26.05.2012 - 10:13 Uhr

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Das Leiden der Kriegsheimkehrer - ein Film über deutsche Soldaten in Afghanistan

Text: anja-mauruschat

Johanna Stuttmann lebt in München, ist 28 Jahre alt und Drehbuchautorin. Ihren Diplom-Film an der Film-Akademie Baden-Würtemberg hat sie über einen jungen Bundeswehrsoldaten geschrieben, der von einem Friedenseinsatz in Afghanistan zurückkehrt aber nicht mehr in den Alltag zurückfindet. Er leidet unter PTBS, unter einer posttraumatischen Belastungsstörung: Im Affekt hat er einen kleinen Jungen erschossen. Die Bundeswehr verschweigt diesen Fall jedoch. „Nacht vor Augen“, die Verfilmung von Johanna Stuttmanns Drehbuch (gefördert vom SWR), hat unter anderem auf der Berlinale bereits für viel Aufsehen gesorgt. Ein politisch brisanter Debütfilm, der ins Kino gehört – anstatt im Nachtprogramm versendet zu werden.
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air_kaviar
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Mag ich Mag ich nicht

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25.03.2008 - 11:26 Uhr
air_kaviar

hört sich interessant an. home of the brave auf deutsch.

gibt es einen sendetermin?

schwarzfeder
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Mag ich Mag ich nicht

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25.03.2008 - 13:49 Uhr
schwarzfeder

Habe den Film auf der Berlinale gesehen. Ihm hätte ein etwas größeres Budget sicher gut getan: So bleiben sowohl die Ereignisse in Afghanistan letztlich unbekannt, und auch die Handlungen der Bundeswehrverwaltung blass und undeutlich. Die ignoranten Reaktionen des persönlichen Umfelds des Kriegsheimkehrers, auf welches sich der Film konzentriert, bewegen sich m. E. manchmal am Rande der Glaubwürdigkeit. Sehenswert ist aber auf jeden Fall die Interaktion des Protagonisten mit dem kleinen Halbbruder und das nachdenklich machende Ende.

dichtmeister
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25.03.2008 - 15:17 Uhr
dichtmeister

sorry, aber für berufs-soldaten habe ich null sympathie noch mitleid übrig.
wer heutzutage behauptet, er wisse nicht was dieser job mit sich bringt dem ist echt nicht mehr zu helfen.
es gehört zum job seine gliedmaßen, seine psyche und sein leben zu opfern. da kann sich niemand hinterher beschweren.

Lampi
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25.03.2008 - 15:52 Uhr
Lampi

gibts den auch irgendwo zu sehen?

schwarzfeder
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25.03.2008 - 15:55 Uhr
schwarzfeder

@ dichtmeister: Der Job besteht darin, den Feind dazu zu zwingen, seine Gliedmaßen, seine Psyche und sein Leben zu opfern. Der eigene Schaden ist eine Gefahr, die man hierbei in Kauf nehmen muss. Eine solche Gefahr nimmt man (natürlich in geringerem Maße) auch bei der Teilnahme am Straßenverkehr oder bei einer Flugreise (bewusst) in Kauf. Deshalb würde aber niemand dem Opfer eine Verkehrsunfalls erzählen, es solle jetzt mal nicht so rumjammern, da es ja vorher gewusst habe, worauf es sich einlässt, oder? Darüber hinaus wird der Dienst in den Streitkräften ja auch immer damit beworben, dass man was für sein Land tut (ob das nun Propaganda ist oder nicht). Aus diesem Grund ist es auch berechtigt, die Frage zu stellen, wie einem Soldaten das gedankt wird.

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25.03.2008 - 15:57 Uhr
schwarzfeder

"The object of war is not to die for your country but to make the other bastard die for his."
George S. Patton

Schallplattenkind
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25.03.2008 - 16:36 Uhr
Schallplattenkind

"Ich wollte den Krieg ganz allgemein in Frage stellen und zeigen, was er für Spuren hinterlassen kann, auch in einem Friedensgebiet, nämlich in Deutschland. Ich wollte zeigen, wie der Krieg aus Afghanistan in ein kleines Dorf in den Schwarzwald getragen werden kann, allein durch die Erlebnisse des Soldaten."

ich denke, dass ihr das auf jeden fall gelungen ist. auf beeindruckende und auch bedrückende art und weise.

dichtmeister
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25.03.2008 - 16:40 Uhr
dichtmeister

Die Analogie zum Verkehr überzeugt da nicht ganz, weil das Ziel hierbei darin besteht von A nach B zu kommen. Wenn dabei jemand zu Schaden kommt, dann ist das eine Anomalie (selbst wenn es sehr häufig vorkommt) und deshalb ist Mitleid angebracht.

Im Krieg geht es aber um "er oder ich", Töten oder Sterben. Und das ist nichts Neues, jeder Vollidiot müsste wissen dass Krieg immer weh tut.
Ein sauberer, chirurgisch präziser Krieg, bei dem kein Soldat auch nur nen Blutspritzer abkriegt gibt es nicht und wird es auch niemals geben.
Und wer da auch noch freiwillig sich zur Spielfigur in diesem überaus perversen Spiel machen lässt, der ist leider selbst Schuld.
Und solche abstrakten Gründe, wie: "Ich sterbe für mein Land" sind doch unglaublich zynische Propaganda.
Wenn es doch bloß hieße: "Tun Sie was für Unseren Wohlstand"
oder "Für stabile Benzinpreise".

Wenn ich bloß Afghanistan-Heimkehrer im Fernsehen sehe, die über ihr verlorenes Bein jammern und wie schlimm sie dran sind muss ich schon kotzen. Niemand hat diesen Menschen gezwungen sich darauf einzulassen.
Hätte man keine Wahl, ob man in den Krieg zieht oder nicht...das wäre was ganz anderes.

Sillium
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25.03.2008 - 17:10 Uhr
Sillium

@dichtmeister: Klar, ich denk mir auch, wenn jemand großkotzig davon redet, dass er mal schnell in Afghanistan sein Geld verdient, weil da unten geht das so schnell und einfach, wie dämlich der sein muss. Aber darum geht es doch auch (sofern ich das richtig verstanden habe) in dem Film, um die Frage, warum jemand freiwillig bei so einem Einsatz mitmacht.
Man kann sichs aber schon sehr einfach machen wenn man sagt, wer da hinterher verletzt oder mit bleibenden Schäden wieder rauskommt, braucht sich ja nich beschweren, selber schuld.

seleukos
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25.03.2008 - 20:13 Uhr
seleukos

Warum geht jemand in den Einsatz nach Afghanistan?
Eine Antwort, die ich mal gehört habe, zwei Wochen her:
Ich bin Soldat, ich hab dafür unterschrieben.

Aber es ist interessant, was sie in ihren Recherchen alles gefunden hat. Normalerweise muss man sich schon auf nicht-deutsche Medien verlassen, um halbwegs erfahren zu können was wirklich alles in Afghanistan passiert. Und das ist dann trotzdem nicht mal die Hälfte.



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