ich auch nicht aber. aber da könnte ich weitaus krassere beispiele nennen, wo richtig geld verdient wird. antidepressiva sind dagegen pfennigartikel.

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25.11.2008 - 21:55 Uhr
kailee

lea2 sagte:
kailee sagte:
ein arzt begleitet den patienten auf seinem weg und versucht, lebensqualität herzustellen (beschwerdefreie zeiträume)...
nun ja, der arzt hat die herrschaft über die medikamentöse therapie, das würde ich nicht als begleitung bezeichnen


hat er nicht. bei allem, was ein arzt an therapie und eingriffen vorschlägt, hat der patient ein recht, abzulehnen.

wo kämen wir denn da hin, wenn es so wäre, wie du es sagst?

man erarbeitet MIT dem patienten einen weg, den man therapeutisch gehen will.

fraeuleiningeborg
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25.11.2008 - 22:01 Uhr
fraeuleiningeborg

jonina sagte:
wiki ist bei koplexen sachverhalten nunmal öfters fürn arsch. ich habe nichts von "gegenteil" gesagt. aber wiki zitieren? bitte...


Na ja, soo komplex ist die Frage der Häufigkeit nun nicht.

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25.11.2008 - 22:02 Uhr
fraeuleiningeborg

kailee sagte:
ich sage ja nicht, dass gesellschaftliche faktoren aussen vor gelassen werden können. sie können bei vielen erkrankungen ein rolle spielen, zb. auch bluthochdruck usw. allerdings wäre es naiv, die krankheitsursache auf "DIE" gesellschaft zu reduzieren. genau diesen eindruck erwecken deine äußerungen.
sicherlich spielen auch interessen der pharmakonzerne eine rolle, das streite ich auch nicht aber. aber da könnte ich weitaus krassere beispiele nennen, wo richtig geld verdient wird. antidepressiva sind dagegen pfennigartikel.


Danke.

kailee
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25.11.2008 - 22:17 Uhr
kailee

rousseau sagte:

Der Mensch ist, ob er das selbst lebt oder nicht, ein Gesellschaftstier.

Dass also die Mehrheit der, wenn auch nicht alle, Ursachen in der Gesellschaft, dem Gesellschaftssystem, dem wirtschaftlichen System etc. begründet sind,
liegt für mich klar auf der Hand.



siehst du?

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25.11.2008 - 22:18 Uhr
kailee

fraeuleiningeborg sagte:

Danke.


no prob ;-)

rousseau
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25.11.2008 - 22:19 Uhr
rousseau

kailee sagte:
rousseau sagte:

Der Mensch ist, ob er das selbst lebt oder nicht, ein Gesellschaftstier.

Dass also die Mehrheit der, wenn auch nicht alle, Ursachen in der Gesellschaft, dem Gesellschaftssystem, dem wirtschaftlichen System etc. begründet sind,
liegt für mich klar auf der Hand.



siehst du?


Und?
Ist Mehrheit für dich identisch mit "Alles"?

Na dann viel Spass noch.

kailee
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25.11.2008 - 22:27 Uhr
kailee

rousseau sagte:
k
Ist Mehrheit für dich identisch mit "Alles"?

Na dann viel Spass noch.


will dich ja auch nicht ärgern, aber "mehrheit" klingt sehr nach "fast alles" ...

Steffbert
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25.11.2008 - 22:28 Uhr
Steffbert

wirklich gut und informativ!

jonina
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25.11.2008 - 22:31 Uhr
jonina

fraeuleiningeborg sagte:
Na ja, soo komplex ist die Frage der Häufigkeit nun nicht.

was immer du sagst^^

rousseau
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25.11.2008 - 22:32 Uhr
rousseau

kailee sagte:
rousseau sagte:
k
Ist Mehrheit für dich identisch mit "Alles"?

Na dann viel Spass noch.


will dich ja auch nicht ärgern, aber "mehrheit" klingt sehr nach "fast alles" ...


Und ist -fast alles- für dich alles?

Wie lange wollen wir dieses lustige Spielchen jetzt spielen? 8)

mrsbratmaxe
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25.11.2008 - 22:38 Uhr
mrsbratmaxe

battlegnom sagte:
jonina sagte:
mit paranoider schizophrenie bist du im normalfall arbeitsunfähig. entweder du bist ein zombi wegen der psychosen, oder wegen der psychopharmaka.

Dem möchte ich aus eigener Erfahrung mal ganz entschieden widersprechen.
Allein das Wort Zombie finde ich in diesem Zusammenhang als sehr zynisch. Ich kenne Menschen mit diesem Krankheitsbild die fast völlig normal arbeiten.
Es kommt da oft auf den Schweregrad der Erkrankung an.


danke dafür

ansonsten hab ich irgendwann aufgehört zu lesen. gefährliches halbwissen war hier das richtige stichwort oder wie diether nuhr so schön sagte: wenn man keine ahnung hat, einfach mal die klappe halten

das tu ich zb auch obwohl ich in dem bereich arbeite...
wen das thema interessiert, der kann sich evtl mal das buch "stimmenreich" anschauen.
danke

jonina
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25.11.2008 - 22:40 Uhr
jonina

ich habe ahnung, danke der nachfrage.

rousseau
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25.11.2008 - 22:40 Uhr
rousseau

mrsbratmaxe sagte:
battlegnom sagte:
jonina sagte:
mit paranoider schizophrenie bist du im normalfall arbeitsunfähig. entweder du bist ein zombi wegen der psychosen, oder wegen der psychopharmaka.

Dem möchte ich aus eigener Erfahrung mal ganz entschieden widersprechen.
Allein das Wort Zombie finde ich in diesem Zusammenhang als sehr zynisch. Ich kenne Menschen mit diesem Krankheitsbild die fast völlig normal arbeiten.
Es kommt da oft auf den Schweregrad der Erkrankung an.


danke dafür

ansonsten hab ich irgendwann aufgehört zu lesen. gefährliches halbwissen war hier das richtige stichwort oder wie diether nuhr so schön sagte: wenn man keine ahnung hat, einfach mal die klappe halten

das tu ich zb auch obwohl ich in dem bereich arbeite...
wen das thema interessiert, der kann sich evtl mal das buch "stimmenreich" anschauen.
danke


Eben nicht.
Man kann/darf und soll über ALLES reden.
Auf das WIE kommt es an.

Aber von mir aus, darfst Du es für dich auch gern weiterhin so halten,
dass Frauen, was Autos betrifft
nichts zu sagen haben...
8)

mrsbratmaxe
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25.11.2008 - 22:43 Uhr
mrsbratmaxe

klar kann man über alles reden, aber dann bitte nicht so tun als ob man ahnung von der materie hat. da wird menschen vom fach ja ganz schwindelig..

rousseau
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25.11.2008 - 22:44 Uhr
rousseau

mrsbratmaxe sagte:
klar kann man über alles reden, aber dann bitte nicht so tun als ob man ahnung von der materie hat. da wird menschen vom fach ja ganz schwindelig..


Das ist das WIE welches ich dort oben erwähnt habe.

kammerflimmern
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25.11.2008 - 22:45 Uhr
kammerflimmern

mrsbratmaxe sagte:
klar kann man über alles reden, aber dann bitte nicht so tun als ob man ahnung von der materie hat. da wird menschen vom fach ja ganz schwindelig..


dabke mrs bratmaxe. ich denke es mir auch schon die ganze zeit! deswegen: gefährliches halbwissen!

mrsbratmaxe
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25.11.2008 - 22:47 Uhr
mrsbratmaxe

ach weisse, genau deshalb wollte ich hier nich mit diskutieren..
wie auch immer. ich bin raus

wollmops
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25.11.2008 - 22:47 Uhr
wollmops

schlage, harmoniesüchtig wie ich bin, mal wieder einen Konsens vor (wollte schon vor 30 Minuten, aber Internet kaputt):

jeder Fall ist anders.

Wir haben leider Fälle von Schizophrenie in der Familie, und daher kenne ich mich ein bisschen aus -- aber nur ein bisschen, kein Medizinstudium oder so, nur viel in der Klinik zu Besuch gewesen und jahrelang beobachtet.
Ich bin überrascht, wie wenig 'man' über diese Krankheit weiss. Ursachen sind nahezu unbekannt - man kennt schon die Risikofaktoren (Drogen, Stress, Veranlagung), aber nicht, was im Einzelfall entscheidend war. Der Verlauf ist absolut unberechenbar, kann aber auch sehr positive Wendungen nehmen - bei einem Fall, den ich kenne, ist seit fünf Jahren kein Schub mehr gekommen, er arbeitet und lebt völlig normal -- und vorher war er zwanzig Jahre lang praktisch dauerpsychotisch (mit wenigen Lichtblickphasen).
Soweit ich weiss, ist das einzige, was man machen kann: gut medikamentieren (phantastische Entwicklungen in den letzten Jahrzehnten, die Medis sind viel feiner abgestimmt, und das Zombie-Phänomen, was es ja wirklich gab, ist heute, glaube ich, kaum noch ein Problem) und begleitend psychotherapieren - um auf sehr pragmatische Weise ein Umgehen mit der Krankheit zu lernen.

Das Hauptproblem ist nicht, dass man nichts machen kann, sondern, dass die meisten sich nicht helfen lassen. Wenn man in einer Paranoiapsychose steckt, geht man kaum zum Arzt und lässt sich Pillen geben.

jonina
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25.11.2008 - 22:50 Uhr
jonina

mrsbratmaxe sagte:
ach weisse, genau deshalb wollte ich hier nich mit diskutieren..
wie auch immer. ich bin raus

danke für diesen konstruktiven beitrag. hauptsache alle anderen dissen. wie arrogant.

Unlovable
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25.11.2008 - 22:50 Uhr
Unlovable

Gibt schon viele hier die sich über gefährliches Halbwissen beschweren, selber aber relativ überzeugt durchblicken lassen, dass sie die Sache viel besser verstehen als der Rest. Da ist man mit einem Wiki-Zitat ganz schnell durchgefallen. Da brauchts nichtmal mehr Argumente. Der helle Wahnsinn.
Zum Glück bin ich hier nichtmal mit Drittelwissen ausgestattet.

rousseau
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25.11.2008 - 22:51 Uhr
rousseau

jonina sagte:
mrsbratmaxe sagte:
ach weisse, genau deshalb wollte ich hier nich mit diskutieren..
wie auch immer. ich bin raus

danke für diesen konstruktiven beitrag. hauptsache alle anderen dissen. wie arrogant.


Na und. Ich habe kein Problem damit wenn sich viele verabschieden.
Ist doch viel besser hier, dann.

lea2
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25.11.2008 - 22:51 Uhr
lea2

kailee sagte:
hat er nicht. bei allem, was ein arzt an therapie und eingriffen vorschlägt, hat der patient ein recht, abzulehnen.

wo kämen wir denn da hin, wenn es so wäre, wie du es sagst?

man erarbeitet MIT dem patienten einen weg, den man therapeutisch gehen will.

naja, aber ist denn der patient nicht doch dem arzt ausgeliefert, es sei denn, es handelt sich um einen kollegen?
und ob der arzt den patienten begleitet, nun ja. ich seh das eher so, daß die angehörigen, pflege- und betreuungspersonals die begleitung machen

jonina
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25.11.2008 - 22:54 Uhr
jonina

wollmops sagte:
Das Hauptproblem ist nicht, dass man nichts machen kann, sondern, dass die meisten sich nicht helfen lassen. Wenn man in einer Paranoiapsychose steckt, geht man kaum zum Arzt und lässt sich Pillen geben.

das ist wahr. deshalb dürfen freunde/familie (und ärzte!) nicht über anzeichen psychischer erkrankungen einfach hinwegsehen.

fraeuleiningeborg
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25.11.2008 - 22:56 Uhr
fraeuleiningeborg

lea2 sagte:
kailee sagte:
hat er nicht. bei allem, was ein arzt an therapie und eingriffen vorschlägt, hat der patient ein recht, abzulehnen.

wo kämen wir denn da hin, wenn es so wäre, wie du es sagst?

man erarbeitet MIT dem patienten einen weg, den man therapeutisch gehen will.

naja, aber ist denn der patient nicht doch dem arzt ausgeliefert, es sei denn, es handelt sich um einen kollegen?
und ob der arzt den patienten begleitet, nun ja. ich seh das eher so, daß die angehörigen, pflege- und betreuungspersonals die begleitung machen


Aber gerade bei Schizophrenie ist es meines Wissens wichtig, dass der Patient mitwirkt, weil die unterschiedliche Wirkung der möglichen Medikamente und die Dosierung besprochen werden müssen.

lea2
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25.11.2008 - 22:58 Uhr
lea2

mrsbratmaxe sagte:
klar kann man über alles reden, aber dann bitte nicht so tun als ob man ahnung von der materie hat. da wird menschen vom fach ja ganz schwindelig..

mir gehts hier weder um diagnosen, medizinisches fachwissen, sowas brauchen ärzte und krankenkassen. mir gehts eher darum, wie es den menschen in ihrem leben geht. was sie tun, was für chancen sie haben usw., wie sie begleitet werden.
womit wir bei meinem handwerkszeug wären.
und mir könnte es auch schwindlig werden, wie hier die menschen zu medizinischen phänomenen verwurstet werden. ziemlich einseitig

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25.11.2008 - 23:02 Uhr
lea2

@ingeborg, klar sollte der im besten fall mitwirken, um eine differenzierte für ihn beste therapie zu bekommen. keine frage, aber es ist nicht alles

fraeuleiningeborg
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25.11.2008 - 23:06 Uhr
fraeuleiningeborg

lea2 sagte:
@ingeborg, klar sollte der im besten fall mitwirken, um eine differenzierte für ihn beste therapie zu bekommen. keine frage, aber es ist nicht alles


Ja klar, wir reden glaub ich etwas aneinander vorbei.

lea2
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25.11.2008 - 23:08 Uhr
lea2

fraeuleiningeborg sagte:
Ja klar, wir reden glaub ich etwas aneinander vorbei.

den verdacht hatte ich auch schon :)

mieke
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25.11.2008 - 23:12 Uhr
mieke

mir haben da auch ein paar aspekte gefehlt. und: waren denn drogen im spiel, davor? hört sich in den ersten absätzen etwa so an..

lea2
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25.11.2008 - 23:17 Uhr
lea2

mieke sagte:
mir haben da auch ein paar aspekte gefehlt. und: waren denn drogen im spiel, davor? hört sich in den ersten absätzen etwa so an..

hehe, die ärztin hat wohl nicht umsonst auf den zusammenhang von kiffen und psychose hingewiesen.....

rousseau
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25.11.2008 - 23:19 Uhr
rousseau

mieke sagte:
mir haben da auch ein paar aspekte gefehlt. und: waren denn drogen im spiel, davor? hört sich in den ersten absätzen etwa so an..


Soll das jetzt eine unreflektierte "die pösen pösen Drogen"-Schelte werden?

jonina
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25.11.2008 - 23:21 Uhr
jonina

rousseau sagte:
Soll das jetzt eine unreflektierte "die pösen pösen Drogen"-Schelte werden?

nein, das war nur eine frage.

rousseau
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25.11.2008 - 23:22 Uhr
rousseau

jonina sagte:
rousseau sagte:
Soll das jetzt eine unreflektierte "die pösen pösen Drogen"-Schelte werden?

nein, das war nur eine frage.


Nun, es klang eher nicht nach "nur" einer Frage...

jonina
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25.11.2008 - 23:24 Uhr
jonina

das hier klang so.

hehe, die ärztin hat wohl nicht umsonst auf den zusammenhang von kiffen und psychose hingewiesen.....

lea2
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25.11.2008 - 23:27 Uhr
lea2

ich hab lediglich das "zusammengefasst", was im artikel zum thema drogen stand. mehr nicht.

rousseau
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25.11.2008 - 23:33 Uhr
rousseau

lea2 sagte:
ich hab lediglich das "zusammengefasst", was im artikel zum thema drogen stand. mehr nicht.


ok.

lea2
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25.11.2008 - 23:40 Uhr
lea2

rousseau sagte:
lea2 sagte:
ich hab lediglich das "zusammengefasst", was im artikel zum thema drogen stand. mehr nicht.


ok.

und? hat sie recht?

rousseau
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25.11.2008 - 23:43 Uhr
rousseau

lea2 sagte:
rousseau sagte:
lea2 sagte:
ich hab lediglich das "zusammengefasst", was im artikel zum thema drogen stand. mehr nicht.


ok.

und? hat sie recht?


Da gibt es kein einfaches Ja/Nein.

Worauf soll denn ein Ja hinauslaufen? Alle Drogen verbieten? Geht nicht und halte ich auch für nicht angebracht.

Und ein nein, jeglichen Drogengebrauch unreflektiert erlauben?
Geht auch nicht.

Die einzige Antwort auf diese Unklarheit ist die: forschen, forschen, forschen!

jonina
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25.11.2008 - 23:43 Uhr
jonina

wer?

rousseau
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25.11.2008 - 23:44 Uhr
rousseau

jonina sagte:
wer?


Wie wer?

lea2
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25.11.2008 - 23:44 Uhr
lea2

rousseau sagte:
Da gibt es kein einfaches Ja/Nein.

Worauf soll denn ein Ja hinauslaufen? Alle Drogen verbieten? Geht nicht und halte ich auch für nicht angebracht.

Und ein nein, jeglichen Drogengebrauch unreflektiert erlauben?
Geht auch nicht.

Die einzige Antwort auf diese Unklarheit ist die: forschen, forschen, forschen!

genehmigt ........:)

fraeuleiningeborg
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25.11.2008 - 23:45 Uhr
fraeuleiningeborg

Ist es nicht relativ egal, ob die Frau jetzt Drogen genommen hat oder nicht? Darum geht´s doch nicht.

jonina
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25.11.2008 - 23:46 Uhr
jonina

fraeuleiningeborg sagte:
Ist es nicht relativ egal, ob die Frau jetzt Drogen genommen hat oder nicht? Darum geht´s doch nicht.

in diesem fall wohl nicht, das stimmt.

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25.11.2008 - 23:47 Uhr
jonina

das wäre dann nochmal eine geschichte für sich.

rousseau
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25.11.2008 - 23:47 Uhr
rousseau

fraeuleiningeborg sagte:
Ist es nicht relativ egal, ob die Frau jetzt Drogen genommen hat oder nicht? Darum geht´s doch nicht.


Kommt darauf an ob man speziell ihren Fall betrachtet
oder die Krankheit im Allgemeinen.

lea2
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25.11.2008 - 23:49 Uhr
lea2

da hatte jetzt.de einen pädagogischen auftrag, den jungen leute mitzuteilen, daß kiffen ne psychose auslösen kann und das ist nicht verkehrt
gute nacht

fraeuleiningeborg
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25.11.2008 - 23:51 Uhr
fraeuleiningeborg

Die Krankheit im Allgemeinen kann im Prinzip jeden treffen, deswegen finde ich die Analyse, warum es jetzt in diesem speziellen Fall passiert ist, wenig hilfreich.
Da kommt man schnell zu so einer Meinung wie: Ach ja, die hat ja gekifft, selber schuld.

jonina
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25.11.2008 - 23:52 Uhr
jonina

schmarrn.

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25.11.2008 - 23:52 Uhr
jonina

@lea

JulchenMSD
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26.11.2008 - 02:11 Uhr
JulchenMSD

Sehr interessant...vorallendingen, da ich ähnliches aus eigener Erfahrung kenne!

ruebezahl
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26.11.2008 - 04:38 Uhr
ruebezahl

ohne alle kommentare gelesen zu haben: beiträge wie dieser von rousseau sind pubertärer käse:
"Dass also die Mehrheit der, wenn auch nicht alle, Ursachen in der Gesellschaft, dem Gesellschaftssystem, dem wirtschaftlichen System etc. begründet sind, liegt für mich klar auf der Hand."
im gegensatz zu schizophrenie werden depressionen durch allgemeine gesellschaftliche probleme ausgelöst, die zeit nach der wirtschaftskrise 1929 heißt "great depression" - aber nicht "great psychosis". wobei für depressionen gilt: arbeitslosigkeit z.b. ist ein anlass, aber keine ursache des krankheitsbildes. gesellschaftliche zustände bilden anlässe, aber selten ursachen von psychischen krankheiten.
außerdem wird schizophrenie, wie man diese psychose landläufig nennt, im regelfall von gesellschaftlichen anlässen NICHT ausgelöst. die überwiegende mehrzahl der schizophrenen erkrankungen setzen bei jugendlichen, mehrheitlich jungen, nach der pubertät zwischen 16 und 26 jahren ein. (so bei julia im beitrag, so im film "das weiße rauschen", so bei meinem bruder und anderen, die ich kenne.) ältere menschen erkranken sehr selten. das weist darauf hin, dass die ursachen der erkrankung eher im hormonellen umbruch der pubertät zu suchen sind. oftmals genügt als anlass zum ausbrechen der krankheit eine scheinbare kleinigkeit wie eine unglückliche liebe / liebeskummer oder die unsicherheit vor oder nach prüfungen. das ausbrechen der krankheit ist dabei - und das ist das problem, nicht die gesellschaftliche verfasstheit - von gewöhnlichen schlechte-laune-symptomen bei liebeskummer nicht zu unterscheiden, etwa dass man sich allein fühlt, niemanden kennt, mit dem man reden kann o.ä.. diese symptome allerdings bleiben für längere zeit und verstärken sich zu wahnvorstellungen, oft gehörte stimmen, bei julia der moment in der u-bahn, bei meinem bruder das gleiche. in diesem augenblick ist die krankheit bereits ausgebrochen. die gesellschaft, die dort hätte heilend oder schützend eingreifen können, ist in der regel lediglich der familien-/freundeskreis, außerdem mit dieser krankheit überfordert: erstens erkennen die freunde/familie die krankheit nicht als krankheit, zweitens weiß man normalerweise nicht, was tun. siehe das beispiel der mitbewohnerin.
was bedeutet: die gesellschaft ist für den "werdenden kranken" eine sehr kleine sozietät - und beileibe nicht die politische allgemeinheit, die rousseau vermutet. und diese kleine sozietät ist auch beileibe keine ursache, ja oftmals nicht einmal der anlass für die krankheit. ursache ist in der regel, mit problemen in einer sensiblen entwicklungsphase nicht umgehen zu können, diese oft nicht kommunizieren zu können und dadurch enorm zu vergrößern. mein bruder z.b. ist vor schwierigkeiten stets abgehauen. wer sich "das weiße rauschen" anschaut, wird dort ebenfalls sehen, dass die hauptfigur sich abschottet, flüchtet und seine probleme nicht bewältigen kann. das ist bereits bestandteil des krankheitsbildes.
das problem mit der medizinischen behandlung: schizophrenien sind außerordentlich vielfältig in ausbruch, symptomen und verlauf. das zu erforschen ist in der regel jedoch nicht aufgabe der pharmakonzerne, sondern der medizin (auch wenn pharmakonzerne forschungsabteilungen haben). problem: jede psychose zeigt ein gestörtes kommunikationsverhältnis zwischen krankem und seiner umgebung. wie genau diese störung zustande kommt, ist bislang völlig unklar. medikamente können lediglich die störungen im nachhinein behandeln, aber nicht rückgängig machen. außerdem muss der patient diese behandlung als kranken menschen überhaupt wollen. mein bruder hatte ähnliche probleme mit sich und seinem körper (oft duschen oder baden, sich als hässlich empfinden etc), hatte aber nicht den mut oder willen, das zu verändern. auch wollte er arbeiten, um unabhängig zu sein. das ist regelmäßig katastrophal gescheitert, weil er die belastung, regelmäßig aufzustehen, nicht aushielt. wohlgemerkt: diese belastung hat er sich selbst gewählt, wissend, dass er sie nicht aushalten würde.
nch einmal: die behauptung von gesellschaftlichen ursachen im falle von schizophrenie halte ich für absoluten unsinn.

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26.11.2008 - 08:11 Uhr
ruebezahl

oder, um es anders zu sagen:
eine depression hat ihre ursachen meist in äußeren faktoren, gesellschaftlichen bedingungen, arbeitsalltag, familiensystem, stress, misserfolge etc. durch korrektur dieser faktoren ist besserung möglich.
eine schizophrenie ist eine krankhafte wahrnehmungsstörung, die sich nicht durch änderung der gesellschaftlichen verfasstheit lindern lässt.

mich regt diese ausgestellte dummheit, ständig das system und die gesellschaft verantwortlich zu machen, kollossal auf.

alpenpanorama
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26.11.2008 - 11:29 Uhr
alpenpanorama

rousseau sagte:
Man sollte nicht nur darüber nachdenken wie die Auswirkungen, behilfs Psychopharmaka, zu kurieren sind,
sonderst mindestens genausoviel Energie
in die Erkundung und letztendlich Behebung
der Ursachen, zum Beispiel von Schizophrenie,
stecken.

Solange sich aber mit Psychopharmaka ein Haufen an Geld verdienen lässt,
ist das wohl eher zweitrangig.


Mag sein, dass sich mit Psychopharmaka viel Geld verdienen lässt, ich kann das nicht beurteilen. Sicher ist es sinnvoll, weiter zu forschen, um psychische Krankheiten nicht nur lindern, sondern eines Tages tatsächlich heilen zu können. Was ich aber aus eigenem Erleben beurteilen kann: Psychopharmaka - die "nur" bei den Symptomen ansetzen - können ein Segen sein, drum ist es unsachlich,
sie auf den Aspekt der Geschäftemacherei zu reduzieren. Ich brauchte wegen einer psychischen Erkrankung, die mit der von Julia nicht 1 : 1 vergleichbar ist, aber unter anderem auch psychotische Elemente aufwies, über einen längeren Zeitraum starke Medikamente. Sie hatten fürchterliche Nebenwirkungen, und ich bin daher sehr glücklich, dass ich diese Medikamente inzwischen nicht mehr nehmen muss. Aber ich bin dennoch dankbar, dass mir die Medikamente im akuten Stadium zur Verfügung standen und damals die Symptome der Erkrankung auf ein wenigstens halbwegs erträgliches Maß herunterregelten. Sonst säße ich heute nicht hier und könnte es nicht genießen, dass es mir mithilfe der Medikamente als lebensrettender Sofortmaßnahme und einer auf nachhaltige Wirkung angelegten Therapie inzwischen unvergleichlich besser geht und ein "normales" Leben wieder möglich ist.

An jetzt.de einen Dank für den einfühlsamen und informativen Artikel über ein Tabu-Thema.

nelo
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26.11.2008 - 13:38 Uhr
nelo

sehr guter artikel!

Anotatta
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26.11.2008 - 14:07 Uhr
Anotatta

Ja..Hallo erstmal. Also die beschriebenen Phänomene müssen jemandem seltsam erscheinen, der das alles nicht selbst erlebt hat. Trifft auf mich nicht zu, da ich das alles auch schon durchgemacht habe und teilweise noch durchmache. Es wurde bei mir nie offiziell diagnostiziert, von Medikamenten halte ich wenig (Psychopharmaka), obwohl es manchmal kaum ohne sie geht. Die Welt rast auf dich zu und du verlierst den Boden unter den Füßen. Du kannst keinen Schritt mehr machen, weil du Angst hast in ein schwarzes Loch zu stürzen. Es ist unheimlich. Es ist lebensbedrohlich. Ich glaube auch, dass es einen genetischen Faktor gibt und Stress der häufigste Auslöser ist. Andererseits habe ich den Verdacht, es könnte heilbar sein, man kann es in den Griff bekommen. Sonst wäre ich gar nicht mehr am Leben. (Jeder Wahn hat seine Schwachstelle. Vollkommenen Wahn gibt es nicht.) Grüße von der anderen Seite des Wahns : Anotatta

lenzz
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26.11.2008 - 14:11 Uhr
lenzz

@ ruebezahl 26.11.2008 | 04:38


bester kommentar bisher!

ruebezahl
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26.11.2008 - 15:23 Uhr
ruebezahl

danke.

wollmops
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26.11.2008 - 15:49 Uhr
wollmops

lenzz sagte:
@ ruebezahl 26.11.2008 | 04:38


bester kommentar bisher!


find ich auch. Unglaublich, wie manche Leute diese Plattform für ihr Privathickhack benutzen. Das ist so peinlich wie Ehekrach übers Handy.

Jollscherl
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26.11.2008 - 16:06 Uhr
Jollscherl

"ein durchaus lebenswertes Leben"
tolle ärztin.
ansonsten: sehr interessante texte, die drei.

better_dressed
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26.11.2008 - 16:07 Uhr
better_dressed

schade, dass psychopharmaka in dem artikel als einzig mögliche hilfsmittel propagiert werden. "zum glück gibt es die pharmaindustrie"....

medikamente können einfach nicht der einzige wirklich wirksame weg sein, das will ich nicht glauben. sein ganzen lang nur wegen irgendelcher pilen lebendig zu sein?...

querspieler
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26.11.2008 - 16:12 Uhr
querspieler

better_dressed sagte:
schade, dass psychopharmaka in dem artikel als einzig mögliche hilfsmittel propagiert werden. "zum glück gibt es die pharmaindustrie"....medikamente können einfach nicht der einzige wirklich wirksame weg sein, das will ich nicht glauben. sein ganzen lang nur wegen irgendelcher pilen lebendig zu sein?...

Doch die Medikamente sind ein Segen, und viele psych. Probleme haben einfach ihre Ursache in einem gestörten Hirnstoffwechsel, und da greifen die Medikamente ein. Das da noch vieles ungeklärt ist und manches verbessert werden kann, keine Frage. Ich hätte da aber keinerlei Probleme, bevor ich nicht mehr lebendig bin auf Pillen zu setzen.

BarbarenDave
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26.11.2008 - 16:36 Uhr
BarbarenDave

ruebezahl sagte:

noch einmal: die behauptung von gesellschaftlichen ursachen im falle von schizophrenie halte ich für absoluten unsinn.


Ich hab fast kein Kommentar oder gar den ganzen Artikel gelesen ;-), aber das stimmt so nicht, gerade für die Schizophrenie gilt wie für fast alle psychischen erkrankungen, dass sie gehäuft in den unteren sozioökonomischen Schichten auftreten
Andererseits ist gerade für die endogene Depression klar das auch Veränderungen im Neurotransmitterhaushalt bei der Entstehung eine Rolle spielen (das läuft unter dem Stichwort Monoamin-Hypothese).

Nebenbei bemerkt ist es so das in anderen Gesellschaften, Prototyp sind hier die Afrikanischen Stammesgesellschaften die Schizophrenie genauso häufig auftritt, die Erkrankten aber länger in der Gemeinschaft integriert bleiben und somit häufig wesentlich mildere Krankheitsverläufe haben.

drolli
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26.11.2008 - 18:51 Uhr
drolli

rousseau sagte:
Ich sage doch gar nirgendwo dass ALLE psychologischen Störungen durch gesellschaftliche Faktoren ausgelöst werden.

Sondern dass die Gesellschaft viele Ursachen in sich vereint.
Alle - davon ist keineswegs die rede.


Statistisch gesehen ist aber gerade bei der angesprochenen Stoerung die Gesellschaft besonders wenig beteiligt, ausser eben darueber dass man an Drogen rankommt.

rousseau
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26.11.2008 - 18:53 Uhr
rousseau

drolli sagte:
rousseau sagte:
Ich sage doch gar nirgendwo dass ALLE psychologischen Störungen durch gesellschaftliche Faktoren ausgelöst werden.

Sondern dass die Gesellschaft viele Ursachen in sich vereint.
Alle - davon ist keineswegs die rede.


Statistisch gesehen ist aber gerade bei der angesprochenen Stoerung die Gesellschaft besonders wenig beteiligt, ausser eben darueber dass man an Drogen rankommt.


Welche Statistik zitierst Du denn gerade,
frage ich einmal ganz unverbindlich? 8)

drolli
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26.11.2008 - 19:03 Uhr
drolli

ruebezahl sagte:
....
Ich hab fast kein Kommentar oder gar den ganzen Artikel gelesen ;-), aber das stimmt so nicht, gerade für die Schizophrenie gilt wie für fast alle psychischen erkrankungen, dass sie gehäuft in den unteren sozioökonomischen Schichten auftreten
...



Und nach elimination von statistischen Korrelationen mit Drogenkonsum/Arbeitlosigkeit aufgrund psychischer Stoerungen?

JanDerPaul
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26.11.2008 - 19:24 Uhr
JanDerPaul

@mieke,

nur weil einer redselig ist, muss er nciht gleich nen lachflash haben (-;

aber hast schon recht. waren denn da drogen im spiel?

better_dressed
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26.11.2008 - 20:53 Uhr
better_dressed

querspieler sagte:
Doch die Medikamente sind ein Segen, und viele psych. Probleme haben einfach ihre Ursache in einem gestörten Hirnstoffwechsel, und da greifen die Medikamente ein.

ok es leuchtet mir ein, dass psychische krankheiten physisch bedingt sein können oder sind, und dass medikamente da mehr helfen, als vieles andere.

jedoch sind diese probleme ja aber erstens nicht nur physisch bedingt, sondern gehen auf viele viele ursachen zurück, die noch gar nicht erforscht sind.
und zweitens - sein ganzes leben lang chemie in sich zu pumpen ist für mich einfach keine lösung. und auch nichts schönes. wobei das natürlich klar ist.
es gibt ja auch viele fälle, in denen die psychopharmaka einfach beliebig und verschwenderisch eingesetzt werden. auch wegen des profits. ich beziehe mich dabei konkret auf einen größeren ZEIT-Artikel der letzten Woche. und ich habe aber auch schon von anderen seiten so etwas gehört. dass man den medikamenten keine allheilkraft zuschreiben sollte, dass man sie nicht als allerletztes mittel ansehen sollte, dass so etwas wie liebe und zuneigung ja immerhin auch eine rolle spielen, besonders bei psychischen krankheiten, das sollte man nicht aus dem auge verlieren.

in unserer gesellschaft bekommen medikamente eine immer herausragendere rolle zugeschrieben. was ist mit menschlichen werten und gefühlen?

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26.11.2008 - 20:54 Uhr
better_dressed

na schick jetzt ist alles markiert. grr.

querspieler
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26.11.2008 - 21:21 Uhr
querspieler

better_dressed, das widerspricht sich ja nicht, eine menschliche Behandlung wünscht sich jeder und soll auch jeder bekommen, und wenn Medikamente helfen, werden sie die meisten wohl gerne nehmen (und da gibt es sicher Grenzfälle, wo die Einsicht fehlt, es aber sinnvoll wäre, da würde ich eine gewisse kontrollierte Unfreiwilligkeit hinnehmen). Dass manchmal nur aus Bequemlichkeit oder aufgrund falscher Diagnose usw. verordnet oder festgehalten wird, das sind Probleme, gegen die was getan werden muss.
Eine psych. Krankheit überfordert halt die Angehörigen auch schnell, und auch die betreuenden Profis haben keine unendlichen Positive-Gefühlsressourcen, mal abgesehen davon dass z.B. Depressionen auch durch Trennung oder Tod ausgelöst werden können - da steht halt dann genau kein liebevoller Partner mehr bereit. Und pauschal sagen, dass "früher" der Umgang mit psych. Erkrankungen besser war, würde ich jetzt auch nicht unbedingt.
Also mein Fazit wäre, da ist noch viel zu tun, aber der Weg ist schon der richtige.
Und ich verstehe, dass der Gedanke, ein Leben lang auf Medikamente angewiesen zu sein erschreckend ist, nur für viele Menschen mit allen möglichen Krankheiten ist das Realität, und die meisten sind froh drum, diese Alternative zu haben, trotz aller Nebenwirkungen oder Veränderungen, die das bewirkt.

better_dressed
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26.11.2008 - 21:34 Uhr
better_dressed

querspieler sagte:
Eine psych. Krankheit überfordert halt die Angehörigen auch schnell, und auch die betreuenden Profis haben keine unendlichen Positive-Gefühlsressourcen...

das ist mir klar, und natürlich kann ich, die so etwas auch im bekanntenkreis nur vage miterlebte, nicht behaupten, es wäre einfach, liebevoll mit psychisch kranken umzugehen. natürlich braucht man eine enorme kraft. ob ich sie selber aufbringen könnte, weiß ich nicht.
mir ging es primär auch darum, dass der artikel (bei mir) den eindruck erweckt, psychopharmakwären das einzig wirksame, auch weil am ende einer jeden sichtweise etwas stand wie (sehr nüchtern gesagt): "na ein glück hat sie jetzt die medikamente, da brauchen wir uns nicht kümmern". vor allem die mitbewohnerin...


querspieler sagte:
Und ich verstehe, dass der Gedanke, ein Leben lang auf Medikamente angewiesen zu sein erschreckend ist, nur für viele Menschen mit allen möglichen Krankheiten ist das Realität, und die meisten sind froh drum, diese Alternative zu haben, trotz aller Nebenwirkungen oder Veränderungen, die das bewirkt.


ja. nachdem ich mir jetzt ein paar andere kommentare durchlas, wurde mir bewusster, dass medikamente dem betroffenen helfen können, sich akut wieder besser zu fühlen, die schwersten krisen zu überstehen. das finde ich auch gut so. nur dann kommt da eben wieder dieser bittere beigeschmack: die nebenwirkungen, die abhängigkeit. und, dass die medikamente nur an der oberfläche wirken.

du hast schon recht, wenn du sagst: es gibt noch viel zu tun. darin sind sich wohl der großteil der menschheit sicher. man muss nur aufpassen, der pharmazie und der chemie nicht immer zu viel macht zuzusprechen. psychosen und psychische krankheiten sind ja nicht der einzige bereich, in dem immer mehr auf 'unnatürliche' erzeugnisse zurückgegriffen wird. ich möchte ebensowenig wie du die vergangenheit verherrlichen, aber ich finde, zu den modernen innovationen sollte man sich auf frühere medizinische traditionen und heilmittel zurückbesinnen - die mischung machts da vielleicht schon.

aber wie gesagt, das ist spekulation. das system der psychologischen behandlung ist (auch laut ZEIT artikel) sowieso viel zu unausgereift hier in deutschland.

BananenBill
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26.11.2008 - 23:09 Uhr
BananenBill

@better_dressed
Ja, damals wurden den Leuten wirklich geholfen, durch extrem starke Beruhigungsmitteln, Ankettung am Bett, Wegschließen oder dem Klassiker und Allheilmittel Lobotomie. Das waren noch Zeiten wo der Kranken im Vordergrund stand und nicht diese Pharmamultis sich bereichert haben.
Wann war denn bitte diese gelobte Zeit von der Du sprichst?
Selbst Freud hatte bei Patienten mit Medikamenten, unter anderem Kokain, experimentiert.

better_dressed
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26.11.2008 - 23:17 Uhr
better_dressed

BananenBill sagte:
@better_dressedJa, damals wurden den Leuten wirklich geholfen, durch extrem starke Beruhigungsmitteln, Ankettung am Bett, Wegschließen oder dem Klassiker und Allheilmittel Lobotomie. Das waren noch Zeiten wo der Kranken im Vordergrund stand und nicht diese Pharmamultis sich bereichert haben.Wann war denn bitte diese gelobte Zeit von der Du sprichst?Selbst Freud hatte bei Patienten mit Medikamenten, unter anderem Kokain, experimentiert.


solltest du richtig gelesen haben sagte ich nichts von gelobten zeiten und von früher war alles besser. mir war beim schreiben auch ebenso klar, dass methoden oft experimentell und qualvoll waren. ich glaube, das ist jedem bewusst, sollte es zumindest.
worauf ich anspiele sind naturheilmittel, riten. vielleicht nichts für jemanden der an den modernen fortschritt der medizin glaubt, ich glaube hingegen, dass es durchaus gut auf die psyche wirken kann. das bedeutet übrigens nicht, dass ich esotherisch angehaucht wäre, sondern dass ich lediglich glaube, bestimmte handlungen haben nun einmal eine ganz besondere wirkung, die kein medikament hat.

bitte nicht gleich so aggressiv werden...

ruebezahl
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27.11.2008 - 01:14 Uhr
ruebezahl

BarbarenDave sagte:
ruebezahl sagte:

noch einmal: die behauptung von gesellschaftlichen ursachen im falle von schizophrenie halte ich für absoluten unsinn.


Ich hab fast kein Kommentar oder gar den ganzen Artikel gelesen ;-), aber das stimmt so nicht, gerade für die Schizophrenie gilt wie für fast alle psychischen erkrankungen, dass sie gehäuft in den unteren sozioökonomischen Schichten auftreten
Andererseits ist gerade für die endogene Depression klar das auch Veränderungen im Neurotransmitterhaushalt bei der Entstehung eine Rolle spielen (das läuft unter dem Stichwort Monoamin-Hypothese).

Nebenbei bemerkt ist es so das in anderen Gesellschaften, Prototyp sind hier die Afrikanischen Stammesgesellschaften die Schizophrenie genauso häufig auftritt, die Erkrankten aber länger in der Gemeinschaft integriert bleiben und somit häufig wesentlich mildere Krankheitsverläufe haben.


woher hast du die falsche behauptung, dass psychische erkrankungen gehäuft in unteren gesellschaftsschichten auftreten?
psychische erkrankungen treten in jeder gesellschaft und jeder kultur mit gleicher häufigkeit auf. das war auch schon im mittelalter und der antike so. die erkrankungsrate liegt bei etwa jährlich 1 person von 10.000.

richtig hingegen ist, dass durch eine positive integration in ein soziales umfeld - nur das ist mit gesellschaft gemeint - der krankheitsverlauf beeinflusst werden kann. die erkrankung selbst jedoch nicht verhindert wird.

schraege
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27.11.2008 - 06:56 Uhr
schraege

also bitte! zum thema man könnte ja auch mehr auf psychologische behandlung setzen kann ich nur sagen: die psychologische behandlung sollte immer begleitend dabei sein, aber man kann das nicht ohne medikamente machen. du kannst einem menschen, der wie julia im artikel einen schub hat, nicht mir argumenten kommen oder sonstigen psychologischen mitteln. da hilft nichts anderes als medikamente, mit denen muss man sich doch erstmal ne basis schaffen, um mit dem menschen überhaupt erstmal ansatzweise sprechen zu können!
solche kommentare sind grandios, vor allem mit so was wie "ich kenn das ja nur ausm bekanntenkreis und hab das nie wirklich mitbekommen"
soviel zum thema, wenn man keine ahnung hat, einfach mal fresse halten.

rousseau
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27.11.2008 - 10:36 Uhr
rousseau

schraege sagte:
also bitte! zum thema man könnte ja auch mehr auf psychologische behandlung setzen kann ich nur sagen: die psychologische behandlung sollte immer begleitend dabei sein, aber man kann das nicht ohne medikamente machen. du kannst einem menschen, der wie julia im artikel einen schub hat, nicht mir argumenten kommen oder sonstigen psychologischen mitteln. da hilft nichts anderes als medikamente, mit denen muss man sich doch erstmal ne basis schaffen, um mit dem menschen überhaupt erstmal ansatzweise sprechen zu können!
solche kommentare sind grandios, vor allem mit so was wie "ich kenn das ja nur ausm bekanntenkreis und hab das nie wirklich mitbekommen"
soviel zum thema, wenn man keine ahnung hat, einfach mal fresse halten.


Wenn Du dieser Meinung bist,
dann fang doch einfach an, mit dem Fresse halten, bitte.

ruebezahl
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27.11.2008 - 11:50 Uhr
ruebezahl

rousseau sagte:
schraege sagte:
....soviel zum thema, wenn man keine ahnung hat, einfach mal fresse halten.


Wenn Du dieser Meinung bist,
dann fang doch einfach an, mit dem Fresse halten, bitte.

getretene hunde bellen.

rousseau
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27.11.2008 - 11:55 Uhr
rousseau

Ja, ok, und?

drolli
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27.11.2008 - 14:34 Uhr
drolli

better_dressed sagte:
....
ja. nachdem ich mir jetzt ein paar andere kommentare durchlas, wurde mir bewusster, dass medikamente dem betroffenen helfen können, sich akut wieder besser zu fühlen, die schwersten krisen zu überstehen. das finde ich auch gut so. nur dann kommt da eben wieder dieser bittere beigeschmack: die nebenwirkungen, die abhängigkeit. und, dass die medikamente nur an der oberfläche wirken.
....



Ahnungslosigkeit und Arroganz hoch fuenf.

BarbarenDave
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27.11.2008 - 15:58 Uhr
BarbarenDave

ruebezahl sagte:
BarbarenDave sagte:
ruebezahl sagte:

noch einmal: die behauptung von gesellschaftlichen ursachen im falle von schizophrenie halte ich für absoluten unsinn.


Ich hab fast kein Kommentar oder gar den ganzen Artikel gelesen ;-), aber das stimmt so nicht, gerade für die Schizophrenie gilt wie für fast alle psychischen erkrankungen, dass sie gehäuft in den unteren sozioökonomischen Schichten auftreten
Andererseits ist gerade für die endogene Depression klar das auch Veränderungen im Neurotransmitterhaushalt bei der Entstehung eine Rolle spielen (das läuft unter dem Stichwort Monoamin-Hypothese).

Nebenbei bemerkt ist es so das in anderen Gesellschaften, Prototyp sind hier die Afrikanischen Stammesgesellschaften die Schizophrenie genauso häufig auftritt, die Erkrankten aber länger in der Gemeinschaft integriert bleiben und somit häufig wesentlich mildere Krankheitsverläufe haben.


woher hast du die falsche behauptung, dass psychische erkrankungen gehäuft in unteren gesellschaftsschichten auftreten?
psychische erkrankungen treten in jeder gesellschaft und jeder kultur mit gleicher häufigkeit auf. das war auch schon im mittelalter und der antike so. die erkrankungsrate liegt bei etwa jährlich 1 person von 10.000.



Ich hab nicht von allen sondern von fast allen gesprochen. Wie für die meisten Krankheiten(eine der wenigen ausnahmen sind Allergien) treten auch Psychische Krankheiten gehäuft in unteren sozialen Schichten auf, das heißt nicht das sie ein ausschließliches Problem unterer Schichten sind sondern hier gehäuft auftreten, Quelle ist für die Schizophrenie z.B. die 7. (es gibt mittlerweile auch eine 8.) Auflage des Viktor und Adam's Principles of Neurology.
Wenn du aber schon fragst gibt es auch Überlegungen das ein sozialer Abstieg Folge der Krankheit ist.

ruebezahl
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27.11.2008 - 16:49 Uhr
ruebezahl

BarbarenDave sagte:
Ich hab nicht von allen sondern von fast allen gesprochen. Wie für die meisten Krankheiten(eine der wenigen ausnahmen sind Allergien) treten auch Psychische Krankheiten gehäuft in unteren sozialen Schichten auf, das heißt nicht das sie ein ausschließliches Problem unterer Schichten sind sondern hier gehäuft auftreten, Quelle ist für die Schizophrenie z.B. die 7. (es gibt mittlerweile auch eine 8.) Auflage des Viktor und Adam's Principles of Neurology.
Wenn du aber schon fragst gibt es auch Überlegungen das ein sozialer Abstieg Folge der Krankheit ist.

ja, aber die folge ist etwas anderes als die ursache. außerdem sprach ich ausschließlich vom krankheitsbild der schizophrenie und deren ursachen. und die tritt ursächlich nunmal nicht gehäuft in "unteren schichten" auf.
allgemeine überlegungen zu psychischen erkrankungen, die zweifellos richtig sind, führen aber ein bisschen vom artikel und dem ausgangspunkt der diskussion weg. schizophrenie ist - im gegensatz zu allergie, depression oder asthma - nun mal keine zivilisationskrankheit, das heißt keine, die ihre ursache in der verfasstheit einer gesellschaft hat. wohl haben ihr verlauf und ihre folgen - sozialer abstieg, internierung in mehr oder weniger geschlossene heilstätten, suizid, oder aber auch positive entwicklungen zu einem relativ stabilen umgang mit der krankheit - unmittelbar mit der gesellschaft zu tun, was für jede krankheit gilt. aber das ist wie gesagt nicht mein diskussionspunkt gewesen.

schraege
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27.11.2008 - 18:40 Uhr
schraege

auch wenn mein kommentar vielleicht nicht angemessen war, finde ich rousseaus antwort doch total daneben.
naja, zum thema gehäuft in unteren schichten, kann ich mir nicht vorstellen. ich glaube ihr vergesst da extrem den ziemlich entscheidenen faktor gene. und die genetischen störungen treten komischerweise auch gehäuft in unteren schichten auf oder wie?
sozialer abstieg als folge der krankheit mag das ja sein, denn wer kann schon höchstleistungen verbringen, wenn er schizophren ist?

riesenherz
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27.11.2008 - 23:37 Uhr
riesenherz

Warum muß denn immer so eine schöne Einordnung erfolgen?
Natürlich sind sowohl depressive Erkrankungen wie solche des schizophrenen Formenkreises, des Denken, Wahrnehmens, der Affektivität, auch gesellschaftlich bedingt.
Und ganz bestimmt gibt es Situationen, wo für eine Akutversorgung des Patienten Medikamente notwendig sind. Allerdings habe ich noch nicht den Arzt getroffen, der sicher hätte voraussagen können, welches Medikament bei welchem Patienten unter welchen Bedingungen wie wirkt. Dafür sind die Eingriffe in den Organismus doch zu individuell.
Dasselbe gilt natürlich aber auch für die individuelle Prädisposition, wie für die fördernden oder abmildernden Umstände eines Schubs.
Und gewiß sind die Nebenwirkungen der ja gerade sehr schwer zu dosierenden Medikamente so, daß sich niemand mit der Medikamentation zufrieden geben kann, darf, sollte.
Aber das insinuiert der Beitrag ein wenig.

Warum reden so wenige (direkt oder mittelbar) Betroffene, die sich hier erfreulicherweise auch zu Wort melden, von der Störung der Identität, dem eigenen Selbstkonzept, die sehr oft mit diesen Erkrankungen einhergeht?
Und bei all diesen Friktionen sind ja auch gesellschaftliche und zeitgebundene Umstände beteiligt.

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27.11.2008 - 23:49 Uhr
riesenherz

Und wie läßt sich Identität herstellen? Wo sind die Ansätze, die eigene Selbstkonzeption auf einen stabilen Grund zu setzen, wo die gesellschaftliche Umwelt auf vielfältige Weise zu Friktionen eines Selbstkonzeptes beiträgt?

ruebezahl
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28.11.2008 - 02:03 Uhr
ruebezahl

riesenherz sagte:
Und wie läßt sich Identität herstellen? Wo sind die Ansätze, die eigene Selbstkonzeption auf einen stabilen Grund zu setzen, wo die gesellschaftliche Umwelt auf vielfältige Weise zu Friktionen eines Selbstkonzeptes beiträgt?

identität lässt sich tausendfach herstellen, sei es allgemein gesellschaftlich - nationalsymbole definieren, sprachdebatte, kulturdebatte, religionsdebatte, du bist deutschland etc -, im kleineren rahmen als gruppe - zugehörigkeit, gemeinschaftsgefühl stärken, nach innen integrieren, nach außen abgrenzen - und natürlich ganz persönlich: dies ist meine aufgabe, mein schicksal, mein bezirk, mein block, mein song etc. du hast tausend möglichkeiten, dich zu definieren und identität herzustellen. (filme wie herr der ringe, harry potter oder matrix zeigen solche glasklar definierten identitäten).
und jetzt denk mal drüber nach, ob es wirklich die böse gesellschaft ist, die eine friktion des selbst auslöst. oder ob nicht möglicherweise die selbstkonzeption als feste identität das konstrukt ist, das nicht stimmt.
und nochwas: "Natürlich sind sowohl depressive Erkrankungen wie solche des schizophrenen Formenkreises, des Denken, Wahrnehmens, der Affektivität, auch gesellschaftlich bedingt."
wieso ist das natürlich? ich sehe keine naturgegebene notwendigkeit in solcher vermeintlichen gesellschaftlichen bedingtheit.
ganz abgesehen davon, dass ich einer von den betroffenen bin, die du einforderst.

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28.11.2008 - 03:13 Uhr
ruebezahl

@riesenherz
noch zwei anmerkungen. erstens ist die diskussion um identität eigentlich gegenstandslos, da schizophrenie keine gestörte identität bedeutet. die kranken wissen in der regel, dass sie es sind, die krank sind, und nicht etwa napoleon oder frodo baggins. schizophrenie ist in erster linie eine krankhafte störung der wahrnehmung von und kommunikation mit der umgebung, zudem eine übersteigerte selbstwahrnehmung. insofern ist die frage nach identität irrelevant.
zweitens, warum immer so schöne einordnungen erfolgen müssen: weil zwar alle psychischen krankheiten erkrankungen des nervensystems sind, aber diese sich voneinander enorm unterscheiden. anders gesagt: auch erkrankungen der atemwege sind erkrankungen eines organs, haben aber darüber hinaus wenig gemein. eine unterscheidung ist notwendig, um erstens die krankheit korrekt zu diagnostizieren und zweitens angemessen zu behandeln. den kranken ist zudem wenig geholfen, wenn man ihnen versucht weißzumachen, dass ihre krankheit eine störung der gesellschaft sei. das verstärkt eher die verfehlten wahrnehmungen. ich habe das an meinem bruder lange jahre beobachten dürfen oder müssen. dass sich seine freunde anschickten ihn zu verteidigen vor medikamenten und ärzten und von gesellschaftlichen ursachen redeten. sie verstanden das ganz sicher als hilfe, sie hatten keine vorstellung, dass derartiges geschwafel dem krankheitsverlauf alles andere als förderlich war und die verirrte wahrnehmung meines bruders stärkte.

BarbarenDave
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28.11.2008 - 10:54 Uhr
BarbarenDave

damit das keine Zitataufblähung wird lass ich alles vorausgegangene weg. Ohne groß weiter darauf herum reiten zu wollen meinte ich schon Soziales Milieu als Ursache, im Sinne von Ressourcen (Genetische Veranlagung Entwicklung des ZNS etc, aber auch familiärer Rückhalt Selbstvertrauen etc. pp) und Belastungen( Traumen Misshandlungen Stress, oder was auch immer), deren zusammenspiel beide ursachen gerade auch von psychischen Krankheiten sein können.

riesenherz
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28.11.2008 - 11:43 Uhr
riesenherz

@ruebezahl: Du mußt dich nicht angegriffen fühlen. Ich sehe solche Kommentarfelder als Möglichkeit, daß alle ihren Blickwinkel dazu beitragen können.
Das Konzept von Identität ist sehr viel weiter gefaßt, nicht wie Du es in meine Aussage interpretierst. Deshalb sprach ich von Selbstkonzeption, ein lebenslanger Prozeß auch bei sonst ganz psychsich unauffällig lebenden Menschen.
Da aber niemand sein Selbstkonzept aus sich heraus anfertigen kann, sondern dies nur im Spiegel eines "Du" denkbar ist (weswegen Ich-Identität auch bei Kleinkindern ja erst langsam entstehen kann), der Mensch also in der Ambivalenz zwischen Individualität und Sozialität eine biographisch wachsende Identität erlangen kann, sind selbstverständlich alle gesellschaftlichen Umstände, die psychische Verwerfungen auslösen müssen oder können (Konkurrenzprinzip, gesellschaftliche Organisation, ethische Werte, moralische Konventionen, Religion etc.), bei der Entstehung und Förderung von solchen Krankheitsbildern beteiligt.
Und es ist eine Verwerfung, daß die reichen Industriegesellschaften psychsiche Erkrankungen tabuisieren, isolieren und ausgrenzen, damit zu einer in erster Linie medikamentös behandelten Krankheit machen.
Es ist ja auch keneswegs so, daß alle psychischen Erkrankungen in allen Gesellschaften in gleicher Verteilung vorlägen. In streng auf die Gemeinschaft ausgerichteten Gesellschaften finden sich ganz andere Formen von psychischen Auffälligkeiten als in unseren, die Individuen in den Mittelpunkt stellenden, Gesellschaft.
In archaischen Kulturen wird allein durch den anderen Umgang mit einer Auffälligkeit anders auf die von uns als Krankheit bezeichnete Störung eingewirkt.
Auch das bewußte Sich-in-Trance-Versetzen verschiedener Naturvölker versucht, an Identitätsdissonanzen anzuknüpfen und sie, etwa als Heiler, zu nutzen.

BarbarenDave
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28.11.2008 - 15:24 Uhr
BarbarenDave

Ha nein was mein Vorkommentator sagt trifft es nur in Ausnahmen, die meisten psychischen Erkrankungen kommen in allen Kulturen und Gesellschaften vor. Aber es gibt auch ausnahmen, Angst vor Samenraub oder Angst vor Verlust der Mannes kraft, in einigen sog Primitiven Kulturen.

ruebezahl
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28.11.2008 - 17:05 Uhr
ruebezahl

@riesenherz
"Es ist ja auch keneswegs so, daß alle psychischen Erkrankungen in allen Gesellschaften in gleicher Verteilung vorlägen."
du wirst es nicht glauben wollen, schizophrenie - von nichts anderem rede ich - liegt in allen kulturen und gesellschaften weltweit in gleicher verteilung vor.
der umgang mit psychischen erkrankungen ist ein anderer punkt. der sehrwohl verdient, diskutiert zu werden. foucaults studie "wahnsinn und gesellschft" hat nach wie vor gültigkeit. aber wie gesagt, das ist etwas anderes.
und der gesellschaftliche einfluss auf das ausbrechen der krankheit mag so groß oder klein sein wie er will - er ist nicht zu benennen. keine veränderung der gesellschaft kann den ausbruch dieser krankheit bei der person verhindern. ich könnte das noch etwas ausführlicher darlegen, aber dazu fehlt mir momentan die kraft.

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28.11.2008 - 17:28 Uhr
ruebezahl

scheißdrauf, probieren wirs halt: am beispiel meines bruders:
es sind aus heutiger sicht beinah unendlich viele möglichkeiten von gesellschaftlicher veränderung denkbar, unter denen die krankheit bei ihm nicht ausgebrochen wäre. anderer freundeskreis, keine zurückweisung der ersten liebe, anderes schulisches umfeld, keine kindheit in der ddr, andere eltern, anderer bruder.. alles zusammen oder nur auszüge davon. das problem: jede dieser möglichen und unmöglichen konstellationen sind irrelevant, weil erstens: es sowohl für uns als familie, als auch für meinen bruder vollkommen uneinsehbar war, ob es soziale ursachen oder anlässe gab und wenn ja welche das gewesen sind bzw wie man sie hätte ändern sollen. und zweitens: auch durch eine mögliche veränderung des sozialen umfeldes ist nicht gesichert, dass die krankheit verhindert worden wäre. denn die individuelle reaktion auf die umwelt lässt sich durch die gegebenheiten dieser umwelt nur sehr begrenzt beeinflussen. weil jede persönlichkeit die umwelt anders wahrnimmt. und wenn genau diese wahrnehmung gestört ist oder wird, kann man nicht mehr benennen, wo die ursache der störung liegt.
mit anderen worten: im gegensatz zu vielen anderen krankheiten ist schizophrenie eine außerordentlich intime, individuelle krankheit. auf ihren verlauf kann man sehr wohl von außen sehr intensiv einwirken, ob mit medikamenten oder ohne. aber nicht auf die ursachen. weil sie, sofern gesellschaftlich bedingt, nicht als ursachen erkennbar sind. man erkennt lediglich, DASS die krankheit ausgebrochen ist, aber nicht mehr WANN und WARUM. und das ist in jeder gesellschaft und kultur absolut gleich. insofern: ja, gesellschaftliche faktoren sind für die entstehung der krankheit beteiligt, aber man kann sie komplett ignorieren, weil sie im konkreten fall nicht vorraussehend korrigierbar sind. man kann - nach heutigen erkenntnissen - keine gesellschaft entwickeln, in der schizophrenie nicht auftritt. das klingt grotesk, ist aber nach bisherigen erkenntnissen tatsache. es gibt nur wenige krankheiten, die eine ähnliche beschreibung zulassen.

BarbarenDave
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28.11.2008 - 21:36 Uhr
BarbarenDave

Stimmt, aber das gilt für viele Krankheiten, man kann ja auch schwer jeden Stress vermeiden nur weil man irgendwann mal einen Herzinfarkt kriegen könnte. Aber das gilt genauso für jede andere biologische oder sonstige Ursache für eine Schizophrenie, es gibt noch keine Untersuchung die eine Schizophrenie vorraussagt.

riesenherz
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28.11.2008 - 22:14 Uhr
riesenherz

Ich verstehe deine Not, Ruebezahl, und Du darfst davon ausgehen, daß ich hier nicht über Phänomene rede, die mir nicht vertraut sind, aber dennoch unterliegt auch deine Sprache einer irrigen Annahme ("vollkommen uneinsehbar","nicht erkennbar", "absolut gleich" u.a.m.), nämlich jener gesellschaftlichen Konvention zu folgen, die für bestimmte Krankheitssymptome ganz bestimmte Annahmen und Verläufe, Behandlungsmethoden vorsieht. Und die -weil ja gesellschaftlich induziert - natürlich ihren blinden Fleck des Nichtwissens, des nicht wirklich individuell Reagierenkönnens, nicht als blinden Fleck wahrnehmen können.
Die Behandlung psychischer Krankheiten ist ja gerade innerhalb eines gesellschaftlich organisierten Gesundheitssystems so kompliziert, weil sie, wie Du richtigerweise schreibst, solche individuellen komplexen Ursachen haben und sehr komplexe und individuellen Geschehensabläufe darstellen. Der notwendige Aufwand einer individuellen Kombinationstherapie, die bspw. jene Menschen mit einschließt, die wirklich die kranke Person kennen, scheitert an den gesellschaftlichen "zulässigen" Aufwendungen für eine solche Behandlung.
Kurz: es gibt ja genügend unterschiedliche Theorien über Ursachen und Verlauf, Hilfen und Behandlung solcher Krankheiten; die gängigen Methoden stellen jedoch nur den akzeptierten Querschnitt jener Theorien dar, die innerhalb des Gesundheitssystems eine Mehrheit finden.
Das alles sei faktuarisch zugestanden, schließt aber doch nich tjene individuellen Zugänge zu den Ursachen, Auslösern und Hilfen bei einer solchen Krankheit aus, die dir etwa als Bruder, deinen Eltern als Eltern, der Freundin als Freundin etc. zur Verfügung stehen.
Natürlich kann es eine psychische Entlastung sein, das in Abrede zu stellen, und gerade diese Erkrankungen erfordern ja jede Menge entlastung für die Angehörigen (obwohl das Gesundheitssystem ja gerade auch hier wieder mal einen blinden Fleck aufweist), aber es ändert nichts an den Möglichkeiten, andere Schlüssel zu suchen und ggf. auch finden zu können.
Und da kann (Möglichkeitsform) auch die Arbeit an der immanenten Kommunikation des Patienten, an seinem Selbstkonzept, an seinen Verhaltensmodi im Umgang mit Triggern etc. einen Ansatz zur Hilfe bereitstellen.
Königswegen sollte mensch eh immer skeptisch gegenüber auftreten. Und nur gegen die Ausschließlichkeit deiner vorgetragenen Sichtweise richteten sich ja manche Einwände.

ruebezahl
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29.11.2008 - 12:00 Uhr
ruebezahl

die ausschließlichkeit meiner sichtweise betrifft einzig den punkt der ursachen. und da gebe ich nicht meine private sicht wieder, sondern den mir bekannten aktuellen forschungsstand. und der besagt, dass es für gesellschaftliche ursachen keinerlei gesicherte grundlagen gibt, dass psychosoziale ursachen für dieses krankheitsbild nicht nachweisbar sind bzw nicht zweifelsfrei nachgewiesen wurden. bedeutet im umkehrschluss: eine soziale vorbeugung gegen den krankheitsausbruch ist nach heutigem wissensstand de facto nicht möglich. diese ausschließlichkeit ist nicht meine persönliche meinung als betroffener, der sich irgendwie entlasten möchte. ich finde es eher sogar belastend, da die unmöglichkeit der wissentlichen vorbeugung auch den eigenen handlungsspielraum stark eingrenzt. es ist nur im nachhinein möglich zu fragen: welchen einfluss habe ich mit meinem verhalten auf entstehung und ausbruch der krankheit gehabt? diese frage lässt sich aber nicht bereits während der entstehung und bei ausbruch beantworten - und später auch nicht eindeutig, sondern nur spekulativ. der tatsächliche einfluss ist nicht nachweisbar. eben genau diese unsicherheit und unklarheit der wirkung der eigenen handlung bzw der wirkung gesellschaftlichen bedingungen gegenüber ist wesentlich belastender, als du vielleicht annimmst. es wäre wirklich entlastender, wenn man feststellen könnte: in diesem moment habe ich die entstehung der krankheit begünstigt, gefördert etc. das genau ist nicht möglich. was die angehörigen durchaus als sehr tragisch und ohnmächtig erfahren.
etwas ganz anderes ist die behandlung der krankheit. aber da haben wir überhaupt keinen dissenz. ich möchte eben nur genau getrennt haben zwischen ursachen, verlauf und therapie.

BarbarenDave
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29.11.2008 - 13:14 Uhr
BarbarenDave

Ich möchte da einfach mal auf einen Artikel von David A. Lewis & Jeffrey A. Lieberman verweisen, mittlerweile etwas alt 8 Jahre, dürfe aber im großen und ganzen aktuell sein.

Neuron, Vol. 28, 325–334, November, 2000,
Catching Up on Schizophrenia: Natural History and Neurobiology

obskuro
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29.11.2008 - 14:59 Uhr
obskuro

Ich finde es immer wieder äußerst befremdend, wenn die Aufklärung über Schizophrenie einerseits dem Klischee der doppelten Persönlichkeit wehement wiederspricht, aber andererseits letztenendes wiederum auch nur Klischees über Symptome und Halbgares über individuelle ("kranke") Wahrnehmungen liefern kann (oh das Lied, was im Radio läuft, spricht mich außerordentlich an, bin ich jetzt paranoid schizophren?).
Gleichzeitig ist die Rede von der "Unheilbarkeit" meines Erachtens nicht nur ein fataler, sich selbst reproduzierender Irrglaube, sondern im Einzelfall auch eine selbsterfüllende Prophezeihung.

Die ach so wichtige Aufklärung und Enttabuisierung von paranoider Schizophrenie ist meiner Meinung nach viel belastender und ausgrenzender für Betroffene als die ironische Trivialisierung durch Klischees wie Napoleon.
Genau genommen bin ich sogar der Meinung, dass die trivialisierende Vorstellung eines zweiten oder abgespaltenen Ichs sogar helfen kann, die Krankheit verständlich zu machen.
Unsere Julia ist dann zwar nicht Napoleon oder sonst wer, aber auch nicht Opfer einer hochkomplexen, unheilbaren Krankheit, sondern es gibt die Julia, die nicht U-Bahnfahren kann, aber es gibt auch die Julia, die eben doch einfach in die U-Bahn steigt oder steigen könnte.

Diesen Wahrnehmungsfilter, der bei erkrankten Peronen plötzlich nicht mehr funktioniert, müsste man dazu auch bei gesunden Menschen als nicht selbstverständlich und natürlich begreifen, sondern als sozial geprägte Gewohnheit des Gehirns, von mir aus auch evolutionär geprägt, aber letztendlich keine unumstößliche Disposition. Mit einem solchen Bewusstsein kann man seine Wahrnehmungsgepflogenheiten hinterfragen.
Man kann sich zwingen zu denken, dass niemand in der U-Bahn über einen tuschelt, dass niemand extra für dich ein Leid übers Radio laufen lässt etc pp

Natürlich ist das nicht einfach und vermutlich nicht bei allen Ausprägungen der Krankheit möglich, aber ich habe nicht den Eindruck, dass nach einer solchen Diagnose überhaupt noch irgendwas derartiges versucht wird, sondern dass den Betroffenen die Auswegslosigkeit eingetrichtert wird.
Ich finde nicht, dass jemand gelernt hat, mit einer Krankheit umzugehen, wenn er sich damit abgefunden hat, dass sie ihn tagelang ans Bett fesselt.
An einem solchen Tage rauszugehen, auf die Gefahr hin, dass du dich dazu hinreißen lässt, der Person, die dir sagt, du seist schön, ohne jeden Zweifel zu glauben, auf die Gefahr hin, sich zur Abwechslung mal vorzustellen, die Tuschler in der U-Bahn redeten zwar tatsächlich über dich, aber sie wüssten nur gutes zu sagen und auf die Gefahr hin, du fändest es genauso komisch (witzig) wie andere, wie du selbst oft die Welt wahrnimmst, DAS ist der als Klischee diffamierte metaphorische Kampf der zwei Persönlichkeiten!

[n]bskr

ruebezahl
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29.11.2008 - 16:21 Uhr
ruebezahl

obskuro, nimms mir nicht übel: du hast keine ahnung von der krankheit. "Man kann sich zwingen zu denken, dass niemand in der U-Bahn über einen tuschelt, dass niemand extra für dich ein Leid übers Radio laufen lässt etc pp" man kann sich vielleicht dazu zwingen, diese stimmen werden davon nicht vergehen. julia oder jemand anderes weiß in diesem augenblick nur bedingt, dass die stimmen eingebildet sind. dennoch hört sie diese. mein bruder wusste, dass es ein absoluter irrglaube ist anzunehmen, es gibt weltweit einen tv-kanal, der sein leben ausstrahlt, nur er kann diesen kanal niemals sehen. wir haben darüber jahrelang gesprochen. er wusste, dass es eine haluzination ist. das hat ihn zu keiner zeit daran gehindert, von dieser halluzination felsenfest überzeugt gewesen zu sein.
also hör auf, irgendwelchen nett gemeinten unfug zu reden. das ist ein wesentlich katastrophaleres klischee, als du dir vorstellen kannst.
leck mich.

drolli
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29.11.2008 - 18:11 Uhr
drolli

obskuro sagte:
...eine Menge arroganter Bemerkungen ueber Psychisch kranke und deren Behandlung.



Man sollte eines nicht vergessen, bevor man so eine abgefuckten Ratschlag gibt, wie, man sollte doch mal versuchen gerade dann rauszugehen: Die meisten sind deswegen in Behandlung weil sie *trotz* des Willens herauszugehen dazu nicht mehr in der Lage sind *und* sie das stoert.

obskuro
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29.11.2008 - 19:53 Uhr
obskuro

Meine Kritik sollte vielmehr auf den Artikel abzielen und die vermeintliche Aufklärung über die Krankheit, die ja offensichtlich fehlschlägt, wenn meine Argumentation so sehr katastrophal, arrogant, abgefuckt und Unfug ist.

"Die meisten sind deswegen in Behandlung weil sie *trotz* des Willens herauszugehen dazu nicht mehr in der Lage sind *und* sie das stoert."

Genau das ist der Punkt, über den meiner Meinung nach eine sinnvolle Aufklärung vonnöten wäre, aber ich lese immer wieder nur dieselben, entindividualisierten pauschalen Klischees, die man nicht nur als Laie aus den Texten auch als eher weniger dramatische Neurosen interpretieren kann.

Ich wollte keineswegs Ratschläge an Betroffene erteilen, das maße ich mir nicht an.

BarbarenDave
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29.11.2008 - 22:14 Uhr
BarbarenDave

Was stört dich an dem Artikel, das ist ein Erfahrungsbericht. So hat Julia ihre ( bzw ihre Freundin Julias) Krankheit erlebt. Und auch was ihre Ärztin schreibt stimmt. Daher ist das ein guter Artikel, an dem man wenig aussetzen kann. Welche entindividualisierenden Klischees stören dich denn? Und welche weniger dramatischen Neurosen meinst du? Leiden auch psychisches Leiden ist immer individuell, etwas was manche wegstecken kann für andere ein schweres trauma bedeuten, daher ist es etwas arrogant so etwas als Klischee abzutun.

drolli
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30.11.2008 - 03:56 Uhr
drolli

obskuro sagte:
...
"Die meisten sind deswegen in Behandlung weil sie *trotz* des Willens herauszugehen dazu nicht mehr in der Lage sind *und* sie das stoert."

Genau das ist der Punkt, über den meiner Meinung nach eine sinnvolle Aufklärung vonnöten wäre, aber ich lese immer wieder nur dieselben, entindividualisierten pauschalen Klischees, die man nicht nur als Laie aus den Texten auch als eher weniger dramatische Neurosen interpretieren kann.


Ich habe, ganz jenseits ein einfaches Kriterium, wann etwas benahdlungsbeduerftig ist: Wenn jemand beim Arzt sagt: "Ich moechte U-Bahn fahren, traue mich aber nicht mehr", dann sollte man ihm helfen. Und wenn jemand sagt er moechte keine U-Bahn fahren, solls mir recht sein, aber so war die beschriebene Situation nun mal nicht.

Und ich wuesse nicht was daran "entindividualisiert" waere.


Ich wollte keineswegs Ratschläge an Betroffene erteilen, das maße ich mir nicht an.


hast du aber implizit.

ruebezahl
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30.11.2008 - 11:20 Uhr
ruebezahl

drolli und barbarendave haben völlig recht. der artikel ist weder entindivudualisiert, noch eine liste von klischees. sondern drei gültige erfahrungsberichte, die zudem mit einer reihe anderer erfahrungen korrespondieren.
solche obskuren nasen mag ich. erst unsinn reden und nachher sagen, dass man nur falsch verstanden worden wäre.
tut mir leid, auf dummheit reagiere ich allergisch.

riesenherz
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01.12.2008 - 17:49 Uhr
riesenherz

allergisch wäre ja nicht so schlimm, wie selbst mit wenig durchdachten äußerungen zu reagieren.
da ist obskura zur seite zu stehen, finde ich.
und, BarbaraenDave, natürlich läßt sich an dem artikel etwas aussetzen (und genau das kann mensch ja auch in den nachfolgenden kommentaren wiederfinden): er insinuiert nämlich eine bestimmte haltung gegenüber dieser krankheit (die eigentlich mehr eine beschreibung einer symptomatik ist). diese haltung aufzubrechen, dafür war auch obskuras beitrag geeignet.

ruebezahl
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02.12.2008 - 07:33 Uhr
ruebezahl

mir scheint, dass es ein grundsätzliches missverständnis gibt. der artikel ist ein erfahrungsbericht von drei personen, die miteinander die krankheit an einer person erlebt haben. er ist kein artikel, der sich zu gesellschaftlichen haltungen, klischees über psychische erkrankungen und den herrschenden behandlungsmodellen explizit äußert. daher ist die kritik an diesem artikel, dass er klischees als allgemein akzeptierte ansicht präsentiere, ein bisschen verfehlt, weil es ganz konkrete erfahrungen sind und keine allgemeinen. und als diese konreten erfahrungen sollte man sie in jedem fall ernst nehmen und nicht sofort als klischee resp ungültig verurteilen. darauf beziehe auch ich mich mit meinen äußerungen. welche, riesenherz, wenn du sie genau liest, zu keiner zeit den mehrheitlich existierenden krankheitsvollzug verteidigen, da habe ich keinerlei grund zu, oder klischees verteidigen. denn die mehrheitlich existierenden klischees sind: gesellschaftliche ursachen, medikamente sind scheiße, die gesellschaft interpretiert die krankheit falsch. obskuro hatte dem nichts neues entgegenzusetzen. mein punkt ist, dass diese klischees durch die existierende aufklärung bislang nicht aufgebrochen wurden, was ich für notwendig hielte.
grundsätzlich kann man sich fragen, ob es bei psychischen erkrankungen um krankheiten handelt, dazu gab es neulich in der zeit ein interessantes interview. es existieren schließlich gesellschaften, in denen menschen mit "wahnvorstellungen" (um es sehr pauschal zu sagen) als begabt betrachtet und daher exponiert behandelt werden, ihnen ein anderer gesellschaftlicher platz zugewiesen wird als in psychiatrischen anstalten. das ist sicherlich interessant zu überlegen. demgegenüber jedoch hat sich in der europäischen medizin ein ansatz als sinnvoll herausgestellt, der vom zu behandelnden ausgeht: wer von sich sagt, dass er an etwas leidet (wahn, depression, schnupfen...), dem sollte linderung möglich sein. der ansatz, der im artikel angesprochen wird, ist grundsätzlich der gleiche: am beginn steht diejenige, die an etwas für sie unerklärlichem leidet. empfände sie es selbst nicht als problematisch, würde sie keinerlei behandlung wollen oder zulassen. ich sehe nicht, dass dieser ansatz ein klischee ist.

oder ist es etwas vollkommen anderes, worauf deine kritik abzielt? von welcher haltung genau sprichst du, wenn du von einer "bestimmten" sprichst?

BarbarenDave
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02.12.2008 - 13:24 Uhr
BarbarenDave

riesenherz sagte:
: er insinuiert nämlich eine bestimmte haltung gegenüber dieser krankheit (die eigentlich mehr eine beschreibung einer symptomatik ist). diese haltung aufzubrechen, dafür war auch obskuras beitrag geeignet.


Welche Haltung von wem? der Betroffenen? der Ärztin?
Das ist ich wiederhole das gerne ein Erfahrungsbericht und dazu noch ein gut geschrebener an dem es als solchem nichts auzusetzten gibt.

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02.12.2008 - 15:15 Uhr
BarbarenDave

Oh Gott, Deutsch ist einfach schwer. Es fehlen einige Kommata und es heißt geschriebener nicht geschrebener. Na ja






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philipp-mattheis unbekannt

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ist jetzt-Mitarbeiter und hat diesen Beitrag verfasst.