26.05.2012 - 10:04 Uhr

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„Mandy, 19, hat Langeweile“ – Eine professionelle SMS-Flirterin erzählt

Text: eva-bader  Illustration: Gabriel Holzner

Es muss nicht immer Jamba! sein: Andere Premium-Dienste fürs Handy locken nicht mit Musik und Games, sondern mit der Hoffnung auf Zuneigung: Flirt-SMS. Hinter den ansprechenden Profilen von Anna aus Russland und der süßen Krankenschwester Jenny stecken allerdings komplett andere Menschen, die sich mit dem Aufbau und Halten des Kontaktes ein Zubrot verdienen. Die teuren SMS-Dienste wurden in mehreren Prozessen als Betrug eingestuft. Seit dem Telekommunikationsgesetz (TKG) von 2004 und einem Urteil des Landesgerichtes Hannover 2005 sind die Anbieter verpflichtet, nur auf Verlangen zu flirten sowie in jeder Erst-Kurznachricht die Kosten klar offen zu legen. Machen sie auch. Das Erstaunliche: Die Branche wächst trotzdem weiter. Jetzt.de hat sich mit einer selbstständigen Flirtdienst-Betreiberin unterhalten, die anonym bleiben möchte.
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maggiesimpson
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Mag ich Mag ich nicht

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13.09.2007 - 19:25 Uhr
maggiesimpson

"Freiwillig" hin oder her - ich find das trotzdem moralisch äußerst fragwürdig. Da muss man schon ganz schön abgebrüht sein, um - offensichtlich einsamen - Menschen auf diese Weise das Geld aus der Tasche zu ziehen. Natürlich sind die im Grunde "selber schuld" und rechtlich mögen solche SMS-Flirtbörsen auf der sicheren Seite sein. Moral und Recht sind aber zwei Paar Schuhe.

dem_osten_so_nah
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Mag ich Mag ich nicht

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13.09.2007 - 19:25 Uhr
dem_osten_so_nah

2€ pro SMS. 0,30€ bekommen die Schreiberinnen. Vielleicht 0,20€ für die Infrastruktur und Nummer macht ganze 1,50€ Gewinn.
Verdammt, warum kommen immer die anderen auf solche Ideen.
Muss ich halt weiter beim T-Shirtverkauf bleiben.

Eissenbeisser
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Mag ich Mag ich nicht

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13.09.2007 - 20:57 Uhr
Eissenbeisser

Wer sowas braucht und dabei sinnlos sein Geld verbläst.....bitte. Ist doch das Gleiche wie wenn jemand sein Geld an der Börse verspekuliert oder ins Casino geht, keiner zwingt einen sich zu ruinieren ( von Spielsucht mal abgesehen ) und trotzdem wird es gemacht.

dem_osten_so_nah
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Mag ich Mag ich nicht

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13.09.2007 - 21:08 Uhr
dem_osten_so_nah

Eissenbeisser sagte:
Ist doch das Gleiche wie wenn jemand sein Geld an der Börse verspekuliert

An der Börse kann man aber wenigstens auch Gewinn machen.
Bei einem Planspiel wurden so innerhalb von vier Monaten aus 50.000€ nette 62.000€.

ChristophThomas2000
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13.09.2007 - 21:18 Uhr
ChristophThomas2000

ist das nicht so eine art vorspiegelung falscher tatsachen oder so?

provisorischernick
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13.09.2007 - 22:09 Uhr
provisorischernick

30 Cent pro Lüge verdienen mit einem Fake-Profil, während sich den Rest Telekom und "Organisator" teilen?
Solange man nicht mit echter Identität unterwegs ist, auf Partnerschaftsseiten wohlgemerkt, fände ich Prostitution den ehrenswerteren Job.
Es sollten die vorgeschriebenen Warnhinweise mal um die Facts, daß es sich zumindest optisch, nicht um die Person handeln kann, die einem antwortet, erweitert werden.
Mal sehen, wie sich dann die Nutzterzahlen entwickeln.
Könnte ja sein, daß einem Mann der Mix aus äußerlicher Attraktivität und konversationsmäßiger Stimmigkeit 2 Öre pro SMS wert ist, auch wenn eine "real life"-Beziehung von vornherein ausgeschlossen ist.
Auch wenn man die Hintergründe der ATX-Realität schon förmlich riechen kann, finde ich die Vorgaukelung von falschen Identitäten i. Zssg. als Dummenfang, der wie bei Dialern schon längst besser geregelt gehört

librarian78
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13.09.2007 - 22:39 Uhr
librarian78

Für mich besteht absolut kein Zweifel dass dies eine moralisch höchst fragwürdige, eigentlich sogar definitiv verwerfliche Angelegenheit ist.

Das mit der "freien Entscheidung" ist nämlich so eine Sache. Natürlich ist die Entscheidung die kostenpflichtige SMS deren Preis bekannt ist zu schicken frei.

ABER: Geködert wird ja über ein Profil das in einem Umfeld publiziert wird in dem der Nutzer auf Partnersuche zu realen Menschen ist und in dem auch solche inserieren. Wäre sofort klar dass es sich um Kommunikation mit Angestellten handelt die man niemals treffen wird und die mit dem Profil nichts zu tun haben würden wohl 99 % der Nutzer überhaupt nicht schreiben. Das Entscheidende und Unfaire an der Sache ist aber eben, dass genau das nach wie vor ziemlich verschleiert bzw. nur im Kleingedruckten mitgeteilt wird. Den Betrag sind ja viele Menschen bereit zu Zahlen wenn sie die Chance auf eine Partnerschaft erkennen. Solange nicht klar und deutlich (damit meine ich außerhalb des Kleingedruckten, also idealerweise in der ersten vom Anbieter verschickten SMS) gesagt wird dass es sich nicht um einen SMS Chat mit wirklich interessierten Frauen sondern nur mit professionellen Chattern ohne Interesse an privatem Kontakt oder Treffen handelt ist das für mich immer noch sehr hart an der Grenze zum Betrug, auch wenn der juristisch vielleicht nicht nachgewiesen kann.

In jedem Fall werden hier aber einsame Menschen die die Zusammehänge nicht wirklich verstehen ausgenutzt. Denn Menschen die einen solchen Dienst bei vollem Wissen über die Hintergründe nutzen würden dürfte es nur sehr, sehr wenige geben.

DieJulia
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14.09.2007 - 00:36 Uhr
DieJulia

Ich schließe mich meinen Vorrednern an: auch ich halte das Geschäft für moralisch sehr bedenklich. Schade, dass die Interviewerin an gerade diesem heiklen Punkt nicht weiter nachgehakt hat, sondern sich mit ein paar PR-Phrasen hat abspeisen lassen.

Eissenbeisser
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14.09.2007 - 07:18 Uhr
Eissenbeisser

dem_osten_so_nah sagte:
Eissenbeisser sagte: Ist doch das Gleiche wie wenn jemand sein Geld an der Börse verspekuliertAn der Börse kann man aber wenigstens auch Gewinn machen.Bei einem Planspiel wurden so innerhalb von vier Monaten aus 50.000€ nette 62.000€.


schön. aber ich hab gesagt: "verspekuliert".

phili
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Mag ich Mag ich nicht

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14.09.2007 - 10:12 Uhr
phili

Naja,
de facto zahlen die Kunden 2 EUR für eine elegant gemachte Lüge.

Und die wenigstens wissen, oder wollen wissen, dass sie für die 2EUR angelogen werden.



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