26.05.2012 - 10:09 Uhr

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Die Poetry-Slam-Debatte: Sneak Preview oder Schaumparty

Text: lars-weisbrod  Illustration: Katharina Bitzl

Sarah Kuttner kommt wieder ins Fernsehen: „Slam Tour mit Kuttner“ heißt die Show der ehemaligen MTV-Moderatorin im Abo-Sender Sat.1-Comedy. Ab Ende Februar wird die 28-Jährige Poetry Slams in Deutschland besuchen und darüber berichten. Ein guter Grund, über die Dichterwettbewerbe zu streiten: Sind Poetry Slams wie Sneak Previews im Kino oder nur Kartoffeldruck auf der Bühne?
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lesspublicly
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06.01.2008 - 19:14 Uhr
lesspublicly

oute mich als slam-fan :P

juvenal
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06.01.2008 - 20:58 Uhr
juvenal

ich stimme eher herrn scharnigg zu.

the-wrong-girl
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06.01.2008 - 22:29 Uhr
the-wrong-girl

Meine Aufmerksamkeitsspanne reichte leider nicht um den Txt zu lesen, aber ich habe heute begeistert festgestellt, dass auch ich Poetry Slams mag, nur heißen sie in Berlin noch Lesebühnen.

groover_washington
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07.01.2008 - 09:43 Uhr
groover_washington

Poetry Slams sind genau wie oben beschrieben: Zumeist untalentierte Möchtegerns mit hohem Selbstdarstellungsfaktor stehen da auf der Bühne und dilltieren vor sich hin. Innerhalb der Szene bekommen sie dann positives Feedback, so dass sie halt regelmäßig da oben stehen und Mittelmäßigkeit produzieren.

Ein echter Jam(mer)! Je nach Betrachtungsweise.

Auf der anderen Seite ist es aber auch gemein die Leute so abzukanzeln: Bei einem Slam - nicht bei Slamwettbewerben - findet ja keine Auslese oder Qualitätskontrolle statt. Jeder kann da auf die Bühne gehen und faszinieren oder langweilen oder sich peinlich machen. Darum ist es ja klar, dass da die meisten eben gar nicht gehen. Also genau das Castingshow-Modell: Von 100 ist einer vielleicht wirklich gut.

Auf der anderen Seite gefällt sich der Literaturzirkel eben in seiner künstlerischen Elitebildung. Was durchaus auch sehr lanweilig sein kann. Trotz höherer Qualität.

Gambit
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07.01.2008 - 10:17 Uhr
Gambit

Manchmal geht es auch nicht nur um Pointen.

Ich biete zum Vergleich die WDR.De Videos von Ken Yamamoto oder Felix Römer an, oder auch Mirko Buchwitz.

Natürlich gibt es auch die klassischen Schotenreißer, die manchmal selber nicht wissen, dass ihr Text ganz gut ist und aus Mangel an Selbsteinschätzung dann zwanghaft irgendwas mit Blasen, Ficken oder so einbauen müssen.
Oder die Generation "Ich bin ein süßer Typ der eigentlich ein Arschloch ist, ich mache jetzt Comedy, auch wenn Sat1 mich noch nicht kennt."

Interessant wäre die Frage, was wichtiger ist, bei einem Slam. Oft ist es glaubich der Vortragsstil, als der Inhalt, oder eben die Menge an Pointen (zum lachen, weinen oder schlucken]
Ich mag die Slams trotzdem.

the-wrong-girl
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07.01.2008 - 10:31 Uhr
the-wrong-girl

Also gerade was den Stil betrifft, bin ich von den meisten entäuscht. Die lesen doch aber alle gleich, gambit, mit diesem leicht indignierten, genervten, entäuschten Unterton.

Richtig gut dagegen ist der:

Anelm Neft.

plastikfinken
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07.01.2008 - 10:41 Uhr
plastikfinken

naja, wenn man auf konzerte von nachwuchsbands o.ä. geht, gefällt einem das meiste auch nicht. aber wenn einem dann mal was taugt, dann freut man sich doch um so mehr.

Gambit
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07.01.2008 - 10:56 Uhr
Gambit

the-wrong-girl sagte:
Also gerade was den Stil betrifft, bin ich von den meisten entäuscht. Die lesen doch aber alle gleich, gambit, mit diesem leicht indignierten, genervten, entäuschten Unterton.

Richtig gut dagegen ist der:

Anelm Neft.



ja, viele. es scheint das publikum aber auch anzusprechen. manchmal frag ich mich, ob es nicht am publikum liegt, wie slams gestaltet werden. mir hat schon mal einer den tip gegeben "der text von dir war zu kompliziert für den slam, die haben garnicht alle verstanden".
einmal hab ich gefragt "wollt ihr nen guten text oder nen lustigen"
und alle riefen "den lustigen".

^^

Jones08
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07.01.2008 - 11:27 Uhr
Jones08

Zwischen scharnigg und weisbrod gibts genau einen Unterschied: weisbrod hat mehr Slams besucht und weiß daher wovon er spricht. scharnigg hat sich wahrscheinlich 3-4 Slams angeschaut und denkt nun wirklich er weiß bescheid. Nur so kann ich erklären, dass er wirklich meint, Slams sind eine Jugendbewegung. Er kennt auch viele der ernsten Texte nicht. Zum Beispiel von Felix Römer ("Kind", ein Text über den 2. Weltkrieg, den Felix nach Erzählungen seines Urgroßvaters auf dem Sterbebett geschrieben hat) oder von Grohacke (ein Text über Krieg und wie er seinen besten Freund als Kriegsopfer sieht, weil dieser den alltäglichen Krieg nicht aushielt und sich den goldenen Schuß gesetzt hat) oder von Dalibor ("Mach ein Zeichen") und von zahllosen anderen.
Das ist genauso, als ob einer in Kentucky war und nun meint Amerika zu kennen.
weisbrod hingegen hat wirklich die Tour gemacht. Auch beim Finale des Nationals war er dabei und wer das gesehen hat, wird im Leben nicht auf die Idee kommen, Slam als Hobbyveranstaltung zu sehen. Da waren 1700 zahlende Zuschauer, mit ZDF Übertragung. Gewonnen hat Marc-Uwe mit einem sozialkritischen Text ohne irgendwelche Anzeichen von Comedy.
Sorry Herr scharnigg, aber Sie kennen sich einfach nicht aus. Gehen Sie mal auf ein paar gute Slams in Berlin und München, oder auch in Zürich und versuchen Sie es dann nochmal. So ist ihre Meinung völlig wertlos.

unusualsuspect
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07.01.2008 - 11:30 Uhr
unusualsuspect

da gibts nix hinzuzufügen. genau so ists!



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lars-weisbrod

ist jetzt-Mitarbeiter und hat diesen Beitrag verfasst.

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